Handwerk schafft Kultur in FR

Handwerk und Kultur gehören zusammen. Selbstverständlich. Wie sonst hätten wir ein Münster, an dem wir uns erfreuen können? Wie sonst würde Bühnentechnik im Theater oder im Konzerthaus funktionieren und wie unschön würden die Gewächse auf den menschlichen Köpfen beiderlei Geschlechts sprießen, wuchern oder hängen, wenn nicht Coiffeure kunstvoll mit der Schere hantieren könnten? Woher kommen die Streich- und Zupfinstrumente von Solisten und Orchestern? Natürlich aus den Ateliers von Handwerkern. Es gibt genug Stoff für Geschichten, die alle unter der Überschrift “Handwerk schafft Kultur” geschrieben, gesprochen oder gesungen werden können. Die Handwerkskammer Freiburg hat nun eine weitere Seite in diesem Buch aufgeschlagen und erklärt, sie wolle nicht nur Produktkultur, Unternehmenskultur und Ausbildungskultur pflegen, sondern ihre Meister und Gesellen an der kulturellen Ehre ihres Berufsstandes packen und sie aktiv an die Musik, die bildende und die darstellende Kunst heranführen. Gute Idee. Leider ist als praktischer Vorschlag bislang nur herausgekommen, dass man sich mal Zeltmusikfestival-Macher Alex Heisler zu einem “Jungmeisterstammtisch” trifft. Kann man machen. Doch warum so zaghaft? Sich mal kurz auf der Baustelle zeigen und dann die Kundschaft abwarten lassen, gehört doch eher zu den Unsitten, mit denen das Handwerk bisher über einen Leisten geschlagen wurde – und nun aufräumen möchte. Also, wenn schon, dann richtig. Ein Stadttheater, das sich als “Heart of the City” versteht, könnte sich ja auch mal mit “Craft Now” beschäftigen. Es muss ja keine Neuauflage der “Meistersinger” sein, ein kleines Drama mit dem Arbeitstitel “Men at Work” oder so, wäre auch mal interessant. Frau Intendantin, übernehmen Sie!
2.4.2015, Heinz Siebold

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