Haeusliche Pflege hat Wert

Die häusliche Pflege hat Wert! Die „Kirchliche Sozialstation Dreisamtal“ beteiligt sich an Kampagne der Sozialstationen. Häusliche Pflege findet im Stillen statt. Entsprechend werden die Anliegen von Hilfsbedürftigen, Pflegenden und Pflegeprofis in der Öffentlichkeit wenig gehört. Das muss sich ändern, sagen die Mitarbeitenden der Sozialstationen von Caritas und Diakonie in der Erzdiözese Freiburg. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen machen sie in diesen Wochen auf die Schieflage aufmerksam, die bei der häuslichen Pflege immer größer wird. Denn bereits jetzt schreiben sechzig Prozent der kirchlichen Sozialstationen rote Zahlen. Die Verantwortlichen der Sozialstationen in Baden schlagen deshalb Alarm.
Die Ausgangslage stellt sich so dar: Seit 40 Jahren sichern kirchliche Sozialstationen von Caritas und Diakonie die häusliche Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen. Ihrem Selbstverständnis entsprechend haben die Sozialstationen die pflegerische Infrastruktur entscheidend geprägt und weiterentwickelt – für die hilfsbedürftigen Menschen in den Kommunen, für die Kirchen und auch für die Pflege- und Krankenversicherungen. Der Marktanteil der Sozialstationen in der Erzdiözese Freiburg liegt bei 65 Prozent.
Häusliche Pflege ist Teil eines Netzwerkes, dessen Akteure unterschiedliche Aufgaben, Abhängigkeiten und Interessen haben: Hilfsbedürftige Menschen und ihre Angehörigen sagen, welche Unterstützung sie für ihre Versorgung zu Hause benötigen. Die Politik gibt den Rahmen vor, in dem die häusliche Pflege stattfinden und weiterentwickelt werden soll. Die Pflege- und Krankenversicherungen sagen, welche Qualität sie bei der Versorgung erwarten und was sie dafür bezahlen, auch unter der Vorgabe, die Beiträge der Versicherten stabil zu halten. Die Mitarbeiter der Stationen versorgen ihre Kunden hochprofessionell. Dafür erwarten sie eine faire Vergütung. Das Dilemma ist, dass die Sozialstationen für eine Pflegestunde beim Kunden zurzeit 60 Euro erwirtschaften müssten, dass dem gegenüber die Kranken- und Pflegekassen für eine Fachkraft zurzeit lediglich 32 Euro bezahlen. Die Gehälter für die Mitarbeitenden der Sozialstationen sind in den letzten Jahren um 17 Prozent gestiegen, die Vergütung durch die Kranken- und Pflegekassen für die Leistungen der Sozialstationen aber nur um acht Prozent. Die ausufernde Bürokratie verursacht zusätzliche Kosten in Millionenhöhe. „So kann es nicht weitergehen“, ist sich die Geschäftsführerin der Kirchzartener Sozialstation Christine Hodel mit ihren Kollegen der anderen Einrichtungen einig, „denn finanziell gerät die häusliche Pflege inzwischen ernsthaft in Not. Wenn sich die Grundlagen der Finanzierung der häuslichen Pflege nicht ändern, ist die flächendeckende Sicherung der häuslichen Pflege gefährdet.“
Um ihren Protest in die Öffentlichkeit zu tragen, sind zurzeit alle Dienstfahrzeuge der Sozialstation Dreisamtal mit roten Protestfähnchen geschmückt. Mit diesen Autos beteiligen sich die Kirchzartener heute auch am großen Autokorso durch Freiburg.
21.6.2013, Gerhatd Lück, www.dreisamtaeler.de

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