Grosse Politik – Nachbarschaft

Maiers wohne ime Einfamiliehuus nebe demm vun Hubers links un demm vun Müllers rechts. Gegenüber vun denne drei Hiiser schtoht d groß Villa vun Kaisers. De Park vun Kaisers isch vun de Gäärtli vun Maiers, Hubers un Müllers abtrennt durch ä Lorbeerbuschheck’ un d Gäärtli vun Maiers, Hubers un Müllers unteränander durch Maschedrohtzäun. Maiers ihr Äpfelbaum hängt ä weng schäps über de Lorberbusch in Kaisers Park nii. Ä paar fuuli Äpfili gheie no halt jeds Johr in Kaisers Schönerwohnerase. Des isch schun ewig de Grund für ä heftiger Briefwechsel zwische Maiers un Kaisers. De Sohn vun Kaisers spielt Trompet. Im Summer grundsätzlig bi offenem Fenschter. Des stört Hubers un Müllers. Un bsunders Maiers am Samschdignommidag. Do welli die bi schö­ nem Wetter nämlig grille, un zwar ussgiebig. Mit Gäscht, wo gern trinke, rumblödle un lache, dass sich d Äscht vu sellem Äpfelbaum biege.
S Grille vun Maiers stört Müllers, Hubers un Kaisers. Hubers un Müllers hen selleweg verabredet, dass si, wenn Maiers grille, hinteränander bsunders akkurat de Rase mähe. Immer mit kleine Pause dezwische, demit sich de Lärm ä weng über de Nommiddag streckt. Des het dennoo wenigschtens ei Vorteil: De Trompeter haut s Fenschter zu weggenem Lärm vun Hubers un Müllers Rasemäher und weggenem Grillrauch vun Maiers. Kaisers stehn mit Hubers un Müllers in feindlichem Briefkontakt wegge de Rasemäher.
Un mit Maiers weggenem Äpfelbaum un de Grillorgie.
Der Nochberschaftskrieg herrscht sitter Johre. Die sotte sich ämol ä Beispiel nemme an de große Politik – do goht’s doch au mit em Friede.
17.2.2016, Wunderfitz, Stefan Pflaum, www.dreisamtaeler.de

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