Green City Hotel Vauban – aber barrierefreie Zimmer fehlen in FR

In Ihrem Beitrag zum Entstehen des “Green City Hotel Vauban” wird stolz darauf hingewiesen, dass es drei Zimmer geben soll, die rollstuhlgerecht seien. Mehr würden nicht ausgelastet, ist weiter zu lesen. Zum einen darf man gespannt sein, was sich Architekt und Bauherren unter rollstuhlgerecht vorstellen, zum anderen zeigt die Aussage zum angeblichen Bedarf schon ein großes Missverständnis. In Freiburg gibt es keineswegs genügend Hotels für Rollstuhlfahrer. Schon gar nicht für eine Gruppe von Rollstuhlfahrern, die sich nicht gerne auf mehrere Hotels aufteilen möchte. Der grundlegende Irrtum liegt aber darin begründet, dass hier suggeriert wird, dass Zimmer, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zugeschnitten wären, für andere nicht nutzbar oder zumindest nicht attraktiv wären. Dem ist nicht so. Eine attraktive Gestaltung ist in allen Fällen möglich. Weiter sollte durchaus bedacht werden, dass Menschen auch ohne Behinderungen älter werden und dankbar sind, wenn zum Beispiel das Bad mit einer bodenebenen Dusche ausgestattet ist. Leider wurde hier wieder einmal ein an sich lobenswertes Projekt nicht zu Ende gedacht. Dabei hätte man in Freiburg mit der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V., die hier ein Hilfsmittelberatungszentrum mit Probewohnungen betreibt, einen kompetenten Ansprechpartner leicht erreichbar gehabt.
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20.8.2012, Horst Ganter,
Bundesgeschäftsführer Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke, Freiburg
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. , Im Moos 4, 79112 Freiburg
Tel 07665 9447-0,  info@dgm.org , www.dgm.org
Spendenkonto: Kontonummer 777 22 00, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00

Green City Hotel Vauban
Gemeinnützige Gesellschaft mit der “Vereinigung Freiburger Sozialarbeit (VFS)”, einem Zusammenschluss von Wohlfahrtsverbänden, als Hauptgesellschafterin. Die Freiburger Stadtbau als weitere gesellschafterin, zugleich auch Bauherrin und Eigentümerin des Gebäudes.

GREEN CITY HOTEL VAUBAN
Paula-Modersohn-Platz 5 79100 Freiburg
Tel 0761/8885740, www.hotel-vauban.de

 

Green City Hotel auf dem M1-Gelände
Die Nutzung des M1-Geländes war lange umstritten; verschiedenen Projekte scheiterten. Bis zur Räumung im vergangenen Sommer standen hier die Fahrzeuge der Wagenburg “Kommando Rhino”. Der nun entstehende, energieeffiziente Neubau hat zwei Teile: In der östlichen Gebäudehälfte in Richtung Merzhauser Straße findet das Hotel Platz, in der westlichen entstehen 13 Drei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen und drei Geschäfte. ….
10.8.22012: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/green-city-hotel-nimmt-formen-an–61872610.html

 

Vereinigung Freiburger Sozialarbeit und Freiburger Stadtbau gründen Green City Hotel Vauban gGmbH
M1-Ensemble nimmt Gestalt an – Hoteleröffnung im Frühjahr 2013

Die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e. V. (VFS) und die Freiburger Stadtbau Gmbh (FSB) haben die gemeinnützige Gesellschaft „Green City Hotel Vauban“ gegründet. Das 49-Zimmer-Hotel der Gesellschaft wird als Integrativer Betrieb mindestens sechs schwerbehinderten Menschen einen Arbeitsplatz bieten. Das Hotel ist ein Gemeinschaftsprojekt der Freiburger Wohlfahrtsverbände, des Studentenwerks Freiburg, der Stadt Freiburg und der FSB. Es eröffnet im Frühjahr 2013. Anlässlich einer Baustellenbesichtigung wurde heute der Mietvertrag für das Hotel von der Green City Hotel Vauban gGmbH und der Freiburger Stadtbau GmbH unterzeichnet.
Die Mehrheitsgesellschafterin der Green City Hotel Vauban gGmbH ist die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e.V. mit ihren acht Mitgliedsorganisationen. Die FSB hält als Eigentümerin und Bauherrin des Hotels ein Drittel der Gesellschafteranteile. „Dieses Projekt zeigt, welche eindrucksvollen Vorhaben realisierbar sind, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, freut sich FSB-Geschäftsführer Ralf Klausmann. „Ich danke allen Partnern, vor allem aber dem VFS-Vorsitzenden Jack Huttmann, die maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Die FSB freut sich, an diesem Standort mit seiner wechselvollen Geschichte einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten zu können.“ Ralf Klausmann appelliert an das Projektteam und den Architekten, weiterhin mit der gleichen Leistung auf einen pünktlichen Fertigstellungstermin hinzuarbeiten. Oberbürgermeister Dieter Salomon begrüßt das Vorhaben, mit dem der Eingangsbereich des Stadtteil Vauban eine städtebauliche Abrundung erfährt: „Mit seinen energetischen Standards und dem sozialpolitischen Ziel ein in doppelter Hinsicht innovatives Projekt.“ Zudem trage das Green City Hotel Vauban dazu bei, den anhaltend hohen Bedarf an Hotelkapazitäten zu decken. Als „gelebte Inklusion“ bezeichnet Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach das Konzept. Er würde sich freuen, wenn das Vorzeigeprojekt viele Nachahmer finden würde.
Das Integrative Hotel wird von „Aktion Mensch“ gefördert. Die nationale Förderorganisation unterstützt Projekte der Behindertenhilfe. Insgesamt beteiligt sich die „Aktion Mensch“ mit über 500.000 Euro in den nächsten fünf Jahren. Auch der Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS) stuft den Integrationsbetrieb als uneingeschränkt förderwürdig ein. „Die heutige Unterzeichnung des Mietvertrags für unser Hotel ist ein wichtiger Meilenstein bei diesem großartigen Projekt. Auch wenn wir mit der generellen Arbeitsmarktsituation zufrieden sein dürfen, gibt es viele behinderte Menschen, die im ersten Arbeitsmarkt nur durch Projekte wie diese die Chance auf eine langfristige berufliche Perspektive haben“, so der Vorsitzende der VFS Jack Huttmann. Er dankt der Freiburger Stadtbau für die immer sehr gute Zusammenarbeit und allen beteiligten Mitgliedsorganisationen für die einstimmigen Beschlüsse zur Realisierung dieses Gemeinschaftsprojektes. Sein besonderer Dank gilt Hubert Burdenski vom Architekturbüro Amann Burdenski Munkel sowie den zahlreichen Fachberatungsfirmen, die bei der Ausgestaltung nicht nur ansprechende Räume entstehen lassen, sondern dabei auch die besonderen Belange sowohl der behinderten Mitarbeiter, als auch der behinderten Gäste vor Augen haben.
Das Hotel am Eingang zum Stadtteil Vauban verfügt über 102 Betten in 49 Zimmern, hierunter 48 Doppelzimmer sowie ein Appartement. Im Erdgeschoss gibt es ein Frühstücksrestaurant und einen multifunktionalen Konferenzraum mit 65 m². Der Innenausbau des Hotels erfolgt vorwiegend durch lokale Firmen. Ökologische Aspekte sind von zentraler Bedeutung, was beispielsweise durch die Verwendung von Schwarzwaldhölzern oder den Verzicht von energieaufwendigen Minibars deutlich wird. Die hellen und freundlichen Zimmer haben teilweise Zugang zur Dachterrasse mit Blick auf den Lorettoberg. Zielgruppe des Hotels sind Freizeit- und Geschäftsreisende, die auf gutes Design und qualitative Ausstattung Wert legen. Das Hotel soll mit drei Sternen klassifiziert werden. „Wir sprechen mit unserem Hotel Gäste an, denen zeitgemäße Gestaltung und authentische freundliche Mitarbeiter wichtig sind“, sagt Daniel Ferch, der Geschäftsführer der Green City Hotel Vauban gGmbH.
Drei der 49 Zimmer sind rollstuhlgerecht ausgestattet. Der Konferenzraum und die Rezeption werden mit Induktionsschleifen versehen, die Hörbehinderten die Verständigung erleichtern. „So bietet das Green City Hotel Vauban nicht nur ein Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern zugleich auch ein Miteinander von behinderten und nicht behinderten Hotelgästen“, beschreibt Jack Huttmann das Konzept. Es werden 15 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Davon werden sechs mit besonders betroffenen, schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt. Außerdem engagieren sich zahlreiche Personen regelmäßig ehrenamtlich als Arbeitsbegleiter oder als Teil einer noch zu gründenden Community für das integrative und zugleich ökologische Hotel.

M1-Ensemble mit 13 Eigentumswohnungen und drei Gewerbeeinheiten
Das Integrative Hotel liegt im östlichen Abschnitt des insgesamt zwei Gebäudeteile umfassenden M1-Ensembles an der Merzhauser Straße. Die FSB investiert rund 15,5 Millionen Euro in das Projekt. Die Nutzfläche beträgt insgesamt 5172 m². Neben dem Hotel entstehen in dem westlich anschließenden Bauteil 13 großzügige Eigentumswohnungen, hierunter zwei Drei-Zimmer-, zehn Vier-Zimmer- und eine Fünf-Zimmer-Wohnung, jeweils mit großzügiger Terrasse. Im Erdgeschoss gibt es drei Gewerbeeinheiten mit zusammen knapp 500 m² Gesamtfläche. Die Wohnbereiche werden dem Freiburger Effizienzhausstandard 40 entsprechen. In den Hotel- und Gewerbebereichen wird der höchstzulässige Primärenergiebedarf nach Energieeinsparverordnung um mindestens 60 % unterschritten.
Eine Passage zwischen den beiden Gebäuden in Nord- Süd-Richtung betont die Durchlässigkeit und stellt die kurze Verbindung zu den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs sicher. Die KFZ-Parkierung ist, wie im Vauban üblich, in der nahen Solargarage nachgewiesen.
Im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung gelang es dem mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf des Berliner Architekturbüros Barkow Leibinger, bei M1 die Vielfalt und Qualität des Freiburger Quartiers „Vauban“ als dynamisches und ökologisch nachhaltiges Gesamtwerk abzubilden. Es verbindet Nachhaltigkeit, Innovation, gestalterische Kreativität und funktionale Qualität. Die südlichen und östlichen Gebäudefassaden werden durch haushohe Kletterpflanzen begrünt. Zum ersten Mal verwirklicht die FSB eine derartig individuelle Fassadengestaltung. Wie ein natürlicher Filter wirken die Pflanzen und unterstreichen den ästhetischen und auch ökologischen Anspruch des Gebäudes. Auf dem Dach des Gebäudes wird eine Photovoltaik-Anlage installiert.

Begriffserläuterung Integratives Hotel
Ein Integratives Hotel ist ein Hotel, in dem Menschen, die dem Personenkreis der besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen angehören, eine Anstellung von mindestens 20 Wochenarbeitsstunden und tariflicher Bezahlung erhalten. Ohne Integrations-betrieb hätten diese Menschen keine Chance auf eine Arbeitsstelle. Wegen ihrer geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderung werden sie besonders geschult und durch Fortbildungs- und Trainingsmaßnahmen gefördert. Ehrenamtliche Arbeitsbegleiter stehen ihnen im Berufsalltag zur Seite. So können auch besonders betroffene schwerbehinderte Menschen im Servicebereich, im Stewarding, im Housekeeping und an der Rezeption des Hotels, entsprechend ihren persönlichen Fähigkeiten einem Beruf nachgehen. Integrative Betriebe haben eine besondere Personalkultur und stellen jeden Mitarbeiter – behindert oder nicht – vor andere Voraussetzungen, als sie im gängigen Arbeitsleben vorzufinden sind. Ein Integrationsbetrieb arbeitet mit dem konkreten Ziel, im Team von behinderten und nichtbehinderten Menschen seine Leistung oder sein Produkt möglichst kundenorientiert und wirtschaftlich erfolgreich anzubieten. Zugleich wird der Gedanke der Inklusion gelebt, weil im Hotelbetrieb behinderte und nichtbehinderte gleichberechtigt und auf Augenhöhe zusammenarbeiten mit dem Ziel, bei den Hotelgästen eine hohe Zufriedenheit zu erzielen.

Über die Freiburger Stadtbau GmbH
Die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) gehört dem Unternehmensverbund an, zu dem auch die Freiburger Kommunalbauten GmbH & Co. KG (FKB) und die Regio Bäder GmbH (RBG) gehören. Der Verbund deckt die Bereiche Wohnungs- und Städtebau, Wohnungs- und Grundstücksverwaltung, Gebäudesanierung und Führung von städtischen Bädern und Parkgaragen ab. Mit über 10.000 Wohnungen, davon ca. 8000 eigene Wohnungen, ist die Freiburger Stadtbau GmbH die größte Wohnungsgesellschaft in Südbaden.

Über die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e. V.
Die VFS e. V. ist 1954 in Freiburg ein Zusammenschluss der örtlichen Verbände der freien Wohlfahrtspflege, des Studentenwerks und der Stadt Freiburg. Sie hat ihre Wurzeln in der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Nothilfe, die in den Nachkriegsjahren die Auslandshilfen für die Bevölkerung organisiert und koordiniert hatte. Zweck des Vereins ist es, die Zusammenarbeit zwischen der freien und behördlichen Wohlfahrtspflege zu fördern, gemeinsame wohlfahrtspflegerische Aufgaben der verschiedenen in Freiburg arbeitenden Wohlfahrtsverbände zu übernehmen und organisatorische Aufgaben zu erfüllen sowie gemeinsame Einrichtungen zu unterhalten, die im Interesse aller Wohlfahrtsverbände und der behördlichen Wohlfahrtspflege liegen. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Freiburg und den Verbänden wird durch die regelmäßigen Mitgliederversammlungen, aber auch durch die Arbeitskreise der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e. V. gepflegt. Die Arbeitskreise spiegeln den aktuellen Abstimmungsbedarf sozialer Arbeitsfelder und sind mit den Fachkräften der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege besetzt. Darüber hinaus werden Fachgespräche zu sozialpolitisch aktuellen Themen geführt und Fachveranstaltungen mit Dokumentationen zu aktuellen Themen der Sozialarbeit und Kinder- und Jugendhilfe herausgegeben. Regelmäßiger Kontakt zu Ämtern, Institutionen, Fachschulen und Fachhochschulen und den politischen Kräften der Stadt Freiburg sind die Grundlage der Funktion als örtliche Liga der freien Wohlfahrtspflege und die institutionalisierte Plattform der Zusammenarbeit zwischen freier und öffentlicher Wohlfahrtspflege. Der ehrenamtliche Vorstand der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e.V. setzt sich zusammen aus Jack Huttmann (AWO-Freiburg), Vorsitzender, Egon Engler (Caritasverband Freiburg-Stadt e.V.), stellvertretender Vorsitzender, sowie Renate Heyberger (Studentenwerk), Vorstandsmitglied.

20.7.2012, Freiburger Stadtbau GmbH, Annette Engelke

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