Glottertal Rundwege Wegkreuze

Wer das Glottertal durchwandert, dem fallen die vielen Kreuze auf, die sich an Wegen und Häusern befinden. Diese Kreuze sind für Carola Gschwander von der Pension “Roseneck” besonders wertvoll, und so hat sie sich entschlossen, aus diesen Heimatschätzen einen Rundweg zu kreieren. Aus der Idee sind gleich zwei Rundwege geworden. Vor wenigen Tagen hat die Gastgeberin zusammen mit Freunden und mit Unterstützung des Tourismusvereins Glottertal einen entsprechenden Flyer veröffentlicht.
Ein Wanderweg, der “Engelweg” existiert bereits, er ist in der Advents- und Weihnachtszeit zu einer wahren Attraktion geworden; auch an diesem Weg war die Pensionswirtin beteiligt. Insgesamt 26 Kreuze stehen an den beiden neuen Wegen. Start und Ziel beider Touren ist die Pfarrkirche St. Blasius in der Ortsmitte des Glottertals. Der eine Weg ist etwa elf Kilometer lang, der zweite gute fünf. Bisher sind die beiden Rundwege (noch) nicht ausgeschildert, vielleicht kommt das noch. Im November sollen die beiden Rundwege offiziell eröffnet werden, erwandern kann man sie schon jetzt.

“Im schönen Tempel der Natur
siehst du des großen Gottes Spur.
Doch willst du ihn noch größer sehn,
dann bleib vor diesem Kreuze stehn.”
Kreuz-Inschrift auf dem Altvogthof

Bereits vor mehr als einem Vierteljahrhundert haben die beiden Heimatforscher Bernhard Hoch und Hubert Strecker die örtlichen Heimatschätze ausführlich in dem Buch “Kreuze und Kapellen in Glottertal” dokumentiert. Die meisten Kreuze wurden im 18. und 19. Jahrhundert errichtet und sagen viel über das Leben, das Denken und den tiefen Glauben der Menschen damals aus. Jedes Kreuz hat seine eigene Geschichte: Dankbarkeit für die Genesung von schwerer Krankheit oder für die Heimkehr eines Familienmitgliedes, überstandene Notzeiten, Verschonung von Viehseuchen, die Erfüllung eines Versprechens und vieles mehr.
Es war den Menschen ein Anliegen, über diese Kreuze den Heiland vor sich zu sehen. So haben sie vor den Kreuzen kurz angehalten, sich bekreuzigt oder gebetet, niemand ist einfach daran vorbeigelaufen. In einer mehr und mehr säkularisierten Welt hat die religiöse Bedeutung von Kreuzen nachgelassen, Schätze der Heimat sind sie gleichwohl geblieben.
Mit den beiden neuen Rundwegen wollen die Initiatoren diese Heimatschätze einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen und die Gäste aus nah und fern zu Spaziergängen, aber auch zum Innehalten in “Gottes weiter Natur” animieren.

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Die beiden Wege haben keinen expliziten Start und Zielpunkt; gemeinsame Punkte beider Routen sind die Pfarrkirche St. Blasius und das Landgasthaus Zum Kreuz. Der längere Weg (in der Grafik grün dargestellt) verläuft im Norden über den Winzerpfad, etwa vom Schlosshof bis zum Spielplatz beim Wirtshaus zur Sonne, und südlich der Glotter vom Gasthof Kreuz aus vorbei an der Eichberghalle ein Stück hoch in den Ohrensbach, über den Ahlenbach und den Glotterrainhof und von dort wieder über die Glotter und die Landesstraße zum Wirtshaus zur Sonne. Im Wesentlichen kann den gelben Rauten gefolgt werden.
Auf dem kürzeren Weg müssen etwa 100 Höhenmeter bewältigt werden. Er verläuft von der Kirche – über das Gelände des Hotels Hirschen – vorbei am Leimenhof zum Leimeneck und von dort hinunter zum Kapellenhof ins Föhrental und dann, vorbei am Kreuzbauernhof, talauswärts zum Landgasthof Kreuz. Von dort aus geht es südlich der Glotter zurück zur Kirche in der Ortsmitte (gleicher Weg wie beim Rundweg I). Auch dieser Rundweg folgt im Wesentlichen der gelben Raute.

Die Flyer zu den Kreuz-Rundwegen sind in Glottertal in der Tourist-Info sowie in der Info-Kanne beim Schwimmbad erhältlich.
23.8.2016, Christian Ringwald.
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Mehr Bilder dazu auf http://www.badische-zeitung.de/glottertal/wandern-zu-den-heimatschaetzen–126354176.html

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