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Schneeglöckchen und Vogelnest vom Vorjahr am 14.2.2014 - Es wird Frühling

Schneeglöckchen und Vogelnest vom Vorjahr am 14.2.2014 – Es wird Frühling

  • Ukraine und Russland: Wir sind ein Volk (12.9.2019)
  • http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/kompromiss-grenze-im-osten/ (27.7.2015)
  • Oligarchen und westliche Agrarkonzerne kaufen Boden der Kornkammer des Ostens auf (30.5.2015)
  • Demografie arbeitet gegen Putin (31.5.2015)
  • Die naiven Träume der Ukrainer (2.5.2014)
  • Erhard Eppler als Putin-Versteher >Russland (28.4.2014)
  • Peter Scholl-Latour: Die Ukraine bricht auseinander (17.3.2014)
  • Bürgermeister von Lemberg: “Wir wollen keine Sklaven sein” (11.3.2014)
  • Gerhard Schröders Vergleich “Kosovo 1999 = Krim 2014″ ist falsch (11.3.2014)
  • Peter Scholl-Latour: Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung (10.3.2014)
  • Zwei Sichtweisen: Russland und Ukraine (4.3.2014)
  • Ukraine soll zu Krim und Einheit/Spaltung selbst bestimmen (3.3.2014)
  • Schweiz ermittelt gegen Janukowitsch wegen Geldwäsche (28.2.2014)
  • Die Menschen erhoffen sich eine Verbesserung ihres Lebens (18.2.2014)
  • Renate-Merkle-Stiftung in Stegen
  • Lviv
  • www.freiburg-schwarzwald.de/lviv.htm (Archivseite)
  • Russland

 

ukraine-gespalten140301   Ukraine gespalten – Febr/März 2014

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Ukraine und Russland: Wir sind ein Volk
Olga Chaban sieht zwischen Russen und Ukrainern keinen Unterschied und ist daher über hiesige Debatten irritiert.
Als Russin habe ich gemerkt, dass man in Deutschland die Länder Russland, Weißrussland und Ukraine in einer Weise unterscheidet, als ob sie nichts Gemeinsames hätten und so verschieden seien wie etwa Frankreich und Spanien. Aber für mich ist es ein Volk, das in drei verschiedenen Ländern lebt.
Eigentlich bin ich keine Russin, sondern Ukrainerin. Aber in Deutschland, Russland und sogar in der Ukraine werde ich als Russin wahrgenommen. Das liegt daran, dass niemand irgendwelche Unterschiede erkennt, bis ich selbst sage, dass meine Ursprünge ukrainisch ist. Meine Eltern sind vor 37 Jahren aus der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik in die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik umgezogen, also innerhalb der früheren UdSSR. Obwohl ihr neues Zuhause 2000 Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernt liegt, fühlten sie sich nicht fremd, weil sie im selben Land geblieben waren. Das ist so, als ob ein Freiburger nach Hamburg umzieht – die Landschaft ist eine andere, die Sprache unterscheidet sich ein bisschen, aber die kulturelle Identität ist die gleiche. Man überquerte keine Grenzen und hatte einen Pass für alle damaligen 15 Sowjetrepubliken. “Der Mensch ist des Menschen Freund, Kamerad und Bruder”, so hieß das nationalfreundliche Motto der Sowjetunion. Und eigentlich waren die Ukraine, Russland und Weißrussland immer ein gemeinsames Land, schon tausend Jahre davor. Das damalige Altrussland (Rus), das im Jahr 882 gegründet wurde, umfasste das Territorium der heutigen Länder Ukraine, Russland und Weißrussland. Auch in der UdSSR war es völlig normal, dass ukrainische Politiker wie Nikita Chruschtschow und später Leonid Breschnew alle 15 Sowjetrepubliken regierten. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass dieses riesige Land einmal in Scherben liegen wird.
Mein Vater legte bei m Militär einen Eid auf die Sowjetunion ab und nicht auf die Ukraine, obwohl das in der Stadt Charkiw im Herzen der heutigen Ukraine stattfand und er ein geborener Ukrainer ist. Das widersprach seinen Überzeugungen nicht, weil seine Heimat nicht nur die Ukraine, sondern die ganze Sowjetunion war.
Die Beziehungen unter Brudervölkern waren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch lange durchaus warmherzig. Das änderte sich 2014 dramatisch. Die vorherige Schwester Ukraine wurde immer fremder – das gipfelte schließlich im Ausbruch des Bürgerkrieges im Donbass. Viele Deutschen sind der Meinung, dass die Hauptschuld am Krieg bei Russland liegt. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach von 2015 halten 55 Prozent der Deutschen Russland für den Hauptschuldigen am Konflikt in der Ostukraine. 34 Prozent machen die von Russland unterstützten Separatisten verantwortlich. Doch alles ist nicht so einfach.
Denn schon lange gab es Missverständnisse und Anfeindungen zwischen West- und Ostukraine. Ein Beispiel: Eine Freundin meiner Mutter konnte den Mann, den sie liebte, nicht heiraten, weil sie Ostukrainerin ist und er Westukrainer. Seine Eltern haben es ihm verboten. Das war schon vor 35 Jahren. Unterschiede zeigen sich auch in der Sprache. So spricht man in Donezk und Lugansk entweder Russisch oder eine Mischung aus Ukrainisch und Russisch (“Surschyk”). Fast alle Ukrainer sind bilingual, Russisch wird in der ganzen Ukraine verstanden.
Der Krieg veränderte tausende Schicksale sowohl von Ukrainern als auch von Russen, weil sie viele Verwandten in der Ukraine haben. Laut einer Studie von 2011 hat die Hälfte der Ukrainer Verwandte in Russland. Viele Ukrainer sind noch in sowjetischer Zeit der Arbeit wegen nach Russland umgezogen und haben dann später die russische Staatsbürgerschaft bekommen. Wegen des russisch-ukrainischen Konflikts bin ich von meinen Verwandten in der Ukraine getrennt. Mein Vater hat seine Mutter schon seit fünf Jahren nicht mehr gesehen, weil es russischen Männern zwischen 16 und 60 Jahren laut ukrainischem Gesetz verboten ist, die ukrainische Grenze zu überqueren.
Viele ukrainische Bürger, die friedlich in Donezk und Lugansk lebten, mussten nach Russland fliehen. Sie hatten Angst, ihr Leben zu verlieren. Ich habe zwei ukrainische Freunde, die ihre Heimat deshalb verließen und nach Russland umzogen. Jetzt haben sie die russische Staatsbürgerschaft und arbeiten in Russland.
Manchmal streiten meine Eltern mit einigen von unseren Verwandten, weil das, was ukrainische Medien sagen, sich riesig davon unterscheidet, was russische Medien berichten. Aber die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen.
…. Alles vom 12.9.2019 von Olga Chabin bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/wir-sind-ein-volk-x1x–177181517.html
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Olga Chabin (21) ist russische Staatsbürgerin mit ukrainischen Wurzeln. Sie studiert Deutsch und Englisch im russischen Tscheljabinsk. Derzeit Praktikantin bei der BZ
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Warum Krieg zwischen Ukraine und Russland?
Nun, die Antwort auf die Frage nach dem Warum des Krieges findet man, wenn man – wie fast immer – der spur des Geldes folgt. In den USA berichtete der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses, dass zwischen 1990 und 2009 die USA 3,1 Milliarden Dollar an “Hilfen” für die Ukraine ausgegeben haben. Darauf verwies Frau “Fuck the EU” Nuland auf einem Kongress der US-Ukraine-Foundation. Diese “Hilfen” waren natürlich nicht uneigennützig, und viel davon ging in die sog. “Demokratie-Förderung”, die ja zur Zeit auch in Hongkong stattfindet. Weiteres Geld kam von den der International Renaissance Foundation von Herrn Soros. Daneben agierten noch halbstaatliche Akteure wie Freedom House, German Marshall Fund of the United States und National Endowment for Democracy. Diese Akteure sind mischfinanziert: Da kommt ein Teil vom US-Außenministerium bzw. von USAID und ein Teil von Stiftungen, darunter auch Industrie-Stiftungen wie der Mott Foundation. Es waren also ca. 5 Milliarden USD Steuergelder plus die privaten Gelder, die bis zum “Maidan” in die Ukraine gepumpt wurden – sehr viel Geld für ein so armes Land, mit dem man viele Herzen und Köpfe kaufen kann.
Also, bei solchen Fragen lohnt es sich immer, der spur des geldes zu folgen. Und es wird jetzt ja wieder zurückgezahlt: Die ukrainische Regierung kauft lieber mit Tankern aus den USA herbeigeschippertes, extrem teures Frackinggas als das billige und ohne großen Aufwand erhältliche Gas aus Russland. Und zahlen und leiden wird wieder – wie immer – der arme Teil der Bevölkerung.
12.9.2019, Dietmar Ferger, BZO

 

Demografie arbeitet gegen Putin
Putin muss eine offene Invasion der Ukraine scheuen, weil seine Untertanen nicht einmal vierstellige Verluste hinnehmen werden. Der Autor hat diese Behauptung am 2. März – also zwei Wochen vor der Pseudo-Volksabstimmung auf der Krim – veröffentlicht (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/call_putins_bluff).
Bewirkt hat sie erwartungsgemäß nichts. Eine unmissverständliche Ankündigung Kiews, sich gegen eine Aggression zu wehren, hätte Moskau womöglich schon damals dazu bewogen, einen gesichtswahrenden Ausweg zu suchen.
Russland erwartet für 2015 einen Kriegsindex von 0,73. Er misst die Relation zwischen 15-19-jährigen Jünglingen, die in den Lebenskampf eintreten, und 55-59-jährigen Männern, die der Rente nahe sind. Es gibt also nur 73 Nachrücker für 100 frei werdende Positionen. In Deutschland rücken sogar nur 70 nach. Bei so sicheren Karriereaussichten verliert der Heldentod seinen Zauber, während die Tugend des Pazifismus immer mehr Anhänger gewinnt.
Gewiss schürt die Propaganda die russische Kollektivwut und auch martialische Gesänge tönen durchs Land. Doch ein „Putin, wir sterben für Dich“ wird kaum vernommen. In Syrien, wo für jeweils bevorzugte Führer solche Parolen nichts Ungewöhnliches sind, folgen auf 100 angehende Rentner 370 zornige junge Männer. Weil der Kriegsindex dort also fünfmal höher liegt als beim Verbündeten in Moskau, erreicht man bei nur einem Siebtel der russischen Bevölkerung sehr schnell sechsstellige Verluste. In Afghanistan, wo mit dem Warschauer Pakt (1979-1989) und der NATO-ISAF-Allianz (2001-2014) die beiden größten Militärblöcke der Geschichte ohne Sieg abziehen, folgen auf 100 Alte sogar 640 potentielle Krieger. ….
Alles von Gunnar Heinsohn (Youth Bulges) vom 31.5.2014 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/russischer_und_ukrainischer_kriegsindex_die_demografie_arbeitet_gegen_putin

 

 

Oligarchen und westliche Agrarkonzerne kaufen Boden der Kornkammer des Ostens auf
Die Ukraine als drittgrößter Mais- und fünfgrößter Weizenexporteur weltweit umfasst 32 Mio Hektar Ackerland (1/3 der EU-Ackerfläche). Der niedrige Preis von 500 – 2000 Euro/ha (7000 – 30000 Euro/ha in D) lockt Agrarkonzerne aus EU und USA (Cargill, DuPont, Monsanto) wie Investoren (George Soros, US-Pensionsfonds NCH). Zum 1.1.2016 soll das Verkaufsverbot für Land fallen, das sich zu 50% im Eigentum von Kleinbauern befindet. Dann ist zu befürchten, dass ukrainische Oligarchen und westliche Konzerne eine Bodenkaufoffensive starten: Die Kleinbauern erhalten zwar 4stellige Geldbeträge, die jedoch zu klein sind, um sich eine eigene Existenz aufzubauen. Sie werden als Landlose in die Städte abwandern und dort verarmen. Eine soziale Katastrophe mit vielen Verlierern (landlose Kleinbauern) und wenigen Gewinnern.
Dazu Wolfgang Kessler: “In dieser Lage wäre die EU gut beraten, ihre Unterstützung für westliche Agrarkonzerne zu überdenken – und stattdessen Genossenschaften zu fördern, die den Kleinbauern in der Ukraine eine Perspektive bieten könnten. Immerhin haben viele europäische Politiker vor eineinhalb Jahren erklärt, sie unterstützten die Forderungen nach Freiheit und Demokratie, die auf dem Maidan in Kiew erhoben wurden. Es wäre ein Jammer, wenn diese Hilfszusage heute nicht mehr bedeuten würde als die Freiheit westlicher Konzerne zu unterstützen, sich mit den Oligarchen des Landes den Boden der Ukraine unter den Nagel zu reißen.”
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Alles von Wolfgang Kessler zu “Die fruchtbaren Böden der Ukraine sind begehrt” vom 30.5.2015 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/die-fruchtbaren-boeden-der-ukraine-sind-begehrt–105525481.html 

 

Warum ist “Versteher” zum Schimpfwort geworden?
Der Autor W. Fritzen-Winkel beschäftigt sich mit großem psychologischen Aufwand mit der (bösen) Charakterstruktur Putins und betont, mit einem solchen Machtmenschen könne nur aus der Position der Stärke verhandelt werden. “Die EU und somit der Westen sind aus Putins Sicht schwach!”  Kennt der Autor denn Putins Innenleben so genau? Gehört nicht zur EU und somit zum Westen auch die von den USA angeführte hochgerüstete Nato? Dieses Land hat nachweislich seit eh und je waffentechnisch stets die Nase vorn und ist entsprechend kriegerisch. Da soll der Westen “schwach” sein? Man muss kein Psychologieexperte sein, um Putins und Russlands Wunsch zu verstehen, die Nato daran zu hindern, dass sie via Ukrainekonflikt in Russlands einzigen Schwarzmeer-Marinehafen ihren Fuß stellt! Wie war das damals, als Russland sich auf Kuba militärisch engagieren wollte? Als Reaktion auf die US-Raketenstationierung in der Türkei an der Grenze der Sowjetunion, nebenbei.  Nun bin ich wohl einer der “Putin-Versteher”. Schlimm, wenn Versteher ein Schimpfwort geworden ist. Denn Friedenspolitik heißt, für den Gegner Verständnis aufzubringen und seine Interessen zu respektieren. Man gedenkt allerorten des vor 100 Jahren ausgebrochenen Ersten Weltkrieges, der “europäischen Urkatastrophe”. Nichts daraus gelernt? Es sieht so aus. Und das im gefährlichen Atomzeitalter!

20.8.2014, Ernst Udo Kaufmann, Müllheim

Die naiven Träume der Ukrainer
Leonid Reschetnikow legt dar, warum aus russischer Sicht das Nachbarland noch lange ein Problemfall bleibt.
Gastbeitrag von Leonid Reschetnikow  vom 17.4.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/die-naiven-traeume-der-ukrainer–83419978.html

Die Wähler sollten eine Vorstellung von der geplanten Strategie haben
Der Beitrag sollte Pflichtlektüre für alle Europa-Politiker werden, wenn man auch seiner Analyse nicht in allen Punkten zustimmen kann. Es sollte jedoch anerkannt werden, dass die Absichten und Motive Russlands bezüglich der Ukraine nicht nur finsteren Eroberungs- und Unterwerfungsgelüsten geschuldet sind. Sicherlich aber sind die Verfechter einer forcierten Osterweiterung der EU in Richtung Ukraine jetzt aufgefordert, einige entscheidende Fragen zu ihrer Politik überzeugend zu beantworten.
Noch vor der kommenden Europa-Wahl sollten die Wähler eine konkrete Vorstellung über die geplante Strategie gewinnen können. In welchem Zeitraum und mit welchen Schritten sollen die neue ukrainische Verfassung nach europäischen Maßstäben rechtskräftig werden, die Korruption auf ein tragbares Maß zurückgeführt und der politische und wirtschaftliche Einfluss der Oligarchen ausreichend beschnitten werden? Mit welchen Mitteln will die EU zur notwendigen Harmonisierung der gesellschaftlichen und politischen Strukturen der Ukraine beitragen, die durch Sprachen und Traditionen tief zerklüftet sind? Mit welchen Kosten muss für die Sanierung der Wirtschaft der Ukraine sowie daraufhin für deren Anpassung an mitteleuropäische Bedingungen gerechnet werden? Wie sollen die notwendigen Beiträge der EU finanziert werden? Und sind die europäischen Wähler bereit, die zu erwartenden zusätzlichen Lasten und Opfer zu tragen, solange niemand weiß, wer die erdrückenden Berge der bereits angehäuften staatlichen und gemeinschaftlichen Euro-Schulden abtragen soll?
2.5.2014, Manfred Prigge, Umkirch

 

Peter Scholl-Latour: Desinformation und Propaganda schalten die Medien gleich
“Das größere Problem sind Fabriken der Desinformation, ob sie sich nun in North Carolina, London oder Israel befinden. Die zielen auf deutsche und europäische Medien. Und das klappt. Von der „taz“ bis zur „Welt“ – ein Unisono, was die Ukraine betrifft. Oder Syrien: Als man die Aufständischen als die Guten und die anderen als die Bösen dargestellt hat. Dabei waren weder die einen noch die anderen gut oder böse. Wir leben mit so vielen Lügen. ”
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/interview-mit-peter-scholl-latour-ich-verstehe-mich-gut-mit-ganoven/9652136.html

 

Eine friedliche Lösung erreicht man nur im Dialog mit Russland
Wo waren die Drohungen Russlands und der übrigen Welt, als Amerika 1983 in Grenada, nach einem Putsch der damaligen Regierung, einmarschierte?
Eine friedliche und dauerhafte Lösung der Ukraine-Krise erreicht man nur im Dialog mit Russland. Aber was macht Amerika? Es stationiert Truppen und Flugzeuge vor der Haustür Russlands und provoziert dadurch eine Zuspitzung der Lage.
Was für Interessen haben Amerika und die EU an der Ukraine? Rohstoffe und strategisch wichtige Punkte gegenüber Russland? Anders kann ich mir das Hofieren einer nicht vom Volk gewählten Regierung nicht erklären. Zumal diese Regierung auch noch von Personen der rechtsradikalen Swoboda-Partei besetzt ist. Amerika hat nicht die Handelsbeziehungen zu Moskau, wie Deutschland sie hat. Deutschland ist, wie die Wirtschaft, abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus Russland. Will man das alles aufs Spiel setzen, nur weil man das Interesse von Amerika an der Ukraine unterstützen soll?
24.3.2014, Thomas Dischinger, Wyhl

Die Ukraine vor die Wahl stellen, ist töricht
“Wir EU-Vertreter sind immer etwas naiv und glauben, unsere Mission werde schon gut ausgehen, weil wir für die richtigen Werte kämpfen. Wir planen nie für den schlimmsten Fall.” Das sagt ein hochrangiger Beamter der EU-Kommission, der das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine mit ausgehandelt hat. Wenn Naivität, um nicht zu sagen: Dummheit, Macht erhält, dann ist es sehr gefährlich!
Die Ukraine mit diesem Abkommen vor die Wahl stellen: EU-Assoziierung oder eurasische Union mit Russland, ist so töricht, dass dies keine Vergebung verdient. Kiew, das ist die Wiege Russlands; die “Kiewer Rus” ab dem 9. Jahrhundert die Vorläuferin, die zum heutigen Russland, zu Weißrussland und zur Ukraine führt. Auch eine noch so moderne Wirtschaftspolitik rechtfertigt nicht, historische Wurzeln solcher Dimension auszublenden!
Gerade in Deutschland sollte man wissen: Demütigung in der bilateralen und multilateralen Politik kann schlimmste Folgen haben! Die demütigenden Verträge von Versailles 1919 sind mit ursächlich für den Zweiten Weltkrieg. Nazi-Deutschland hat diesen Krieg gottlob verloren! 45 Jahre später hat die Sowjetunion den Kalten Krieg verloren. Nicht nur das: Alle Republiken sind Sowjetrussland abhanden gekommen. Die Ukraine vor die Alternative stellen, wie geschehen, das kann so nicht gut gehen!
24.3.2014, Armin Hämmerle

 

Scholl-Latour: Die Ukraine bricht auseinander
Wird die Ukraine auseinanderbrechen? Peter Scholl-Latour: Dieser Zerfall ist doch in vollem Gange. Man hat ja gar nicht zur Kenntnis genommen, dass die Ukraine kein geeintes Land ist. Die Ukraine war ja schon immer gespalten. Zwei gegnerische Pole haben sich in der politischen Konfrontation inzwischen herausgeschält. Der schon erwähnte westliche Landesteil, früher einmal “Ost-Galizien” genannt, sowie der stark industrielle Osten der Ukraine mit Schwerpunkt im Donezbecken, der rein russisch bevölkert ist, wie auch die Stahlschmiede von Krivoj Rog oder die Halbinsel Krim. Noch verhalten sich diese Ostprovinzen, in denen die Partei des Präsidenten Janukowitsch den Ton angab, relativ diszipliniert und ruhig. Aber der Tag könnte kommen, an dem die rauen Grubenarbeiter aus den Schächten von Donez gewalttätig in die sich verschärfenden Krawalle eingreifen. …..
Komplettes Telepolis-Interview mit Peter Scholl-Latour vom 17.3.2014 bitte lesen auf
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41256/2.html
Trennung der Ukraine – eine Folge der Aufklärung
Die Aufklärung wirkte nur in den westeuropäischen Staaten, das russische Reich und das osmanische Reich blieben von diesen Ideen unbeeinflußt. Dieser kulturelle Graben besteht noch heute in Europa, die früheren Ostgrenzen Preußens und Österreichs ziehen sich quer durch Polen, die Ukraine und Rumänien: Was östlich davon liegt, hat einen anderen Wertekanon als das westliche Europa. Dies beinhaltet auch die Trennung von Kirche und Staat, die Gleichberechtigung der Frau, die Toleranz gegenüber Homosexuellen – die sich im liberalen Westen entwickeln konnten, während eine solche Freizügigkeit im orthodoxen Osten noch heute völlig undenkbar ist. Von Montesquieu benötigten auch wir 200 Jahre, bis wir in Deutschland die Demokratie etablieren konnten. Es dauerte 250 Jahre bis zur Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen zu akzeptieren.
Man wird deshalb von den Russen nicht erwarten können, dass sie den Weg, für den wir Jahrhunderte benötigten, in wenigen Jahrzehnten zurücklegen werden. Wir können das auch von den Ostukrainern nicht verlangen. Ein Riss geht mitten durch die Ukraine, die Option der Teilung des Landes ist nicht unwahrscheinlich.
18.3.2014
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Bürgermeister von Lemberg: “Wir wollen keine Sklaven sein”
Andrij Sadovyj ist Bürgermeister von Lemberg, Freiburgs Partnerstadt. In emotionalen Worten fordert er die Einheit der Ukraine, mehr Demokratie und das Ende von Misswirtschaft und Korruption. …. Welche Botschaft haben Sie für die Bürger in Lvivs Partnerstadt Freiburg?
Sadovyj: Menschen, die unsere Stadt für paar Tage besuchen, sei es aus der Ostukraine, aus der ehemaligen Sowjetunion, aus Ost- oder Westeuropa, verlieben sich in sie Hals überm Kopf. Lviv ist sehr freundlich, wir respektieren alle. Sie können ruhig die Sprache sprechen, die Ihnen lieb ist. Sie werden verstanden und unterstützt. Wir haben den leckersten Kaffee, ein warmes Lächeln und ein offenes Herz. Lviv ist eine europäische Stadt, war es schon immer und wird es immer sein. Ich lade Sie alle herzlich ein: Kommen Sie nach Lviv. Wir warten auf Sie und werden mit Ihnen alles teilen, was wir haben…. Alles vom 11.3.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/wir-wollen-keine-sklaven-sein–81721458.html

www.freiburg-schwarzwald.de/lviv.htm

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Gerhard Schröders Vergleich “Kosovo 1999 = Krim 2014″ ist falsch
Im Jahr 1999 ging die Nato unter Mißachtung des Völkerrrechts gegen Sebien vor, um Menschenrechtsverletzungen im Kosovo (Ermordnung Hinderter Kosovo-Albaner, Vertreibung Hunderttausender aus ihrer Heimat) ein Ende zu bereiten. Hierbei wurde versucht, die Menschenrechte durchzusetzen, wobei man das Völkerrreicht sehr weit interpretierte.
Im März 2014 geht Russland unter Mißachtung des Völkerrrechts gegen Ukraine vor, um sich die Halbinsel Krim einzuverleiben. Hier geht es um den Militär-Tiefseehafen am Schwarzen Meer
Wenn Gerhard Schröder am 10.4.2013 in seiner Putin-Verteidigung Kosovo 1999 und Krim 2014 gleichsetzt, dann ist dies Äpfel mit Birnen vergleichen: Auf der Krim werden russisch-sprachige Ukrainer weder verfolgt noch vertrieben – hier geht es um den geopolitischen Coup eines aggresiven Expansionisten.
11.3.2014
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Krieg – Bürgerkrieg – Kriegsintervention für Menschenrechte
In einem zwischenstaatlichen Krieg sind die Fronten klar. Die Mitglieder der kriegführenden Völker sind in einer Schicksalsgemeinschaft an ihre Mitbürger gekettet. Wenn der ganze Staat Krieg führt, muss auch der Einzelne die Lasten tragen, und schlimmstenfalls mit seinem Leben dafür bezahlen.
Das ist in einem Bürgerkrieg völlig anders. Dort gibt es keine Schicksalsgemeinschaften, welche durch die Fronten getrennt sind. In einem Bürgerkrieg gibt es nur die Verbrecher, welche Gewalt anwenden, und die unschuldigen Zivilisten, welche unter der Gewalt zu leiden haben. Als die Nato im Kosovo zugunsten der Albaner bombardierte, hat sie entschieden, dass die unschuldigen Zivilisten in dem serbischen Zug sterben mussten, damit unschuldige Menschen im Kosovo leben durften. Wer hat uns das moralische Recht verliehen, darüber entscheiden zu dürfen, ob ein Unschuldiger umgebracht werden muss, damit ein anderer Unschuldiger leben darf? Im Kosovo-Krieg haben wir uns als Gott aufgespielt, der allein entscheidet, wer leben darf und wer sterben muss. Durch die Luftangriffe der Nato sind Hunderte wenn nicht Tausende Unschuldiger umgekommen, weil wir diesen Krieg nicht am Boden führen wollten, mit vielleicht weniger zivilen, dafür aber mehr eigenen Opfern.
In diesem Punkt ist mir die Strategie von Putin deutlich lieber. Der schickt ebenso völkerrechtswidrig Bodentruppen auf die Krim. Damit hat er die Lage dort, wo die Menschen leben, wenigstens stabil gehalten, und kein Chaos verursacht.
Vielleicht täten wir gut daran, einfach anzuerkennen, dass militärische Interventionen aus Menschenrechtsgründen mehr Unglück verursachen, als dass sie zur Befriedung beitragen. Libyen ist heute ein gespaltenes Land. Im Irak sind durch die zahllosen Bombenanschläge seit der Vertreibung von Hussein mehr Menschen umgekommen als in seinen Folterkellern. In Afghanistan ist es uns schon gar nicht gelungen, alle Mädchen in Schulen zu schicken. Trotzdem hat dieser Krieg Tausende Zivilisten das Leben gekostet.
Interventionen für Menschenrechte haben den Menschenrechten nicht gedient, weil Krieg die schlimmste Verletzung von Menschenrechten bedeutet. Die Interventionen haben nur ein Scheunentor aufgerissen, durch das nun jede Macht der Welt hindurch spazieren kann, um seine Nachbarn aufgrund von inneren Angelegenheiten mit einer Intervention zu bedrohen.
11.3.2014, Rainer Brombach

Nehmen Sie sich ein Beispiel an Marina Weisband. Die unterstützt die ukrainische Freiheitsbewegung ebenfalls, ohne sich aber auch nur eine Sekunde als billige Claqueurin für die Nazis von Swoboda, die Diebin Timoschenko oder die ostukrainischen Oligarchen missbrauchen zu lassen.
Im Frieden von Brest-Litowsk wurde die Ukraine von Russland unabhängig. Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten die ukrainischen Nationalisten mit den Nazis zusammen, und dienten meist als KZ-Aufseher wie John Demjanjuk. Sie erhofften sich durch diese Beteiligung am Massenmord die Wiedererlangung der nur kurz währenden ukrainischen Unabhängigkeit..

Peter Scholl-Latour: Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung

1929 veröffentlichte der spanische Philosoph José Ortega y Gasset sein berühmtes Werk “Der Aufstand der Massen”. Leben wir heute in einem Zeitalter der Massen?
Peter Scholl-Latour: Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung. Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt. Ähnliches fand und findet ja bezüglich Syrien und anderen Krisenherden statt.
Halten Sie die Entwicklung für gefährlich?
Peter Scholl-Latour: Ja, vor allem auch für die EU. Ich frage mich, was sich die EU von einer Annäherung der Ukraine erhofft. In Brüssel sollte man sich besser auf eine Konzentration und Konsolidierung ausrichten, statt die Ausweitung nach Osten voranzutreiben. Schon mit der Aufnahme Rumäniens und Bulgariens haben sich die Kommissare in Brüssel übernommen. Käme nun noch die Republik von Kiew hinzu, wo von den Tataren die Wurzeln des heutigen Russlands gelegt wurden und die Bekehrung zum Christentum stattfand, dann würde das aufgeblähte Territorium der fragilen Europäischen Union bis rund dreihundert Kilometer an jenes Schlachtfeld heranrücken, das unter dem Namen Stalingrad berühmt wurde. Haben die Deutschen jedes Gespür für die Tragik der eigenen Geschichte verloren?….
Komplettes Telepolis-Interview mit Peter Scholl-Latour an seinem 90.Geburtstag 10.3.2014 bitte lesen auf
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41168/2.html

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Zwei Sichtweisen: Russland und Ukraine

Aggressor Russland: “Die militärische Intervention Russlands wird als Erlösung des ukrainischen Brudervolkes von Nationalisten und Faschisten präsentiert. Russland ändert sein Denken nicht. Es war und ist der Aggressor, der seine Aggressivität hinter den schönen verlogenen Worten der Brüderlichkeit (. . .) versteckt. Die Aggression gegen Finnland, die Besetzung der baltischen Staaten, die Ereignisse in der Tschechoslowakei, Ungarns Ertrinken im Blut, Afghanistan, Georgien, und jetzt – die Ukraine.”
4.3.2014, Lettische Zeitung “Latvijas Avize”
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Zweierlei Maß: “Wenn die USA unter Hinweis auf nationale Interessen den Irak und Libyen bombardieren, wenn sie einseitige Sanktionen beschließen, Verbündete belauschen und Revolten provozieren – so geschieht das angeblich immer im Interesse der ,Demokratie’. Wenn aber Russland beschließt, diejenigen unter Druck zu setzen, die russische Bürger bedrohen, dann wird Moskau boykottiert (. . .). Misst der Westen hier nicht (. . .) mit zweierlei Maß?”
4.3.2014, Russische Regierungszeitung “Rossijskaja Gaseta”

 

Ukraine soll zu Krim und Einheit/Spaltung selbst bestimmen
Ich für meinen Fall kann nur sagen, dass es noch keine 24 Stunden her ist, dass ich auf dem Maidan in Kiew war. Und ich kann nur sagen, dass kein Fernsehbild die bedrückende Stimmung wieder geben kann, die einen befällt, angesichts der rußgeschwärzten Fassaden und der vielen Kränze. Und ich kann auch sagen: Egal, mit wem ich gestern oder am Samstag in Kiew gesprochen habe – keiner hat gesagt: “Super Putin, dass du auf der Krim einmarschierst. Bitte schicke deine Panzer doch am besten als nächstes gleich bis nach Kiew”. Im Gegenteil: Jeder “normale” Ukrainer (also Leute wie du und ich) würden mit einem zivilisierten Referendum einverstanden sein, in dem die Krim selbst über ihre Zugehörigkeit entscheidet. So wie die Tschechen und die Slowaken, so wie das Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg. Stimmt die Krimer Bevölkerung für ein Anschluss an Russland, würde kein Ukrainer Panzer auf die Krim schicken. Kein “normaler” Ukrainer hat Lust, für die Krim sein Leben zu lassen. Der “normale” Ukrainer will auf der Krim Urlaub machen, egal, ob das Staatsgebiet der Ukraine oder Russlands ist. Der Ukrainer braucht für Reisen in das russische Staatsgebiet kein Visum. Er steigt in das Flugzeug und fliegt nach Sewastopol. Egal ob russisches oder ukrainisches Staatsgebiet. Gleiches gilt wohl auch für den “normalen” Russen. Auch er will auf der Krim einfach Urlaub machen und hat keine Lust, dafür sein Leben zu lassen. Also will auch er einfach in einen Flieger steigen und hinfliegen, ohne Visum, ohne Komplikationen. Niemand will für eine Situation sterben, die anschliessend genauso wäre wie zuvor. Aber: Alle “normalen” Ukrainer und Russen sind der Meinung, dass es das Recht der Krim ist, das zu entscheiden. Nicht das Recht von Putin.
Fakt ist, dass Putin die derzeitige Führungsschwäche der Ukraine ganz bewusst ausnutzt, und von aussen militärisch provoziert. Die Krim hat Russland um Hilfe gebeten? Um Hilfe wofür? War die Krim von ukrainischen Kriegsschiffen und Panzern bedroht? War irgend ein Mensch auf der Krim bedroht? Russland offiziell um Hilfe zu bitten war nicht mehr als ein politischer Schachzug um Putin eine Rechtfertigung zu geben, die ganze jetzige Maschinerie in Bewegung zu bringen.
Ich habe mit Leuten aus Kiew gesprochen – aus Leuten, aus den russlandsnahen Städten Dnipropetovsk und Zaparohzje – “normale” Leute, die bis vor kurzem noch Putin-Anhänger waren. Aber auch diese Leute finden die Einmischung von Putin nicht in Ordnung. Auch sie haben Angst. Es reicht, dass ein paar Schüsse auf russische Soldaten auf der Krim fallen. Abgegeben von wem auch immer – und die Situation kann eskalieren. Es sind schon Weltkriege aus nichtigerem Anlass entstanden. Dass Putin dermaßen mit dem Feuer spielt, versteht die “normale” Bevölkerung” nicht und dafür gibt es auch 0,0 Unterstützung. Da können die Kommentatoren hier von ihrem bequemen Sessel aus Deutschland aus noch so viel philosophieren wie sie wollen. Die Leute vor Ort haben einfach Angst. Oder wie mir gestern erst einer auf dem Maidan sagte: “Es ist noch keine zwei Wochen her, da sind genau hier 100 Menschen gestorben, damit wir einen Irren losbekommen haben, wieviele müssen jetzt sterben, wenn der nächste Irre bereits vor der Tür steht? Lasst uns doch einfach die Situation lösen. Ohne Einmischung von EU oder Russland.”
Ich geben den Pro-Putin-Kommentoren hier recht: Putin war in den letzten 10 Jahren sicherlich nicht das schlechteste was Russland passieren konnte. Die Russen wollen einen starken Führer, keinen schwachen Führer Boris Jelzin, dem der Wodka wichtiger ist. Aber in den vergangenen Wochen hat Putin eindeutig den Bogen überspannt.
In der letzten Stern-Ausgabe hat der Roman-Autor John Grisham in einem Interview gesagt, dass die USA in den letzten 12 Jahren ihr Ansehen in der Welt ruiniert hätte. Putin hat das in den letzten 12 Tagen geschafft. Herzlichen Glückwunsch!
Poka!
3.3.2014, Arno Ruesch

 

Schweiz ermittelt gegen Janukowitsch wegen Geldwäsche
Die Schweizer Behörden ermitteln gegen den abgesetzten ukrainischen Präsidenten Janukowitsch und seinen Sohn wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Die Staatsanwaltschaft in Genf teilte mit, die Finanzpolizei habe bereits gestern Büroräume einer Firma durchsucht, die der Familie des früheren Staatsoberhauptes gehört. Zudem sperrte die Schweiz die Konten von 20 ehemaligen ukrainischen Amtsträgern, darunter auch die von Janukowitsch und seinem Sohn.
28.2.2014

 

Die Menschen erhoffen sich eine Verbesserung ihres Lebens

Durch jahrelange intensive Kontakte zur Ukraine beziehungsweise zu unserer Partnerstadt Lemberg beobachte ich die derzeitige Situation besonders.
Wie ist es möglich, dass ein Volk in der Lage ist, monatelang auf einem eiskalten Platz zu stehen und für ein besseres Leben zu kämpfen. Sie haben Zeit zum Kämpfen, weil sie keine Verpflichtung haben, zur Arbeit zu gehen. Die Arbeitslosigkeit ist leider sehr groß, vor allem unter den Jugendlichen. Das Volk ist bereit, von seinem geringen Einkommen etwas für diesen Kampf abzugeben. In bestimmten Gebäuden sind Kassen aufgestellt, wo die Bürger ihren Beitrag leisten können. Man geht in Schulen und bittet die Lehrer, ebenfalls einen Beitrag zu leisten. An bestimmten Tagen wird das Geld, frische Kleidung und Lebensmittel nach Kiew gebracht. Im TV sieht man immer nur Bilder und Berichte aus Kiew, aber es wird auch in anderen Städten demonstriert.
Die Renten werden zum Glück pünktlich ausbezahlt, aber die Preise für Lebensmittel sind enorm gestiegen. Kartoffeln sind das wichtigste Nahrungsmittel in der Ukraine. Ein Kilo kostet zurzeit 70 Cent, aber bei einer Rente von 100 bis 110 Euro im Monat ist das viel. Milch und Fleisch sind unerschwinglich. Wenn von der Rente Miete und andere Nebenkosten abgezogen sind, bleiben für das tägliche Leben noch etwa 60 Euro übrig.
Eine Krankenkasse gibt es nicht, Arzt und Medikamente müssen vom Gehalt oder Rente bezahlt werden und das ist vor allem für Rentner unmöglich. Wenn man sich ein Medikament gegen Bluthochdruck nicht leisten kann, ist der Schlaganfall nicht weit. Die Menschen erhoffen sich von ihrem derzeitigen Einsatz eine Verbesserung ihres Lebens für sich, ihre Kinder, ihre Enkel.
Auf eine unvorstellbare und grausame Art kam ein Lernberger Familienvater ums Leben. Man fand ihn nach einer Demonstration in Kiew im Wald, nackt, an einen Baum gebunden, erfroren. Solche Ereignisse tragen nicht zur Beruhigung der Bürger bei. Seit Jahren betreuen wir bedürftige Rentner in Lemberg mit Lebensmittelpaketen und wichtiger kleiner medizinischer Hilfe. Es wäre wünschenswert und wohltuend, wenn wir durch unser Mitgefühl und Solidarität diese Menschen in der zurzeit kritischen Situation unterstützen könnten
18.2.2014, .Maria Steinle, Freundeskreis Freiburg-Lviv, Freiburg

Lviv stellt sich gegen den Präsidenten, BZ vom 25. Januar):

 

Renate-Merkle-Stiftung in Stegen
Die noch immer junge ukrainische Nation sieht sich heute nach wie vor größten ökonomischen Herausforderungen gegenüber gestellt. Besonders schwierig sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der westukrainischen Bergbauregion um die Städte Sosnivka (14.000 Einwohner) und Tschervonohrad (80.000 Einwohner). Schwerste Umweltschäden belasten die Gesundheit der Menschen dort. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen treten dramatische, fast epidemische Schädigungen im Bereich Zähne, Knochenbau und innere Organe auf.

Renate Merkle Stiftung
Unterbirken 21 79252 Stegen , Tel 07661 / 904017 +49(0)7665 / 42080 +49(0)7663 / 6075002
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