Syrien

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Wäsche an der Broglesalm 22.7.2013 – Blick nach Nordosten zur Gschnagenhardtalm

Peter Scholl-Latour in 2011: “Muslime geben ihre Erziehung und Gesinnung nicht an der Grenze ab”
Polnischer Aussenminister am 3.12.2015: “Syrische junge Männer sitzen am Kurfürstendamm im Cafe und die deutschen Soldaten kämpfen in Syrien gegen den IS”.

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Assad: Junge Männer eliminieren und Sunniten stärken
Will man verstehen, warum Assad mit seinen Verbündeten aus Moskau und Teheran planvoll weiter massakriert und vertreibt, dann rührt das aus seiner Einsicht, dass die Begrabenen sowie die Verjagten noch lange nicht ausreichen, um das Land demografisch zu beruhigen. Obwohl durch das gegenseitige Eliminieren junger Männer der Kriegsindex von 3,8 auf 3,5 gefallen ist, folgen auf 1000 ältere Männer von 55–59 Jahren noch immer 3500 zornige Jünglinge, die etwas werden wollen. Deutschland spürt mit einem Index von 0,66 gerade mal ein Fünftel dieses Drucks, Österreich und die Schweiz (beide 0,8) ein gutes Viertel.
Zudem geht es Damaskus nicht allein um das Verringern der Menschenzahl, sondern auch um die Steigerung des nicht sunnitischen Bevölkerungsanteils. Assads Alawiten und verwandte Richtungen, die 2011 nur 13 Prozent der Syrer stellten, nähern sich der Marke von 20 Prozent……
Alles von Gunnar Heinsohn vom 17.10.2016 auf https://www.welt.de/debatte/kommentare/article158803570/Warum-Syrer-nie-mehr-Deutschland-verlassen-werden.html

 

 
Migranten aus Arabien und Subsahara zumeist ungebildet
Was bringen sie (die Flüchtlinge) mit? Bei der letzten Schüler-Mathematik-Olympiade (TIMSS 2011), die Südkorea mit 613 Punkten gewann, schafften die besten Araber 456 und die Besten aus dem Subsahara-Raum 331 Punkte. Nur ihre Klassenbesten würden hier das Niveau nicht noch weiter absenken. Doch die sind auch daheim heiß umworben und steigen nicht in die Boote. …
Alles zu “Deutschland muß Arbeitgeber sein, nicht Sozialamt” von Prof Gunnar Heinsohn vom 1.3.2016 bitte lesen auf
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article152777753/Deutschland-muss-Arbeitgeber-sein-nicht-Sozialamt.html

 

 

Syrischer Staatshaushalt – 15 Mrd Euro – Kosten Flüchtlingslager
Vor dem Bürgerkrieg 2011 hatte Syrien einen Staatshaushalt von 15 Milliarden Euro. Wenn wir Pufferzonen in Nachbarländern Syriens einrichten und die komplett (mitsamt den Flüchtlingslagern) finanzieren, dann leben alle Syrer in Wohlstand, bis sie zurückkehren können. Kommen aber alle direkt nach Deutschland, gibt es uns als Retter bald nicht mehr, sondern ein weiteres zerrissenes Land.
17.2.2016, Jochen Heistermann

Wikileaks: Entvölkerung von Syrien ist Teil der US-Strategie
Wikileaks-Gründer Julian Assange glaubt, dass die Massenflucht aus Syrien Teil der US-Strategie gegen die Regierung Assad sei: Die Entvölkerung des Landes bringe das Land an den Rand des Kollaps, weil vor allem die gebildete Mittelschicht vertrieben wird. Europas Strategie der offenen Grenzen spiele den US-Interessen in die Hände…. Alles vom 30.10.2015 auf
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/10/29/wikileaks-entvoelkerung-von-syrien-ist-teil-der-us-strategie/ 

 

Syrien: Nur Politik+Diplomatie kann Frieden bringen

Die 44-jährige Vera Jeschke ist studierte Islamwissenschaftlerin und hat mehrere Jahre im Nahen Osten gelebt und gearbeitet, unter anderem im Irak und Jordanien. Sie wohnt heute in Bad Krotzingen, spricht arabisch und hat unter anderem für die Hilfsorganisation Misereor bei einem Projekt mitgearbeitet, das sich nach den Anschlägen vom 11. September um interreligiösen Dialog in Ägypten bemühte.  

Immer mehr Menschen suchen Schutz vor Kriegen und Verfolgung. Besonders viele Syrer kommen derzeit in Deutschland an. Vera Jeschke ist Projektkoordinatorin für Caritas International, zuständig für die Nothilfe in Syrien und dem Libanon. Kommende Woche wird sie in Titisee-Neustadt einen Vortrag über Situation der Menschen in Syrien geben. Sebastian Wolfrum hat mit ihr über die Herausforderungen der humanitären Hilfe in einem Bürgerkriegsland gesprochen und gefragt, warum gerade jetzt so viele Menschen in den Westen flüchten.
BZ: Wie kommt die Projektreferentin bei Caritas International für den Nahen Osten zu einem Vortrag in Titisee-Neustadt?
Jeschke: Im Hochschwarzwald gibt es bereits aktive Helferkreise für Flüchtlinge, andere sind gerade dabei zu entstehen oder wollen sich stärker organisieren. Da ist es wichtig, sie zu unterstützen. Dazu gehören auch Informationen, aus welchem Kontext die Menschen kommen, die etwa in Neustadt oder Löffingen in die Gesellschaft integriert werden sollen.
BZ: Wie sehen sie die aktuelle Situation in Syrien?
Jeschke: Syrien ist derzeit für uns gar nicht bereisbar. Ich bin jedoch derzeit sehr häufig im Libanon. Für uns hat sich das Land zum Drehkreuz für Treffen auch mit anderen Partnern entwickelt, die in Syrien arbeiten. Ich stehe in sehr intensivem Austausch mit Kollegen vor Ort und weiß auf diesem Weg gut Bescheid über die Not der Menschen und die Herausforderungen der Hilfsorganisationen.
BZ: Womit haben Hilfsorganisationen zu kämpfen?
Jeschke: Das ist ganz unterschiedlich. Innerhalb von Syrien geht es um Sicherheit und Zugang. Wir müssen etwa Gelder transferieren, das Land steht aber unter einem Embargo. Wir brauchen auch physischen Zugang. Unsere Partner vor Ort müssen dort hinkommen, wo die Menschen Hilfe brauchen. Das ist oft sehr gefährlich. Um unsere Kollegen und Strukturen zu schützen, kann ich nicht über alle Regionen sprechen, in denen wir Hilfe leisten. Und ein großes Problem sind die Dimensionen, über die wir reden. Laut den Zahlen der Vereinten Nationen brauchen 12,2 Millionen Menschen in Syrien humanitäre Hilfe. Der Bedarf ist himmelschreiend. Egal wie viel die humanitäre Weltgemeinschaft tut, das kann niemals ausreichen. Trotz allem bin ich davon überzeugt, dass jede Hilfe sinnvoll und dringend nötig ist. Sie kann Leid vor Ort lindern.
BZ: Viele Menschen sind aus Syrien in die Nachbarstaaten geflohen, leben dort in riesigen Camps.
Jeschke: Dort sind die Herausforderungen andere. Der Zugang für Hilfsorganisationen ist dort in der Regel sehr gut. Aber die vier Millionen Syrer in den Nachbarländern leben von der Hand in den Mund. Im fünften Jahr des Krieges haben sie keine Rücklagen mehr, sie haben ihren Schmuck verkauft oder das, was sie sonst an Eigentum noch hatten. Und der gesamten humanitären Gemeinschaft fehlen die Mittel, um die Grundversorgung aufrechtzuerhalten für die Versorgung der Flüchtlinge. Auch, weil das Welternährungsprogramm und das Flüchtlingshilfswerk der UNO ihre Unterstützung wegen Finanzierungsprobleme zurückfahren mussten.
BZ: Können sich die Menschen in den Nachbarstaaten ein Leben aufbauen?
Jeschke: Das ist problematisch. Sie dürfen in Jordanien nicht arbeiten, im Libanon nur sehr eingeschränkt. Und wenn, dann nur in prekären Beschäftigungsverhältnissen, also im Baugewerbe, als Tagelöhner, auf dem Schwarzmarkt. Es ist sehr schwierig, genügend Geld zu verdienen, um eine Familie zu ernähren. Im fünften Jahr des Krieges sind wir keinen Schritt vorangekommen. Die Hilfsorganisationen stellen nach wie vor Nahrungsmittel, Hygieneartikel und medizinische Hilfe zur Verfügung. In Syriens Nachbarländern ist die Infrastruktur komplett überlastet. Die Gesundheitssysteme können den vielen Menschen nicht standhalten, sie haben zuvor den lokalen Bedarf schon kaum abgedeckt. Es geht nur ein kleiner Teil der syrischen Kinder überhaupt in die Schule. Sie haben kaum Zugang oder können es sich nicht leisten. Wir sehen derzeit keine Besserung. Die Menschen, Helfer wie Flüchtlinge sind zunehmend verzweifelt.
BZ: Eine Situation ohne Perspektive.
Jeschke: In den ersten Jahren habe ich bei meinen Besuchen vor Ort immer wieder gehört, “wir sind hier nur vorübergehend. Sobald sich die Lage beruhigt hat, kehren wir wieder zurück”. Das hat sich vor etwa eineinhalb Jahren gewandelt. Die Menschen glauben nicht mehr an die Perspektive in ihrem Heimatland. Das sagen einerseits die ethnischen und religiösen Minderheiten. Aber auch die Mehrheit der Muslime sieht keine Chancen, ein Leben zu den derzeitigen Bedingungen in Syrien aufzubauen. Viele wollten in der Region bleiben. Viele haben auch keine realistischen Vorstellungen davon, wie die Flucht abläuft und welchen Gefahren sie sich aussetzen. Und viele haben auch keine realistischen Vorstellungen, wie ein Leben in Deutschland ist. Es gibt viele blumige Ideen, aber das Leben ist dann doch viel härter, als sie sich das vorstellen. Aber es ist ein Leben in Sicherheit. Und das ist der große Zugfaktor.
BZ: Die EU will den Nachbarländern Syriens mehr finanzielle Hilfe zukommen lassen. Ein notwendiger Schritt?
Jeschke: Mehr Geld für humanitäre Hilfe in den Nachbarländern Syriens ist dringend erforderlich. Denn wir können die Grundversorgung der Menschen nicht gewährleisten. Sie haben nicht genug zu essen und keine sichere Unterkunft. Die Krankheiten, die sich ausbreiten, sind eine natürliche Folge der katastrophalen hygienischen Umstände. Das wäre auch ein wichtiges Signal für die Flüchtlinge in diesen Ländern, dass es Perspektiven gibt, um dort zu bleiben. Die Signale, die wir aussenden, wenn wir die Nachbarländer nicht unterstützen, sind, dass es dort keine Zukunftschancen gibt. Das, was sich auch durch die Medien dort aufdrängt, ist, dass sich durch die Flucht nach Europa neue Chancen ergeben. Viele Menschen in Syrien sagen: “Alles ist besser als hier. Wir können hier nicht mehr leben.”
BZ: Die Flucht nach Europa ist teuer. Wer kann es sich leisten, Richtung Westen aufzubrechen?
Jeschke: Es sind viele junge Männer, die von ihren Großfamilien ausgewählt werden. Ihnen traut man die besten Überlebenschancen zu, sich physisch und psychisch durchzuschlagen, um dann im Idealfall ihre Familien nachzuholen. Dafür legen häufig die Großfamilien alle ihr Geld zusammen. Die Männer sind weniger verletzlich als Frauen, deshalb kommen so gut wie keine alleinreisenden Frauen. Es kann durchaus sein, dass Familien, die zu den wohlhabenderen zählten, alles, was sie noch haben veräußern und sich gemeinsam auf den Weg machen. Die Menschen, die kommen, sind ein Querschnitt durch die Gesellschaft, von sehr gebildeten bis bildungsfernen Personen.
BZ: Es gibt mit Assad, der Opposition, dem Islamischen Staat und vielen Untergruppierungen zahlreiche Konfliktparteien. Jetzt will Russland eingreifen und fordert den Westen auf, sich auch zu beteiligen. Kann das die Lage in Syrien verbessern?
Jeschke: Ich bin der festen Überzeugung, dass ein militärisches Eingreifen keine Lösung bringen wird. Was wir brauchen, ist ein politisch-diplomatischer Weg, eine Initiative. Dafür müssen die großen Mächte und die Regionalmächte an einen Tisch gebracht werden. Das sind die USA und Russland sowie Iran, Saudi-Arabien und die Türkei. Europa ist durch die Flüchtlingskrise sicher auch gefragt, sich einzubringen. Ich würde mir wünschen, dass Europa eine starke Stimme für den Frieden wird.
BZ: Gibt es etwas, das Mut macht?
Jeschke: In all dem Leid sind es die menschlichen Begegnungen, die Hoffnung machen. Ich erinnere mich an die Begegnung mit einer Familie aus Damaskus. Die Großmutter erzählte, dass es früher Frieden unter allen Gruppen in Syrien gab. Sie wussten nicht, woran die Nachbarn glaubten, sie haben alle ein gemeinsames Leben geführt. Sie sind geflüchtet, weil einer der Söhne zum Militärdienst eingezogen werden sollte. Sie konnten nicht akzeptieren, dass er auf Nachbarn, Freunde oder Verwandte schießen müsste. Und die Frau glaubt weiter daran, dass Frieden möglich ist. Wenn Menschen nach der großen Not noch immer an Frieden und Versöhnung glauben, dann blitzt Hoffnung auf. Aber sie ist eingebettet in Verzweiflung und Leid.
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Die Veranstaltung “Syrien im Jahr 2015 -Situation der Menschen vor Ort” findet statt am Donnerstag, 1. Oktober 2015 im Thomasheim in Titisee-Neustadt, Adolf-Kolping-Straße 19. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

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Jungfrauen im Paradies
In Bagdad wird fröhlich weitergebombt, das Besatzerargument gegen die USA zieht nicht mehr. Die sind nämlich weg. In Palästina konkurrieren Fatah und Hamas. Auch wenn der böse Ami oft schuld ist, die verschiedenen Strömungen des Islam bekämpfen sich bis aufs Blut. Gut, dass der Katholik und der Protestant nicht so fanatisch ist. Aber wenn ihnen auch Jungfrauen im Paradies versprochen würden, wer weiss?
9.6.2014, Manfred Gawer

 

 

Giftgas in Syrien 
Beim letzten Desaster im Irak hinterließen die USA über 665 000 Tote; wie viele werden es diesmal in Syrien sein? Und Frau Merkel muss auch noch propagandamäßig zustimmen. Weiß sie nicht, dass die USA (als einziger Staat) chemische Waffen großflächig eingesetzt haben. Der systematische Einsatz von ABC-Bomben gegen Nordvietnam verursachte schwere gesundheitliche Schäden unter der Bevölkerung und den Soldaten beider Seiten. Selbst 50 Jahre nach deren Anwendung leiden nach Schätzung des Roten Kreuzes immer noch zwei Millionen Vietnamesen an den Spätfolgen, darunter 100 000 Kinder mit angeborenen Fehlbildungen. Bis heute erhielten sie keine finanzielle Entschädigung durch die USA. Dagegen wurden 200 Millionen US-Dollar an die US-Vietnam-Veteranen ausbezahlt, die an den Folgen der chemischen Waffen litten. Noch heute werden in den Giftküchen der amerikanischen Geheimdienste Giftgase hergestellt und getestet. Wer hat denn das Giftgas diesmal in Syrien angeliefert?
6.9.2013, Edgar Kienberger, Waldshut-Tiengen

Chemiewaffeneinsatz der USA in Vietnam – Gift TCDD
John Kerry soll sich bei seinem Klartext über den noch nicht eindeutig bewiesenen unmenschlichen Chemiewaffeneinsatz des syrischen Regimes vom 21. August 2013, bei dem 1429 Menschen, darunter mindestens 426 Kinder, jämmerlich umgekommen sind, nicht so weit aus dem Fenster lehnen, sonst könnte es sein, dass ihn die eigene negative amerikanische Vergangenheit aus dem verlorenen Vietnamkrieg einholt. Im Januar 1965 wurde erstmals das Entlaubungsmittel Agent Orange großflächig aus Flugzeugen und Hubschraubern über Dschungelgebieten in Vietnam versprüht. Da das Herbizid herstellungsbedingt mit dem Giftstoff TCDD verunreinigt war, erkrankten viele Vietnamesen der betroffenen Gebiete. Im Jahr 2002 litten nach Schätzungen des Roten Kreuzes etwa eine Million Vietnamesen an gesundheitlichen Schäden von Agent Orange.
7.9.2013, Christian Grübner, March-Buchheim

 

Erfundene Kriegsgründe – was können wir glauben?

1300 Giftgas-Tote im mörderischen Religions- und Stellvertreter-Krieg in Syrien?  Die Nachricht und die sehr wahrscheinliche Tat sind ungeheuerlich. Doch wer sind die Täter? Dass Assad ausgerechnet dann Chemiewaffen einsetzt, wenn UN-Kontrolleure im Land sind, ist unlogisch, aber nicht auzuschließen. Die Möglichkeit, dass die bewaffneten Rebellen, al-Qaida oder Geheimdienste Giftgas einsetzen, um ein Eingreifen der NATO zu provozieren, ist durchaus möglich und wahrscheinlich.
“Wer aus Syrien berichtet, trifft überall auf Lügen: über die Anzahl der ausländischen Kämpfer unter den Assad-Gegnern, über Misshandlungen von Regime-Anhängern, über das Ausmaß des konfessionellen Hasses.” schreibt die Süddeutsche Zeitung.
“Früher genügte der Kriegspropaganda noch die bloße Behauptung, der Feind vergewaltige Frauen und töte Kinder. Heute müssen Bilder von realen Opfern her. Es ist längst nicht mehr ausgeschlossen, dass die Kombattanten schon selbst dafür sorgen, dass die Gräueltaten auch begangen werden, die sie ihrem Gegner anlasten.” schreibt die Welt in einem ungewöhnlich klugen Kommentar.
Es ist tief erschreckend, dass für manche westlichen Politiker die Täter schon feststehen und dass eine völkerrechtswidrige Militärintervention vorbereitet wird, ohne die Ergebnisse der UN-Untersuchung abzuwarten.
Auf beiden Seiten in diesem Religions- und Stellvertreterkrieg geschehen schreckliche Verbrechen. Doch ist das tatsächlich Grund genug, auf der Konfliktseite, auf der auch al-Qaida steht, in den Krieg einzugreifen und die Fehler zu wiederholen die von 1979 bis 1989 in Afghanistan gemacht wurden? Damals wurden die afghanischen Mudschahidin von den USA finanziell und mit Waffen unterstützt, jetzt sind es die syrischen Aufständischen.
Im Krieg stirbt als Erstes die Wahrheit. Wir wissen und rechnen damit, dass Diktatoren wie Baschar al-Assad lügen. Doch eigentlich wurden wir bei jedem Krieg in den letzten Jahrzehnten nicht nur von Diktatoren, sondern auch von Demokraten systematisch belogen. Immer wieder wurden gezielt Kriegsgründe erfunden, um Kriegsbegeisterung zu wecken und Kriege führbar zu machen. Diktatoren lügen, doch wenn Demokratien lügen, die Wahrheit verfälschen, wenn Werbeagenturen wie Hill & Knowlton falsche Kriegsgründe produzieren und die Öffentlichkeit gezielt täuschen, wie im ersten und zweiten Golfkrieg, dann stirbt nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Demokratie und die Freiheit. Dieser Text ist auch aus einer gewissen Verzweiflung entstanden. Ich würde gerne in einem Land und einer Demokratie leben, in der ich in “Vorkriegssituationen” nicht belogen werde.
28.8.2013, Axel Mayer, BUND, http://www.mitwelt.org/erfundene-kriegsgruende.html

Vier Beispiele für erfundene Kriegsgründe in demokratischen Ländern
1) Vietnam-Krieg: Um den Angriff auf Nordvietnam zu rechtfertigen, wurde von der US-Regierung der Tonkin-Zwischenfall konstruiert. Als Tonkin-Zwischenfall (auch Tongking-Zwischenfall) bezeichnet man die Ereignisse im August 1964 im Golf von Tonkin, vor der Küste Nordvietnams, bei denen ein Kriegsschiff der US-Marine angeblich in ein Gefecht mit nordvietnamesischen Schnellbooten verwickelt wurde. Der Zwischenfall wurde von der US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson als Begründung für die sogenannte Tonkin-Resolution angeführt, welche die offizielle Beteiligung der USA an den Feindseligkeiten zwischen Nord- und Südvietnam vorsah, die sich in der Folge zum Vietnamkrieg (1965-75) ausweiteten. 1971 veröffentlichte der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg einen als Pentagon-Papiere bekannt gewordenen Bericht, der die Darstellung des Zwischenfalls durch die frühere Regierung als bewusste Falschinformation entlarvte. Zu diesem Zeitpunkt hatten der Krieg in Vietnam und die US-amerikanische Beteiligung bereits ihren Höhepunkt erreicht.
Quelle: Wikipedia
2) Erster Irak-Krieg 1990: Die Brutkastenstory im ersten Irak-Krieg 1990 war ein von einer Werbeagentur erfundener und inszenierter falscher Kriegsgrund. In der Geschichte von Kriegslügen und Kriegspropaganda ist diese Geschichte eines der unglaublichsten Beispiele für eine zutiefst verlogene Rechtfertigung eines Krieges. Die Brutkastenlüge bezeichnet die Behauptung, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im Jahr 1990 kuwaitische Säuglinge in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt getötet. Die Behauptung stellte sich später als haltlos heraus. Die damals fünfzehnjährige Tochter von Saud Nasir as-Sabah erklärte vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses unter Tränen, sie habe freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und sagte wörtlich: “Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen ., die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.” Erst später stellte sich heraus, dass die Jugendliche die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten war. Die Organisation Citizens for a Free Kuwait hatte die PR-Agentur Hill & Knowlton für 10 Millionen US-Dollar beauftragt, die erfundene Geschichte des Mädchens publik zu machen. Zwei Krankenschwestern der betreffenden Entbindungsstation erklärten später, dass die Jugendliche nicht dort gearbeitet habe und die von ihr beschriebenen Vorfälle niemals stattgefunden hätten. Quelle: Wikipedia & Auszug aus dem Buch Kriegstrommeln von Mira Beham auf www.mitwelt.org
3) Irak-Krieg 2003: Als Begründung für den Irakkrieg 2003 nannte die angreifende “Koalition der Willigen” unter der Führung der USA vor allem eine angebliche akute Bedrohung durch Massenvernichtungsmittel seitens des irakischen Diktators Saddam Hussein. Diese und weitere Begründungen waren vor dem Irakkrieg stark umstritten. Daher verweigerte der UN-Sicherheitsrat die Legitimation des Krieges durch ein UN-Mandat, so dass er völkerrechtlich als illegaler Angriffskrieg gilt. Die genannten Kriegsgründe sind historisch widerlegt und werden oft als absichtliche Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet, da im Irak weder Massenvernichtungsmittel noch Beweise akuter Angriffsabsichten gefunden wurden. Stattdessen wird angeführt, die USA habe durch den Krieg lediglich wirtschaftliche Interessen, insbesondere im Zusammenhang mit Erdöl verfolgt.
Quelle: Wikipedia
4) Afghanistan-Krieg: Der offizielle Grund für den Krieg in Afghanistan waren die Anschläge des 11. September 2001. Der NATO-Rat hatte am 12. September 2001 die Anschläge des 11. September 2001 als Angriff auf einen der NATO-Staaten erklärt. Damit war erstmals in der Geschichte der NATO der Bündnisfall nach Artikel 5 NATO-Vertrag eingetreten, wonach “ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird” und daraufhin “in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung” Beistand geleistet wird. Hat das kleine Afghanistan Europa oder die USA überfallen? Die Spur des Terrors der Anschläge vom 11. September führt eigentlich eher nach Saudi-Arabien als nach Afghanistan. 15 der 19 Entführer und Attentäter waren Staatsbürger Saudi-Arabiens, und von dort kam auch das Geld für die Anschläge. Haben wir evtl. das falsche Land überfallen?
Quelle: www.Mitwelt.org : Afghanistan Krieg – Der längst verlorene Krieg in Afghanistan

 

 

 

Al Kaida gegen Hisbollah – Sunniten gegen Schiiten
Die “Aufständischen” in Syrien sind Sunniten, ebenso wie die Mehrzahl von “Al Qaida”. Assad gehört zu den Alawiten, die wiederum Teil der Schiiten sind.. Aus diesem Grunde kämpft die Hisbollah aus dem Libanon für Assad. Es handelt sich im Syrienkonflikt demnach im Grunde um einen Konflikt “Al-Qaida” gegen “Hisbollah” – wie im Irak.
27.8.2013
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Auch der Nahe Osten muß einen Prozeß der Aufklärung durchlaufen
Es ist noch nicht mal erwiesen, wer den Giftgasschlamassel inszeniert hat. Und wenn z. B. die Amis da rumbombardieren: Gegen wen den? Wo ist da die Linie? Wo sind da die Interessen? Was wird uns erzählt, was verschwiegen? Wer sind die Guten, wer die Bösen? Läßt sich das da überhaupt trennen? Ich habe das Gefühl, daß es da unten nur Verlierer geben kann, nicht nur in Syrien, auch in den anderen Staaten. Vielleicht ist es ein Prozeß, den die als Aufklärung selber durchlaufen müssen. Wir haben das vor ca. 400 bis 600 Jahren auch durchlaufen. Vielleicht ist das der blutige Weg zu offenerem Leben? Von außen kann das wohl eher nicht kommen. Haben uns die Amis auch schon mehrfach bewiesen (v. a. Südamerika, Asien, teilweise Afrika).

Man hat in allen Ländern, in denen der Westen in den vergangenen Jahren intervenierte gesehen, dass wir vor allem wenn es sich um fremde Kulturkreise handelt, auch mit Gewaltanwendung keine Handlungsoption erzwingen können. Diese Staaten halten nur deshalb zusammen, weil ein Tyrann an der Spitze die auseinanderstrebenden Gruppen zusammen zwingt. Jagt man den Tyrannen davon, gehen sich die Bürger erst recht gegenseitig an die Gurgel, bis man an dem Punkt ist, wo sich die Bevölkerungen sauber genug getrennt haben, dass man zwischen ihnen eine Grenze ziehen kann. Wer nun in Syrien Assad beseitigt, wird das Töten nicht beenden sondern beschleunigen. Es wird solange fortfahren, bis sich der Konflikt ausgeblutet hat. Es sind nicht unsere Angelegenheiten. Wir verstehen sie nicht, und wir können sie auch nicht lösen. Hoffen wir daher darauf, dass die Kämpfenden bald eine eigene Lösung finden
27.8.2013, Roland Hellbardt

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