Russland

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Blick am 12.12.2013 vom Lindenberg bei St.Peter nach Süden übers Dreisamtal im Nebel zum Schauinsland

 

Russland ist der Fläche nach der mit Abstand größte Staat auf der Welt.
27 Mio Russen starben im 2. Weltkrieg
Win-Win-Situation: Russland hat die Bodenschätze – Deutschland hat die Maschinen.

6000 deutsche Firmen sind in Russland aktiv
1000 russische Firmen arbeiten in Deutschland

Kreml-AG: Kontrollieren 100 einflußreiche Russen ungefähr 40 % des russischen Vermögens?

 

 

  • Klaus Mangold zum Verhältnis Deutschland-Russland nach Putins Wiederwahl (22.3.2018)
  • AfD-Realpolitik: Verhältnis zu Russland verbessern (1.5.2016)
  • USA schürt Flüchtlingswelle aus Angst vor Annäherung Russland-EU (7.10.2015)
  • Russland bekriegt Krim und Ukraine, weil es dies als Atommacht kann (3.3.2015)
  • Zwei gegensätzliche Aufrufe zum Verhältnis Deutschland-Russland (13.12.2014)
  • 25 Jahre Mauerfall 9.11.1989 – Gorbatschow mahnt den Westen (10.11.2014)
  • Hört auf mit dem Säbelrasseln (13.6.2014)
  • Russischer und ukrainischer Kriegsindex: Die Demografie arbeitet gegen Putin (31.5.2014)
  • Erhard Eppler als Putin-Versteher (28.4.2014)
  • Russland fehlt die Aufklärung, der Westen macht “Aufklärung rückwärts” (27.4.2014)
  • Die russische Seele
  • Chodorkowski darf nicht zum Opfer stilisiert werden (3.1.2014)
  • Ruslanddeutsche
  • Sotschi
  • Ukraine
  • Polen

 

 

Klaus Mangold zum Verhältnis Deutschland-Russland nach Putins Wiederwahl
Mangold: Wenn wir das große geopolitische Feld nehmen, dann gibt es auf der einen Seite in China einen Präsidenten, der die Chance auf ein lebenslanges Mandat nach dem Vorbild Maos hat, der ganz klar geringe demokratische Einstellungen in unserem Sinne hat und der antritt mit dem Ziel, die wirtschaftliche Macht Chinas enorm auszubauen. Auf der anderen Seite gibt es einen US-Präsidenten, der einen Handelskrieg gegen uns eröffnet hat und nicht für Berechenbarkeit steht. Wenn ich das sehe, muss ich fragen: Was ist die Position von Europa? Ohne Russland wird es langfristig nicht möglich sein, die Welt in einer Art und Weise so zu ordnen, dass wir als Europäer Gewicht haben. Wir brauchen dazu Russland, sowohl wirtschaftlich als auch politisch.

BZ: Wie verlässlich ist ein Partner, der die Nachkriegsordnung in Europa torpediert hat, der mit der Annexion der Krim das Völkerrecht gebrochen hat?
Mangold: Ohne jede Frage ist die Besetzung der Krim ein völkerrechtswidriger Akt. Die Frage ist aber auch, welche Konsequenzen man daraus ableitet. Heißt das, dass wir nur Sanktionen aufheben und wieder zu einem normaleren Verhältnis zu Russland kommen, wenn Minsk II vollständig umgesetzt ist? Oder kann es, wie es der frühere Außenminister Sigmar Gabriel ins Spiel gebracht hat, auch symmetrische Schritte des Entgegenkommens geben? Wir müssen jetzt ganz intensiv mit Russland verhandeln – über die Frage des Rückzugs der russischen Truppen, einen echten Waffenstillstand in der Ostukraine und den Vorschlag, UN-Truppen im Donbass und der Grenzregion einzusetzen. Putin hatte das ja im November angeregt. Man müsste dann aber auch klar machen, dass es, wenn all dies geschieht, von uns ein Entgegenkommen gibt, das auf eine Normalisierung der Beziehungen zielt.

BZ: Wenn Sanktionen kein Druckmittel mehr sind, wie will man dann erreichen, dass Russland sich kooperativer verhält?
Mangold: Indem man sich an den Tisch setzt. Das haben wir in den vergangenen Jahren nicht ausreichend gemacht. Wann gab es die letzte große Verhandlungsrunde außer den sich im Ritual vollziehenden Diskussionen bei G 8/G 7 oder G 20? Man hat in den 1990er Jahren zur Beendigung der Balkankriege das Dayton-Format geschaffen. Analog müssten sich mal drei Wochen lang die EU und Russland unter Einbeziehung der Amerikaner an den Tisch setzen und über alles reden.

BZ: Die Rhetorik der russischen Regierung ist in den vergangenen Jahren immer antiwestlicher geworden, Putin hat damit auch Wahlkampf gemacht.
Mangold: Aber jetzt, wo alles an Wahlen abgearbeitet ist, ist ein Momentum möglich, dass man wieder anfängt, miteinander zu reden.
BZ: Von wem sollte die Initiative ausgehen?
Mangold: Die EU muss das machen – mit den Amerikanern, ohne die Amerikaner geht das nicht.

BZ: Warum glauben Sie, dass Putin ein Interesse an besseren Beziehungen hat?
Mangold: In der russischen Bevölkerung und auch bei Unternehmern spürt man den Wunsch, den hohen militärischen und finanziellen Einsatz in der Ukraine zu beenden. Das gilt auch für Syrien. Da gibt es das Gefühl: Lasst uns das Geld nehmen und etwas tun für Russland selbst. Ich glaube, dass es in weiten Kreisen Zustimmung gäbe für den Beginn von Verhandlungen über eine Beilegung des Ukraine-Konflikts. Es ist ja nicht so, dass die russische Wirtschaft boomt. Sie kommt in diesem Jahr vielleicht auf 2,5 Prozent Wachstum. Da gibt es Kräfte, die sagen, lasst uns in die Modernisierung der Wirtschaft und Infrastruktur investieren und vor allem auch das Gesundheitssystem verbessern.

BZ: Im Wahlkampf hat Putin nicht erfolgreiche Wirtschaftszweige wie die Landwirtschaft herausgestellt, und er hat mit neuen Waffen geprahlt.
Mangold: Die russische Regierung nimmt das Beispiel Lebensmittelindustrie durchaus als Anlass zu sagen: Wir können es ja eigentlich. Putin steht vor einer Weichenstellung. Der nächste Abschwung wird irgendwann kommen. Ein Land mit 140 Millionen Einwohnern kann man nicht nachhaltig nur mit Öl und Gas zu einer Wohlstandsnation machen. Putin muss jetzt Unternehmen ermuntern, die Industrialisierung voranzutreiben, er muss den Staatsanteil in der Wirtschaft wieder reduzieren und dafür sorgen, dass Russland für ausländische Investoren wieder attraktiver wird.
BZ: Wird Putin in sechs Jahren Mittel und Wege gefunden haben, die aktuelle Beschränkung auf zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten als Präsident zu umgehen und erneut anzutreten?
Mangold: Er hat jetzt erst mal sechs Jahre Zeit. Ich weiß nicht, wie seine Lebensplanung aussieht. Aber er könnte jetzt die Zeit nutzen, um als Präsident in die Geschichte des Landes einzugehen, der Konflikte beendet und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum schafft. Das erwarten die Menschen auch von ihm. Es gibt auf der einen Seite die Erwartung, dass die Russen sagen: Wir sind wieder wer in der Welt. Aber sie erwarten auch eine Verbesserung ihres persönlichen Wohlstands.

Klaus Mangold (74), wohnhaft im Münstertal, Jurist und Volkswirt, war einst Vorstandsmitglied bei Daimler. Heute ist er Honorarkonsul Russlands in Baden-Württemberg. Mangold gilt hierzulande als einer der profundesten Kenner der russischen Wirtschaft und Politik. Zwischen 2000 und 2010 war er Vorsitzender des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft. Er versucht, die Handels- und Investitionsbedingungen für deutsche Unternehmen in Osteuropa zu verbessern. Mangold und Russlands Staatschef Wladimir Putin kennen sich persönlich.
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Alles vom 22.3.2018 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/an-den-tisch-setzen-und-ueber-alles-reden–150728293.html

Russland ist nicht weniger friedenswillig wir wir
Hallo Herr Mangold, ein sehr gut und sachliches Interview. Darauf sollte man aufbauen. Wir müssten das nur mal ernsthaft wollen und von der allgemeinen Russlandfeindlichkeit herunterkommen. Dieses Land ist nicht weniger friedenswillig wie wir selbst. Ein guter Anfang wäre ja jetzt doch wohl auch gemacht.
22.3.2018. Wolfgang Stockbauer, BZO

AfD-Realpolitik: Verhältnis zu Russland verbessern
Nun, jeder weiß ja, dass man Russland nicht wie einen lästigen Kleinstaat vom Format Moldawiens behandeln kann. 2010 beschloss folglich die NATO eine Intensivierung der Kooperation mit Russland (trotz Putin ;)), aber dann kam 2013 der “Euromaidan” dazwischen, mitsamt allen den Verhärtungen zwischen Ost und West. Es liegt im deutschem und europäischen Interesse, die sich von neuem auftuenden Gräben zu Russland wieder zu verringern, weil in den kommenden Jahrzehnten andere Herausforderungen auf uns warten, statt sich in ein unnötiges, abgeschwächtes Revival des Kalten Krieges zu begeben. Das ist für mich keine antiwestliche Position.
Gaulands Position der AfD, die er schon 2014 in einem ZEIT-Interview darlegte, ist jedenfalls aus psychologischer Klugheit erwachsende Realpolitik. Erst, wenn man, wie Gauland, sich selbst kritisch fragt, inwiefern der Westen Russland womöglich falsch behandelt hat, macht man sich zu einem aufrichtigen Gesprächspartner. Dies ist heute wieder fast so wichtig wie in den 70ern, als der dafür vielgerühmte deutsche Kanzler Willy Brandt den Weg zur KSZE freimachte, als noch weit schlimmere Regenten in der Sowjetunion herrschten als Putin heute. Die KSZE wiederum trug entscheidend zum Ende des Ost-West-Konflikts bei.
1.5.2016, A. Guitar

 

Zusammenarbeit Deutschland – Russland war immer gut
Schade, dass manche Kommentatoren wieder in reflexhafte Beisshaltung gegenüber Russland verfallen. Deutschland ist immer gut damit gefahren, wenn es mit Russland zusammengearbeitet hat. Und es war schlecht, wenn es gegen Russland gekämpft hat.
“Das Verhältnis zu Russland sollte uns immer eine sorgfältige Pflege wert sein. Wir Deutschen vergessen manchmal, dass Russland an entscheidenden Wegmarken der deutschen Geschichte positiv Pate gestanden und Preußen vor dem Untergang bewahrt hat. Das gilt für 1763, 1806/07, 1813, die Bismarcksche Reichseinigung von 1866/70 und die deutsche Wiedervereinigung von 1990/91.”
http://www.alternativefuer.de/2013/09/11/thesenpapier-aussenpolitik/
Putin spricht übrigens sehr gut deutsch, seine Töchter haben eine deutsche Schule in Moskau besucht.
6.2.2016, Franz Martin

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/russlanddeutsche-das-maerchen-aus-marzahn-14043414.html
” Ein 24-jähriger Mann, der jetzt bei der Telekom als Manager arbeitet, erzählt beeindruckend offen und in vielen Details, wie seine Mutter die Anerkennung als politischer Flüchtling erschlichen hat, und spekuliert, dass etliche der heutigen Flüchtlinge es ebenso versuchen.”

 

 

USA schürt Flüchtlingswelle aus Angst vor Annäherung Russland-EU
Die Flüchtlingskrise ist eine Folge der Konflikte im Nahen/Mittleren Osten und in Afrika – entgegen dieses Mainstreams mehren sich Stimmen, die die Destabilisierung der EU durch Flüchtlinge wie auch durch den Ukraine-Konflikt als ›strategisches Ziel der USA‹ (Thierry Meyssan) begreifen. Denn seit der Putin-Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 hat Washington Angst, dass Deutschland sich von Washington ab- und Moskau zuwendet.

Die gefälschte „Flüchtlingskrise“
Während die europäischen Medien die Emotionen wecken, indem sie Fotos eines ertrunkenen Kindes und Reportagen über Menschenmassen zeigen, die zu Fuß den Balkan durchqueren (75% der Flüchtlinge sind junge Männer, nur 25% Familien, dennoch zeigt die Presse primär Bilder mit kleinen Kindern und ihren Müttern), weist Thierry Meyssan darauf hin, dass diese Bilder gefälscht sind.

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Die linke Seite dieses Fotos ist von der atlantischen Presse sehr ausgedehnt veröffentlicht worden. Das Opfer, ein kurdisch-syrisches Kind namens Aylan Kurdi, wird wahrgenommen, als sei es vom Meer angespült worden. Seine Leiche liegt aber senkrecht zu den Wellen statt parallel dazu. Die Anwesenheit eines offiziellen türkischen Fotografen auf der rechten Seite des Bildes bestätigt die Vermutung einer Inszenierung. In der Ferne erkennt man Badende.
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Unwartet überschwemmt eine Welle von Emotionen die Bevölkerung im Gebiet der Nato. Plötzlich wird ihr das Drama der Flüchtlinge im Mittelmeer bewusst – eine Tragödie, die seit Jahren bei völliger Teilnahmslosigkeit andauert. Dieser Umschwung kommt durch die Veröffentlichung eines Fotos zustande, das ein ertrunkenes Kind an einem türkischen Strand zeigt. Es spielt keine große Rolle, dass dieses Bild eine grobe Montage ist: Das Meer wirft die Leichen parallel zu den Wellen an Land, niemals senkrecht dazu. Es spielt auch keine große Rolle, dass dieses Bild sofort in weniger als zwei Tagen auf den Titelseiten fast aller Zeitungen des Nato-Gebietes reproduziert wurde. Man hat Ihnen ja gesagt, dass die westliche Presse frei und pluralistisch ist. …„In Reaktion“ auf die Emotionen, die sie bei ihren Mitbürgern geweckt haben, zerreißen die „überraschten“ und bekümmerten europäischen Verantwortlichen sich nun über die Art und Weise, wie den Flüchtlingen zu helfen ist. ….
Alles von Thierry Meyssan vom 9.9.2015 bitte lesen auf
http://www.voltairenet.org/article188622.html

Europa – Das Flüchtlingschaos ist von den USA gewollt
Im Gegensatz zu zahlreichen Stimmen, die die Auffassung vertreten, dass der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa die unbeabsichtigte Folge der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika ist, teilt Thierry Meyssan von ›Réseau Voltaire‹ diese Sichtweise nicht; vielmehr erklärt er diesen als ›ein strategisches Ziel der Vereinigten Staaten‹.
Militärisch betrachtet, schwelt vor Europas Haustür eine Lunte, und mit der Flüchtlingsproblematik wird auf dem Rücken der Ärmsten der Armen die Destabilisierung Europas betrieben und die Solidaritätsbereitschaft der EU-Mitglieder einem vermutlich nicht erfolgreich ausgehenden Test unterzogen. …..… Und die Kosten, die die zur Völkerwanderung angeschwollenen Flüchtlingsströme mit sich bringen, lassen sich heute noch gar nicht abschätzen.
…..
Seit der Rede von Wladimir Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz des Jahres 2007 bestand die grosse Angst von Washington darin, dass Deutschland begriffe, wo sein Interesse liegt: Nicht in Washington, sondern in Moskau. Der Hauptkanal der Verständigung zwischen der EU und der Russischen Föderation wurde daher von der USA durch die schrittweise Zerstörung des ukrainischen Staates abgeschnitten. Wie man auch die Folgen der Ereignisse drehen und wenden möge, man wird keinen anderen Sinn dafür finden: Washington will nicht, dass die Ukraine Mitglied der Union wird, wie dies die Worte von Frau Nuland bezeugen. Sein einziges Ziel ist, dieses Gebiet in eine gefährliche Zone zu verwandeln. Die EU-Politiker, wären sie ein wenig gereist, hätten nicht nur im Irak, in Syrien, in Libyen, am Horn von Afrika, in Nigeria und in Mali, sondern auch in der Ukraine die Umsetzung dieser strategischen Doktrin mit eigenen Augen sehen können. …
Alles vom 6.9.2015 von Doris Auerbach bitte lesen auf
http://www.seniora.org/politik-wirtschaft/713-europa-das-chaos-ist-gewollt
Weiterlesen: Quelle: http://www.politonline.ch/?content=news&newsid=2440

Die Blindheit der Europäischen Union gegenüber der Militärstrategie der USA
Die Kriege in Afghanistan und Irak haben bereits 4 Millionen Menschen das Leben gekostet [4]. Sie wurden im Sicherheitsrat als notwendige Rückschläge “aus Notwehr” dargestellt, aber heute wird zugegeben, dass sie lange vor dem 11. September in einem viel breiteren Kontext der “Umgestaltung des Nahen und mittleren Osten” geplant wurden und die für ihre Implementierung gegebenen Gründe nur Propaganda-Fabrikationen waren.
Es ist üblich, die Völkermorde durch den europäischen Kolonialismus als solche anzuerkennen, aber selten sind jene, die heute diese 4 Millionen Toten, trotz der wissenschaftlichen Studien die sie bestätigen, zugeben. Es ist nun so, dass unsere Eltern “schlecht” waren, aber wir sind “gut” und können nicht Komplizen dieser Schrecken sein.
Es ist üblich, das arme deutsche Volk zu verspotten, das bis zum Ende Vertrauen in seine Nazi-Führer hatte und erst nach seiner Niederlage der in seinem Namen begangenen Verbrechen bewusst wurde. Aber wir handeln genauso. Wir vertrauen weiterhin unserem “big Brother” und wollen die Verbrechen nicht sehen, in die er uns verwickelt. Sicherlich werden unsere Kinder über uns lachen…
Kein westeuropäischer Staatsmann, absolut keiner, wagte öffentlich zu sagen, dass die Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien, Libyen, vom Horn von Afrika, Nigeria und Mali nicht den Diktaturen entfliehen, sondern dem Chaos, in das wir absichtlich, aber unbewusst, ihr Land gestürzt haben.,,,,
Alles von von Thierry Meyssan vom 27.4.2015 bitte lesen auf
http://www.voltairenet.org/article187423.html

 

 

Russland bekriegt Krim und Ukraine, weil es dies als Atommacht kann
Russland betreibt diese Politik nicht weil es darf, sondern weil es kann. Wie wollen Sie eine Atommacht zur Raison bringen, wenn diese das Völkerrecht missachtet? Man könnte ja darüber reden, den Russen die Krim mit Gewalt abzunehmen, wie man dem Irak Kuweit mit Gewalt wieder abgenommen hat. Nur ist Russland in der Lage, die westliche Hemisphäre auszulöschen.
Daher gilt hier nicht das Recht sondern die Einflusssphäre. Die Ukraine ist Russlands Einflusssphäre, solange die Nato dort keine Truppen stationiert, und solange eine Mehrheit der Bürger der Nato-Staaten für Kiew, Sewastopol, Donezk und andere Orte nicht sterben will. Wir wollten übrigens auch für Ostberlin, Budapest, Prag, Kabul und Warschau nicht sterben, und haben die sowjetischen Übergriffe zwar lautstark empört aber ohne Gegenwehr hingenommen. Wäre es anders gewesen, hätten wir heute wichtigeres zu tun als über die Krim zu diskutieren.
Realpolitik ist nicht sexy, aber sie sichert das Überleben.
3.3.2015, R. Brombach

 

 Zwei gegensätzliche Aufrufe zum Verhältnis Deutschland-Russland

Zwei Aufrufe zum Verhältnis Deutschland-Russland zeigen, wie sehr derzeit innerhalb der gesellschaftlichen Eliten über die Haltung zu Russland gerungen wird. Dabei geht ie nicht nur um hehre Ziele wie Demokratie und Menschenrechte, sondern um wirtschaftliche Interessen.

Der Aufruf “Nicht in unserem Namen” von 60 bekannten Politikern, Wirtschaftsvertretern und Kultur-Prominenten tritt für eine Entspannung im Verhältnis zu Russland ein und knüpft damit an die Entspannungspolitik der sozialdemokratischen Ära an. Die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig gemacht. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären. Dann wird gleich begründet, warum ausgerechnet Deutschland eine besondere Rolle bei der Entspannung zu Russland spielen solle, weil ohne “eine große, von Vernunft getragene Geste der Siegermächte” und “ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung” die Überwindung der Spaltung Europas nicht möglich gewesen wäre. Die Unterzeichner: Mit der ehemaligen Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Ex-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin und Ex-Innenminister Otto Schily sind zentrale Exponenten der rot-grünen Ära vertreten. Die CDU stellt den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und den ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhardt Diepgen. Weiter die Berufschristin Margot Käsmann, der Liedermacher Reinhard Mey und erstaunlicherweise auch Horst Teltschik.
Aufruf “Nicht in unserem Namen” vom 5.12.2014
http://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog
http://www.tagesspiegel.de/politik/aufruf-fuer-eine-andere-russland-politik-nicht-in-unserem-namen/11080534.html
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Der Gegenaufruf “Friedenssicherung statt Expansionsbelohnung” weist Russland die volle Verantwortung für Ukraine und Krim an und mahnt besonders die Empathie mit der Bevölkerung in der Ukraine an. Die Grünen Rebecca Harms und  Marie Luise Beck wollen gar Geschichtsvergessenheit erkennen, wenn sich Deutschland und Russland annähern.
Gegen-Aufruf vom 11.12.2014:
http://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-friedenssicherung-statt-expansionsbelohnung

 

 

25 Jahre Mauerfall 9.11.1989 – Gorbatschow mahnt den Westen
Merkel würdigte ausdrücklich auch die Politik des früheren sowjetischen Staats- und Parteichefs Michael Gorbatschow als Voraussetzung für die Wende. Am Vortag hatte Gorbatschow seinerseits bei einer Diskussion in Berlin schwere Vorwürfe gegen den Westen erhoben. “Die Welt ist an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. Manche sagen, er hat schon begonnen”, sagte er mit Blick auf den Ukraine-Konflikt. Der Friedensnobelpreisträger warf dem Westen und insbesondere den USA vor, ihre Versprechen nach der Wende 1989 nicht gehalten zu haben. Stattdessen habe man sich zum Sieger im Kalten Krieg erklärt und Vorteile aus Russlands Schwäche gezogen. “Die Ereignisse der vergangenen Monate sind die Konsequenzen aus einer kurzsichtigen Politik, aus dem Versuch, vollendete Tatsachen zu schaffen und die Interessen des Partners zu ignorieren.” …..
Alles vom 10.11.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/gorbatschow-mahnt-den-westen

 

Gewaltenteilung – dieses Prinzip muß global gültig werden
Ich bin glücklich, daß Gorbatschov noch diese Bühne für seine Mahnungen gefunden hat. Für ihn und für uns. Alle Demokraten wissen um die Bedeutung der Gewaltenteilung. Wieso soll das Prinzip nicht global zur Anwendung kommen, seine Bedeutung haben?
Diese Teilung, diese Kontrolle von Macht verkam in den vergangenen Jahren. US-Politik wurde immer mehr, wer mitmachen will (unter unseren Bedingungen und unserem Kommando, darf) aber andernfalls machen wir’s auf eigene Faust (und Rechnung). Das fing schon beim Golfkrieg II an und setzte sich fort, zu Lasten der russischen Interessen.
Man stelle sich mal vor Rußland, hielte unverholen wie die USA Theater Commands vor, die die ganze Welt und gar den Weltraum erfassen. Das ist der Ubiquismus, den ein Wissenschaftler mal den USA attestierte.
Die Zeit solcher, wenn auch unbeabsichtigten Muskelspiele, muß ein Ende finden, sollen sie nicht weiter Schule machen und Unheil bewirken.
Auswege wie dieser Text von Schiller:
Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht;
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
Wenn unerträglich wird die Last, greift er
Hinauf getrosten Mutes in den Himmel
Und holt herunter seine ew’gen Rechte,
Die droben hangen unveräußerlich
Und unzerbrechlich, wie die Sterne selbst.
Der alte Urstand der Natur kehrt wieder,
Wo Mensch dem Menschen gegenübersteht.
Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr
Verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben.

Nun haben wir nicht schon wieder eine Tyrannis und erinnern uns gerade heute daran, eine andere bedrückende überwunden zu haben. Aber der Begriff steht für mich für Größenwahn, Selbstherrlichkeit, Abgekoppeltsein. Es muß nicht erst zum ärgsten kommen, bis Bürger eingreift. Schillers Rezept, verhältnismäßig angewendet, ist das, was Sie sich wünschen, weshalb ich auch jetzt agiere. Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.
10.11.2014, Heinrich Franzen

Gäbe es Putin, wenn …
Was hätten wohl die USA unter G.W.Bush gemacht, wenn Russland den Warschauer Pakt aufrecht erhalten hätte und Kuba, Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, die Dominikanische Republik und Haiti mit aufgenommen hätte?
Wozu brauchte es nach der von Gorbatschow ermöglichten Wende in Europa noch eine NATO, wo es keinen Warschauer Pakt mehr gab?
Gegen wen war der geplante Raketen-Abwehrschirm der USA gerichtet?
Gäbe es an der Spitze Russlands einen “starken Mann” wie Putin, wenn man Russland nicht immer als Gegner, als Feindbild des Westens weiter “gepflegt” hätte?
10.11.2014, Harald Dehmer

 

Hört auf mit dem Säbelrasseln
Es wird uns erzählt, Russland ist eine aggressive und imperialistische Macht, deshalb müssen wir Angst haben und die Nato muss dieser russischen “Bedrohung” vehement begegnen. Wenn man sich aber die Weltkarte anschaut, dann sieht man fast nur Nato-Länder, die nahe an der Grenze zu Russland sind oder angrenzen. Diese Nato-Länder haben in den letzten 20 Jahren zahlreiche Staaten angegriffen, bombardiert, besetzt und mit Krieg überzogen, Libyen, Afghanistan, Irak nur als Beispiel.
Ich sehe aber auf der Karte keine Länder neben den USA liegen, die einer russischen Militärallianz angehören. Amerika ist auch nicht von russischen Militärbasen umgeben, Russland fährt auch nicht vor der Küste von Europa oder Nordamerika mit Flugzeugträgern herum, entsendet keine Kriegsschiffe in den Golf von Mexiko oder stellt Raketen an der Grenze zu den USA auf. Wenn Amerika nicht seine immense Rüstungsmaschinerie in andere Länder exportieren kann, sind sie pleite.
Wir sind wieder nahe an einem kalten Krieg, den keiner mehr will. Hört endlich mit diesem Säbelrasseln auf, setzt Euch an einen Tisch und sprecht wieder miteinander.
13.6.2014, Thomas Dischinger, Wyhl

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Russischer und ukrainischer Kriegsindex: Die Demografie arbeitet gegen Putin
Putin muss eine offene Invasion der Ukraine scheuen, weil seine Untertanen nicht einmal vierstellige Verluste hinnehmen werden. Der Autor hat diese Behauptung am 2. März – also zwei Wochen vor der Pseudo-Volksabstimmung auf der Krim – veröffentlicht (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/call_putins_bluff).
Bewirkt hat sie erwartungsgemäß nichts. Eine unmissverständliche Ankündigung Kiews, sich gegen eine Aggression zu wehren, hätte Moskau womöglich schon damals dazu bewogen, einen gesichtswahrenden Ausweg zu suchen. Russland erwartet für 2015 einen Kriegsindex von 0,73. Er misst die Relation zwischen 15-19-jährigen Jünglingen, die in den Lebenskampf eintreten, und 55-59-jährigen Männern, die der Rente nahe sind. Es gibt also nur 73 Nachrücker für 100 frei werdende Positionen.

In Syrien, wo für jeweils bevorzugte Führer solche Parolen nichts Ungewöhnliches sind, folgen auf 100 angehende Rentner 370 zornige junge Männer. Weil der Kriegsindex dort also fünfmal höher liegt als beim Verbündeten in Moskau, erreicht man bei nur einem Siebtel der russischen Bevölkerung sehr schnell sechsstellige Verluste
….
Mit einem Kriegsindex von 0,8 kann auch die Ukraine keine längeren Kampfhandlungen aushalten. Aber sie kann den gerechten Zorn des Überfallenen ins Feld führen.  Die Aufständischen in Donezk allerdings haben ihr Heroismus-Potential maßlos überschätzt. … Alles vom 31.5.2014 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/russischer_und_ukrainischer_kriegsindex_die_demografie_arbeitet_gegen_putin

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Erhard Eppler als Putin-Versteher
In seinem Essay “Wir reaktionären Versteher” zum Ukraine-Konflikt lehnt Erhard Eppler einen “Kampf zwischen Gut und Böse” a la George W. Bush ab und gibt sich als Putin-Versteher: “Ich bewundere den Mann nicht, ich möchte auch nicht von ihm regiert werden, aber ich möchte ihn verstehen. Denn die Alternative zum Verstehen ist der Hass. Und wenn ich jemanden verstehe, kann ich ihm widersprechen. Aber ich muß ihn nicht hassen”.
Nach Gorbatschow  und Jelzin waren die Russen “froh, als dieser Putin die “Diktatur des Gesetzes” ausrief und langsam wieder einen Staat aufbaute. Sie werden vielleicht auch einmal mehr Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt verlangen und dann auch einen anderen Präsidenten wählen, aber vorerst haben sie andere Sorgen: Arbeit und das tägliche Brot und ein starkes, geordnetes Russland, damit nicht noch einmal ein Verrückter versucht, die “rassistuisch minderwertigen Russen” zu versklaven. Und jetzt freuen sie sich über einen Präsidenten, der sich von Ukrainern und Westlern nicht auf der Nase herumtanzen läßt. Sobald dieser Präsident sie in einen neuen Krieg verwickeln würde, wäre er wohl für die meisten erledigt. Und der weiß das. In der letzten Fragestunde des Präsidenten ist dies deutlich geworden.”
Eppler geht davon aus, dass a) die Ukraine schon immer ein gespaltenes Land war: Der Osten und Süden der russischen Orthodoxie zugewandt, der Westen von der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche geprägt. Und dass b) eine Aufnahme der Ukraine in die Nator von Russland als “Einkreisung” empfunden wird.
28.4.2014, Erhard Eppler: Wir reaktionären Vesteher, DER SPIEGEL, 18/2014, S. 30-31

 

 

Russland fehlt die Aufklärung, der Westen macht “Aufklärung rückwärts”
Christian Neef, lange Russland-Experte des SPIEGEL, forderte unter der Überschrift “Schluss mit der Romantik”, dass die vermeintlichen Russland-Versteher in Deutschland endlich ihren verklärten Blick auf das Land korrigieren müssten: “Aber Russland ist nicht Europa. Es wird auch nie Europa sein. Es hat nach dem Krieg und den seelischen Zerstörungen der Stalin-Zeit keine Phase der Aufklärung durchgemacht. (…) Putin setzt auf Macht und begründet sie mit einer konservativen, antiwestlichen Ideologie. Er spricht davon, dass ‘viele der euroatlantischen Länder moralische Prinzipien und alle traditionellen Identitäten verleugnen: nationale, kulturelle, religiöse und selbst sexuelle’. Man müsse ‘eine Bewegung zurück und nach unten, in die chaotische Dunkelheit und zu primitiven Zuständen’ verhindern. Russland müsse dabei vorangehen.”
Neef beklagt in Russland starke reaktionäre Tendenzen, die von den Russland-Verstehern im Westen ausgeblendet würden.
Alles vom 21.4.2014 im Print-Spiegel auf https://magazin.spiegel.de/digital/index_SP.html#SP/2014/15/126393821

Doch was wäre, wenn sowohl Neef als auch Putin Recht hätten? Wenn also Russland tatsächlich eine Phase der Aufklärung fehlt, zugleich aber der Westen aktuell eine Art “Aufklärung rückwärts” vollzieht? Stichworte wie Guantánamo, Abu Ghraib oder auch den mutwilligen Bruch von Völkerrecht bei den Kriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Libyen, sowie schließlich die tausendfach tötenden Drohnen in Pakistan kann man ja tatsächlich kaum anders umschreiben, denn als “Rückfall in chaotische Dunkelheit und primitive Zustände”. Die vor diesem Hintergrund behauptete moralische Überlegenheit des Westens wird angezweifelt. So schreibt Bernd Ulrich in der ZEIT: “Seit 9/11 hat der Westen Kriege geführt, die unter höchstem moralischen Aufwand begründet wurden und die am Ende doch vergeblich waren (Afghanistan) oder sich als reiner Betrug herausstellten (Irak). (…) Mit seinem Drohnenkrieg bewegt sich auch Barack Obama wieder in einer völkerrechtlichen Grauzone. (…) Die militärischen Interventionen des Westens in dieser Zeit sind für mich keineswegs Ausdruck einer imperialen Grundstimmung, die sich von Afghanistan bis Libyen jeweils andere Schauplätze gesucht hat. Ich deute sie ganz verschieden, mal als ideologisch motivierten Irrtum (Irak), mal als Tragödie (Afghanistan), mal als legitim (Libyen).”
http://www.zeit.de/2014/16/russlanddebatte-krimkrise-putin  .

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Die russische Seele
Russland war bis vor 25 Jahren eine Weltmacht, und dem Land wurde weltweit der entsprechende Respekt entgegengebracht. In diesem “Glanz” sonnte sich auch die Mehrheit des Volkes, zumal ihr der Zugang zu anderen Sonnenseiten versperrt war. Westliche Politiker der Nach-Sowjet-Ära hatten hierfür ein feines Gespür. Sie behandelten ihre russischen Kollegen auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auf Augenhöhe und erreichten – in kleinen Schritten – Verbesserungen bei Menschenrechten, Abrüstung et cetera. Beispielhaft war das gute Verhältnis zwischen Kohl und Jelzin und zwischen Putin und Schröder. Heute hat kein westlicher Spitzenpolitiker einen vergleichbar guten persönlichen Zugang zum russischen Präsidenten. Schlimm für die russische Seele dabei: Viele Russen empfinden, dass ihr Präsident im Westen zunehmend wie der Vertreter einer Regionalmacht mit dem Charakter einer Bananenrepublik behandelt wird. Vergleichsweise eher unproblematische Möglichkeiten, das russische Selbstwertgefühl zu heben, verstreichen ungenutzt. Anstatt etwa den Erfolg der Olympischen Winterspiele in Sotschi anzuerkennen, wurden diese von einer moralisierenden westlichen Medienlandschaft zerredet.
11.4.2014, Hermann Greve, CH-Riehen

 

Chodorkowski darf nicht zum Opfer stilisiert werden
“Das sicherste Mittel, arm zu bleiben, ist, ein ehrlicher Mensch zu sein!” Ob der – damals noch jugendliche – Michail B. Chodorkowski wohl an diesen Ausspruch Napoleon I. gedacht hat, als er seine ersten Gewinne mit dem Verkauf von minderwertigem Fusel unter der Bezeichnung “Cognac Napoleon” ergaunerte, ist nicht bekannt. Bekannt sind dagegen seine Äußerungen in einem Interview 1993: “Unser Idol ist das Kapital, wir sind beseelt vom Reichtum”. Und später, als Milliardär, sagte er:
“Ich kann nicht nur Parlamente, sondern auch Wahlergebnisse kaufen!”
Eine nach Abschluss seiner Universitätsstudien 1988 (Chemie und Volkswirtschaft) angestrebte Karriere in der Rüstungsindustrie blieb Chodorkowski wegen seiner jüdischen Herkunft verwehrt. Deshalb wandte er sich dem Geldgeschäft zu; 1989 wurde er Vorsitzender der Kommerziellen Innovationsbank, einer der ersten Privatbanken Russlands, und 1990 Generaldirektor der Menatep-Invest-Bank. 2004 schätzte ihn das US-Magazin Forbes auf 15,2 Milliarden US-Dollar. Dass diese Milliarden nicht in Russland gebunkert sind, versteht sich von selbst. In einer Zeit, in der es der Masse des russischen Volkes bereits schlechter ging als zu Sowjet-Zeiten, haben sich Oligarchen wie Chodorkowski skrupellos bereichert. Es ist ein Skandal, wenn so ein Mann bei uns heute zum Opfer der russischen Justiz hochstilisiert wird! Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat es 2011 abgelehnt, die Verurteilung Chodorkowskis wegen schweren Betruges, Unterschlagung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche als politisch motiviert zu werten. Die Organisation Amnesty International aber, die sich hier ebenfalls einzumischen bemüßigt fühlt, verspielt mit solchen Klienten Glaubwürdigkeit.
3.1.2014, Dr. Werner J. Leitmeier, Ingolstadt

 

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