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Blick nach Süden zu den Wetterbuchen (rechts) am Hochebenehof auf dem Schauinsalnd 20.2.2013

 

Roma Büro Freiburg

“Das Roma Büro ist eine Selbsthilfeorganisation von derzeit zumeist Roma-Kriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aber auch  aus Rumänien und Bulgarien. Wir wollen keine Alimentierung mitsamt Abstellen im Abseits der Depression sondern arbeiten und unser Leben selbst gestalten – also selber für unseren Lebensunterhalt sorgen, um unseren Kindern eine sichere Zukunft zu eröffnen. Wir wollen nicht nur unsere eigene Kultur bewahren, sondern auch durch Interaktion mit den reichhaltigen regionalen Kulturen Kultur in einem neuen Europa  mitentwickeln.”

Roma Büro, Ensisheimer Str. 20 , 79110 Freiburg-Mooswald
Tomas Wald (Leiter), Tel  0761 89739820
roma.buero.freiburg@t-online.de
www.roma-buero-freiburg.eu

fluechtlingsheim11sommerfest140725  Jugendliche Roma mit Tomas Wald vom “Roma Büro” am 25.7.2014

Laut Tomas Wald, dem Leiter des Roma-Büros, leben um Freiburg im Frühsommer 2014 bis zu 1400 Roma, davon sind ca 700 von Abschiebung bedroht. Das Roma-Büro widmet sich primär den jugendlichen Roma – ca 200 machen mit.

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Roma, Rotations-Europäer und Flüchtlinge verschwinden aus Kriminalitätsstatistiken
Darüber hinaus berichtet ein glaubwürdiger Polizist aus NRW, dass zuerst die „Zigeuner“ aus dem Berichtswesen verschwunden seien; neuerdings auch Sinti und Roma. Die Rede ist behördenintern von „Rotations-Europäern“ – das sind dann auch Bulgaren und Rumänen, viele Polen und Ukrainer. Ein neuer Begriff – und auch dieses Problem ist verschwunden. ….
Alles von Anabel Schunke vom 15.12.2016 bitte lesen auf
http://www.tichyseinblick.de/meinungen/das-grosse-geheimnis-kriminalitaetsstatistik/
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Roma nach Freiburg locken und dann nichts für sie tun
Der Herausgeber der BZ Herr Dr. Hodeige ist Vorstand des Jugendhilfevereins Freiburg e. V., der diese Familie in Freiburg betreute, und nun auch die Recherchen in Nis angestellt hat. Das soziale Engagement eines der reichsten Bürger Freiburgs ist zu begrüßen. Im Rahmen einer korrekten Berichterstattung hätte man aber auf die Verflechtungen zwischen der BZ und der Familie Amatovic hinweisen sollen. Zur Vollständigkeit des Bildes über die Familie Amatovic gehört, dass sie auch in Freiburg keine eigene Wohnung hatte, sondern im Flüchtlingslager St. Christoph außerhalb der Freiburger Wohnbebauung gemeinsam mit 200 anderen Romaflüchtlingen hausen musste. Vor allem das Engagement der Freiburger Stadtverwaltung unter OB Dr. Salomon waren nur Lippenbekenntnisse. Denn für eine gute Integration der Kinder in Freiburg wäre eine Wohnung in gutbürgerlicher Lage mit Nachbarn notwendig gewesen, die der Familie Vorbild und Hilfe hätten leisten können, um sich in Deutschland zu integrieren.
Es kann den Grünen vor Ort daher nur darum gegangen sein, den 18. März abzuwarten, um die Familie dann los zu werden. Nur hätte die Familie dann auch keine bessere Unterkunft gehabt, weil sich von den Unterstützern auch niemand für die Verhältnisse in Serbien verantwortlich fühlt. Die Forderung nach einem Winterabschiebestopp ist daher Augenwischerei. Denn nach diesem Winter kommt in 9 Monaten der nächste Winter. Auch die dauerhafte Aufnahme in Deutschland ist keine Lösung. Denn schon jetzt hat die äußerst schleppende Abschiebepraxis wie z. B. bei der Familie Amatovic Vorbildcharakter für viele Menschen auf dem Balkan. Aus dem Kosovo sind allein am Montag 800 Flüchtlinge in Bayern angelangt. 
http://www.sueddeutsche.de/bayern/fluechtlinge-aus-kosovo-in-bayern-wir-sind-nicht-das-sozialamt-vom-balkan-1.2344485
Laut Deutscher Botschaft ist dort gerade eine Massenflucht im Gange. Monatlich dürfen wir zwischen 25.000 und 30.000 Flüchtlingen rechnen, die sich die schwerfällige Abschiebung von Roma in Deutschland zu Nutze machen, und bei uns Asyl beantragen wollen.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_72836730/deutsche-botschaft-warnt-vor-asyl-lawine-aus-dem-kosovo.html
Angesichts der Armut in ihrer Heimat sind die zu erwartenden jahrelangen Geldzahlungen in Deutschland ein wirtschaftlich hoch attraktives Angebot, um der Not zuhause wenigstens zeitweise zu entfliehen.
Auch für diese Menschen hat die Stadtverwaltung keine Vorsorge getroffen, um sie ordnungsgemäß unterzubringen, obwohl man sie mit dem Einsatz für die Familie Amatovic selbst angelockt hat. Die BZ hat diese mangelhafte Vorbereitung bisher noch nicht kritisiert. Will der OB etwa warten, bis Tausende Roma auf der Kaiser-Joseph-Straße campieren müssen, bevor ihm einfällt, dass diese Menschen bei uns einen Rechtsanspruch auf eine Unterkunft haben?

Die Befürworter von Armut als Asylgrund, auch jene die nur Einzelfälle bei uns behalten möchten, haben sich noch keine ausreichenden Gedanken darüber gemacht, was sie mit ihrer Forderung anrichten. Es wird daher höchste Zeit, dass da endlich mal einer aufwacht, und neue Massenunterkünfte organisiert. Wir könnten sie schon in ein paar Tagen benötigen.
11.2.2015, Rainer Brombach

 

Mitte-Studie: Rechtsextremismus insgesamt nimmt ab, Ressentiments gegen bestimmte Gruppen nehmen zu
Die Rechtsextremismus-Studie “Die stabilisierte Mitte” der Universität Leipzig kommt zu zwei Ergebnissen: Einerseits nimmt die Zustimmung zu rechtsextremen Positionen in Deutschland erfreulicherweise ab. Andererseits aber nehmen die Ressentiments gegenüber bestimmten Gruppen wie Muslimen, Sinti/Roma und Asylbewerbern zu:

Auszug aus der “Mitte-Studie” der Universität Leipzig
Islamfeindschaft 2009* 2010* 2011* 2014
Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. 21,4 26,1 22,6 36,6
Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land. 32,2 38,9 30,2 43
Antiziganismus 2009* 2010* 2011* 2014
Ich hätte Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma in meiner Gegend aufhalten. - - 40,1 55,4
Sinti und Roma sollten aus den Innenstädten verbannt werden. - - 27,7 47,1
Sinti und Roma neigen zur Kriminalität. - - 44,2 55,9
Abwertung von Asylbewerbern 2009* 2010* 2011* 2014
Bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat großzügig sein. (hier: Prozentsatz der Ablehnung) - - 25,8 76
Die meisten Asylbewerber befürchten nicht wirklich, in ihrem Heimatland verfolgt zu werden. - - 46,7 55,3
Angaben in Prozent

 

Die stabilisierte Mitte – rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2014
“Im Rahmen der sozialpsychologischen “Mitte-Studie” an der Universität Leipzig werden seit 2002 im Zwei-Jahres-Rhythmus repräsentative Erhebungen zur rechtsextremen Einstellung in Deutschland durchgeführt. Die aktuelle Publikation präsentiert Ergebnisse aus der Befragung im Jahr 2014 und vergleicht sie mit den Studienergebnissen der letzten zwölf Jahre. ….”
4.6.2014, http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/nachrichten.html?ifab_modus=detail&ifab_id=5531

Nur Offenheit hilft weiter
Die Ergebnisse der Mitte-Studie sind traurig und bestürzend. Da hilft aber kein Beschuldigen, Verschleiern, Wegreden, Verhöhnen, Resignieren usw., auch keine Ausländerfeindlichkeits-Keule. Da hilft nur Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz: So sollte man Statistiken veröffentlichen, welche die Kriminalität bezogen auf Roma, Türken, Asylbewerber, UMFs, Extremisten, … veröffentlichen. Nicht um Randgruppen pauschal zu verunglimpfen, sondern um Vorurteile abzubauen. Und wenn sich herausstellen sollte, dass z.B. Roma an Diebstahldelikten häufiger beteiligt sind als der Durchschnitt (was ich im übrigen bezweifle), dann ist eben daran zu arbeiten, dass diese Statistik im Folgejahr besser und im übernächsten Jahr noch besser aussieht. Nur so kommen wir weiter mit der Intention, Rassismus und  Intoleranz zu bekämpfen.
4.6.2014, Alex Baumann

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Armutsflüchtlinge oder Arbeitsmigranten?
Sind Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien – darunter viele Roma – Armutsflüchtlinge oder Arbeitsmigranten?

Unumstritten ist: Hochschulabsolventen und qualifizierte Facharbeiter, die aus Rumänien und Bulgarien nach Deutschland kommen, schwächen mit ihrem Wegzug die Herkunftsländer sehr. Dadurch wird die Kluft zwischen reichen und armen EU-Staaten weiter vergrößert.

Umstritten ist: Setzt mit der Öffnung des Arbeitsmarktes zum Jahresbeginn 2014 eine Einwanderung in unsere Sozialsysteme ein? Dies vor dem Hintergrund, dass oftmals das Kindergeld für ein Kind in Deutschland über dem Monatseinkommen der gesamten Familie in Rumänien liegt.
Ende 2012 haben rund 90% der beim Jobcenter in Duisburg und Dortmund gemeldeten Rumänen und Bulgaren keine abgeschlossene Berufsbildung und somit kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Einer sozialpflichtigen Beschäftigung gehen nur 10.8% (in Duisburg) und 14.8% (in Dortmund) nach – so der Soziologe Stefan Böckler von der Stabstelle für Informationslogistik in Duisburg (Der Spiegel, 2/2014, Seite 26).
7.1.2014

40000 Roma leben in Deutschland von Hartz IV. Bis Ende 2014 wird diese Zahl auf 98000 ansteigen.
13.1.2014, www.hartaberfair.de

 

Reintegrationsprogramm NRW: 5000-Flüchtlinge-Dorf für 20 Mio DM gebaut

Unter Clement und Rau wurde ein festes Dorf für 5000 Flüchtlinge mit aller Infrastruktur für 20 Millionen Mark gebaut bei Skopje.
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_II/II.2/Suche/Landtag_Intern/Suchergebnisse_Landtag_Intern.jsp?w=native(%27+(+ID+ph+like+%27%27LI930335%27%27++)%27)&order=native(%27ID(1)%2FDescend+%27)&view=detail
Die Probleme dabei:
a) Für 20000 Flüchtlinge war/ist Bedarf – die sozialer Unmut und Neid der 15000 Ünberücksichtigten nahm zu.
b) “So tolle Mobilhome-Häuser kostenlos aus Deutschland”. Also: Auf nach Deutschland.
b) Auch das gebaute Dorf verslumt zunehmend.

 

 

12 Mio Roma leben in Europa

Zwischen 10 und 12 Mio Roma leben seit über 1000 Jahren in Europa – mehr als Österreich Einwohner hat. Roma sind die größte Minderheit in der EU. In 2012 hat Bundeskanzlerin Merkel ein Mahnmal für die in der NS-Zeit ermordeten und verfolgten Sinti und Roma eingeweiht. Roma-Bevölkerung im Jahr 2012 (%-Anteil an der Gesamtbevölkerung) – Quelle: Europarat: Rumänien 1.900000  (9.0%) Bulgarien 750000 (9.9%) Ungarn 750000 (7.5%) Spanien 750000 (1.6%) Serbien 600000 (8.2%) Slowakei 490000 (9.0%) Frankreich 400000 (0.6%) Großbritannien 225000 (0.4%) Tschechien 200000 (1.9%) Kosovo Mazedonien 197000 (9.6%) Griechenland 175000 (1.6%) Italien 150000 (0.3%) Albanien 115000 (3.6%) Deutschland 105000 (0.1%)

Roma wurden und werden in Rumänien wie Bulgarien unterdrückt – gegen bestehendes EU-Recht. Dennoch wurden diese beiden Länder in die EU aufgenommen.
Für Roma von der EU bereitgestellte Milliardenbeträge zur Integration in deren Heimatländern werden NICHT abgerufen aus Brüssel. Ein Grund ist die Befürchtung z.B. in Rumänien, dass es dann in den Roma-Slums komfortablere Unterkünfte geben würde als in den anderen Wohnbezirken.

 

Istvan Forgacs: Das sage ich euch als Zigeuner

István Forgács ist Ungar und Roma. Er sagt, sein Volk finde nur aus dem Elend heraus, wenn es sich ändere. Und dass einige Vorurteile stimmten. ….. István Forgács glaubt, dass sich die Roma ändern und das Vertrauen der Gesellschaft wiedergewinnen müssten. “Sie lechzt nach positiven Erfahrungen.” Auch den schlimmsten Feind müsse man überzeugen. Aber das gehe nur von Gemeinde zu Gemeinde, von Familie zu Familie. Warum, fragt Forgács, sammeln die Roma irgendeines Dorfes nicht den Müll in ihrer Siedlung auf, um zu zeigen, dass sie sich kümmern? Warum bauen sie nicht einen Spielplatz, anstatt darauf zu warten, dass der Bürgermeister einen baut?  … Das “ganze Roma-Problem”, diese zehn bis zwölf Millionen Schicksale in Europa, sei ohnehin unlösbar. Es sei ja schon in Ungarn nicht zu lösen. “Man kann nicht einfach 800.000 Leute in eine Gesellschaft hineindrücken. Die Inklusion muss zwischen zwei Ortsschildern stattfinden.” Dem Ortseingang und dem Ortsausgang nämlich. In einer Kleinstadt in Ungarn, Rumänien oder Deutschland…… Alles vom 28.2.2013 bitte lesen auf http://www.zeit.de/2013/10/Roma-Kritiker-Forgacs

Bauen wir etwas auf
István Forgács, unabhängiger Experte für Romaangelegenheiten, macht in einem Beitrag auf die drängenden Probleme seiner Volksgruppe aufmerksam.

Ich gehöre nicht zu Euch, wenn Ihr glaubt, dass es ein kulturelles Recht und einen Wert darstellt, früh Kinder zu kriegen und diese in einer Welt von Elend groß zu ziehen. Ich gehöre nicht zu Euch, wenn es darum geht, die Gewalt in der Familie im Zigeunerghetto zu ignorieren, oder nichts davon wissen zu wollen, wie viele Findelkinder oder vorbestrafte männliche Zigeuner es in Baracska gibt. Ich gehöre nicht zu Euch, wenn bei einer Zusammenkunft davon gesprochen wird, dass die Mehrheitsgesellschaft nur aus verfluchten Rassisten besteht, und ich gehöre auch dann nicht zu Euch, wenn Ihr meint, wir müssten eine Schicksalsgemeinschaft mit anderen Minderheiten eingehen. Seien es Minderheiten im Bezug auf ihre Religion, ihre Ethnie oder ihrer sexuellen Orientierung. Ich gehöre auch nicht zu Euch, wenn Ihr mit Unverständnis darauf reagiert und fragt, warum ich nicht im Ghetto aufgewachsen bin, oder weshalb ich in der Schule auch nie schlechtere Zensuren bekommen habe, nur weil ich zufällig als Zigeuner geboren wurde. Ich bin keiner von Euch, weil in mir keine echte Wut gegenüber den Nichtzigeunern herrscht; auch keine solche, in die mich selbst hineinsteigeren.

Ich gehöre zu Euch, sobald Ihr versteht, dass die Nichtzigeuner die einzig mögliche Lösung für die gesamte ungarische Gesellschaft, vor allem aber für die Zigeuner sind. Ich sage das deshalb, weil die Nichtzigeuner über all die Resourcen verfügen, auf die wir selbst auch angewiesen sind, oder auf die wir angewiesen wären. Aber wir kommen nicht dran, weil unser Vater oft genug die Sozialhilfe versäuft. Oder der Zinswucherer unsere Mutter verprügelt. Oder unsere große Schwester wegen der Schulden nach Holland verschleppt wird. Oder die für uns so nette Lehrerin von der Mutter des Banknachbarn jede Woche vor der Schule verprügelt wird. So viele von Euch verleugnen das, aber das ist der Grund, warum wir nicht zu den  Resourcen gelangen. Heute sind wir es, die sich davon ausschließen. Obwohl wir dringend auf sie angewiesen wäre, anders gelangen wir nirgendwo hin. Das ist es, was viele Gemeinschaften der Zigeuner verstehen müssten. Wir sprechen von solchen Resourcen, die wir – egal wie viele sie einfordern und wie laut sie es tun – niemals in die Hände bekommen. Weil die Nichtzigeuner sie haben. Und wir können herumschreien oder Drohungen ausstoßen – wir kommen nicht vorwärts.

Bauen wir selbst etwas auf. Die Nichtzigeuner leiten die Städte, sie leiten die Schulen. Sie schaffen Arbeitsplätze, können Arbeitnehmer einstellen, Kredite gewähren. Sie können Häuser verkaufen oder vermieten – an denjenigen, an den sie wollen – als Nachbar verleihen sie ihren Rasenmäher, wenn wir ihn brauchen. Sagt der gesunde Menschenverstand nicht, dass wir versuchen sollten, bestmöglich mit ihnen auszukommen? Wir könnten ein Teil ihres Lebensumfeldes werden, selbst dann, wenn wir uns in bestimmten Dingen uterscheiden, aber auch in einigen Dingen genau so würden wie sie. Die Unterschiede sind angeboren (wir sind eine eigene Ethnie), die Bezugnahme auf die Ähnlichkeiten bedeutet nicht, dass wir unsere eigene Herkunft, unsere ethnische Eigenheit aufgeben, wir können also auch bei der Volkszählung angeben, für was wir uns selbst halten und was wir fühlen. Uns selbst, das Individuum, oder unsere Familie oder Umfeld. Hierfür muss natürlich jeder wissen, wo er seine eigene ethnische Identität findet. Vor allem im näheren Umfeld. Ich glaube aber, dass sie nicht darin liegen kann, dass wir alle gemeinsam auf die Nichtzigeuner wütend sind – auch wenn es tatsächliche oder vermutete Nachteile gibt. Bauen wir selbst etwas auf. Etwas, das der andere Zigeuner auch erreichen möchte, und das ihn dazu bringen könnte, so sein zu wollen, wie wir.  So kann man ein Volk, eine Nation schaffen.“ …. Alles vom 22.10.2011 bitte lesen auf http://hungarianvoice.wordpress.com/2011/10/22/istvan-forgacs-wenn-ihr-die-zigeuner-seid-dann-gehore-ich-nicht-zu-euch/ Quelle: http://hirszerzo.hu/velemeny/2011/10/10/20111010_forgacs_istvan_ciganysag

 

Ausweisung Kosovo: Grandiose Verschwendung von geleisteter Sozialarbeit

Zum wiederholten Mal veröffentlicht die BZ einen Bericht über abgeschobene und “freiwillig ausgereiste” Familien der Roma- oder Ashkali-Minderheiten zurück in das Kosovo. Mich empört so ein Vorgehen von Ausländerbehörden immer wieder. Oft sind die Familien seit 20 Jahren als Asylsuchende infolge von Minderheitenhass, Vertreibung und Ausschreitungen gegen ihre Ethnie in Deutschland. Sie wurden hier geduldet, weil im Kosovo Krieg herrschte. In diesen Jahren sind ihre Kinder hier aufgewachsen. Kindergärten und Schulen nahmen die Kinder auf. Eine große Zahl von Erzieherinnen, Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und Lehrerinnen bemühten sich, die Kinder in unsere Kultur und Sprache einzugliedern. Viele Kinder konnten stabilisiert, begleitet und auf den Stand Gleichaltriger gebracht werden. Dabei standen die “kasernierten” Wohnverhältnisse und der Druck, sich allein zu erhalten in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, immer als erschwerte Faktoren im Blick der Helfer. Die Kinder dieser “Rückgeführten” sprechen deutsch und höchstens englisch, sie fühlten sich in der deutschen Kultur angekommen. Wenn ihnen niemand dort einen Schulbesuch ermöglicht, beginnen die Entwurzelten bei Null, ihnen droht die Verwahrlosung. Wenn es ihnen gelingt, werden sie nach Deutschland zurückkommen . Dann können wir wieder bei Null anfangen. Was für eine grandiose Verschwendung von geleisteter sozialer und pädagogischer Arbeit, nur um künftig die Hälfte an Unterstützung von Erwachsenen, deren Integration leider viel weniger erfolgreich sein konnte, einzusparen! Viele werfen derzeit den Griechen vor, keinen Plan für ihre volkswirtschaftlichen Belange zu haben: Verschwendung hier und Mangel dort. Sind derartige Planlosigkeiten im Umgang mit Bildungs- und Integrationserfolgen nicht auch “griechische Verhältnisse”? Ein Euro, der in die Entwicklung eines Kindes investiert wird, bringt sieben Euro “Rendite”, wenn das Kind als Erwachsener seinen Weg machen kann! 1.7.2011, Ute Hertel aus Freiburg Blendet der Bericht von Cedric Rehman Teile der Realität aus? Das Schicksal der Kosovo-Flüchtlinge berührt jeden fühlenden Menschen. Dennoch sind Fragen zum Text von Cedric Rehman angebracht. Er beklagt, dass die ca. 20-Jährigen „Kinder“ Adnan, Tina und Beshirage Hajreczi nicht auf die Schule gehen und den Abschluss machen können, weil sie kein albanisch lönnen und die Geburtsurkunden in Deutschland sind. Sie haben also in dem fast einen Jahr im Kosovo noch kein Albanisch gelernt. Ist das auch die Schuld der Deutschen? Und sollte es nicht möglich sein, an die Geburtsurkunde heranzukommen, wenn sie denn nötig für den Schulbesuch ist, wo doch die Hajreczis Briefe an Anwälte und Bürgermeister in Deutschland schreiben? Im Haus von Albina Kruaziu kriechen laut Cedric Rehmans Bericht zwar Skorpione und rote Ameisen aus dem Boden, aber: „Seit der Computer vor dem Schimmel kapituliert hat, hat sie keinen Kontakt mehr nach Kappel.“ In diesem Haus konnte man also offenbar einen Computer mit Internetanschluss betreiben. Ich fürchte, der Bericht von Cedric Rehman blendet Teile der Realität aus. 21.6.2011, Blog von Martin Mattmüller “Geboren in Deutschland”, Beitrag von Cedric Rehman (Die dritte Seite, 21. Juni) http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/geboren-in-deutschland-ausgewiesen-ins-kosovo–46574667.html

 

Empört Euch: Buch des 93jährigen Stéphane Hessel über Roma und Gaza

Im Alter von 93 Jahren, “wenn das Ende nicht mehr sehr fern ist”, wie er schreibt, hat Stéphane Hessel noch einmal zur Feder gegriffen, um aus der Erfahrung seines Lebens als ehemaliger Widerstandskämpfer, Überlebender des KZ Buchenwald, Ko-Autor der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und Anwalt der Entrechteten einen Aufruf an die heutige Generation zu richten. Gründe zur Empörung habe er sein ganzes Leben lang gesehen, und er sieht sie heute noch zur Genüge: die Behandlung von Ausländern, das Schicksal von Einwanderern ohne gültige Papiere, dass Los der Roma, die Aushöhlung sozialer Rechte, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Diktatur der internationalen Finanzmärkte und den Zustand der Erde. “Schauen Sie sich um”, wendet er sich insbesondere an die Jugend, “Sie werden allenthalben Dinge vorfinden, die Ihre Indignation rechtfertigen.” Alles von Hans-Hagen Bremer vom 5.1.2011 bitte lesen auf http://www.badische-zeitung.de/literatur-1/st-phane-hessels-vermaechtnis–39575088.html Stéphane Hessel, Indignez-vous! Empört Euch!, 2011, 30 Seiten, 3 Euro Immer wieder entsetzt darüber, was Palästinas Bevölkerung angetan wird Das kleine Heft, welches seit Wochen Frankreich aufwühlt, wohl auch zur rechten Zeit erscheint, in einer Zeit allgemeiner Orientierungslosigkeit und dem Unvermögen der Politik, die Stimmung der Menschen wahrzunehmen, hätte zwar keine ausführlichere, jedoch eine empathischere Besprechung verdient als die von Hans-Hagen Bremer. Ja, Hessel, dieser Großmeister französischer Konfliktdiplomatie, er spricht von den Roma, vom Los der Einwanderer, von der Kluft zwischen Arm und Reich. Wenn ich aber mein Heft aufschlage, finde ich auf den Seiten 37/38, was bei diesem außergewöhnlichen Humanisten seine wichtigste Empörung hervorruft, nämlich Palästina und der Gazastreifen. In Freiburg, wo der OB kürzlich die NAKBA-Ausstellung in städtischen Bibliotheksräumen “wegen Unausgewogenheit” verbieten wollte, scheint mir dies eine Nachricht wert. In Straßburg wird kein OB zu erwartende “unausgewogene” Worte des großen alten Mannes zu verhindern versuchen. Hessel war, seit der israelischen Massaker in Gaza vor zwei Jahren, bereits zweimal in Gaza. Er berichtet immer wieder von seinem Entsetzen darüber, was der Bevölkerung Gazas angetan wurde, über dieses ungesühnte Verbrechen eines Staates gegen ein Volk. Leserbrief vom 21.1.2011 von Günter Schenk, Straßburg

 

Auf der Suche nach Heimat: Die Romareisen

Mehr als 600 Jahre zogen die Roma und Sinti kreuz und quer durch Europa. Nirgendwo konnten sie richtig sesshaft werden, vielleicht auch, weil keiner sie haben wollte. Ein heimatloses Volk, das in der NS-Zeit der brutalen Verfolgung und Vernichtung ausgesetzt war. 20 Millionen Roma und Sinti, so wird geschätzt, leben heute über den Erdball verstreut — viele sind staatenlos, viele sind rechtlos. Cia Rinne und der Fotograf Joakim Eskildsen haben die Spuren der Ausgegrenzten gesucht und sind ihnen unter anderem nach Ungarn, Rumänien, Finnland, Russland und Indien gefolgt. Sechs Jahre waren sie unterwegs, und haben in sieben Ländern recherchiert. Sie haben monatelang bei den Familien gewohnt und mit ihnen den Alltag geteilt. Intensiver kann man kaum Menschen kennenlernen. “Romareisen” nannten sie das opulente Buch, in dem sie alles Erlebte dokumentierten. Es sind mehr als 300 Fotos entstanden, die eindrucksvoll die Lebenswelt der Roma zeigt: Frauen, die in ihren bunt dekorierten Küchen stolz posieren; Männer, die mit altertümlichen Pferdefuhrwerken auf dem Feld ihrer Arbeit nachgehen. Die Fotos zeigen aber auch hoffnungsfrohe junge Menschen, die scheinbar trotz ihrer widrigen Lebensumstände der Zukunft etwas Positives abgewinnen wollen. Eskildsens Beobachtungen und seine Fotos sind manchmal fast intim, aber sie wirken immer realistisch. Die Bilder zeigen nüchtern und ganz ohne Sozialromantik die Bescheidenheit, das Glück oder das Elend der Gastgeber. Cia Rinne schrieb dazu sehr persönliche, leidenschaftliche Texte über ihre Begegnungen mit jenen Menschen, die auch in Europa noch vor nicht allzu langer Zeit noch als “Zigeuner” beschimpft und diskriminiert wurden. Wolfgang Grabherr, 22.12.2007, BZ Cia Rinne/Joakim Eskildsen: Die Romareisen. Steidl Verlag Göttingen, 2007. 396 Seiten, 329 Fotos, mit einem Vorwort von Günter Grass, inkl. CD mit Sprach- und Musikaufnahmen aus sieben verschiedenen Ländern, 60 Euro.

 

Musik trägt zur Integration bei

Die wunderschöne, melancholische, wilde und energiegeladene Musikkultur der Roma kann meiner Meinung nach viel zur Integration der Roma beitragen. Ihre musikalischen Einflüsse reichen von Indien über den Balkan bis hin nach Spanien. Die Roma haben über die Jahrhunderte die Musik Europas beeinflusst und es wie kaum ein anderes Volk verstanden, verschiedene Stile in ihre Art des Musizierens zu integrieren. Der weltbekannten Zigeunerjazz z. B. von Django Reinhard, hat dem Jazz wichtige Impulse gegeben. Auch heute noch lebt eine entwicklungsfähige Roma-Musikkultur. Es findet z. B. jedes Jahr im Sommer ein großes Festival in Svojanov auf einer Burg in Tschechien statt. Vor dem Festival werden Musik – Tanz – Rhythmus- und Sprach Workshops für Gajos (Nicht-Roma) und Romas angeboten. Hier treffen sich Jugendliche aus Europa, Amerika und Hawaii, um die Kultur der Roma zu erlernen. Kinder aus Romasiedlungen werden hierzu eingeladen und finanziell unterstützt. Das Ganze wird organisiert von Miret, einer nicht kommerziellen Initiative aus Tschechien, die es sich zum Ziel gesetzt, hat die künstlerische Entwicklung junger Roma zu fördern. Initiatorin war die Sängerin Ida Kelarova, die in ganz Europa sehr erfolgreich Gesangskurse leitet und auf diesem Weg viele Menschen für die Kultur der Roma begeistert hat. “Open your voice, open your heart and sing” , ist ihre Philosophie. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen diese Erfahrung machen können. Ida und auch andere Roma Musiker kommen jedes Jahr nach Freiburg um hier mit uns zu singen und uns ihre Kultur näher zu bringen. Es ist für mich ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis der Kulturen untereinander. BZ-Leserbrief vom 24.2.2007 von Rolf Grillo, Freiburg, Institut Rhythmik & Percussion

 

600 Roma in Freiburg registriert – Appell

In der Stadt Freiburg leben ca. 600 registrierte Roma; die große Mehrheit davon ist von der Abschiebung in den Kosovo betroffen. In Baden-Württemberg leben mehr als 8.000 Angehörige der ethnischen Minderheiten aus dem Kosovo. Die deutschen Innenminister haben seit dem Mai 2005 die Abschiebung in den Kosovo freigegeben. Ab 2006 ist keine zahlenmäßige Begrenzung mehr vorgesehen. Viele dieser Roma-Angehörigen sind seit langen Jahren in Freiburg. Eine Studie der EU zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat gerade festgestellt, dass die Roma die ‚am stärksten diskriminierte Minderheit’ in Europa ist. Die europaweit zu belegenden Ungerechtigkeiten, die seit Jahrhunderten dem Volk der Roma zugefügt werden; sind zahlreich: Diskriminierung, Ausgrenzung, Vertreibung, Verfolgung, Totschlag. So sind zur Zeit von den zweihundertachtzigtausend Roma-Angehörigen Im Kosovo nur noch acht- bis zehntausend geblieben, die, in Ghettos gepfercht, zu überleben versuchen; der Großteil hat, verfolgt vom Hass und den Gewalttätigkeiten der Serben und Albaner. die Flucht ergreifen müssen. Die Kfor-Soldaten waren und sind nicht in der Lage, sie vor dem doppelten Hass zu schützen, sei es, weil sie überfordert sind, sei es, weil wieder einmal den Angehörigen des Roma-Volkes Schutz verweigert wird. Die politische Zukunft des Kosovo ist unklar: die Verhandlungen werden auf die Unabhängigkeit des Kosovo hinaus laufen, für die Roma wird es darin keinen anerkannten Platz geben. Vor diesem Hintergrund rufen wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner die Stadt Freiburg und die Bevölkerung auf, mutige politisches Zeichen zu setzen. Der im Nationalsozialismus erfolgte Völkermord der ethnischen Minderheiten hat bislang keine Wiedergutmachung gefunden. Die Verfolgung der Roma-Gruppen ist vielmehr nach dem 2. Weltkrieg in Europa fortgesetzt worden. Auch heute und angesichts der gefahrvollen Situation im Kosovo sollte es sich von selbst verstehen, für ein Bleiberecht der Roma einzutreten. Auch die Kommunen selbst sind aufgefordert, sich aktiv für ein Bleiberecht der Minderheiten aus dem Kosovo einzusetzen. Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg auf, alles mögliche zu unternehmen, das geeignet ist, Menschen die in unserer Stadt Zuflucht vor Verfolgung und Diskriminierung gefunden haben, nicht in eine Zukunft zu schicken, in der ein erneuter Leidensweg absehbar ist. Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg insbesondere für die im alleinigen Zuständigkeitsbereich der Stadt befindlichen Roma und anderen Minderheiten aus dem Kosovo auf, sich gegenüber den Landes- und Bundesbehörden für ein Bleiberecht einzusetzen. Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg auf,  alle von dieser Abschiebung bedrohten Personen eingehend zu beraten und ihnen die erforderlichen Hilfen zur Verfügung zu stellen. Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg auf, gemeinsam mit anderen Initiativen und Kommunen – für ein Aufenthalts- und Arbeitsrecht für diese Gruppen einzutreten. Wir rufen die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, ein Verständnis für die Problematik dieser ethnischen Minderheiten entwickeln und die z.T. seit vielen Jahren in der Stadt lebenden Familie aktiv zu integrieren: hierzu gehören u.a. allgemeine Wohn-, Bildungs- und Arbeitsverhältnisse. Erstunterzeichner/-innen: Prof. Dr. Cornelia Helfferich (Evangelische Fachhochschule Freiburg), Prof. Dr. Günter Rausch (Evangelische Fachhochschule Freiburg), Martin Höxtermann, Journalist, Virginia Edwards-Menz, Friedensforum, Christine Sander-Haller, Ärztin für Psychiatrie, Dr. Hennes Haller Arzt für Neurologie, Frieder Haller, Schüler, Marlu Würmell-Klauss (Städtepartnerschaftsvereins Freiburg Wiwili), Martin Klauss (RUNDER TISCH Hartz IV und lisst), Birgit Jung, Traute Hensch, Verlegerin, Ursula Biermann Wissenschaftsjournalistin, Angela Furmaniak, Rechtsanwältin, Die Straßenzeitung FREIeBÜRGER(Uli Herrmann), Gregor Mohlberg (Linkspartei), Wolfgang Rohm (technischer Assistent an der Uni Freiburg), Radio Dreyeckland (Michael Menzel), Astrid Engin-Kerner (Psychologin), Ingrid Wagner (Erwerbslosenausschuss Südbaden verdi), Nils Kleemann, Sissi Walther-Kligler Dipl.Kfm. (Bürger helfen Bürgern e.V.), Veronica Treiber, Dipl. Soz.arb. (FH), FRIGA e.V, Cornelia Andresen(Forum Zuwanderung), Harald Schandl, Rechtsanwalt, Tilman Spengler, Ambach, Schriftsteller, Bodo Kaiser,Filmemacher Günter Grass, Schriftsteller zweite Runde an: MigrantInnenbüro, Wilhelmstr. 20 , migrantenbeirat@stadt.freiburg.de hier gilt eine Rückmeldung für Unterschriften bis Mitte Jan. 06 http://www.unabhaengige-listen-freiburg.de/themen/kultur_und_migration/roma-apell , 3.1.2006

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