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Blick auf Yazd von den Tuermen des Schweigens aus am 13.10.2014

Blick auf Yazd von den Tuermen des Schweigens aus am 13.10.2014

 

Der Iran – doppelt so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen.

 

Vergewaltigung einer Frau für den fünften Hotelstern
In der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Mahabad im Nordwesten Irans hat sich die 25-jährige Farinaz Khosravani am 5.5.2015 aus dem vierten Stock des Tara-Hotels gestürzt – mit vier Sternen das beste Haus in der 250.000-Einwohner-Stadt. Das Zimmermädchen hatte versucht, vor der Vergewaltigung durch einen iranischen Regierungsbeamten zu fliehen. Der Beamte habe dem Hotelbesitzer versprochen, für einen fünften Stern zu sorgen, wenn er ihm den Aufenthalt im Hotel Tara so angenehm wie möglich gestalte. Daraufhin hat die aufgebrachte Bevölkerung das Hotel in Brand gesetzt.
Im Iran ist Vergewaltigung zumeist straffrei, mehr noch: Zahlreiche Urteile gehen zu Lasten der vergewaltigten Frau, da diese zugelassen habe, die Ehre des Mannes zu beschädigen.
8.5.2015
Mehr auf: http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-kurden-zuenden-nach-tod-eines-zimmermaedchens-hotel-in-mahabad-an-a-1032718.html

“Es ist nicht erlaubt, Geschlechtsverkehr mit der Ehefrau vor der Vollendung ihres neunten Lebensjahres zu haben, sei die Ehe von Dauer oder befristet. Was die anderen Freuden angeht, wie das Berühren mit Lust, das Umarmen und den Schenkelverkehr, so ist dies kein Problem, selbst wenn sie noch ein Säugling ist.”
Ayatholla Kohmeini, oberster Geistlicher der Schiiten
Quelle: Zitiert aus seinem Werk “Tahrir Al-Wasilah” (Band 2, Seite 241 / Buch der Ehe)
.

Frauen im Iran sind rechtlos
Die Behauptung, Frauen würden im Iran “im Alltag weitgehend diskriminiert”, ist völlig unpassend:
Sie sind rechtlos.
Ein Mädchen muss dem Vater gehorchen, als verheiratete Frau dem Ehemann.
Dieser kann ihr das Arbeiten verbieten.
Er kann seine Frau ungestraft mißhandeln oder vergewaltigen.
Die Frau hat kaum Handhabe gegen ihn.
Wird eine Frau beim Fremdgehen erwischt, ist die Todesstrafe durch Steinigung vorgeschrieben.
Fahrradfahren ist Frauen im Iran verboten.
Sie müssen jungfäulich in die Ehe gehen, die Männer nicht.
Frauen im Iran sind nicht frei, ihnen werden die Menschenrechte, über ihren Körper und ihr Leben selbst zu bestimmen, immer noch vorbehalten.”
Barbara Friedrich, 18.4.2015, DER SPIEGEL, Seite 10

Wenn es im Iran einen Umsturz zur Durchsetzung der Allgemeinen Menschenrechte (darin sind die Frauenrechte wie auch die Kinderrechte eingeschlossen) geben sollte, dann wird dieser Umsturz von den Frauen ausgehen (denn diese sind unterdrückt), nicht von den Männern (denn diesen mag es in einer Gesellschaft von Machos, Paschas bzw. Prinzen gut gehen).

 

Ajatollah Khamenei hetzt auf Twitter gegen Israel
Der Hass auf Israel gehört zur Staatsdoktrin der Islamischen Republik Iran. Als oberster Führer des Landes hat Ajatollah Ali Khamenei nie ein Hehl daraus gemacht, dass er den jüdischen Staat verachtet und vernichten will. Doch nun hat das Staatsoberhaupt mit einer Hetztirade auf Twitter eine neue Eskalationsstufe erreicht …. als er Israel unter anderem als “barbarisches, wölfisches und Kinder mordendes Regime” brandmarkte. Zum Abschluss und Höhepunkt der Kampagne veröffentlichte der offizielle Account Khameneis einen Neun-Punkte-Plan für die Auslöschung Israels. Der Plan sei ein “praktischer und logischer Mechanismus” für die Eliminierung des israelischen Regimes, lobte sich der Ajatollah ganz unbescheiden. Es müsse ein Referendum geben, bei dem alle Muslime, Christen und Juden abstimmen dürften, die einst in Palästina lebten. Khamenei bleibt hier ungenau, aber offenbar geht es ihm hier um die Menschen und ihre Nachfahren, die vor der israelischen Staatsgründung 1948 in Palästina ansässig waren. Die jüdischen Einwanderer, die seither nach Israel kamen, dürften natürlich nicht abstimmen, so Khamenei. Nach dem Referendum müsse dann die neue Regierung entscheiden, was mit den Juden passieren solle, ob sie also in Palästina bleiben dürfen, oder in ihre “Heimatländer” zurückkehren müssen…. Khamenei stellt klar: “Wir empfehlen keinen klassischen Krieg seitens einer Armee muslimischer Staaten. Und wir empfehlen auch nicht, eingewanderte Juden ins Meer zu werfen.” …..
Alles vom 11.11.2014 bitte lesen auf
http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-ajatollah-khamenei-hetzt-auf-twitter-gegen-israel-a-1002162.html

 

 

Korruption der Ayatollahs – vor Wasser und Frauen das größte Problem im Iran

Das Grundwasser muß aus immer größeren Tiefen hochgepumpt werden, denn immer mehr Flüsse versiegen komplett. Dem Iran fehlen große Flüsse wie etwa der Nil in Ägypten oder Euphrat und Tigris im Irak.
Die Frauen unter Schleier schaffen sich durch Facebook und Internet immer mehr Gehör.
Die unvorstellbare Korruption der ca 70 einflußreichen Ayatollahs greift mehr und mehr um sich und wird zum größten Problem des Landes.

Früher herrschte der Schah mit unvorstellbarem Prunk, heute tun dies die Ayatollahs. Von den ca 1000 Ayatollahs beschäftigen sich die meisten mit dem Islam als Religion, ca 50-70 Personen mit Politik, Verwaltung und Kommerz. Diese haben unvorstellbaren Reichtum angehäuft, unterhalten ein Netz von Beziehungen und Korruption, das das Land überzieht, und kontrollieren die Macht allüberall. Beispiel: Nach der Vertreibubg des Schahs wurden die vielen Luxushotels im Iran verstaatlicht. Den Vorsitz dieser führt ein Ayatollah, der darüber neben der Hotel- auch große Teile der Tourismusbranhe kontrolliert. Er zweigt riesige Summen für sein Privatvermögen ab und ist Chef eines korruptiven Beziehungsgeflehtes – ähnlich einem Maffiaboß. Alles unter dem Deckmantel von Allah und Religion.

Wo die Ayatollahs im Iran wohnen, weiß niemand, es ist streng geheim. Wer im Iran Macht und Einfluß gewinnen will, muß Ayatollah werden: Fünf Jahre Studium in der heiligen Stadt Qom, daran anschließend mindestens sieben Jahre “Lehre” bei einem älteren Ayatollah. In den nachfolgenden Jahren muß man sich dann durch Reden, Lobbyarbeit und Moscheeauftritte um den Aufbau einer eigenen Gefolgschaft bemühen.
Die korruptiven Netze der ca 70 mächtigen Ayatollahs überziehen das dreimal so große Land wie Deutschland mit seinen über 80 Mio Einwohnern wie eine unangreifbare Krake. “Wir werden von 70 Schahs beherrscht”, so war mehrfach zu hören.
22.10.2014

 

 

Iran-Abkommen scheitert an Frankreich – und Israel ist schuld?

Eine traurige Tendenz
…. Und die Badische Zeitung? Ihr fällt Nichts Besseres ein, als ausgerechnet am 9.11.2013, dem 75. Jahrestag der Progromnacht 1938, eine Giftmischer-Karikatur auf den israelischen Ministerpräsidenten zu veröffentlichen – in Missachtung der Realität in Nahost, die weitaus komplexer ist, als sie die alleinige Schuldzuweisung für geplatzte Verhandlungen an Israel darstellt. So war es in diesem Fall Frankreich (leider nicht Deutschland), das die Unterzeichnung eines Zwischenabkommens blockierte, weil der Iran sich weigerte, wichtige Bedingungen einzuhalten. Dass in der veröffentlichten Haitzinger-Karikatur trotzdem der jüdische Staat als Giftmischer dargestellt wird, lässt uns fragen: Können oder wollen Sie nicht verstehen?
16.11.2013, Elisabeth Burkard, Deutsch-Israelische Gesellschaft Freiburg

 

 Karikatur: Haitzinger

Umstrittene Karikatur: Nicht jede Kritik ist Antisemitismus
Die Karikatur von Horst Haitzinger mit Benjamin Netanjahu hat zahlreiche Leser der Badischen Zeitung entsetzt und empört. Sie reagierten in Leserbriefen und Online-Kommentaren. Die BZ antwortet:
Die Badische Zeitung bediene sich antisemitischer Klischees aus der Zeit des Nazi-Regimes und schüre damit Hass auf Juden – dieser Vorwurf wiegt schwer (siehe hierzu die Kommentare auf badische-zeitung.de). Träfe er zu, Redaktion und Zeichner hätten alle Kritik verdient. Wer die Zeichnung (die übrigens in mehreren Zeitungen erschienen ist) unvoreingenommen betrachtet, findet dort weder eine stilisierte Judenfigur noch das – mittelalterliche – Klischee vom jüdischen Brunnenvergifter. Stattdessen versucht dort ein sehr real existierender und real Politik betreibender israelischer Ministerpräsident, die Annäherung zwischen den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat plus Deutschland sowie dem Iran im Atomkonflikt zu verhindern. Exakt das versuchte Benjamin Netanjahu am Freitag vor Erscheinen der Karikatur tatsächlich. Dass es so war, gab er selber bekannt.
Natürlich ist diese Art politischer Diplomatie legitim. Aber ebenso legitim ist die Kritik daran. Nichts anderes hatte unser Zeichner Horst Haitzinger im Sinn. Weil aus seiner Sicht die Lösung des Atomstreits mit dem Iran mehr Frieden brächte, die Beilegung des Konflikts aber seit vielen Jahren erfolglos versucht wurde und auch zuletzt nur sehr langsam voranging, schuf Haitzinger das Doppelwesen der Schnecke mit Friedenstaubenkopf. Es symbolisiert die Annäherung, gegen die Netanjahu mit “Taubengift und Schneckenkorn” zu Leibe rücken wollte. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Sollte jegliche Kritik an Israels Politik gleichgesetzt werden mit Kritik am jüdischen Volk und – gravierender noch – mit Antisemitismus, hieße das im Umkehrschluss, dass Kritik an der Politik der israelischen Regierung prinzipiell nicht mehr möglich wäre. Dies, verehrte Leser, kann weder im Sinne der Demokratie hierzulande noch in Israel sein. Leider ist es für ein Medienhaus auch nicht möglich, die Berichterstattung und Kommentierung nach etwas anderem als an der Aktualität auszurichten. Am 9. November jährte sich die Reichspogromnacht zum 75. Mal. Die BZ erinnerte an dieses furchtbare Ereignis ganzseitig schon in ihrer Freitagsausgabe. Am Samstag waren dann aber die Genfer Atomverhandlungen schlicht eines der Topthemen. So kam es zum zeitlichen Zusammentreffen. Dass dies manche Leser als unglücklich empfunden haben, kann ich nachvollziehen.
Betroffen macht mich etwas anderes: Es ist die kaum versteckte Unterstellung, die BZ hätte in kühler Berechnung genau dieses Datum gewählt, um eine Reihe von angeblich antisemitischen Karikaturen in deutschen Medien fortzusetzen. Tatsächlich hatte die Redaktion beim Auswählen der Zeichnung von den Karikaturen in andren Zeitungen gar keine Kenntnis. Und schon gar nicht wollte es hier eine “unbekannte Provinzzeitung in die Schlagzeilen schaffen”, wie die Jerusalem Post in einem Beitrag über unsere Karikatur spekulierte. Ich kann Ihnen versichern: Weder wünscht sich die BZ solche Schlagzeilen, noch haben wir sie nötig. Wohl wünschen wir uns aber ein gewisses Maß an Fairness auch in der Kritik. Wenn zum Beispiel die Jerusalem Post zwar unsere Stellungnahme einschließlich einer klaren Distanzierung von Antisemitismus abdruckt, aber im Anschluss einen israelischen Experten zu Wort kommen lässt mit der Aussage, es gehöre geradezu zum Wesenskern aller Anti-Zionisten und Israelfeinde, ihren Judenhass zu leugnen, erübrigt sich die weitere Diskussion. In der Hoffnung, mit Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, auch künftig in einem kritischen und konstruktiven Dialog zu verbleiben,
16.11.2013, Thomas Fricker, Stellvertretender Chefredakteur der BZ

Leider wird auch in dieser Stellungnahme von Herrn Fricker nicht geklärt:
1. Warum wird ausgerechnet Israel als Giftmischer dargestellt und nicht Frankreich, das die Unterzeichnung des Zwischenabkommens blockierte, oder die sunnitischen Staaten (allen voran Saudi-Arabien), die sich vehement gegen das Abkommen wandten, oder insbesondere der Iran, der die Bedingungen des Zwischenabkommens nicht einhalten wollte und somit derjenige war und ist, der durch endloses Hinauszögern die Lösungsversuche behindert und lahmlegt während er insgeheim mit seinem Atomprogramm fortfährt?
2. Warum wurde Israel/Netanyahu ausgerechnet als Giftmischer – ein uraltes antisemitisches Klischee – dargestellt? Warum wurde die “Kritik an der Politik der israelischen Regierung” nicht auf andere Weise gezeichnet?
3. Warum wurde ausgerechnet am 9. November eine solche Karikatur veröffentlicht? An dem Tag, an dem in zahlreichen öffentlichen Gedenkfeiern der Pogromnacht von 1938 gedacht und laut “Nie wieder” gerufen wird – und dann durch solche Karikaturen mit antisemitischem Inhalt bewiesen wird, dass offensichtlich nichts aber auch gar nichts verstanden und gelernt wurde. Israel nimmt -im Gegensatz zu vielen deutschen Bürgern – dieses “Nie wieder” zurecht sehr ernst und trifft entsprechende Verteidigungsmaßnahmen, zu denen auch der Versuch gehört, mit allen –diplomatischen – Mitteln zu verhindern, dass ein extremistisches Regime wie das iranische Mullah-Regime, das offen mit der Vernichtung Israels droht, diese Vernichtungsphantasien umsetzen kann.
16.11.2013, Andrea Lauser

Gratismut
Keine Sorge. Das einzige, was Herrn Haitzinger hier droht, sind empörte Lesebriefe. Wehe aber er hätte eine andere Religion kritisiert. Dann hätte er jetzt ein Messer im Bauch oder würde nachts Besuch von einem netten Herren mit einer Axt bekommen. So was nenne ich Gratismut.
15.11.2013, Mehrad
Hysterie birgt langfristig die Gefahr von Unglaubwürdigkeit
Wo hört Israel-Kritik auf, und wo fängt Antisemitismus an? Ich maße mir an, diese 65 Jahre alte Frage aus ebenso langer Beobachtung besser beantworten zu können als ein Durchschnittsbürger, den eine schlecht verstandene Zeichnung in Verbindung mit einem vom Karikaturisten unterschlagenen politischen Hintergrund auf die Barrikaden bringt. Wenn der israelische Ministerpräsident die Genfer Verhandlungen vehement torpediert, dann hat er vermutlich Gründe dafür. Dies ist entweder die bekannte iranisch-israelische Vorgeschichte und/oder die militärischen Informationen, die ihm sein Geheimdienst liefert und über die er sich wohl kaum mit Herrn Haitzinger austauscht. Es ist nicht die Aufgabe eines Karikaturisten zu prüfen, welche Hintergedanken ein politischer Akteur hegt oder wie sein militärischer Informationsstand ist. Er misst ihn lediglich an seinen Worten oder Taten, wobei er nicht berücksichtigt, ob dieser ein Jude oder Chinese ist. So wie sehr viele Leute einen latenten Antisemitismus nicht erkennen (wollen) – wie im Falle Günter Grass – sehen ebenso viele Hypersensibilisierte einen Antisemitismus dort, wo keiner ist – etwa in der BZ-Karikatur. Es ist daher für viele Menschen schwierig, aus Dummheit fahrlässig artikulierten Antisemitismus von gezielt gestreutem zu unterscheiden und gleichzeitig nicht vorhandenen als solchen einzuordnen. Die so genannte Antisemitismus-Keule wird von Antisemiten gerne als Pseudo-Argument ins Feld geführt. Man sollte es diesen Agitatoren aber nicht zu leicht machen. Stete Wachsamkeit ist durchaus zu begrüßen. Hysterie angesichts einer nicht-antisemitischen, nicht-rassistischen und nicht-ausländerfeindlichen Karikatur ist jedoch kontraproduktiv und birgt die langfristige Gefahr von Unglaubwürdigkeit und Peinlichkeit. Si tacuisses, philosophus mansisses. Letztere Bemerkungen richten sich an alle überreagierenden Haitzinger-Kritiker, die einer Netanjahu-Karikatur die gleiche Zulässigkeit absprechen wollen, wie einer Mohammed-Karikatur, wobei dem einen ein religiöser Fanatismus und dem anderen ein “Philosemitismus mit Geschmäckle” zugrunde liegt.
20.,11.2013, Michael Weiss, Freiburg

Das war mehr als eine Geschmacklosigkeit
Die Karikatur von Horst Haitzinger hat meine Familie verletzt und erschüttert. Ich bin erleichtert, dass auch andere Leser von dieser absolut daneben gegriffenen, sarkastischen Darstellung empfindlich getroffen wurden. Ich kann voll und ganz die zwei am 16. November unter “Forum” veröffentlichten Kritiken an dieser Karikatur verstehen.
Ich kann aber auch die Stellungnahme von Thomas Fricker mit seinem Versuch der Schadenbegrenzung verstehen. Auch ich bin davon überzeugt, dass die BZ keinen Antisemitismus darstellen will, sonst hätten wir diese Zeitung schon abbestellt. Aber es zeugt doch von einer grandiosen Naivität, am 9. November, diesem leidvollen, geschichtsträchtigen Tag, einen Mann jüdischen Glaubens als Giftmischer darzustellen. Das ist mehr als eine Geschmackslosigkeit. Ich meine, diese Darstellung hätte am 9. November mit etwas mehr Sensibilität unter keinen Umständen veröffentlicht werden dürfen. Das hat nichts mit unterdrückter Kritik zu tun. Die Kritik darf, auch beißend, erfolgen. Sie sollte sich aber an unseren in unserer Geschichte so mühsam erreichten Werten, an unserer Würde, an der Ehrfurcht vor dem Leben messen lassen. Und in dieser Hinsicht ist die Karikatur, auch noch zu diesem Zeitpunkt, ein Skandal, über den sich jede weitere Besänftigung erübrigt.
20.11.2013,  Prof. Dr. Ulf Stein, St.Peter

All das ignorierte der Karikaturist Haitzinger am 9. November 2013
Die Badische Zeitung kann Israel so viel kritisieren, wie sie will, und sie tut es schließlich auch. Niemand verbietet Ihnen irgendwas. Aber so wie eine Zeitung Kritik üben darf, dürfen die Leserinnen und Leser auf diese Kritik kritisch reagieren. Am 9. November 2013 machte die BZ in einer Karikatur den einzigen jüdischen Regierungschef im Konflikt des Nahen Ostens zum alleinigen Sündenbock, der mit Gift Frieden und Annäherung verhindert! Kein Hinweis darauf, dass einige islamistische Diktatoren Israel mit der Vernichtung drohen. Kein Hinweis darauf, dass Minister der Hamas Juden als Ratten und Bakterien bezeichnen, die ausgerottet gehören, so wie es einst die Nationalsozialisten taten. Kein Hinweis darauf, dass sich seit über 60 Jahren der Staat Israel in einem Krieg befindet, der mit Terror geführt wird, in dem regelmäßig Raketen auf das kleine Land fliegen und an dessen Ende die Aggressoren nur die totale Vernichtung Israels akzeptieren können. All das ignorierte der Karikaturist Haitzinger am 9. November 2013 und machte den jüdischen Regierungschef zum alleinigen Sündenbock. Können Sie wirklich nicht erkennen, was daran grenzwertig ist?
20.11.2013,  Gerd Buurmann, Köln

 

 

Israel-Gedicht von Günter Grass

Was gesagt werden muß
Das Gedicht von Günter Grass über die Atommacht Israel und die Bedrohung für den Iran.

“Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten –
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt “Antisemitismus” ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?

Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir – als Deutsche belastet genug –
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.”

Veröffentlicht von Günter Grass am 4.4.2012 auf www.sueddeutsche.de

 

Stammtischparolen
“Schon der Titel ,Was gesagt werden muss’ lässt wegen der Nähe zu Stammtischparolen schaudern. Günter Grass wird zu Recht wegen seines Textes angegriffen. Es geht nicht darum, dass ein Deutscher nicht Israel kritisieren dürfte, sondern um seine klischeehafte und faktisch teilweise falsche Darstellung. Er hat sich, Deutschland und Israel geschadet. Auch wenn ihn echte Sorgen getrieben haben sollten, war das falsch.”
Westdeutsche Zeitung, 5.4.2012, www.waz.de

Es braucht keinen Mut
“Grass hat zweifellos recht, wenn er darauf hinweist, dass Israel selbst ohne internationale Kontrolle über Atomwaffen verfügt. Der Unterschied zu einem nach Atomwaffen strebenden Iran besteht jedoch darin, dass Israel seine Nachbarn nicht vernichten will, Irans Präsident Ahmadinedschad aber genau dies Israel angedroht hat. Niemand kann Grass verbieten, seine Gedanken zu äußern. Es gehört auch kein Mut dazu: Was er glaubt sagen zu müssen, darf gesagt werden. Auch wenn es im Kern Unsinn ist.”
Augsburger Allgemeine, 5.4.2012, www.augsburger-allgemeine.de
Der Luther unserer Tage?
o kann und darf sich der Täter von einst, mit 17 Mitglied in der SS-Division Frundsberg, endlich als Opfer fühlen: als “Überlebender” eines atomaren Erstschlags “jenes anderen Landes”, das beim Namen zu nennen das Ich dieses Gedichts sich bisher “untersagt” hat. Womit Günter Grass – darauf hat Frank Schirrmacher, der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in einer hellsichtigen Analyse des Gedichts hingewiesen – den Überlebenden des Holocaust nicht nur diesen Titel stiehlt, sondern auch das mit ihm verbundene moralische Mandat.
Alles von Bettina Schulte vom 7.4.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/kultur/der-luther-unserer-tage–58020052.html 

Es ist ein Machwerk des Ressentiments,
es ist, wie Nietzsche über das Ressentiment sagte, ein Dokument der
„imaginären Rache“ einer sich moralisch lebenslang gekränkt fühlenden Generation. Gern hätte er, dass jetzt die Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel denn kritisieren dürfe. Die Debatte aber müsste darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein fünfundachtzigjähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.
Komplette Analyse von Frank Schirmmacher in der FAZ vom 4.4.12012 auf
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-israel-gedicht-von-grass/eine-erlaeuterung-was-grass-uns-sagen-will-11708120.html

Günter Grass zum 2.Mai zum “Wutbürger der Woche” gekürt
In der Grass’schen Projektion der eigenen sowie auch der iranischen Vernichtungswünsche auf den Judenstaat drückt sich die ekelhafte „Wiedergutwerdung“ derer aus, die doch auf alle Zeiten das Maul zu halten hätten, aber dennoch weiter schreiben und „dichten“, natürlich zutiefst moralisch und anklagend, als hätten sie nicht jedes Recht dazu längst verloren. Aus diesem Grund wird Günter Grass erneut zum Wutbürger der Woche ernannt.
16.4.2012 , mehr vom “Aktionsbündnis gegen Wutbürger” auf
http://abgwb.wordpress.com/wutburger_in-der-woche/gunter-grass-2/

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