Integration-Bringschuld

Home >Global >Migration >Integration >Integration-Bringschuld

Inklusion - Exklusion - Integration

Inklusion – Exklusion – Integration

 

 

“Koordinierungsstelle für Muslimisches Engagement” in NRW
Erst das soziale und gemeinnützige Engagement der Bürger läßt das Miteinander im Staat funktionieren. Zum Gelingen einer pluralistischen, offenen Gesellschaft tragen alle Gruppen bei: Junge und Alte, Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften, Hiesige wie Migranten. In den USA ist das Gemeinschaftsmodell als Kommunitarismus bekannt. Bezogen auf unser Land: Alle, die in Deutschland leben und sich für ihre Heimat einsetzen, sind Deutschland. Und im Mittelpunkt dieses Deutschlands sollte das Gemeinsame, nicht das Trennende der gesellschaftlichen Gruppen stehen. Wer echte Integration will, muss also das Verbindende hervorheben, statt die Unterschiede der einzelnen Gruppen zu betonen.
Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen eine “Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement” eröffnet. Über den Islam in der Gesellschaft werde viel zu häufig “defizitorientiert gesprochen”, so NRW-Integrationsminister Joachim Stamp, also hinsichtlich Migrantenkriminalität und Integrationsverweigerung. Mit der neuen Stelle solle publik gemacht werdem, dass Muslime in NRW schon seit Jahren – vielfach von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt – “wertvolle Arbeit” leisten. Das mag gut gemeint sein, aber mit dieser Überbetonung der muslimischen Identität wird das genaue Gegenteil des Ziels von Kommunitarismus bzw. Integration angesteuert. Was wir brauchen ist ein integrierbarer, liberaler Islam bzw. (wie Bassam Tibi ihn nennt) ein Euro-Islam – jenseits des verbreiteten traditionellen Polit-Islam und Ditib – , nicht aber eine neue, steuergeldfinanzierte “Koordinierungsstelle” zum religiös-politischen Artenschutz.
8.7.2019
.
NRW eröffnet “Koordinierungsstelle für Muslimisches Engagement”
Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen eine “Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement” eröffnet. Ein “zentrales Ziel” dieser Stelle sei “die Versachlichung des Diskurses über Muslime”, erklärte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp ….
Muslime leisteten in NRW schon seit Jahren – vielfach von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt – wertvolle Arbeit, sagte der Minister. Allerdings werde über den Islam in der Gesellschaft viel zu häufig “defizitorientiert gesprochen”. Mit der Koordinierungsstelle setze die Landesregierung ein klares Signal, dass muslimisches Engagement einen festen Platz in diesem Land habe. Diese Einrichtung solle dazu dienen, die Vielfalt der muslimischen Communities abzubilden und zugleich deren Selbstorganisation zu stärken, erläuterte Stamp
….
Der Beauftragte des NRW-Integrationsministeriums für Fragen des muslimischen Engagements, Aladin El-Mafaalani, trat Behauptungen entgegen, die Koordinierungsstelle sei geschaffen worden, um damit den Einfluss der vier großen Islamverbände zu schwächen. Mit ihnen sei im Vorfeld der Neuorganisation sehr intensiv geredet und deren Zustimmung eingeholt worden. Zudem wies Mafaalani Vorwürfe zurück, dass die Muslime mit dieser Koordinierungsstelle von der Politik eine “Extrawurst” bekämen.
…. Alles vom 1.7.2019 bitte lesen auf
https://www.domradio.de/themen/islam-und-kirche/2019-07-01/belebung-des-dialogs-nrw-eroeffnet-koordinierungsstelle-fuer-muslimisches-engagement
 .
Genau diese auf Domradio.de angesprochene”Extrawurst” der Muslime wird mit der neuen Koordinationsstelle bedient.
.
.
Integration von Muslimen – nicht möglich?
Kein Vorurteil, sondern tagtägliche Erfahrung: Muslime fallen auf, sie tun sich gerne hervor, sie kommen zuerst – erst irgendwann danach kommen auch andere Teile dieser Gesellschaft oder auch Deutsche.
Auf der einen Seite gilt die Opferrolle: Wird ein Muslim zum Opfer von Gewalt oder Kritik, so gilt der Angriff automatisch allen Muslimen.
Auf der anderen Seite gilt “Tue Gutes und sprich darüber”: Erbringen einige von ihnen anerkennenswerte Leistungen, so zeugen diese gleich vom Nutzen aller Muslime. Doch immer sind es Muslime, in Abgrenzung statt Integration von der Restgesellschaft.
.
Bei keiner anderen Glaubensgemeinschaft in Deutschland, auch nicht mehr bei den beiden großen christlichen Konfessionen, wird ein derart übersteigertes Identitätsgefühl so zur Schau gestellt. Selbst Juden oder christlich-orthodoxe Gläubige heben ihre Identität nich so hervor – nun verstecken Juden sogar ihre Kippa – aus Angst, vor wem wohl? Nach 1945 war das vielleicht noch anders, da gab es durchaus strikt getrennte evangelische oder katholische Vereine, Schulen oder Stammtische, eben weil die Konfession im Alltag bestimmendes Identitätsmerkmal war; doch heute ist, zum Glück, die Religion so unbedeutend wie die Zugehörigkeit zu anderen beliebigen Merkmalsgruppen.
Es gibt eine “Islamkonferenz”, aber keine “Buddhismuskonferenz”. NRW eröffnete im Juli 2019 eine “Koordinierungsstelle für Muslimisches Engagement”. Wo ist die “Koordinierungsstelle für Jüdisches Engagement”?
Deutet dies darauf hin, dass Integration als Leitidee für alle Religionen gilt – ausgenommen den Islam?
9.7.2019

 

 

 

Ökonomie-Integration und Normen/Werte-Integration
Jede arbeitsteilige, urbanisierte Gesellschaft funktioniert, weil die Individuen, die sie bilden, gemeinsame Normen und Werte teilen, mit deren Hilfe sie sich aufeinander abstimmen. Diese Normen und Werte ermöglichen so ein weitgehend friedliches Zusammenleben. Sie sind total verinnerlicht und werden zumeist unbewusst befolgt, nur selten treten sie in den Vordergrund des Bewusstseins; meistens dann, wenn sie nicht eingehalten werden oder die Auslegung einer Norm strittig ist. Die Normen und Werte werden durch Familien, Schulen, Ausbildungsplätze, Vereine und Universitäten, allesamt Institutionen, die Träger der Normen sind, vermittelt. Schon mit 12 bis 13 Jahren ist der Prozess der Normprägung weitgehend abgeschlossen.
.
Eine Gesellschaft kann nur mit Hilfe solcher historisch entstandener, verinnerlichter Normen und Werte funktionieren, wenn sie nur äußerlich verkündet werden, wirken sie nicht.
Aus ökonomischer und sozialer Sicht liegt erfolgreiche Migration dann vor, wenn Arbeitskräfte ein Herkunftsland, in dem sie keine Arbeit finden können, verlassen, um Arbeit in einem Zielland zu erhalten, in dem es Nachfrage danach gibt. Dieser Integrationsbegriff berücksichtigt die gesellschaftlichen Normen nicht, sondern orientiert sich lediglich eng am ökonomischen Ziel, Migranten zu produktiven Arbeitskräften zu machen.
Doch diese rein ökonomische Integration in den Arbeitsmarkt bedeutet noch keine Assimilation. Diese liegt dann vor, wenn Migranten Normen und Werte des Ziellandes verinnerlichen. Für alle Migranten, die 14 Jahre oder älter sind, ist das ein beschwerlicher Prozess, der in der Regel nur durch eine hohe Willensanstrengung gelingt oder dann, wenn die Normen des Ziellandes denen des Herkunftslandes sehr ähnlich sind.
…. Alles von Johannes Eisleben vom 27.6.2019 bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/multikulti_scheitert_wirtschaftlich
 .
.
Wertekonsens in der Gesellschaft ist grundlegend
Eine Gesellschaft kann nur dann funktionieren, wenn innerhalb der Gesellschaft ein Konsens über die Rechte und vor allem über die Pflichten besteht, welche in der Gesellschaft gelten sollen. Dazu gehört ein hohes Maß an Freiwilligkeit. Es muss ein gemeinsamer Wunsch und eine gemeinsame Anstrengung bestehen, die auf den Erhalt und die Weiterentwicklung der Gesellschaft abzielt. Innerhalb einer Nation ist diese Voraussetzungen in der Regel gegeben. Es sei denn, es bestehen innerhalb der Gemeinschaft erhebliche unterschiedliche Vorstellungen in Bezug auf Lebensführung, Kultur etc.
Auch diese „Verschiedenheit“ bedeutet solange kein Problem, solange eine eindeutige Mehrheit besteht, deren Werte eindeutig als Richtmaß für ALLE gelten (Thema Leitkultur). Wird jedoch dieses Richtmaß seitens der Mehrheit infrage gestellt, und einer „Gleichberechtigung“ jeder vorhandenen Minderheit das Wort geredet, zerfällt der zuvor vorhandene gemeinsame Wertekanon. Regeln werden gebrochen, Vorschriften nicht mehr eingehalten, Rücksichtnahme wird zur Ausnahmesituation. Und all dieses unter dem Applaus eines Teiles der Mehrheitsgesellschaft. Regelbrecher fühlen sich bestärkt und angespornt. So eine Gesellschaft erodiert an allen Ecken und Kanten. Es werden immer mehr Menschen eingeladen, die anstatt zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beitragen, diese einzig zu ihrem persönlichen Vorteil, solange es diese Vorteile einzuheimsen gibt, ausnutzen. Diese Personen haben häufig kein Interesse daran, im Gegenzug etwas zum Erhalt der Gesellschaft beizutragen. Es ist ihnen auch gar nicht möglich, da ihnen hierzu die Grundvoraussetzungen, wie etwa Bildung, fehlen. Ihre sozialen Kontakte bleiben, bis auf Ausnahmen, auf ihren eigenen Kulturkreis beschränkt. Die Konflikte und Gefahren, die daraus für die Gesellschaft entstehen, sind offensichtlich. Der ursprüngliche Zusammenhalt, der auf der Kenntnis und dem Respekt vor als selbstverständlich angesehenen Werten beruhte, gerät ins Wanken
35.6.2019, W.A, AO

 

Integration ist keine Bringschuld – Bringschuld lähmt
El-Hamid: Zweitens erschwert die „Bringschuld“ die Integration, wenn sie sie nicht gar verhindert. Dies bremst die Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative des einzelnen zu sehr ab, es gibt dann weniger Ansporn für eigenen Erfolg. Drittens kann sie gar zum Gegenteil führen, zur Desintegration, nämlich daß Einwanderer sich mit der Zeit noch weiter von der Gesellschaft entfernen, als sie es zum Zeitpunkt ihrer Ankunft waren: Wenn sie in Parallelgesellschaften abdriften, weil etwa der gemeinsame Alltag und die gemeinsame Sprache fehlen.
…. Alles von Salem El-Hamid vom 26.1.2018 zu „Eine Bringschuld gibt es nicht –
Wie funktioniert Integration tatsächlich?” bitte lesen auf www.jungefreiheit.de, Seite 3

Dr. Salem El-Hamid, der Chefarzt, geboren 1951 in Syrien, leitete mehrere Kinderkliniken in Deutschland, ist Generalsekretär der Deutsch-Syrischen Gesellschaft mit Sitz in Bonn und Autor des Buches
„Vom Euphrat an den Rhein.
Eine syrisch-deutsche Erfolgsgeschichte“ (2016)
  .
www.salem-el-hamid.de

Hinterlasse eine Antwort