Globalisierung

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Blick von Schauinsland Bergstation nach Westen bis zu den Vogesen am 15.11.2012

 

 

“Die vierte globale Revolution, die Erneuerbare-Energien-Revolution
– diese setzt auf hundert Prozent erneuerbare Energie und einen energet(h)ischen Imperativ,
also einen ethischen Imperativ, der Handeln für eine globale Energiewende einfordert.”
Eicke R. Weber, Direktor des ISE, 6.11.2010

Globalisierung: Die Schafe im Schwarzwald werden geschoren von Neuseeländern. Die Wolle wird dann zum Waschen nach China verschifft, in Österreich wird sie gesponnen und in Osteuropa verarbeitet. Wem dient dies?

 

Glokalisierung

Globalisierung, Glokalisierung und Cocooning
Gerade durch soziale Medien wie Google, Facebook, Twitter und Youtube wird die Welt zum globalen Dorf. Im Internet erfährt man alles und sofort, alles wird nah, die Konfrontation mit all den News läßt die Welt komplexer und komplizierter erscheinen. Im globalen Dorf sieht sich das Individuum zunehmend unsicher und auch hilflos – da entsteht Sehnsucht nach dem lokalen Dorf, nach dem realen Dorf, in dem man den “Durchblick” haben kann. Der Soziologe spricht von Glokalisierung, vom Rückzug aus der globalen weiten Welt ins lokale enge Umfeld. Dieser Rückzug kann sich steigern bis hin zum Cocooning als dem Einspinnen ins eigene Heim. Die Welt kann ich eh nicht ändern, deshalb schaffe ich mir meine eigene überschaubare Welt.

Fundamentalismus als geistiges Cocooning
Das geistige Cocooning, also der Fundamentalismus, hat viel Zulauf im globalen Wirrwarr, das die Sehnsucht wachsen läßt nach Durchblick, verständlichen Antworten, Leitbildern und starken Führern. Fundamentalisten als Zeichen gesellschaftlicher und individueller Schwäche propagieren Lösungen, und zwar irrtumslos. “Stark ist eine demokratische Gesellschaft, die keinen starken Führer braucht”, so der Publizist Leonhard Novy. :

 

“Global denken – lokal handeln”

Auch die Sehnsucht nach geistiger Heimat ist zunächst menschlich. Wer sich den rasanten Veränderungen erfolgreich stellen will, braucht Überzeugungen, ein geistiges Fundament – eine Identität. Je komplexer und komplizierter die Probleme werden, desto wichtiger wird die Grundüberzeugung. Sie wird zum Pflock, von dem aus sich das Verständnis der Situation und deren Lösung entwickeln lässt. Ärgerlich freilich ist, dass andere Grundüberzeugungen zu ganz anderen Lösungen führen können. Oder wie es die Theologin Margot Käßmann kürzlich formulierte: “Das Bewusstsein von Wahrheit ist nicht der Besitz von Wahrheit.” Sich dessen bewusst zu sein, markiert die Trennlinie, jenseits derer das geistige “Cocooning”, der Fundamentalismus, beginnt. Der ist leider meist missionarisch. “Im Namen der Toleranz sollten wir . . . das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren”, riet deshalb der Philosoph Karl Popper.

 

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