Target

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Blick nach Norden über Bernau-Dorf zum Spießhorn am 23.7.2008

 

Eurozone gespalten – Scheinwohlstand in D dank Target2
Die EU-Länder, insbesondere aber die Länder der Eurozone, stehen heute im internationalen Vergleich wirtschaftlich viel schlechter da als noch vor zwei Jahrzehnten. Infolge des notorisch niedrigen Wirtschaftswachstums hat der Wohlstand auch in Deutschland – aller „Boom“-Rhetorik zum Trotz – in vielen Bevölkerungsgruppen eher ab- als zugenommen. Gemessen an den Erfolgskriterien der EU-Kommission ist der Euro demnach ein kompletter Fehlschlag. Der Euro hat nicht zu einer wirtschaftlichen Angleichung der schon beim Start sehr inhomogenen Eurozone beigetragen. Ganz im Gegenteil hat er zu einem stärkeren Auseinanderdriften der ohnehin wirtschaftlich unterschiedlichen Regionen der Eurozone geführt. So erlebt Deutschland seit fast zehn Jahren ein scheinbares Wirtschaftswunder, während die meisten anderen Länder der Eurozone die hartnäckigste Krise seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 durchlitten.
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Die wirtschaftliche Spaltung und die daraus resultierenden Zentrifugalkräfte schweißen die Eurozone paradoxerweise immer stärker zusammen. Am Beginn des Euro stand noch die „No-Bailout-Klausel“. Diese schloss die gegenseitige Haftung der Mitgliedstaaten für die Schulden anderer aus. Spätestens mit der Ankündigung des EZB-Präsidenten Mario Draghi vom 26. Juli 2012 (auf dem vorläufig letzten Höhepunkt der Eurokrise), zu tun, „whatever it takes“, um den Euro zu retten, hatte sich die Nichtbeistandsklausel aber überlebt. Sie wurde faktisch durch das Eingeständnis ersetzt, dass die „Länder zusammen (einstehen) für die Schulden der Angeschlagenen“, wie seinerzeit der Präsident der Schweizerischen Nationalbank kommentierte.(6) Damit wurde ein mächtiger Kapitalhebel betätigt, der die fortschreitende Verschuldung auch hochverschuldeter Euroländer mit erträglichen Zinssätzen ermöglichte.
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Daneben hat sich durch das Euro-Clearingsystem der Zentralbanken „Target2“ ein weiterer gigantischer Kapitalhebel entwickelt. Durch „Target2“ verschaffen sich wirtschaftlich angeschlagene Länder der Eurozone zusätzlichen Kredit, der andererseits auch dazu beiträgt, die Nachfrage nach deutschen Exportprodukten zu stabilisieren. Seit 2008 ist der deutsche Target2-Saldo von Null auf 900 Milliarden Euro (Stand 30.12.2017) angeschwollen, was etwa der Hälfte des seitdem insgesamt aufgelaufenen deutschen Leistungsbilanzüberschusses entspricht. …. Alles vom 10.3.2018 bitte lesen auf
http://www.achgut.com/artikel/die_waehrungsunion_als_fluchthilfe_aus_der_demokratie
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Euro-Eperiment muß scheitern
Natürlich war das Euro-Experiment von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Und es ist gescheitert. Dass es den Euro noch gibt, ist allein dem Umstand zu verdanken, dass Gesetze und Verträge gebrochen und die demokratischen Regeln in einer Weise verletzt wurden, dass von einer echten Demokratie nicht mehr die Rede sein kann. Nicht in den einzelnen Ländern und in der EU schon gar nicht. Es ist daher ein Hohn, wenn unser Polit/Medien-Kartell denen ein Demokratieverständnis abspricht, die die vergangene und gegenwärtige Euro-Politik anprangern. Die kritisieren, dass die Krücken, an denen sich der Euro dahinschleppt, also die Niedrigzinspolitik und die diversen Euro-“Rettungs”-Maßnahmen, von den Schwächsten der Gesellschaft gezahlt werden müssen. Eine Einsicht über ihr Fehlverhalten gibt es bei den Politikern nicht. Im Gegenteil. Es soll so weiter gehen und noch schlimmer. Warum wird der Bürger derart veralbert und an der Nase herum geführt? Warum wird dem Bürger immer heile Welt vorgegaukelt, obwohl er sich nur in einer vorübergehenden Wohlfühlblase zu Lasten der Zukunft befindet? Warum tun Politiker das, die einen Eid geschworen haben, Schaden vom Volke abzuwenden? Hierfür kann es nur eine Erklärung geben: Unsere Politiker sind nicht Herr ihres Tuns. Stabile Nationen und sogar ein stabiles Europa sind von gewissen transatlantischen Zirkeln nicht gewollt. Die Destabilisierung der Demokratien durch Euro-Krise und Massenimmigration sind keine Naturkatastrophen, sie sind bewusst inszeniert. Die Demokratie und damit der Nationalstaat sollen verschwinden. Was dann kommt, weiß kein Mensch. Aber unser Polit/Medien-Kartell reißt sich in vorauseilendem Gehorsam darum, diesen Wahnsinn “mitzugestalten”.
11.3.2018, Sepp Kneip, AO

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608 Mrd Euro Target-Forderungen – Bundesbank finanziert Banken in Südstaaten

Der spanische Importeur einer deutschen Maschine aus Reutlingen überweist es den Kaufpreis an seine Hausbank in Sevilla, die die Zahlung an die spanische Notenbank nach Madrid weitergibt. Früher hätte Madrid das Geld an die Deutsche Notenbank in Frankfurt überwiesen, heute jedoch fließt kein Geld mehr zurück ins exportierende Land, da die Madrider Notenbank den Geldbetrag einfach auf dem Target-Konto anschreiben läßt. Abschließend überweist die Zentralbank in Frankfurt die Target-Kontobelastung an die Hausbank des Herstellers der Maschine in Reutlingen.

Auf diese Weise rechnen private Banken über ihre jeweilige nationale Notenbank grenzüberschreitende Transaktionen über das Target-Zahlungssystem ab, im Schnitt täglich 2,5 Billionen Euro. So entstehen in den Büchern der Zentralbanken Kredite und Forderungen, die im Targetsystem über die Europäische Zentralbank (EZB) festgehalten werden. In normalen Zeiten heben sich die beiden Positionen auf. Seit der Eurokrise ist das nicht mehr so: Die Geschäftsbanken im Süden der Eurozone brauchen die Hilfe ihrer Notenbank, die wiederum bei der EZB in der Kreide steht. In den Staaten des Nordens ist es umgekehrt, sie gewähren der EZB Kredit.
Die Targetsalden-Forderungen der Bundesbank an die EZB betrugen Ende 2007 etwa 71 Mrd Euro. Diese Summe schoss bis August 2012 auf 751 Mrd Euro als Höchststand empor. Bis März 2013 ging es auf 589 Mrd Euro runter, im April 2013 aber wieder auf 608 Mrd Euro hoch.
Kritikern wie Prof Hans-Werner Sinn, den Chef des Münchner Ifo-Instituts, sind diese unausgeglichenen Target-Salden Beleg dafür, dass die Bundesbank indirekt über die EZB die Krisenbanken im Süden des Kontinents finanziert.
23.5.2013

 

Target – das Zahlungssystem der EU

Target bedeutet “Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer Systeme” und ist das Zahlungssystem der Europäischen Zentralbank (EZB). Täglich werden ca 350 000 Zahlungen über 2,5 Billionen Euro abgewickelt, also bezogen aufs Jahr 90 Millionen Zahlungen über 600 Milliarden Euro. Target dient dazu, diese grenzüberschreitenden Zahlungen schnell und einfach abzuwickeln. Jedes Land wird bei seinem Eintritt in die Eurozone bei automatisch verpflichtendes Mitglied bei Target. Ohne Target kein EU-Beitritt. Darüberhinaus können auch  Notenbanken der EU, deren Land nicht zum Euro gehört, freiwillig Target beitreten. 2012 umfaßt Target 24 Notenbanken:  alle 17 Zentralbanken im Euroraum plus Notenbanken von Bulgarien, Dänemark, Lettland, Litauen, Polen und Rumänien. Über Target wird Zentralbankgeld hin- und hergeschoben:

Kauft eine Firma in GRiechenland eine Maschine vom Unternehmen in Deutschland, überweist es den Kaufpreis an seine Hausbank, die die Zahlung an die GRriechische Notenbank weitergibt. Die Notenbank in GR überweist das Geld nicht an die Notenbank in D (wie es früher mal war), sondern läßt den Geldbetrag auf dem Target-Konto anschreiben. Die D-Notenbank überweist nun die Target-Kontobelastung an die Hausbank des Verkäufers der Maschine in Deutschland. Der Käufer in GR hat damit bezahlt, der Verkäufer in D hat sein Geld. Die Notenbank in D jetzt eine Forderung an die Notenbank in GR, aber nur auf dem Target-Papier.

Auch früher waren solche am Ende jedes Geschäftstages von der EZB saldierten Forderungen nicht ausgeglichen. In Deutschland der Export´gut, der Überschuss im Außenhandel mit den Krisenländern ist hoch. Die Krisenländer dagegen importieren weiterhin deutlich mehr als sie exportieren. Insofern sind die Target-Forderungen ein Ausdruck der Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit der Eurozonenländer. Seit der Finanzkrise im Jahr 2007 jedoch haben sich die Salden dramatisch erhöht – innerhalb der Eurozone fließt immer mehr Geld nach Deutschland als umgekehrt. Und die privaten Kredite, die von D in die Defizitländer zurückfließen und und die Target-Salden wieder zum Ausgleich bringen, nehmen ab.Fazit: Die Forderungen der Bundesbank in D an die Notenbanken der Krisenländer über das Target-System haben dramatisch zugenommen –  von 25 Milliarden Euro vormals auf ungeheuerliche 730 Milliarden Euro im August 2012.
Beim Austritt einzelner Länder und vor allem beim Zerfall der Euro-Währungsunion käme es zum Zahlungsausfall, die Bundesbank müsste die Forderungen gegenüber den Notenbanken der Austrittsländer abschreiben. Da sie die immensen Verluste nicht abdecken kann, muß schlußendlich der Sparer als Steuerzahler herhalten. Vor diesem Szenario fordern sogar Eurokritiker Hans-Werner Sinn: Je mehr der Forderungssaldo im Target-System anwächst, umso mehr muß der Euro gerettet werden.
10.8.2012

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