Seenotrettung

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Moneglia mit Camping Smeraldo (links) und Lemegio (rechts oben) an der ligurischen Küste am 29.4.2019

Moneglia mit Camping Smeraldo (links) und Lemegio (rechts oben) an der ligurischen Küste am 29.4.2019

 

Kirche sollte die Geretteten auch betreuen
Es gibt doch keinen Zweifel, dass Seenotrettung vor der libyschen Küste das Geschäft der Schleuser erleichtert. Je weniger Seenotrettung, umso schwerer haben es Schleuser, die verzweifelten Migranten auf völlig untüchtige Schlauchboote zu zwängen. Je weniger Schlauchboote, umso weniger Ertrunkene.
Denkt die Kirche weiter als bis zur Seenotrettung? Die größeren Probleme beginnen doch erst danach in den Aufnahmeländern: fremde Sprache, kein Job, keine Familie, keine Ausbildung, später auch keine ausreichende Rente. Betreut die Kirche anschließend die von ihr Geretteten? Oder macht das, wie zu erwarten, die Allgemeinheit?
Der Tod im Mittelmeer kann doch nicht durch mehr Seenotrettungsschiffe gelöst werden, sondern zum Beispiel durch Aufnahmezentren in Libyen. Ein solches sollte die Kirche finanzieren und betreuen. Vor allem aber muss sie die Finanzierung und Betreuung der von ihr Geretteten übernehmen. Dann wird aus dem ersten Schritt ein Weg zu einem guten Ende und nicht nur eine plakative Aktion.
Der barmherzige Samariter ließ den Schwerverletzten, der unter die Räuber gefallen war, nicht liegen, sondern transportierte ihn auf seinem Reittier zur Herberge, gab dem Wirt zwei Dinare und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege, verbunden mit der Zusage der Wiederkehr und der Erstattung weiterer Kosten. Die evangelische Kirche sollte bitte das Gleichnis ganz lesen und nicht nur den Anfang.
21.9.2019, Franz Daschner, Freiburg, BZ
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Zu: “Evangelische Kirche will Schiff entsenden”, Beitrag von Annemarie Rösch und Agentur (Politik, 13. September)
https://www.badische-zeitung.de/evangelische-kirche-will-schiff-zur-seenotrettung-entsenden–177209648.html
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In vielen afrikanischen Ländern gibt es christliche Kirchen. Mit dem Geld für die Schiffe könnten sie unterstützt werden, um die Menschen vor Ort dort zu halten und ihnen beim Aufbau einer Existenz zu helfen. Und sie sollten darauf einwirken, die Märchen über das “goldene Europa” endlich ad absurdum zu führen, denn die meisten der Geflüchteten werden auf irgendwelchen Tomatenplantagen der italienischen Mafia landen.
13.9.2019, D.F., BZO
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Die geistige Hilflosigkeit der deutschen Eliten
Im Juli 2015 befragte das Meinungsforschungsinstitut Allensbach 500 Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum Flüchtlingsproblem. 77 % meinten, dass das Problem der Flüchtlingsströme aus Afrika in absehbarer Zeit nicht lösbar sei und waren dagegen, ähnlich wie Australien Flüchtlingsboote abzufangen und zurückzuschicken. Das Umfrageergebnis zeigt das tragische Ausmaß der geistigen Hilflosigkeit im Umgang mit dem Thema auch unter den Eliten. Um die Verbesserung der Verhältnisse muss man sich selbstverständlich bemühen. Aber das Schicksal Afrikas liegt nicht in unserer Hand. Es liegt in der Hand der dortigen Völker und Eliten. Man muss auf Verbesserungen hoffen. Und falls sie nur langsam eintritt muss man das eigene Land vor den Folgen der dortigen ungelösten Probleme schützen.
An dieser Stelle fehlt es vielen und offenbar auch großen Teilen der deutschen Eliten am Gefühl für Proportionen und für die quantitativen Dimensionen dieses Problems. Selbst Flüchtlingsströme aus Afrika, die das dortige demografische Problem allenfalls im niedrigen einstelligen Prozentbereich – also gar nicht fühlbar – entlasten, sind in ihrer Dimension schon groß genug, um die kulturelle Identität Europas grundlegend zu verändern. Rein moralisch haben wir aber gegenüber jenen Menschen aus Afrika, die es bis an unsere Grenzen geschafft haben, keine andere Verpflichtung als gegenüber allen anderen 6 Milliarden Menschen auf der Erde, die nicht in den entwickelten Ländern und zumeist nicht in einer Demokratie leben.
Nach der UNO-Prognose nimmt die Bevölkerungszahl in Afrika allein in den nächsten 15 Jahren um 554 Millionen Menschen zu, also 36,9 Millionen pro Jahr. Wenn also nur
10-20 Prozent dieser Menschen ihr Heil in der Auswanderung sucht, dann sind das immer noch 3,6 – 7,2 Millionen jährlich. Unterstellen wir weiter, dass davon nur 90 Prozent nach Europa/Deutschland wollen, dann sind das immer noch 3,24-6,48 Millionen/Jahr. In nur 10 Jahren sind das also mindestens 32 Millionen Afrikaner. Angesichts der Beliebtheit und Willkommenskultur Deutschlands könnten die Zuwanderungszahlen aus Afrika damit die Geburtenrate (ca. 500-600-tausend/Jahr) in Deutschland wesentlich übersteigen. Das würde in wenigen Jahren die demografische Gewichtsverteilung in Deutschland auf den Kopf stellen und unsere Kultur grundlegend verändern.

Dies alles würde geschehen, ohne echte und unbekannte Not in Afrika zu verhindern. Überall in Afrika sinkt die Sterberate und steigt die Lebenserwartung. Die Auswanderung nach Europa würde ausschließlich geschehen, weil viele afrikanische Staaten schlecht regiert sind. Es ist im Interesse gerade der schlecht regierten Länder Afrikas, dass die besonders unzufriedenen und hoffentlich besonders aktiven Menschen im Lande bleiben und die Verhältnisse dort verbessern, anstatt zu fliehen. Solche Verbesserungen wären beispielsweise die Anhebung der Bildung bei den Frauen und die Aufklärung der Geburtenkontrolle. Ihre Völker sind zu ungeduldig, um ihre Volkswirtschaften aus eigenen Kräften zu entwickeln. Im Interesse Europas ist das gewiss nicht. Die Europäer haben alles moralische Recht, die Einwanderung aus Afrika nach ihren Wünschen zu steuern. Dazu müssen sie allerdings dann über die nötigen Instrumente verfügen.
Bis 2050 wird sich die Einwohnerzahl in Afrika nach UN-Berechnungen auf 2,5-Milliarden verdoppeln. Derzeit leben fast 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde; 2050 werden es voraussichtlich 9,8 Milliarden sein. Was läge da näher, als mehr Familienplanung anzubieten? Zumal der Migrationsstrom von Afrika-Europa vor riesige Herausforderungen stellt. Zu einer verantwortungsvollen Lösung muss aber auch gehören, Kriegsflüchtlinge in sicheren Lagern möglichst nahe ihrer Heimat unterzubringen und die Unterhaltung dieser Lager über die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR zu unterstützen. Mit den Kosten eines Flüchtlings in Deutschland kann man in Jordanien 130 Menschen helfen.
13.9.2019, Klaus Dietz, BZO

 

 

 

Vom hohen Roß
Seenotrettung: Beim Kult um Carola Rackete offenbart sich ein gefährlicher neudeutscher Größenwahn
Thorsten Hinz
Der Kult um die Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete ist die Komplementärveranstaltung zur Kampagne „gegen Rechts“, die dem Mord am CDU-Mann Walter Lübcke folgte. Nachdem die patentierten Statthalter der Demokratie sich im schweißtreibenden Kampf gegen das Böse verausgabt haben, dürfen sie in der Feier einer Ikone des Guten frische Kräfte tanken.
Typischerweise bedenken sie nicht, daß die Vorgänge im Mittelmeer keine interne Angelegenheit sind; es handelt sich um ein Politikum auf internationaler Ebene. Was als „Seenotrettung“ firmiert, stellt eine Beihilfe zum kriminellen Schleppertum dar. Nebenbei hat Frau Rackete die Souveränität, die territoriale Hoheit und die Gesetze Italiens mißachtet und die Besatzung eines Patrouillenbootes in Gefahr gebracht. Zur Lebensrettung hätte es völlig ausgereicht, die Bootsinsassen zum libyschen Ausgangshafen zurückzubringen. Doch der Geisterfahrerin auf hoher See ging es um die politische Demonstration und den symbolischen Wiedergutmachungsakt: Als „weiße Deutsche, die in einem reichen Land mit dem richtigen Paß“ geboren worden sei, habe sie die moralische Verpflichtung, denjenigen zu helfen, die nicht die gleichen Möglichkeiten wie sie gehabt hätten. Sie und ihre Gesinnungsfreunde wollen den Italienern und ganz Europa eine Einwanderungspolitik aufzwingen, die ihnen moralische Befriedigung verschafft. Ungefragt bürden sie anderen die Konsequenzen ihrer pubertären Gewissenskonflikte auf.

Wenn eine überdrehte und selbstherrliche Individual-Moral die Beziehungen zwischen den Ländern bestimmt, werden sie unberechenbar und ist das Chaos sicher. Daran verschwenden die Spitzen-Diskutanten und -Kommentatoren in Deutschland jedoch kein Wort. Vielmehr verleihen sie den Eigenmächtigkeiten der Egomanin eine metapolitische, ach was, eine transzendentale Dimension. Hamburgs Erzbischof hat die 31jährige reflexhaft zur Beinahe-Heiligen in der Nachfolge Jesu Christi erhoben. Politiker, Journalisten und sogar Wirtschaftsvertreter nehmen den religiös gestimmten Ton ungeprüft auf.
Der blasse Sachwalter im Schloß Bellevue und der Außenminister haben der italienischen Justiz und Regierung umgehend klargemacht, wie die einzig mögliche Entscheidung über die arrestierte Rackete auszusehen habe. Verständlicherweise hat das den italienischen Innenminister Matteo Salvini zu der Ansage veranlaßt, Steinmeier und Maas sollten sich gefälligst um die Probleme im eigenen Land kümmern. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erweist sich zuverlässig als das Referenzblatt bundesdeutscher Inferiorität und verkündet, die Sea-Watch-Betreiber hätten „die Moral auf ihrer Seite“. Und Siemens-Chef „Joe“ (eigentlich: Josef) Kaeser twitterte: „Menschen, die Leben retten, sollten nicht verhaftet werden. Menschen, die töten, Haß und Schaden säen und fördern, sollten es.“

Unbekümmert setzt der bundesdeutsche Michel sich über das Völkerrecht, über nationale Gesetze, über diplomatische Gepflogenheiten und Höflichkeitsregeln hinweg und betreibt vom Hochsitz der Hypermoral die Neuordnung der Welt als ethisch korrekten Großraum. Vor dem Hintergrund einer amoralischen NS-Vergangenheit war es zunächst angängig, stärker als andere den moralischen Aspekt in der Politik hervorzuheben. Längst ist das Mittel zum Zweck geworden, hat sich als Hypermoral verselbständigt und ist in einen „moralischen Imperialismus“ (Viktor Orbán) umgeschlagen, der dazu neigt, andere Völker und Staaten als moralisch minderwertig zu klassifizieren und sich über sie zu erheben. Heute trifft es Italien, gestern traf es die Ungarn und Polen, vorgestern die Griechen, morgen wird Rußland und übermorgen wieder Donald Trump an der Reihe sein.

Der Größenwahn bundesdeutscher Spielart macht Deutschland als Partner unmöglich, zur Führung in Europa ungeeignet und international lächerlich. Denn dem Ausland bleibt ja nicht verborgen, wie gleichzeitig Deutschlands Substanz schwindet; wie die ungesteuerte Zuwanderung es beschädigt; wie seine Infrastruktur buchstäblich zerbröselt; wie seine technische und intellektuelle Leistungsfähigkeit abnimmt.

Arnold Gehlen hat über das in zwei Weltkriegen besiegte Deutschland geäußert, widerlegte Völker neigten, um Schonung zu erlangen, zur Missionierung der anderen. Auch diese Schwundstufe der Außenpolitik verlangt ihren Akteuren viel ab: Diskretion, Geduld, die Fähigkeit zur Empathie. Gehlens Prognose war übertrieben optimistisch, denn die politische Mentalität, die heute die Medien, Parteien, Kirchen, Nichtregierungsorganisationen, Verbände durchwirkt, ist besserwisserisch, infantil, autoaggressiv. Zwei verinnerlichte Zielvorgaben schälen sich als handlungsleitend heraus: Die europäischen Staaten als souveränes Ordnungsprinzip, als Einheit von Territorium, Staatsvolk, Staatsgewalt, sollen außer Kraft gesetzt und Europa als „weißer“ Kulturraum abgeschafft werden.
Die Tendenzen sind zwar auch in anderen Ländern wirksam, wie Jean Raspails visionäres „Heerlager der Heiligen“ und zuletzt Douglas Murrays Buch „Der Selbstmord Europas“ zeigen. Vor allem entspringen sie den universell wirksamen, egalitären Instinkten der Massengesellschaft. „Massen entstehen“, so Karl Jaspers, „wo Menschen ohne eigentliche Welt, ohne Herkunft und Boden verfügbar und austauschbar werden.“ Eine Erfahrung, die Deutschland im 20. Jahrhundert nachdrücklicher als andere Nationen ereilt und die seine politische DNS geprägt hat. Sie erklärt die hypermoralische Avantgarde-Position, die es jetzt einnimmt und den anderen Ländern Gründe liefert, die deutsche Frage als einen medizinischen Fall zu begreifen, vor dem man sich in acht nehmen muß.
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11.7.2019, Thorsten Hinz, Vom hohen Roß – Seenotrettung:
Beim Kult um Carola Rackete offenbart sich ein gefährlicher neudeutscher Größenwahn
Junge Freiheit, 29/19, Seite 1, www.junge-freiheit.de

 

 

 

Doppelmoral der Deutschen gegenüber Italien
Die Vorgänge auf der italienischen Insel Lampedusa zeigen das ganze Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik. Um die etwa 40 Flüchtlinge, die dort an Land gegangen sind, geht es dabei nur am Rande. Hauptakteure sind eine eigenmächtig handelnde deutsche Kapitänin, ein rigoroser italienischer Innenminister und ein scheinheiliger Chor deutscher Politiker.
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Auf den moralischen Zeigefinger reagiert Italien empfindlich
Dass Menschen in Seenot gerettet werden müssen, steht außer Frage. Das Seerecht schreibt aber nicht vor, dass die Geretteten nach Italien gebracht werden müssen. Das ist aber genau das, was die Italiener so erzürnt. In diesem Punkt weiß der rechtsnationale italienische Innenminister Matteo Salvini die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Diese reagiert nämlich ausgesprochen empfindlich, wenn vor allem Deutsche, wie so oft, ihren moralischen Zeigefinger erheben – selbst die Flüchtlinge aber nicht aufnehmen wollen. Dass nun ausgerechnet eine deutsche Kapitänin einer deutschen Organisation die Einfahrt in einen italienischen Hafen erzwingt und dabei beinahe ein Polizeiboot zerquetscht, das sich in den Weg stellte, wird in Italien als Anmaßung empfunden. Wenn dann noch deutsche Politiker bis hin zu Bundespräsident Steinmeier die Kapitänin für ihren Mut loben, ist das auch ein Fall von Doppelmoral. Denn wenn all den Kritikern Italiens das Schicksal der 40 Flüchtlinge auf der Sea-Watch 3 wirklich so am Herzen gelegen hätte, dann hätten sie sie längst mit einem Schiff nach Deutschland holen können.
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Das brachiale Vorgehen einer jungen Frau wird verklärt
In Ermangelung eigener Courage verklären sie stattdessen lieber das brachiale, durchaus problematische Vorgehen einer jungen Frau als Heldentat. Hätte Deutschland unkonventionell, also unter Missachtung der Dublin-Regeln, die Flüchtlinge aufgenommen, hätte man womöglich einen Präzedenzfall geschaffen – das aber wollte man auf gar keinen Fall. Hierin besteht die Scheinheiligkeit der sich empörenden Politiker.
Und übrigens: Weil infolge des harten Kurses Italiens gegen die Seenotretter immer weniger von diesen auf dem Mittelmeer unterwegs sind, ändern die Schlepper ihre Strategie. Sie schicken Flüchtlinge immer weniger in Schlauchbooten auf See, sondern verstecken sie zunehmend im Bauch größerer Schiffe oder Yachten (“Mutterschifftrick”). Diese fahren dann in Häfen ein oder sehr dicht an die weitläufige Küste heran, wo die Menschen unentdeckt an Land gehen können. Auch hier schaut Europa weg, lässt Italien allein und prügelt lieber auf den Rechtspopulisten Salvini ein.
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Viele bleiben im Gut-und-Böse-Schema, aber das ist zu einfach
Aber darüber nachzudenken, welchen Anteil die europäische Flüchtlingspolitik daran hat, dass die Italiener eine – inzwischen sogar populäre – Populistenregierung haben, auf die Idee kommt keiner. Da bleibt man lieber beim Gut-und-Böse-Schema, sammelt Spenden für die Kapitänin und sieht sich selbst als “Guter”. Ist es wirklich so einfach?
… Alles vom 2..2019 von Karl-Heinz Fesenmeier bitte lesen auf
https://www.badische-zeitung.de/streit-um-kapitaenin-rackete-zeigt-deutsche-doppelmoral-bei-fluechtlingskrise
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… unsere verlogenen Politiker und Kirchen
Sehr geehrter Herr Fesenmeier endlich mal ein Kommentar der die Dinge beim Namen nennt. Gratuliere Ihnen dazu. Sie stellen darin die richtigen Fragen und ziehen auch die richtigen Schlüsse. Sie ziehen unseren verlogenen Politikern die Maske vom Gesicht und legen den Finger in die Wunde unserer missglückten EU Flüchtlingspolitik! An derer man ja auch die Einigkeit in Europa sehr gut ablesen kann. Die Populisten kommen nicht plötzlich aus einem schwarzen Loch oder von irgendwo her. Die deutsche wie auch andere nationale Regierungen sowie das EU Parlament sind mit Ihrer Politik die Ursache für das Erstarken der Nationalisten.
2.7.2019 H.L., BZO

 

 

Der hässliche Deutsche ist wieder da – in Italien mit Carola Rackete und Sea-Watch
Der Empfang der Kapitänin der Sea-Watch, Carola Rackete, in Italien war wohl nicht ganz so, wie sie sich das vorgestellt hatte. Pfiffe und Proteste der Bevölkerung begleiteten ihre Festnahme auf Lampedusa, der von der Migrationswelle überrannten italienischen Insel. Es ist eben ein Unterschied, ob man ganz oben auf der moralischen Kommandobrücke steht, oder ganz unten im richtigen Leben mit den Folgen von massenhafter Migration zurechtkommen muss.
Völlig ungerührt von der Tatsache, dass Frau Rackete gefährlich und rücksichtslos handelte und reihenweise gegen Gesetze verstieß, wurde sie zuhause in Deutschland zur Jeanne d’Arc gekürt, zu einer deutschen Heldengestalt des Jahres 2019. Bis hinauf zum Bundespräsident brach sich ein deutscher Moralblitz Bahn, der sich darin gefällt, die begriffsstutzigen Italiener darüber aufzukären, was rechtens ist und was nicht.
Im Stile der Emser Depesche forderte man die sofortige Freilassung von Carola Rackete, so als ob das nicht von der italienischen Justiz entschieden würde, sondern von jenseits des Brenners imaginierten Notstandsgesetzen. Es wird Geld gesammelt für das deutsche Mittelmeercorps, Politik und viele Medien stehen begeistert Spalier. Vor dem Schloss von Racketes Heimatstadt Celle marschierten örtliche Honoratioren auf, Gewerkschaften, Kirchenvertreter und die Fridays-for-Future-Jugend eingeschlossen, um die Tochter der Stadt vor Ihren Häschern zu erretten („Für Seenot-Rettung bestraft zu werden ist unter aller Sau“).
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Die südlichen Nachbarn haben indessen keine Lust, sich schurigeln zu lassen, und der italienische Innenminister Matteo Salvini weiß die Stimmung seiner Landsleute für sich zu nutzen. Er bedachte das Auftreten von Frau Rackete mit den Attributen „Deutsch, weiß und reich“.
Er ist wieder da, der hässliche Deutsche, gerne auch bunt, weiblich und mit Rasta-Zöpfen, aber ansonsten ganz der Alte, nur dass er der Welt nicht den Krieg, sondern den Frieden erklärt (so ein treffendes Bonmot). Der Vater von Carola Rackete empfiehlt seiner Tochter jedenfalls, andere Saiten aufzuziehen: „Leider kann sie kein Italienisch. Sonst würde sie Innenminister Matteo Salvini einen Satz rote Ohren verpassen“. Das ist genau der Ton, den andere Völker an den Deutschen so schätzen.
… Alles vom 2.7.2019 von Dirk Maxeiner bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/der_haessliche_deutsche_ist_wieder_da

 

Schicken wir ein Schiff – Protestanten-Gesinnungsethik zu Seawatch
Ende Juni startete die evangelische Kirche deswegen die Petition „Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands und alle Gliedkirchen: Schicken wir ein Schiff!“ Ziel ist es, 25.000 Unterschriften zu sammeln. Ein christlicher Bekannter von mir hat diese Petition unterschrieben und mich per Mail gefragt, ob ich es ihm gleichtun wolle. Auf der Website der Petition las ich mir die Beschreibung durch: „Weil keine Rettungsschiffe durch die Gewässer fahren, die Rettungen durchführen, steigt die Todesrate weiter, wenn wir nicht jetzt handeln. Wir brauchen wieder Schiffe, die Sorge tragen können, dass der nächste Weltflüchtlingstag gebührend gefeiert werden kann. Wir als Sea-Watch wollen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, den Städten und Kommunen, der Kirche und euch allen ein Zeichen setzen und ein Schiff in das tödlichste Gewässer der Welt schicken. Ein Schiff der Gemeinschaft, der Solidarität und Nächstenliebe. Ein Schiff von uns, von euch, von allen.“ Darauf antwortete ich meinem Bekannten folgendes:
das werde ich nicht unterschreiben. Gerade, weil ich nicht will, dass noch mehr Menschen im Mittelmeer ertrinken. Ich halte es für unverantwortlich, Hoffnungen zu wecken und Menschen aufs Meer zu locken. Die Leute, die da ihr letztes Geld an Schlepper geben, sind das Rückgrat der Gesellschaften, aus denen sie stammen. Neulich schrieb ein Freund, die Händler im Senegal verkauften ihre Geschäfte, um sich nach Europa aufzumachen. Hier brauche sie niemand. Im Senegal schaffen sie Jobs und Auskommen. Falsche Anreize sind mörderisch. Fahr in die Hamburger Schanze und guck dir die Dealer an. Geh auf den Straßenstrich in Rom. Der ist voller Frauen aus Nigeria. Willst Du das?
Die Hoffnungsfrohen wollten das bestimmt nicht, als sie aufbrachen. Doch auf die meisten, die die mörderische Reise überleben, wartet in Europa nicht das große Glück, sondern das Elend der Fremde. „Schicken wir ein Schiff!“ Und dann? Was soll werden mit diesen Verlorenen? Wer fängt sie auf?
Siehst Du nicht die Eigensucht der selbstgerechten „Helfer“, die Nächstenliebe vorschützen, um sich gut zu fühlen. Weil sie es nicht aushalten, in einer Welt zu leben, in der 3,5 Milliarden Menschen von weniger als 2 Dollar am Tag leben müssen? Sie kaufen sich die Illusion „gerecht“ zu sein und spenden ein paar Euro für ein Schiff, um ihre Schuldgefühle zu dämpfen. Sie erheben sich moralisch über all jene, die nach 40 Jahren Arbeit mit knapp 800 Euro in Rente gehen. Diese sind nicht scharf auf noch mehr Armutseinwanderung in die Sozialsysteme, die sie ein Leben lang finanziert haben.
Wo ist die Nächstenliebe der Selbstgerechten, die Schiffe schicken? Ich finde sie verdammt erbarmungslos gegenüber denen direkt vor ihrer Haustür, die als Rentner in Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen. Klar, die sind alt und weiß und oft männlich, aber es sind immerhin die vor der eigenen Haustür, und sie ertrinken auch, anders als die auf dem Mittelmeer. Denn die setzen sich immerhin freiwillig ins marode Schlauchboot. Die vor der eigenen Haustür wurden da hineingestoßen.
Ich bin davon überzeugt, dass jedes „Retter-Schiff“ falsche Hoffnungen weckt und dadurch nur neue Tote produziert. Für jeden Aufgefischten durch die „Helfer“ Aufgefischten ertrinkt ein Dutzend. Wem ist damit gedient? Bei der Wahl zwischen zwei Fehlern entscheidet man sich für den, der hoffentlich weniger Schaden anrichtet. Das tut mitunter richtig weh. Man sieht so oder so beschissen aus. Aber es geht nicht ums Gut-Aussehen. Es geht darum, kein unnötiges Leid zu stiften.
Das ist meine Moral. Das magst Du kaltherzig finden. Glaub mir, ich habe eine sehr lebhafte Vorstellung davon, wie es ist, wenn Artgenossen ertrinken. Ich habe mehr Menschen beim Sterben zugesehen als die meisten. Freude hat mir das keine bereitet. Ich will das nicht unterstützen. Trotzdem Gutes an Dich, C.
… Alles von Christoph Ernst vom 1.7.2019 bitte lesen auf
https://www.cicero.de/aussenpolitik/fluchtlingspolitik-sea-watch-3-italien-carola-rackete-evangelische-kirche
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Bedford-Strohm’s naive Gesinnungsethik
Wer sagt: „Eine junge Frau wird in einem europäischen Land verhaftet, weil sie Menschenleben gerettet hat und die geretteten Menschen sicher an Land bringen will. Eine Schande für Europa!“, der ist entweder ignorant oder er sagt bewusst die Unwahrheit. Selbst die ursprüngliche Aufnahme der Migranten durch Frau Rackete war nicht wirklich das, was man eine Seenotrettung nennen könnte. Vielmehr halte ich eine solche Aufnahme für eine Fortführung einer Schleppertätigkeit, die unbedingt unterbunden würden müsste, um das fortgesetzte Ertrinken von Migranten zu verhindern. Und selbstverständlich hat die Verhaftung von Frau Rackete nichts mit einer Seenotrettung zu tun. Sie wurde verhaftet, weil sie willentlich gegen italienische Gesetze verstoßen hat. Auch das Urteil des EGMR hat sie einfach ignoriert.
Dass Bedford-Strohm sich von einer naiven Gesinnungsethik leiten lässt, macht mich traurig und zornig. Jemand in seiner Position müsste es besser wissen.
2.7.2019, D.L., CO
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Evangelikale Moralapostel in die Schranken weisen
Herr Ernst hat mir aus der Seele geschrieben. Das unerträglich moralisierende Treiben von Bedford-Strohm und seinen links-grünen Sponsoren gehört endlich an den öffentlichen Medien-Pranger und man sollte von ihm strikt verlangen, die persönliche vollumfängliche Kosten-Bürgschaft für jeden durch seine Vermittlung geretteten Armutsflüchtling zu übernehmen. Da erfahrungsgemäß beim Geld, insbes. dem eigenen, recht schnell die Freundschaft aufhört, würde vermutlich auch bei B-S und seinen grün-linken evangelikalen Moralaposteln das narzistische Gutmenschen-Helfer-Syndrom sehr bald im Bankrott enden.
Es ist nur zu wünschen, dass Italien im aktuellen Fall der Sea-Watch 3 ein hartes Exempel statuiert, d.h. 3 Jahre Knast für Frau Rackete, Freilassung nach 1 Jahr mit Bußgeld von 1 Mio € (bisher schon 500.000 Spenden!), das Schiff für 3 Jahre konfiszieren, striktes Anlandeverbot für selbsternannte “Rettungsschiffe” und Rücktransport der betreffenden Flüchtlinge nach Lybien. Muster: Australien
2.7.2019, J.SCH
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Egoistische Eigensucht selbstgerechter „Helfer“
Es ist alles richtig gesagt; es ist nur zu hoffen, dass jene gutherzigen Spender und Petitionsunterzeichner vertieft Nachdenken, das ein weiter so, weder uns und schon gar nicht Migranten aus aller Welt nutzt. Egoistische Eigensucht selbstgerechter „Helfer“, die christliche Fürsorge betonen, beispielhaft vom Schlage eines Heinrich Bedford-Strohm, handeln geradezu fahrlässig wenn nicht gar gemein gefährlich. Wo soll das Enden? In die ähnliche Kerbe schlug auch Bundespräsident Steinmeier, der substanziell wenig zur Problemlösung beisteuert. Im Gegenteil: er verhilft einer gescheiterten Kapitänin zur öffentlichen Publicity, sich als Spitzenpolitiker gegen einen souveränen Staat, und das ist Italien, in Stellung zu bringen, der 100.000 tausende Menschen aufgenommen hat jetzt die Reißleine zieht. Abgesehen davon sollten die Herren aus der gesellschaftlichen Moralelite wissen, dass sie Europa weiter spalten, den Kontinent in eine nie da gewesene Katastrophe führen. Was für ein Paradoxon!
2.7.2019, T.v.B., CO

 

 

Seenotrettung: Gründeutscher Zeitgeist im Krieg mit Italien
Rackete: Was erlaubt sich der gründeutsche Zeitgeist noch alles? Dem Ganzen liegt nicht die Frage von Seenotrettung zugrunde, sondern ein offener Krieg des gründeutschen Zeitgeistes gegen alles, was nicht seiner Ideologie entspricht.
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Es ist etwas passiert im Verhältnis zwischen Deutschen und Italienern. Wenn man auf der Wasserscheide steht, wird das umso deutlicher. Und es fällt schwer, die eine Seite irgendwie noch erklären, in Schutz nehmen zu wollen, wenn einem die Frage gestellt wird: „Was erlauben sich die Deutschen eigentlich?“ Viel zu viel. Anders kann man es eigentlich nicht mehr ausdrücken. Es gibt das bekannte Sprichwort, dass die Italiener die Deutschen bewundern, aber nicht lieben; und dass die Deutschen die Italiener lieben, sie aber nicht bewundern. Die pirateriehafte Amokfahrt einer deutschen Möchtegernskipperin, die das Leben italienischer Beamter bei einem fahrlässigen Anlegemanöver aufs Spiel setzt, um – vermeintlich – das Leben von Migranten zu retten, treibt die Lage auf den Höhepunkt. Hier die faschistische Wache Salvinis, dort die Unterdrückten dieser Welt. Es ist eine der Episoden, die deutlich zeigen, dass es hier weder um Menschlichkeit noch um Menschenleben geht.

MISSTRAUEN IN DIE DEUTSCHE DEMOKRATIE
ZDF-Sommerinterview: Frank-Walter und die Kultur des Unsäglichen
Wir erleben derzeit eine breite Front medialer, politischer, aktivistischer und kirchlicher Interessenvertreter, die mit ihrem Anhang und einem ausgedehnten Wurmfortsatz emotionalisierter Wutbürger nicht nur Stimmung gegen den italienischen Innenminister machen, sondern aufgrund ihrer zur Schau gestellten Hysterie die deutsch-italienischen Beziehungen massiv stören. Da ist der Säulenheilige der grünen Bewegung, Robert Habeck, der „die Ruchlosigkeit der italienischen Regierung“ geißelt, und sich dann in typischer Projektion darüber beklagt, dass Salvini sie als das bezeichnet, was sie ist: eine Piratin. „Eine Sprachverdrehung Orwellschen Ausmaßes“ schimpft der gefühlte Kanzler des grünsten Deutschlands aller Zeiten. Dass die Skipperin mit ihrem illegalen Eindringen in italienische Hoheitsgewässer – trotz mehrfacher Warnung – genau den Tatbestand der klassischen Piraterie erfüllt, nämlich Rechtlosigkeit auf dem Meer, sei hier nur der Vollständigkeit wegen erwähnt.
Es folgt der Außenminister höchstpersönlich, der davor warnt, dass „Seenotrettung“ nicht „kriminalisiert“ werden dürfe. Das stimmt – aber mit Sicherheit anders intendiert, als es Heiko Maas denkt. Denn niemand kriminalisiert die Seenotrettung mehr als SeaWatch und seine Helfershelfer, wenn explizit italienisches Recht gebrochen wird. Maas‘ sortiert sich hier in die Riege des Mediengeschehens ein, welche die Position von Rechtsbrecher und Rechtsvollstrecker vertauscht. Das Narrativ: Salvini breche See- und Völkerrecht. Dabei gab es mit der Aquarius bereits einen Präzedenzfall, der deutlich machte, dass es so einfach nicht ist. Grundsätzlich hat nämlich jedes Land das Recht, in seinen Hafen (und auch seine Hoheitsgewässer) einzulassen wen es will und wann es will. Es besteht grundsätzlich die Pflicht, zu helfen – das kann aber auch auf See geschehen. Ein „Anlanderecht“ existiert in diesem Sinne nicht. Das ein äußerster Extremfall vorliege, bei dem aus gewohnheitsrechtlichen und karitativen Gründen ein Schiff in einen Hafen einfahren dürfe, hat der Gerichtshof für Menschenrechte der EU bereits am 25. Juni verneint und damit der italienischen Position Recht gegeben.
Carola Rackete hat all das gewusst. Bereits seit Januar hat SeaWatch immer wieder gegen die Auflagen Italiens verstoßen. Die am 12. Juni aufgenommenen Migranten hatten keinerlei Aussicht darauf, in Lampedusa an Land gehen zu dürfen. SeaWatch beharrte dennoch darauf, diese in genau diesen einen Hafen bringen zu müssen. Zwei Wochen lang. Eine Zeitspanne, in der man auch gut bis nach Hamburg hätte fahren können. Oder Island. Oder sogar Tunesien.
Ginge es SeaWatch tatsächlich um „Menschen“ und „Menschlichkeit“, bestände für die Passagiere an Bord wirklich „Suizidgefahr“ – dann hätte ein verantwortungsbewusster Kapitän den nächsten Hafen aufgesucht, in dem er sicher anlanden konnte, im Sinne seiner „humanitären Pflicht“. Rackete entschied anders. Sie beharrte, wartete. SeaWatch steigerte sich zu der Bemerkung, dass man auf See „eingesperrt“ sei. Ausgerechnet auf dem Meer. Große Teile der deutschen Öffentlichkeit sind offensichtlich davon überzeugt, dass es der „Menschlichkeit“ keinen Abbruch tut, wenn man seine ideologisch-politischen Spielereien mit der Lega auf dem Rücken soeben Geretteter austrägt. Allein das Vorgehen stellt infrage, ob es sich wirklich um einen „Notfall“ gehandelt hat. Als Krankenwagenfahrerin hätte sich Rackete jedenfalls disqualifiziert.
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GEHT MARX NICHT, DANN GRAMSCI
Zivilgesellschaft – ein Leitbild?
Es ging offensichtlich um ein Exempel, mit breiter Unterstützung an der Heimatfront, wo Jan Böhmermann bereits darauf wartete, Geld für eine Prozesshilfe zu sammeln. Dem liegt nicht die Frage von Seenotrettung zugrunde, sondern ein offener Krieg des gründeutschen Zeitgeistes gegen alles, was nicht seiner Ideologie entspricht. Matteo Salvini ist der Antichrist dieser Bewegung. Die Verherrlichung der angeblichen „Kapitänin“ – nichts weiter als die Übernahme eines Wortspiels der italienischen Presse gegen den „Capitano“ Salvini – ist der Greta-Verehrung nicht fern. Da ist er wieder, dieser deutsch-grüne Habitus, dieses hypermoralische „ich kann nicht anders“, diese heuchlerische Nelson-Mandela-Attitüde: und repräsentiert alles, weshalb das Diktum vom hässlichen Deutschen wieder die Runde macht.
Verdächtig offen hat Rackete einmal angemerkt, um was es wirklich geht: sie sei weiß, reich und deutsch, deshalb fühle sie sich verpflichtet, Menschen zu helfen. Die Prioritäten sind klar verteilt: nicht um „Menschlichkeit“ geht es, sondern um die Ausfüllung innerer Leere und eines moralischen Gewissens, das egozentrisch um sich selbst kreist. Die beinharte Aktion gegen das italienische Zollschiff zeigt dies umso klarer. Es ist die völlige Überzeugung, das „Gute“ zu verteidigen, ohne die eigenen Taten zu hinterfragen. Was dahinter steht, ist weder demütig noch tapfer noch vorbildlich: in Wirklichkeit ist es ein Gefühl der Überlegenheit, das an den finstersten Rassismus der Kolonialzeit erinnert. Das Weltbild ließe sich folgendermaßen zusammenfassen: Die dummen Italiener haben Faschisten an die Macht gebracht, und die per se edlen, aber naiven Wilden brauchen Hilfe – seht, was ich für ein guter Mensch bin.
Welcher deutsche Geist einer solchen Haltung innewohnt, wurde an anderer Stelle genügend ausgeführt.
Es ist demnach nicht verwunderlich, dass gerade der herrschende grüne Zeitgeist der nationalistischste und von Ressentiments durchsetzteste ist. Neben Habeck ist da ein Ruprecht Polenz von der CDU, der verlauten lässt: „Salvini benutzt Sea Watch 3 für seine faschistische Mobilisierung der Italiener gegen Flüchtlinge und die EU.“ Cem Özdemir: „Rechtspopulisten wie Salvini und seine Kollegen von der AfD haben es immer darauf abgesehen, die Menschlichkeit in uns zu zerstören.“ Bedford-Strohm: „Eine junge Frau wird in einem europäischen Land verhaftet, weil sie Menschenleben gerettet hat und die geretteten Menschen sicher an Land bringen will.“ Die SZ: „Die Sea-Watch-Kapitänin braucht keinen Heldenstatus, sondern einen Freispruch.“
Dazu der Anhang von Mitläufern, der die Situation mit Faschismusparolen, Artikel 1 und vielen anderen Dingen garniert, welche die hypermoralische Selbstsicherheit stärken.
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DIE POLITISCHE KLASSE BIEDERT SICH AN
Deutsches Klima: Gewalt gegen die Gesellschaft ist erlaubt
Die Reihen fest geschlossen hinter einer Rechtsbrecherin, der man nachsagt, sie hätte Recht eingehalten. Mehr Fake News waren nie. Und es sind Vorgänge, die der italienischen Öffentlichkeit – der Corriere della Sera berichtete – nicht verborgen bleiben. Da echauffierte sich die Bild-Zeitung über die Pöbelei Salvinis, Rackete gehe den Italienern „auf die Eier“. Es ist dies, was geschätzte siebzig Prozent der Italiener denken, ansonsten tätigte ein Populist nicht solche Aussagen. Man fragt sich: warum gab es vorher kein Eingreifen der deutschen Regierung? Für die Italiener, die seit nunmehr zwei Jahrzehnten hinsichtlich der Migrationsfrage von der EU und ihren Mitgliedern allein gelassen werden – sieht man von großzügigen Seenotrettern ab, die noch mehr Migranten an Italiens Strände bringen – stellen sich unangenehme Fragen. Fragen, die dazu führen, Deutschland nicht nur hinsichtlich der Finanz- und Wirtschaftspolitik als Gegner einzuschätzen. Der hypermoralische Tonfall kommt im Heimatland machiavellistischer Pragmatiker nicht gut an – auch, weil darin eine Stimme der Suprematie liegt, wie sie von deutschen Zungen seit dem 2. Weltkrieg unbekannt war.
Wenn die deutschgrüne Bewegung demnach von „Menschlichkeit“ spricht, handelt es sich in Wirklichkeit um Hass. Hass auf die italienische Regierung und ihren Innenminister, der alles verachtenswerte, „Rechte“ symbolisiert. Hass auf den gemeinen Italiener, der sich von Salvini hat verführen lassen. Hass auf die Beamten, die sich Rackete entgegenstellten – ansonsten hätte deren mögliches Martyrium längst zum Nachdenken angeregt. Auf Twitter springt #freeCarolaRackete in die Charts. Man feiert Rackete nicht, weil sie eine Deutsche ist; sondern, weil sie die eigene Ideologie verteidigt wie Greta den Klimahype. Das ist auch schon das einzige, was diesen Wahn vom Chauvinismus und Nationalismus des letzten Jahrhunderts unterscheidet. Der hegemonial-imperialistische Vibe, der in den Forderungen von NGOs, Medien und Politikern bebt, lässt den Jingoismus wilhelminischer Zeiten als possierliche Randnotiz erscheinen.
Marco Gallina, “Sie nennen ihren Hass „Menschlichkeit“, 29..6.2019
http://www.marcogallina.de/2019/06/29/sie-nennen-ihren-hass-menschlichkeit/
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… am 1.7.2019 von Marco Gallina unter dem Titel
“Rackete: Was erlaubt sich der gründeutsche Zeitgeist noch alles? auch erschienen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/rackete-was-erlaubt-sich-der-gruendeutsche-zeitgeist-noch-alles/
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Wir überheblichen Deutschen
Schön und klar zusammengefasst, und mir ist die Erzählung vom hässlichen, überheblichen Deutschen nun schon vermehrt begegnet. Ausserhalb beginnt man wieder, uns zu hassen. Na vielen Dank auch, Marco Gallina.
30.6.2019, MS, MARO
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Linke Deutsche gegen Salvini – mit Migranten als Statisten
Es handelt sich um eine politische Aktion radikaler Linker gegen Salvini. Man hat eine ideologisch gefestigte junge Frau, die auf Beißhemmnung zählen darf und mit der sich auch Feministinnen und Gretagläubige identifizieren können, als „Kapitänin“ mit der Hauptrolle ausgestattet, eine Gruppe Migranten als Statisten für die Nötigung zu „humanen Zwecken“ an Bord genommen und jetzt in aller Weltöffentlichkeit den „rechtspopulistischen“ Salvini herausgefordert. Linke deutsche Spitzenpolitiker sind auf diese Propaganda abgefahren und mischen mit, ebenso deutsche Spitzenfunktionäre und die üblichen Medienvertreter. Es geht hier um einen Kulturkampf, der von radikalen linken Kräften inszeniert wird. Und wenn es denen gelingt, mit ihrer Gewalt und folgenlos Recht zu brechen und dabei auch noch Salvini zu beschädigen, haben sie ihr Ziel erreicht.
1.7.2019, KUN, MARO
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Deutscher Größenwahn
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
Frau Rackete steht in einer Linie mit Kaiser Wilhelm II.
Genau wie Merkel. Und Habeck.
Weimar klopft lautstark an die Tür…
1.7.2019, R.P., TO
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Ein sehr guter und realistischer Artikel von Marco Gallina
Doch kommen wir doch einmal zum Kern. Was denken sich diese selbsternannten „Gutmenschen“des links, grünen Meinungsmanagements eigentlich, wenn diese von den Kirchen flankiert noch mehr illegale Einwanderung fordern. Italien hat erhebliche finanzielle Probleme und einen desolaten Arbeitsmarkt. Deutschland mit 83 Millionen Einwohnern muss mittlerweile 2.1 Millionen Flüchtlinge beherbergen und alimentieren.“Ein reiches Land “ seien wir, wird uns immer gesagt . Von 83 Millionen arbeiten 44 Millionen, abzüglich 10 Millionen in Minijobs und abzüglich 4 Millionen in prekären Arbeitsverhältnissen, bleiben 30 Millionen übrig, die das alles und die restlichen 53 Millionen, davon 21 Millionen Rentner, Tendenz wegen der Babyboomer steigend, finanzieren müssen und schon bis Mitte Juli für Abgaben arbeiten. Was will man uns von diesen Realitätsverweigerern noch zumuten und vor allem , was lassen wir uns eigentlich noch alles gefallen, bis wir auf die Barrikaden gehen. Auf meiner Webseite http://Fortunannetz.de schreiben ich mir darüber schon die Finger wund.
1.7.2019, H.H., TO
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Bitte lieber Herr Innenminister Salvini, und liebe italienische Justiz, bleiben Sie hart und verurteilen Sie diese kriminelle Schlepperin zu Gefängnis nicht unter drei Jahren ohne Bewährung! Setzen Sie Zeichen gegen die Gesetzlosigkeit, nicht nur die Deutschlands, sondern auch gegen die Gesetzlosigkeit der Funktinärs-EU! Gott schütze Sie, Gott schütze BELLA ITALIA!
1.7.2019, S.K., TO
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Nicht nur bedenklich, sondern wirklich und wahrhaftig erschreckend finde ich, wie Repräsentanten unseres Staates bereit sind, für eine nach ihrer Ansicht nach gute Sache Recht zu beugen und das auch noch von einem anderen souveränen Staat zu verlangen. Von Staatskaspern à la Böhmermann erwarte ich nichts Vernünftiges, aber Minister (!) – wobei die Partei kaum noch eine Rolle zu spielen scheint – und der Bundespräsident (!) sollten es doch besser wissen. Merken sie denn nicht, daß die Anwendung des Rechts je nach Gesinnung den Weg aus einem Rechtsstaat – der doch gerade von ihnen so laut und ständig beschworen wird – hin zu einem Gesinnungs- ja Willkürstaat beschreitet? Hatten wir das nicht schon zweimal in unserer Geschichte, daß für die „gute“ Sache das Recht zurechtgebogen wird? Zur rechtlichen Seite eine meiner Ansicht nach gute Erläuterung auf der „Achse“: https://www.achgut.com/artikel/steinmeier_und_co_manoevrieren_den_rechtsstaat_in_seenot
1.7.2019, ND, TO
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Deutschland’s „Herrschaft des Unrechts“
Das Geschehen macht deutlich, wie umfassend und erdrückend sich Deutschland mittlerweile im Griff einer Ideologie befindet, die alle bisher gültigen Maßstäbe sich unterwirft und die sämtliche Machtinstitutionen einer Gesellschaft schon unter ihr Banner gezwungen hat.
Ein ehemaliger Justizminister geht wie selbstverständlich davon aus, daß mehrfacher Rechtsbruch, bis hin zum gewaltsamen Eindringen in den Hafen eines befreundeten Landes, unter Inkaufnahme von Toten und Verletzten, straffrei ausgehen wird. Dieser Mann, Maas, ist heute Außenminister und scheint keinen Augenblick einen Gedanken daran zu verschwenden, wie seine arrogante Attitüde das Verhältnis zwischen beiden Ländern beeinträchtigen muß; nicht nur bei der Regierung, sondern auch in weiten Teilen der italiensischen Bevölkerung. Ja, deutsche Besserwisserei, Selbstanmaßung, Selbstüberschätzung sind längst zurückgekehrt, ausgerechnet im Schafspelz des Gutmenschentums.
Es kommt nun alles darauf an, daß die italienische Justiz sich weder einschüchtern noch einflüstern läßt; das Schiff muß aus dem Verkehr gezogen werden und die verantwortliche Schiffsführerin mit ihm für ein paar Jahre wenigstens. Eine Geldstrafe wäre keine Strafe, da das Sympathisantentun bereit steht, für alles finanziell geradezustehen.
Die „Herrschaft des Unrechts“ hält an in diesem Land, dessen Grenze mit Billigung der politisch Verantwortlichen weit offen stehen, in dem Lehrer und Politiker das Schuleschwänzen aus ideologischen Gründen gut heißen, indem sog. „Klimareiter“ massenhaft fremdes Eigentum beschädigen bis hin zur offiziell verteidigten Verletzung der Souveränität „befreundeter“ Staaten.
Und alle machen mit: Politik, Medien, Kirchen, Unterhaltungsindustrie, ein Land wie aus einem Guß totalitaristischer Prägung.
1.7.2019 , I.P., TO
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Ich lebe seit vielen Jahren in Italien
und hier ist man wirklich not amused über die Deutschen Kommentare, besonders die der offiziellen Regierungsvertreter. Am Samstag waren meine Frau und ich auf der Hochzeit der Tochter eines Cousins meiner Frau. Und obwohl ich mich nach nun 42 Jahren eher als Italiener fühle, musste ich auf peinliche Fragen antworten.
Warum der Bundespräsident, der deutsche Außenminister und die deutsche Prese sich dermaßen abfällig über die Italiener äußern, das kann hier niemand von meiner Verwandtschaft Anwürfe verstehen. Der Vorwurf, Italien habe etwas gegen die Seenotrettung versteht hier keiner, denn es ging doch bei dem Vorfall nicht um die Rettung Schiffbrüchiger, sondern um die illegale Verbringen derselben nach Italien. Und das, weil Marokko und auch Algerien der SeaWatch das Angebot machten, einen dortigen Hafen anzulaufen. Auch hier gibt es nur Schwierigkeiten mit den Nordafrikanern und alle Italirner, die ich kenne, sind eher für eine generelle Abschiebung.
1.7.2019, DEL, TO
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È veramente una vergogna! Per carità, amico, dì agli Italiani, che non tutti i tedeschi pensano così, è solamente il complesso politico-mediale, che ha perso la bussola della morale. Ahi, che peccato!

Dadurch, dass sie den ihr von der zuständigen Seenotrettungsleitstelle zugewiesenen Ausschiffungshafen nicht anlief, sondern statt dessen ungebührlich lange in it. Hoheitsgewässern verweilte, könnte man aufgr. der anzunehmenden Freiheitsberaubung der Migranten an Bord von Erfüllung eines Teiltatbestands von Piraterie sprechen. Unerheblich ist dabei, ob sich die Opfer Frau Racketes mit ihr solidarisch erklärten (Stockholmsyndrom).
1.7.2019, O.D., TO
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Dann sagen Sie unseren italienischen Freunden, daß die absolute Mehrheit der Deutschen Ihrer Meinung ist und eine durchgedrehte Göre das deutsch-italienische Verhältnis enorm belastet. …
Nachtrag: Deutschland wurde nicht umsonst ausgesucht für die Machenschaften Grünlinker und des Islam. Es ist das Herz und der Motor Europas
1.7.2019, REA47, TO
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Ich würde das mit dem “ Hass auf die rechten Italiener “ nicht überstrapazieren. Unsere links-grünen Gutmenschen hassen jeden der nicht ihrer Meinung ist. Wenn es zutrifft, dass ca. 70% der Italiener so denken wie Salvini, dann besteht zumindest Hoffnung auf die italienische Justiz, und dass sie nicht dem links-grün-populistischen Druck der 30% aus Italien selbst, und dem Druck aus Berlin und Brüssel nachgibt und ein gründliches Verfahren über alle möglichen Anklagepunkte durchzieht. Für die deutsche Seite zeichnet sich wieder einmal ab, dass die links-grünen Gutmenschen nicht nur den Verfassungsbruch von 2015 negieren, sondern auch für die Zukunft Recht und Gesetz nach ihrer Ideologie interpretieren werden. Eine Koalition G-R-R wäre noch nicht gleich das Ende der Geschichte, vielleicht sogar eine Katharsis für das bürgerlich-liberale Lager mit der Chance eines Rebound, aber auch ein möglicher erster Schritt in eine neostalinistische Klima- und Ökodiktatur.
1.7.2019, BK
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Keine Rettung, sondern Abholung
Die „Seenotretter „stehen auf einem schwachen Fundament, zumindest wenn es um die Logik geht. Aber sie können mit der Unterstützung der linken Medien rechnen und all jener Politiker, die sich in deren Gefangenschaft begeben haben. „Wer einen Menschen rettet, kann kein Krimineller sein“, heißt es. Ja klar. Aber hier geht es nicht um „Rettung“, sondern um „Abholung“. Wer einen Menschen vor der Küste Afrikas abholt, um ihn in das deutsche Sozialsystem einzuschleusen, muß sich die Frage gefallen lassen, ob das mit den Gesetzen vereinbar ist. Da hilft auch kein Bedford-Strohm und kein Steinmeier. Gesetze sind dazu da, eingehalten zu werden. Aber wer heute Gesetzlichkeit fordert, macht sich als Mittäter verdächtig, hat quasi den Finger am Abzug. Wenn es nicht gelingt, wieder die Herrschaft des gesunden Menschenverstandes herzustellen, hat das Schland bald
1.7.2019, TAV, TO

1979 war die Politik einig, das wir nicht für alle Flüchtlinge aus Asien zuständig sind.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39868686.html

2019 ist sich die Politik offensichtlich einig (ausser AFD), das wir für Flüchtlinge aus der ganzen Welt, besonders Muslime und Afrikaner zuständig sind. Schleudertrauma vom Kopfschütteln.
1.7.2019, AR, TO
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Danke Marco Gallina für diese stringente Beweisführung und klare Sprache. Grüne Hybris, grüne Hypermoral, grüner Imperialismus – Menschenhandel als gute Tat – und Erpressung des souveränen italienischen Staates und der italienischen Freunde müssen wohl einem totalitären Denken zugeordnet werden . Der neue Faschismus tritt in grüner Verkleidung und mit offenen Kragen auf. Längst geht es nicht mehr um Erhalt der Landschaft und eine bessere Umwelt, sondern um das Kapern unseres Staates und um die Errichtung einer neu-totalitären Spielart des kommunistischen Dirigismus . Windräder, E-Autos, Blutauffrischung, Genderei, Sexualisierung bis in die Kindergärten, Abschaffung der elterlichen Erziehung und Verantwortung, Selbsthass und die Errichtung der EUdSSR sind einige der schlimmsten Begleiterscheinungen einer völlig abgehobenen Schicht, die noch nie im Schweiße ihres Angesichtes gearbeitet hat und doch alles besser weiß. Es ist wieder einmal das deutsche Wesen, an dem die Welt gesunden soll. Der Deutsche lebt entweder in der Vergangenheit oder in Utopia, aber auf keinen Fall in der Wirklichkeit.
1.7.2019, BRA
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„Was erlauben sich Carola Rackete?“,
möchte ich in Abwandlung Giovanni Trappatonis fragen. Das deutsche Herrenmenschentum, welches erwartet, dass ihm die Welt folgt, ist zurück; diesmal in Gestalt grün-linker Bessermenschen mit ihrer unverhandelbaren Ideologie. Fehlt nicht mehr viel zu einer überarbeiteten Form des deutschen Faschismus. Wie hieß es gleich noch in einem bekannten, deutschen Volkslied vergangen geglaubter Tage: „Denn heute da hört uns Deutschland Und morgen die ganze Welt!“ Da ich für die Entwicklung unseres Landes keinerlei Optimismus mehr habe, ertappe ich mich ab und an dabei, dass ich denke: Möge dieses deutsche Volk endlich aussterben! Diese epidemiehaft verbreitete, arrogante Hohlköpfigkeit ist ja nicht mehr auszuhalten. Vor uns liegt eine Agonie. Nach dem Öko-Faschismus, mit all seiner geballten Faktenleugnung, wird der Islam das Ruder des leck geschlagenen Tankers Deutschland übernehmen. Ich möchte nur noch von Bord!
1.7.2019, M.B., TO
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Das ganze Seenotrettungsthema strotzt von einer Unlogik, daß man nicht glauben kann, daß intelligente Menschen diese nicht sofort bemerken müßten: Warum müssen sich die jungen Männer erst diesem Initiationsritus der maritimen Selbstgefährdung unterwerfen, um in die europäischen Sozialsysteme zu gelangen, wenn man sie doch einfach in Afrika abholen könnte. Denn von wo sie starten, ist ja bekannt und da keiner abgewiesen werden darf, hätten alle, die sich an Afrikas Küsten einfinden, einen Anspruch auf Transit! Mit dieser Strategie würde sich die Notwendigkeit einer permanenten Seenotrettungsbereitschaft sofort erübrigen, keiner käme mehr in Gefahr, keine käme mehr um. Das würde aber natürlich zwingend den nächsten Schritt erfordern: die Triage oder anders, wer entschiede, wer und wieviele abgeholt werden und wohin sie gebracht werden. Diesem logisch zwingenden Schritt entzieht man sich, in dem man den „Flaschenhals“ der Mittelmeerüberquerung als Hürde aufrecht erhält und den Kollateralschaden der Ertrunkenen auf zweierlei Weise für sich nutzt: erstens kann man sich so richtig als humanitärer Retter derer aufspielen, die man durch seine infame Politik erst in die Notwendigkeit einer inzenierten Seenotrettung gebracht hat und zweitens schützt man sich durch diese „natürliche Auswahl“ vor dem gefürchteten Volkssturm in den europäischen Ländern, der irgendwann ausbräche, wenn eine unbegrenze Zuwanderung die Sozialkassen und das täglich neuzudefinierende Zusammenleben in die Katastrophe treiben würde.
1.7.2019, DR.M.
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Die Deutschnationalität ist von Grünlinks eben zu beseitigen
Marco Gallini überbetont das Nationalistische im aktuellen Handeln deutscher Akteure eklatant. Der deutsche Hypermoralismus ist nicht nationalbezogen (auch wenn er es in der Konsequenz vielleicht ist) sondern im Gegenteil post- bis antinational. Ein Nationalist ist Matteo Salvini – und er kann es sein, weil, anders als in Deutschland, die italienische Nation, die der deutschen sicher und anders als in anderen europäischen Nationen darin ähnelt, daß das Bekenntnis zu ihr stets prekär ist und von starken Regionalismen überlagert wird, durch Mussolini nicht kontaminiert und delegitimiert wurde. Das aber ist in Deutschland der Fall, wo selbst Rechte, denken wir in der Tat an Gaulands Fliegenschiß-Affäre, sich nicht von der Fixierung auf Hitler als den Kristallisationspunkt deutscher Nationalität lösen können.
Für die deutsche Linke ist die exzessive Einwanderung nach Deutschland, die selbstverständlich die deutsche Kultur und das Deutschtum zersetzt und allmählich verdrängt (zumindest da, wo sie bereits nicht mehr reversibel ist und die Mehrheitsverhältnisse ändert, also in Westdeutschland und Berlin) der einzige und beste Garant, die Deutschnationalität zu beseitigen und damit ein IV. Reich zu verhindern. Alles andere Gefasel von Multikulti und bunt ist nur aufgesetzt und Camouflage oder Rechtfertigung der eigentlichen Absicht. Und so ist ungebremste, freie Einwanderung und zudem noch die von möglichst kulturfremden Ethnien für sie eine politische Conditio sine qua non, die sie unerbittlich und ohne Rücksicht auf Verluste verteidigen, weiß Gott nicht erst seit 2015.
Salvini gefährdet das. Setzt er sich durch, versiegt weniger der Zustrom aus Afrika und dem Orient, die Zuwanderer werden andere Weg finden, so über Osteuropa oder Spanien oder wirklich direkt per Schiff nach Deutschland. Viele kommen ohnehin per Flugzeug. Doch sein Vorgehen, würde es durchkommen, würde das Narrativ beschädigen, das es eine Bringschuld der Europäer gibt, Einwanderung zuzulassen. Einwanderung fände nicht mehr selbstermächtigt statt als „Flüchtling“ sondern unterläge wieder dem opportunistischen Gutdünken und Abwägen des Zielstaates. Würde man das aus Sicht der Linken aber dulden, wäre damit die Institution Nation als solches wieder restituiert – und damit auch die der deutschen. Das Asylrecht als Einwanderungsrecht und Garant starker Zuwanderungszahlen wäre obsolet.
Dazu abschließend folgende Anregung zu einer Überlegung: Wie sähen die westlichen Bundesländer und Berlin, ihr Lebensgefühl, und wie sähe das Handeln der lokalen Eliten heute aus, hätte es die Gastarbeiter- und später Asylzuwanderung so nie gegeben, bzw. hätte man sie bestenfalls Anfang der 1970er beendet und alle Zugewanderten und ihre Nachkommen konsequent repatriiert anstatt sie in Deutschland zu belassen, auch wenn das vorübergehend Engpässe auf dem minderqualifizierten Arbeitsmarkt (Kohleminen, Müllabfuhr, Autoherstellung) gehabt hätte?
Sicher ist, so meine Ansicht, daß die deutsche Linke sich ein anderes Ankerobjekt als den Ausländer hätte suchen müssen. Ostdeutschland, das bis heute kaum Zuwanderung erfährt (und vor 1961 und seit 1990 eher einen massiven Exodus junger Menschen und Bürgerlicher verkraften muß) kann als gewisse Referenz dienen, denn obwohl auch andere Faktoren die Andersartigkeit von West- und Ostdeutschen beeinflussen – die deutsche Nation als solche stand im Osten nie zu Debatte, sonst gäbe es heute noch die DDR, egal wie verfaßt.
Westdeutschland aber hat sein deutsches Nationalbewußtsein und konkludent auch sein Kulturbewußtsein schon vor 1989 verloren. So mag es nicht erstaunen, daß – trotz fast 20 Millionen Ausländern in Westdeutschland – allein schon die bloße Aussicht, die Zuwanderung könne, wenn nicht versiegen, so doch zum Rinnsal werden, unter den linken Eliten derartige Panik auslöst. Bei der Wiedervereinigung hatten sie nie Angst vor den Russen oder den Ostdeutschen – sondern Angst vor einer Wiederkehr des Deutschtums im Westen. Anneta Kahane hat es treffend ausgedrückt: Ostdeutschland sei bis heute „zu weiß“ – also gar nicht deutsch im heutigen Sinne.
Darum geht es hier.
1.7.2019, TH,H.

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