Deutsche-Kultur

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Roger Scruton: Kulturelles Erbe des Westens – sieben Charakteristika
Konservative haben die Aufgabe, den Westen zu verteidigen. Seit dem Ende des Vietnamkrieges hat sich ein enormer kultureller Wandel in Europa und Amerika vollzogen. Ein Aspekt dieses Wandels ist das wachsende Bedürfnis der meinungsmachenden Klassen nach Beschwichtigung und öffentlicher Bußfertigkeit. Beides ist nicht geeignet, den wichtigsten Gegner des Westens, den Islamismus, zurückzudrängen. Es führt nur zu einer weiteren Verschärfung der offiziellen Nichtanerkennung unseres kulturellen und religiösen Erbes. Scuton zählt sieben Charakteristika dieses Erbes auf.
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1) Erstens das Bürgerrecht, was die Bereitschaft, Recht und Gesetz zu gehorchen beinhaltet. Westliche Gesellschaften bestehen (noch) aus Bürgern, religiöse Gemeinwesen, wie die des Islam, aus Untertanen, denn in islamischen Gesellschaften werden Recht und Gesetz nicht als freie Übereinkünfte, sondern als von Gott gegeben verstanden. Nach islamischen Recht fordert das Gesetz Gehorsam ein.
Weil dieser Gehorsam im Westen von den Migranten nicht eingefordert wird, respektieren sie ihn nicht.
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2) Das zweite Charakteristikum ist Nationalität. Keine politische Ordnung ist stabil ohne verbindliche Loyalität. Im Westen besteht die Verpflichtung dem Gemeinwesen gegenüber, Familie, Stamm oder Glaubensbekenntnis sind zweitrangig. Nationale Identität, die Bürger des Westens befähigt, Seite an Seite zu leben und die Rechte des jeweils anderen zu respektieren, kennt man in islamischen Gemeinschaften nicht. In der islamischen Welt ist es nur den Türken und den Kurden gelungen, so etwas, wie eine nationale Identität zu entwickeln. Ohne diese Identität gibt es keine Loyalität zur Gesellschaft als Ganzem.
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3) Das dritte wesentliche Charakteristikum ist das Christentum. Die vielen Jahrhunderte christlicher Vorherrschaft in Europa haben die Basis für nationale Loyalität geschaffen. Schon Christus befand sich im Zwiespalt zwischen dem Legalismus seiner jüdischen Glaubensgenossen und einer weitgehenden Sympathie für das Konzept der säkularen Regierung. (Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist …). Paulus hat dann den Glauben für den Gebrauch im Römischen Reich ausgelegt, ohne die weltliche Macht herauszufordern.
„Die weitgehende Billigung weltlicher Regierungsmacht durch die frühchristliche Kirche war verantwortlich für die nachfolgende Entwicklung Europas… bis hin zu der territorialen Rechtsordnung, die heutzutage im Westen vorherrscht.“
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4) Das vierte Charakteristikum, das man in der Auseinandersetzung mit dem Islam hervorheben sollte, ist die Ironie. Schon die hebräische Bibel entwickelt die Neigung zur Ironie, wir finden sie auch in den christlichen Parabeln. Jesus: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“.
Ironie sollte als Tugend begriffen werden, als praktizierte Form der Anerkennung des Andersseins aller, einschließlich der eigenen Person. Im Islam gibt es keine Ironie, nur heiligen Ernst, der nicht mit den westlichen ironischen Gepflogenheiten umgehen kann.
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5) Als fünftes Kriterium nennt Scruton die Fähigkeit zur Selbstkritik. Es ist zur zweiten Natur geworden, immer auch die Gegenstimmen zu Wort kommen zu lassen und damit wirkliche Meinungsfreiheit zu praktizieren. Der Brauch, Kritiker zu Wort kommen zu lassen und zu ehren, stellt eine Besonderheit der westlichen Kultur dar und ist ein Zeichen von Freiheit.
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6) Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist die Interessenvertretung. Der Westen hat eine lange Tradition der Zusammenschlüsse in Vereinen, Verbänden, Klubs, Unternehmen, ohne Erlaubnis übergeordneter Stellen. Diese Zusammenschlüsse stellen Interessenvertreter, die öffentlich in Erscheinung treten und deren Verhandlungsergebnisse akzeptiert werden. Etwas Vergleichbares gibt es im Islam nicht. Dem islamischen Gemeinwesen fehlt die Instanz des Sprechers. Das macht Verhandlungen schwierig. Die westliche Gesellschaft ist unendlich erfinderisch in der Schaffung neuer Zusammenschlüsse, die es den Bürgern ermöglichen, friedlich zusammenzuleben, während sich islamische Gesellschaften in ununterbrochner Auseinandersetzung befinden.
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7) Was lässt die westliche Lebensweise funktionieren? Scrutons überraschende Antwort: Das Trinken. Auf jeder Party schmilzt das Eis zwischen vollkommen Unbekannten sofort, wenn man sich gegenseitig ein Glas einschenkt und anstößt. Das gemeinsame Trinken hat zu der enormen Flexibilität westlicher Gesellschaften geführt und hilft immer wieder, große Veränderungen zu bewältigen. Die daraus resultierende Leichtgängigkeit der westlichen Gesellschaften, bestärken den Groll ihrer Gegner, die sich nicht mit dieser Leichtigkeit bewegen können.
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Zum Schluss beantwortet Scruton die Frage, wie wir uns vor dem islamischen Terrorismus schützen können.
Erstens müssen wir und klar werden, was wir verteidigen wollen, weil es sich lohnt. Das sind im Wesentlichen die sieben Charakteristika (oben 1) bis 7)), die westliche Gesellschaften auszeichnen und sie, wenn auch nicht zur perfekten, aber der besten und erfolgreichsten aller bekannten menschlichen Gemeinschaften gemacht haben.
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Zweitens müssen wir uns darüber klar werden, dass man Feindseligkeit und Vorurteile nicht durch Schuldgefühle und Fehlerbeichte überwindet. Schwäche wirkt provozierend.
“Wir haben zwei Möglichkeiten, die zu unserer Verteidigung zur Verfügung stehen. Auf gesellschaftlicher Ebene die entschlossene Verteidigung unseres Erbes. Das bedeutet, keine Zugeständnisse an diejenigen zu machen, die wollen, dass wir 1) Bürgerrechte gegen Untertanengeist, 2) Nationalität gegen Konformität, 3) weltliches Recht gegen die Scharia, die jüdisch-christliche Tradition gegen den Islam, 4) Ironie gegen heiligen Ernst, 5) Selbstkritik gegen Dogmatismus, 6) Interessenvertretung gegen Unterwerfung und 7)fröhliches Trinken gegen Abstinenz eintauschen.“
„Im privaten Raum … sollten wir dem Weg folgen, den Christus uns gewiesen hat und das bedeutet, die Schläge, die uns zugefügt werden, nüchtern und im Geist der Vergebung betrachten und durch unser Beispiel zeigen, dass diese Schläge nicht mehr ausrichten, als denjenigen, der sie zufügt, zu diskreditieren.“
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… Alles vom 17.12.2019 von Vera Lengsfeld bitte lesen auf
https://vera-lengsfeld.de/2019/12/17/von-der-lust-ein-konservativer-zu-sein/
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Roger Scruton:
„Bekenntnisse eines Häretikers – Zwölf konservative Streifzüge“.
August 2019, 26 Euro,
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Roger Scruton:
“Von der Idee, konservativ zu sein. – Eine Anleitung fürGegenwart und Zukunft”
FBV, 282 S., iSBN 978-3-95972-272-8. 2019, 22 Euro
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Was nicht gesagt wird: Kultur ist kein Basar.
Kultur stiftet Identität. Durch Identität entsteht Heimat: Das ist gerade der Ort, an dem man Sitten und Gebräuche und vor allem grundlegende Werte eben nicht jeden Tag neu aushandeln muss – sondern an dem man sich darauf verlassen kann, dass die Anderen, die man auf der Straße oder bei der Arbeit oder beim Einkaufen trifft, diese grundlegenden Werte mindestens weit überwiegend teilen und auch die heimischen Sitten und Gebräuche respektieren.
Wir machen uns mit einiger Berechtigung über deutsche Touristen im Ausland lustig, die sich da benehmen wie der Elefant im Porzellanladen und so tun, als seien sie zuhause in Deutschland. Das kritisieren wir, weil wir ein Verständnis davon haben, dass man als Gast das Zuhause des Gastgebers zu respektieren hat – mit den dazugehörigen Werten, Sitten und Gebräuchen.
Man stellt sich in London an der Bushaltestelle an. Man zieht sich in Kairo die Schuhe aus, bevor man eine Moschee besichtigt. Man spuckt in Peking nicht auf die Straße. Kurz: Man passt sich an. Das kann man nicht nur von Deutschen im Ausland erwarten. Das kann man auch von Ausländern in Deutschland erwarten.
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Alles vom 14.11.2018 von Christopher Walther bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/meinungen/thesen-zur-kulturellen-integration/

 

 

Ohne deutsche Kultur keine Integration
Wenn die sozialdemokratische Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz behauptet, es gebe keine spezifische deutsche Kultur, dann hat sie nicht bloß vergessen, welcher Menge von deutschen Gegebenheiten sie verdankt, dass sie so leben darf, wie sie lebt, sondern sie offenbart damit, in welchem Grade sie sich geweigert hat, ein kulturbedingtes Wertesystem persönlich und bewusst anzunehmen. Wenn es keine deutsche Kultur gibt, dann besteht auch keine Pflicht für den Immigranten, sich in eine solche Kultur zu integrieren. Daher konnte sie verlangen, in Deutschland Kinderehen und Zwangsverheiratungen zu legalisieren.
… Alles vom 13.12.2017 von Egon Flaig bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/ohne_kulturelle_dankbarkeit_keine_demokratie

Egon Flaig, Professor Emeritus für Alte Geschichte, Autor zahlreicher Bücher, u.a. Weltgeschichte der Sklaverei (2009), Gegen den Strom. Für eine säkulare Republik Europa (2013), Die Niederlage der politischen Vernunft (2017).
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„Sobald diese Leitkultur aber inhaltlich gefüllt wird, gleitet die Debatte ins Lächerliche und Absurde, die Vorschläge verkommen zum Klischee des Deutschsein. Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“
Aydan Özoguz am 14. Mai 2017: https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-nuetzlich-ist-eine-leitkultur-debatte/leitkultur-verkommt-zum-klischee-des-deutschseins.html

 

 

Marcel Zhu: Ohne nationale deutsche Identität keine Integration
Ohne einen beruflichen Erfolg ist Integration kaum möglich. Aber selbst viele integrationswillige Migranten aus dem nicht-europäischen Raum, die den Sprung in den Arbeitsmarkt erfolgreich geschafft haben, können sich nur schwer mit der neuen, deutschen Heimat identifizieren. Der Grund hierfür liegt auch in der deutschen Mehrheitsgesellschaft selbst. Denn die heutige deutsche Gesellschaft
in Verleugnung und Marginalisierung ihrer nationalen Identität
ist nicht in der Lage,
den Migranten eine neue, deutsche Identität zu geben.

Die entwurzelten Einwanderer suchen daher ihre Identität vor allem in ihrem alten Heimatland oder in ihrer mitgebrachten Religion, Kultur oder Ethnie. Auf diese Weise wird oft die aus dem Herkunftsland mitgebrachte Sozialisierung in der Fremde – in Deutschland – fortlaufend verstärkt. Eine Integration ist somit nicht möglich.
Gerade jungen Migranten, die in Deutschland zur Schule gehen, wurde derzeit eher ein negatives Bild von Deutschland im Unterricht vermittelt, da das heutige Bild von Deutschland durch die starke Fokussierung auf die NS-Zeit negativ emotionalisiert sei, so kontaktierte ein Kölner Psychologie-Professor nach einer Untersuchung von 6.122 Jugendlichen und ihren Eltern über deren Deutschland-Bild.
Aus diesen Gründen wäre eigentlich die Förderung positiver und identitätsstiftender Teile deutscher Geschichte und die Pflege der nationalen Identität notwendig gewesen, um den integrationswilligen Migranten ein positives Deutschland-Bild zu vermitteln und denjenigen, die bereit sind, ihre alte nationale Identität abzulegen, eine neue, deutsche Identität zu geben. Eine solche Förderung der deutschen Identität steht derzeit jedoch nirgendwo in der Agenda der Regierungsparteien zur Integration von Migranten und ist daher politisch momentan nicht durchsetzbar.
… Alles von Marcel Zhu vom 26.4.2018 bitte lesen auf
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/niedergang-und-wiederaufstieg-von-nationen-die-schicksalsfrage-deutschlands/

 

 

Ulrich Greiner: Deutsche kulturelle Identität

In seinem Buch “Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen” stellt Ulrich Greiner konservativ und rechts gleich – als Gegenpol zu links: “Es ist gängig, den humanitär gesinnten Zeitgenossen, der den Mulitkulturalismus begrüßt und die Willkommenskultur hochhält, “links” zu nennen, den relitätsbezogenen Zeitgenossen hingegen, der eine Obergrenze der Zusanderung fordert und vor einer Islamisierung warnt, hingegen “rechts”. Was abermals in das öffentlich gepflegte Bild paßt, die Linken seien weltoffen und die rechten borniert. Letztlich geht es um die Kategorien des Eigenen und des Fremden. Wer links ist, neigt zum Internationalismus, er kann also das Eigene für nebensächlich halten und muß es nicht näher bestimmen. Als Konservativer jedoch kann ich mich vor dieser Frage nicht drücken, obwohl die möglichen Antworten in manche Fallen führen.” (Greiner, Seite 43)’.

Das Eigene, die kulturelle Identität, deutsche Kultur bzw. Leitkultur – diese Begriffe lassen sich aus unterschiedenen Sichtweisen heraus definieren. Greiner beschreibt mehrere Versuche, die “deutsche Kultur” zu definieren:
1) Rechtsradikal aus dem Völkischen. Verbietet sich, da rassisch-biologisch aufgeladen.
2) Kulturell aus Märchen, Volksliedern der Romantik, des Barocks.
3) Kulturell über Kirche, Liberalismus, Trennung von Kirche und Staat.
4) Leitkultur – zehn Thesen von de Maiziere als Richtschnur, 2017.
5) Kulturelle Identität als typisch deutsche Reaktionen bei kollektiven Ereignissen (siehe oben).
6) Was die jetzige Generation als Tradition lernt und der nächsten weitergibt (Schiller)
7) Das Eigene als Gegenpol zum Fremden (Globalisierung, Migration).
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Greiner geht ausführlich auf 5) – er beschreibt unsere Kultur über die Begeisterung, Empörung oder Betroffenheit, die bewegende kollektive Ereignisse auslösen: “Die Reaktionen auf den Fall der Mauer 1989, der heitere Sommer der Fussball-Weltmeisteschaft 2006, die Welle der Hilfsbereitschaft für die eintreffenden Flüchtlinge im Herbst 2015 und schließlich auch das allgemeine Entsetzen über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht kurz darauf (2016) hätten sich in anderen Ländern auf andere Weise Ausdruck verschafft.” (Seite 52). Will sagen, wie die WM 2016 in den Stadien, Strassen, Parks, Gasthäusern, Hotels, beim Public Viewing, im öffentlichen wie privaten Raum stattgefunden hat, all das verdanken wir unserer Kultur. “Diese Identität ist Ausdruck einer Mentalität, einer durch geschichtliche Erfahrung geprägten kollektiven Reaktionsweise. Sie ist nichts, worauf man stolz sein müsste oder dürfte. Um Stolz (Nationalstolz) geht es nicht. Es geht um den geschichtlichen Raum, in dem die Menschen, ob sie wollen oder nicht, heranwachsen und den sie sich aneignen müssen, um selbstbewußte Mitglieder ihrer Gesellschaft zu werden. Erst so erlangen sie das, was man Identität nennt.”
Also: Besuchen Sie die Karnevalsumzüge in Düsseldorf, Köln und Mainz, besuchen Sie den Narrensprung in Rottweil – und Sie erleben deutsche Kultur, mit Menschen, die sich ihrer kulturellen Identität bewußt sind.
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Ulrich Greiner: Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen,
158 S., Rowohlt, Hamburg 2017
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Für Multikulti-Anhänger gibt es überhaupt keine eigene, deutsche Kultur
Deutschland ohne eigene Kultur – für Ulrich Greiner als Konservativem undenkbar. “Unabhängig jedoch davon, was die AfD unter “deutscher kultureller Identität” versteht, bin ich davon überzeugt, dass es diese Identität gibt” (Greiner, Seite 48). Dem aktuellen Multikulturalismus ist das Eigene fremd – er erkennt überhaupt keine Leitkultur – wie etwa Jens Jessen:
“Deutschland besteht seit Generationen, auf jeden Fall schon vor der Ankunft einer nennenswerten Menge von Fremden, aus einer Vielzahl von Parallelgesellschaften. Sie verstehen sich nur mühsam, manche hassen sich, die meisten ertragen einander seufzend. … Die ‘deutsche kulturelle Identität’ ist nicht als Beschreibung eines Zustands denkbar, sondern nur als Kampfziel – als kulturelle Gleichschaltung.” (Jens Jessen, DIE ZEIT, 22.9.2016).
Wenn ein Franzose sagt “Ich fühle mich als Franzose”, dann ist dies demnach nur als Kampfziel nach innen (Gleichschaltung von Menschen in der Lorraine, Marne, Bretagne, … ) oder nach außen (Spanier sind keine Franzosen) zu werten, nicht aber als Ausdruck von Identität, Stolz, Verbrüderung, … gegenüber all denen, die sich genauso als Franzosen fühlen. Jeder Normalfranzose, gerne auch der aus bildungsschwachen Schichten, würde Jessen des Selbsthasses bezichtigen. Die deutschen gutmenschlichen Weltbürger hingegen applaudieren brav.

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