DDR

Home >Engagement >Zukunft >Demokratie >Global >Deutschland >DDR2.0 >DDR

Blick von St.Peter im Hochschwarzwald (18 Grad) auf Freiburg im dichten Nebel (9 Grad) am 22.10.2019

Blick von St.Peter im Hochschwarzwald (18 Grad) auf Freiburg im dichten Nebel (9 Grad) am 22.10.2019

 

 

Nichts darf vergessen werden – Unrechtsstaat DDR
Die Linkspartei steht in Verantwortung für die Verbrechen der SED und des Unrechtsstaates DDR. Das muss auch 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution in Erinnerung bleiben.
:
Am 9. November feiert die Bundesrepublik das 30. Jubiläum des Mauerfalls 1989. Unvergesslich bleiben die damaligen Fernsehbilder: Bilder von Menschenmassen an den Grenzübergängen; Bilder von zurückweichenden Grenzern; Bilder von Freudentränen; Bilder von fallenden Mauerteilen; Bilder von jubelnden und tanzenden Menschen; Bilder von langen Trabbi-Schlangen auf dem Weg nach Westen.

Einen Tag nach dem Mauerfall versuchte Wolf Biermann, seine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen: „Ich habe fünfundzwanzig Jahre gesungen und gesprochen, als die meisten in der DDR schwiegen oder schweigen mussten. Für heute kann endlich mal ich schweigen. Ich muss weinen vor Freude, dass es so schnell und einfach ging, und ich muss weinen vor Zorn, dass es so elend lange dauerte. In vier Tagen soll ich in Ost-Berlin auftreten. Meine Fantasie reicht nicht aus, mir das vorzustellen.“ Gerade für DDR-Bürgerrechtler und Regimegegner wie Biermann ähnelte der Mauerfall einer Art Erlösung.
.
Aufklärung über die SED-Diktatur bleibt wichtig
Bei aller Freude der meisten Menschen über den Mauerfall bleibt Aufklärung über die SED-Diktatur wichtig. Die SED hat Menschenrechte in der DDR mehr oder minder massenhaft missachtet. 1953 ließ die SED, die als Arbeiterpartei auftrat, auf unschuldige Arbeiter schießen – der erste Volksaufstand im Ostblock. Damals töteten sogenannte „Antifaschisten“ wehrlose Menschen, um die zweite deutsche Diktatur zu sichern. Mit dem Ziel, davon abzulenken, nannte die SED den Aufstand einen „faschistischen Putsch“ aus dem Westen.
Acht Jahre später, 1961, ließ die SED die mörderische Mauer errichten. Viele „Republikflüchtlinge“ ließ sie an der Grenze von hinten erschießen. Im Widerspruch zur SED-Propaganda war die Mauer kein „antifaschistischer Schutzwall“. Denn die Maschinengewehre zielten nach innen auf DDR-Bürger. Bis zu ihrem Ende fungierte die Mauer vielmehr als Schutzwall für die SED und ihre „Diktatur des Proletariats“, die faktisch eine Diktatur des Politbüros über das Proletariat war.
.
Die Kriminalgeschichte der SED-Diktatur
Weitere sieben Jahre später unterstützte die SED die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968. Ihn nannte die SED eine „Konterrevolution“ – unterdessen räsonierte und sinnierte der Schwerintellektuelle Jürgen Habermas im Westen über „Legitimationsprobleme des Spätkapitalismus“. Selbst während der Entspannungszeit ließ die SED unschuldige Menschen zersetzen, quälen, terrorisieren, foltern und ermorden.
.
Bundespräsident Steinmeier mischt sich wieder parteipolitisch ein
Zu den vielen SED-Opfern gehörte Gisela Mauritz mit ihrem Sohn. Die SED ließ die junge Chemnitzerin 1974 am Grenzübergang Marienborn verhaften, weil sie mit ihrem vierjährigen Sohn die DDR verlassen wollte. Ein Gericht verurteilte sie daraufhin zu viereinhalb Jahren Haft, die sie im Zuchthaus Hoheneck verbüßen musste, einem der grausamsten Gefängnisse der DDR. Während ihrer Haftzeit wurde ihr Sohn von einem linientreuen Ehepaar zwangsadoptiert. Trotz aller Einschüchterungsversuche suchte Gisela Mauritz nach ihrer Entlassung erneut nach ihrem Kind. Deswegen ließ die SED sie zum zweiten Mal verhaften und zu über zwei Jahren Haft verurteilen. Nach ihrer erneuten Entlassung verbot die SED ihr, die Hauptstadt der DDR zu betreten, wo ihr Sohn lebte. Erst fünf Jahre später, 1988, gelang es der Bundesregierung, Gisela Mauritz freizukaufen. Als sie ihren Sohn Anfang 1989 mithilfe des Fernsehmagazins „Report“/München wiederfand, hatte der inzwischen Achtzehnjährige keine Erinnerung mehr an seine Mutter. Mehr noch: Die 15-jährige Trennung hat beide einander stark entfremdet. Was Gisela Mauritz und ihrem Sohn widerfuhr, hieß in der DDR „sozialistische Gesetzlichkeit“.
.
Jüdische Gemeinden und christliche Kirchen unterdrückt
Bis 1989 unterdrückte die SED sowohl Meinungsfreiheit und Opposition als auch die jüdischen Gemeinden und christlichen Kirchen. Eklatant war gerade auch der geistige Mangel etwa an westlicher Literatur, die es, wenn überhaupt, nur unter der Ladentheke gab. Regimegegner und ihre Kinder durften in vielen Fällen nicht studieren. Missliebige Bürger ließ die SED gegen harte Währung in den Westen ausreisen – ein Gipfel des Materialismus. Um Dissidenten zu diskreditieren, verbreitete die Stasi in manchen Fällen gar das perfide Gerücht, Regimegegner agierten selbst als Spitzel.
Darüber hinaus litt die Mehrheit der DDR-Bürger unter der Knappheit vieler Güter. Die SED sicherte lediglich eine Grundversorgung. Die meisten Leidtragenden der SED-Miss- und Mangelwirtschaft waren Arbeiter. Damit unterminierte die selbst erklärte Arbeiterpartei ihre soziale Rhetorik. Letztlich errichtete die SED in der DDR eine neue Klassengesellschaft, die bei der Zuteilung von Lebenschancen zwischen systemnahen und systemfernen Menschen unterschied.
.
Über 950 Tote an Mauer und Stacheldraht
Insgesamt verantwortete die SED über 950 Tote an Mauer und Stacheldraht: Erschossene, ertrunkene und zerfetzte Ausreisewillige. Hinzu kommen rund 250 000 politische Gefangene – inklusive Isolationsfolter und weitere Arten von Psychoterror. Umso höher sind Mut und Widerspruch gegen das SED-Regime einzuschätzen, das niemals eine demokratische Republik war. Vielmehr waren die Menschen in der DDR aus SED-Sicht eher Untertanen als Bürger.
Nie haben die Menschen in der DDR die SED gewählt. Vielmehr schützte das MfS – als „Schild und Schwert der Partei“ – die SED-Diktatur mit mörderischen Methoden. Lediglich Mauer und Stacheldraht samt Schießbefehl verhinderten einen weiteren Anstieg der Abwanderung. Über die Mauer hatte John F. Kennedy bereits 1961 bemerkt: „Die Demokratie ist nicht perfekt. Aber wir hatten es nie nötig, eine Mauer zu bauen, um die Menschen an der Abwanderung zu hindern und bei uns zu halten.“
.
Partei setzt auf Sündenbock-Strategie
Um nach dem Sturz ihres Unrechtsregimes zu überleben und von ihrer Verantwortung für viele Verbrechen abzulenken, brauchte die SED nach dem Mauerfall aus ihrer Sicht „Sündenböcke“. So beschloss die alt-neue Parteiführung Ende 1989 im kleinen Kreis, das MfS öffentlich als Hauptschuldigen für Verbrechen des Regimes zu präsentieren, um die SED reinzuwaschen. Umso wichtiger ist es heute, darauf hinzuweisen, wer als Auftraggeber des MfS fungierte: die SED. Denn das MfS agierte in der SED-Diktatur nicht wie ein Staat im Staate, sondern operierte als ein Hauptherrschaftsinstrument und als Handlanger der SED. Genau das wollen Schönredner der SED-Diktatur heute vernebeln – immer wieder mit Erfolg, wie Umfragen zeigen.
.
Trotz aller Verbrechen weigern sich SED-Erben und andere Schönredner des SED-Regimes bis heute, die zweite deutsche Diktatur einen Unrechtsstaat zu nennen, unter dem die große Mehrheit der DDR-Normalbürger litt, die nicht SED-Mitglied war. Deshalb befand eine Resolution des Deutschen Bundestages 1994, die das Parlament gegen die Stimmen der Neo-SED beschloss: „Die politisch-moralische Verurteilung der SED-Diktatur bedeutet keine Verurteilung der ihr unterworfenen Menschen, im Gegenteil. Die Deutschen in der SBZ/DDR trugen den schwereren Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte.“
Nicht nur an Jahrestagen bleibt Aufklärung über das SED-Regime auch deshalb wichtig, weil mittlerweile auch viele Teile des Rechtsextremismus die SED-Diktatur im Vergleich zur Bundesrepublik als das deutschere Deutschland loben, unter anderem wegen der Juden-, Christen-, Israel- und USA-Feindlichkeit des Honecker-Regimes und der geringen Migranten- und Judenquote im SED-Staat.

… Alles vom 11.11.2019 bitte lesen auf
https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/Nichts-darf-vergessen-werden;art315,202825
oder auf
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/nichts-darf-vergessen-werden/
.
Harald Bergsdorf ist Politikwissenschaftler und Verfasser mehrerer Untersuchungen zur Linkspartei und zum Linksextremismus insgesamt .
.
.
Einige Kommentare:
Leider wird auch wieder im Lichte der Sieger Geschichte geschrieben
Ganz vorn dabei bei all der Vertuschung der Verantwortlichkeit waren die ehrenwerten Genossen Gysi und Bartsch, die sich heute herrschaftlich vom Klassenfeind bezahlen lassen, aus Steuern, die den Arbeitern und Bauern durch Ausbeutung abgenommen werden, was für eine verlogene Genossenschaft. Leider wird der Artikel auch hier wieder im Lichte der Sieger Geschichte geschrieben. Mitschuld an all den Toten – auch toter Grenzsoldaten – war die BRD mit ihrem Alleinvertretungsanspruch für ALLE Deustche. Aber dieser Umstand wird zu gern weggelassen.
11.11.2019, 89erl,TO
.
Es ist die gute deutsche linkslastige Demokratie,
die diese SED und ihre Nachfolger als vollwertige Partei in die Parteienlandschaft der BRD aufnahm. Es gab keine der Entnazifizierung ähnliche Aktion, um die Helfershelfer der SED Diktatur von erneuter politischer Tätigkeit fernzuhalten. Auch keine wirkliche Aufarbeitung, um nur annäherungsweise den Großteil der persönlichen Straftaten gegen die Menschenrechte dieser politischen Verbrecher zu ahnden. Menschenleben wurde bei den wenigen juristischen Prozessen die es überhaupt gab, mit völlig unzureichenden Strafmaßen aufgewogen. Nur weil es dieses mal um linke Kommunsten und zum Teil sogar ehemalige SPD Mitglieder der alten Ost SPD als Straftäter ging? Und man kann einfach vom normalen Recht und vom Menschenrecht nicht gedeckte Straftaten, damit auch nicht etwa nur mit dem normalen Strafrecht behandeln. Denn für die Opfer bleibt es gleichgültig, ob es extrem Linke oder Rechte waren, die sie so sinnlos Leiden oder sterben ließen. Aber trotz vieler Millionen Todesopfer linken Staatsterrors in der ganzen Welt , ist dessen öffentliche Aufarbeitung bis heute nicht erfolgt. Dafür scheint es gute Gründe zu geben. Nur so allein kann scheinbar alles, was zum angeblich so guten Links in der BRD gehört, heute wieder gemeinsame Sache mit diesen Unmenschen und ihren Nachfolgern machen. Das ist eine nachträgliche Verhöhnung ihrer Opfer.
1.11.2019,Eb, TO
.
Weizsäcker-Rede: keine Kollektivschuld
Wir haben uns seit den 1960ern dazu durchgerungen, dass “ Schuld “ spezifisch und persönlich in Bezug zu Tätern und Opfern ist. Weizsäcker hat dies in einer vielbeachteten Rede 1986 noch einmal zusammengefasst. Es gibt keine Kollektivschuld und es gibt keine Erbschuld. Man sollte diese Gedanken nicht aus dem Blick verlieren, auch wenn eine “ historische Hypothek „, die nicht Schuld ist, eine andere, politische Qualität hat. Sachliche Erinnerung ist immer richtig, sie sollte aber nicht als Kampfmittel missbraucht werden. Wenn die Leute die Linkspartei wählen, dann sind die Gewählten Repräsentanten dieser Wähler und nicht die Erben/Repräsentanten einer verbrecherischen Geschichte. Sie sind nicht einmal die Repräsentanten der Berliner Parteizentrale. Dies sollte sinngemäß auch für die AfD gelten. Konkrete politische Pläne kann man ablehnen, auch einzelne Personen, wenn man konkrete Argumente hat.
11.1.2019, bk
.
Sozialismus 3.0
„Vielmehr waren die Menschen in der DDR aus SED-Sicht eher Untertanen als Bürger.“Im deutschen Sozialismus 3.0 (1.0 = AH, 2.0 = EH) werden die Untertanen, die im Denken ebenfalls staatlich zwangsbetreut werden, fälschlich als „Menschen“ bezeichnet. Bürger soll es hier aus Sicht der neosozialistischen Blockparteien auch nicht geben, erst recht aber keine mündigen.
11.11.2019, St.B.
.
Eine Schande ohnegleichen war es auch, die SED nicht zu verbieten,
sondern ihr unter anderem Namen und mit ihrem zu DDR-Zeiten zusammengerafften Vermögen die Weiterexistenz zu ermöglichen. Wenn es einen Untersuchungsausschuss geben müsste, dann wäre es ein zweiter Untersuchungsausschuss zum verschwundenen DDR-Vermögen. Im Ausschuss, der in der Legislaturperiode 1994-1998 tätig war, haben alle vorgeladenen SED-Genossen, an der Spitze Gregor Gysi, die Aussage verweigert mit der identischen Erklärung, sie würden sich der Strafverfolgung aussetzen, wenn sie ihr Wissen preis geben würden. Sie bezahlten dann ein paar hundert DM Strafe und wurden nie wieder behelligt, obwohl es sich um eine Summe von geschätzten 24 Milliarden DM handelte, denen der Bundestags zum größten Teil vergeblich hinterher recherchierte. ( Quelle Vera Lengsfeld)
11.1.2019, E.K.
.
Video von Angelika Barbe
Hier ein sehr interessantes Video von Angelika Barbe eine Bürgerrechtsbewegung der DDR .
https://youtu.be/OmeoepdIDI8
Frau Barbe spricht alles an von der Vergangenheit bis zur heutigen Zeit. Nie wieder SOZIALISMUS das ist heute so wichtig und muß immer wieder gesagt und geschrieben werden.
11.1.2019, V.D.
.
Ein nicht unerheblicher Teil dieser „Bürgerrechtler“,
die heute Seit‘ an Seit‘ mit der „richtigen Mitte“ gegen die AfD kämpfen, haben mit den West-linken immerhin gemein, dass sie damals den Sozialismus erhalten, die DDR reformieren und gerade kein Volk sein wollten. Dort ist tatsächlich zusammengewachsen, was zusammengehört. Angelika Barbe und Vera Lengsfeld stellen da wohltuende Ausnahmen dar, welche tatsächlich aus ihren Erfahrungen mit den Marks,Murks -und Mangelgesellschaften des realen Sozialismus ihre richtigen Lehren gezogen haben.
11.1.2019, E.K.

Hinterlasse eine Antwort