Consent-of-the-Governed

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Blick nach Süden 9/2019 über Weilersbach auf Oberried im Schwarzwald

Blick nach Süden 9/2019 über Weilersbach auf Oberried im Schwarzwald

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Gesellschaftsvertrag: Enteignung und Beschimpfung schaffen Populismus
Der Wähler in Europa ist ein undankbares Geschöpf. Nie war der Lebensstandard höher, die Demokratie verbreiteter, gab es mehr Freiheiten. Trotzdem erdreistet sich ein immer höherer Prozentsatz, sogenannte populistische Parteien zu wählen. Das kann nur mit den sozialen Netzwerken zusammenhängen, welche die Menschen mit Fake-News aufhetzen. Vermutlich spielt auch eine Rolle, dass sich viele als Globalisierungsverlierer fühlen und mit den Änderungen unserer modernen Gesellschaft nicht mehr zurechtkommen. Sie sind leichte Beute für populistische Rattenfänger.
Stimmt’s?
So etwa lauten die Begründungen derjenigen – nennen wir sie Establishment –, die ratlos vor dem Phänomen erstarkender populistischer Parteien in immer mehr Ländern des Westens stehen. Was aber, wenn das Establishment selbst Ursache des Wählerverhaltens ist, das es beklagt?
Vielleicht haben diese Populisten das Gefühl, dass der Gesellschaftsvertrag vom Establishment zunehmend zu ihren Lasten abgeändert wird, ohne dass sie dazu befragt werden.
Bei aller berechtigten Kritik an dem Konstrukt eines Gesellschaftsvertrages
konnte man bisher davon ausgehen,
dass zumindest in westlichen Gesellschaften tatsächlich
eine Art ungeschriebene Vereinbarung gegeben war.
Dieser „consent of the governed“ erlaubte es den Regierungen,
im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung neue Regeln zu erfinden.
Dies scheint inzwischen immer weniger der Fall zu sein. Um zu ergründen, warum das so ist, ist ein Perspektivwechsel hilfreich.

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Die Verkäuferin fragt sich, was ihre Schuld sein soll
Versetzen wir uns in die Lage eines gewöhnlichen Bürgers, also eines angeblichen Vertragspartners dieses Gesellschaftsvertrages. Diesem Bürger, etwa einer Verkäuferin im Supermarkt (es könnte auch ein Verkäufer sein), erzählt man nun, sie sei schuld daran, dass Menschen in Afrika und Asien in Armut lebten und müsste daher die Benachteiligten dieser Welt in großer Zahl aufnehmen. Wie viele genau, bleibt offen. Grenzen seien von gestern, heute sei die Welt offen und tolerant. Außerdem sei das gut für die Wirtschaft und die Rente. Die Verkäuferin fragt sich, was genau ihre Schuld sein soll und ob die Neuankömmlinge tatsächlich Wirtschaft und Rente stabilisieren. Nach ihrer Beobachtung arbeiten viele nicht, sondern beziehen Sozialleistungen. Sie hat zeitlebens in die sozialen Sicherungssysteme einbezahlt und kann sich nun leicht ausrechnen, dass bei einer immer größeren Zahl von Nutznießern, die nicht einbezahlen, für sie am Ende weniger übrig bleibt.
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Mit Sorge betrachtet sie auch, dass viele Zuwanderer Muslime sind, deren Ideologie nicht unbedingt zur Landeskultur passt, etwa was die Stellung der Frau, das Verhalten gegenüber Andersgläubigen und das Aushalten von Kritik an ihrer Religion angeht. Sie befürchtet, dass das noch erhebliche Konflikte geben wird, was gegenüber dem bisherigen Leben eine deutliche Verschlechterung bedeutet.
Unsere Verkäuferin sieht weiter, dass ihr Supermarkt jetzt einen Sicherheitsdienst hat, das war früher nicht der Fall. Auch bemerkt sie, dass zahlreiche Zuwanderer gegenüber Frauen wenig bis gar keinen Respekt an den Tag legen. Sie ärgert sich auch, dass sie nicht mehr allein durch den Stadtpark joggen oder im Sommer unbeschwert knappe Kleidung tragen kann. Immer seltener hört sie ihre Muttersprache in den Schlangen an den Kassen. Sie fragt sich, wie sich Menschen überhaupt noch an Gesetze halten sollen, wenn sie sie nicht kennen, noch nie von ihnen gehört haben, sie nicht mal lesen können?
Unsere Verkäuferin hat, wie viele, gelernt, ihren Unmut zu diesen Themen nicht mehr offen zu äußern. Eine ehemalige Freundin hat ihr vorgeworfen, „rechts“ zu sein, und ihr deshalb die Freundschaft gekündigt. Auch erwartet der Eigentümer der Supermarktkette von seinen Mitarbeitern ein Bekenntnis zu Ausländerfreundlichkeit und Diversität. Würde sie sagen, dass sie eine Partei wählt, die sich dagegen ausspricht, wäre ihr Arbeitsplatz in Gefahr.
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Faktisch eine Teilenteignung
Bisher konnte die Bürgerin davon ausgehen, dass sie in einem (National-)Staat lebt. Nach der Drei-Elemente-Lehre von Georg Jellinek versteht man darunter ein soziales Gebilde, dessen konstituierende Merkmale ein von Grenzen umgebenes Territorium (Staatsgebiet), eine darauf als Bevölkerung ansässige Gruppe von Menschen (Staatsvolk) sowie eine auf diesem Gebiet herrschende Regierung mit Gewaltmonopol sind (Staatsgewalt). Außenstehende konnten nur unter bestimmten Voraussetzungen Mitglied des Staatsvolkes werden; die Voraussetzungen dafür wurden vom Staatsvolk beziehungsweise dessen Vertretern festgesetzt. Aus dieser Stellung als Staatsbürger ergeben sich konkrete Rechtspositionen. Denn die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln einer Gesellschaft, ihre Institutionen, ihr Sozialsystem sowie ihre Infrastruktur wurden meist über einen langen Zeitraum aufgebaut und finanziert.
Wer daran als Bürger mitgewirkt hat, auch wenn es durch erzwungene Steuer- und Abgabenzahlungen war, hat eine eigentumsähnliche Rechtsposition erworben. Neben der sozialen Sicherung sind dies Nutzungsrechte an Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, öffentliche Straßen und Gebäude), Hilfe im Ausland (Botschaften, Konsulate) und vor allem Sicherheit (Polizei, Armee, Grenzschutz).
Wer nun fordert, jeder Beliebige dürfe an dieser eigentumsähnlichen Rechtsposition durch Einwanderung partizipieren, unterscheidet sich im Prinzip nicht von einem Kommunisten, der verlangt, jeder müsse seine Wohnung und sein Vermögen mit allen Bedürftigen teilen. Das ist faktisch eine Teilenteignung der bisherigen Bevölkerung.
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Eine Menschenrechtsideologie, die von angeborenen (Teilhabe-)Rechten spricht und den Eindruck erweckt, man könnte solche Rechte wie persönliches Eigentum besitzen und an jeden beliebigen Ort der Erde mitnehmen, verkennt: Rechte sind Verhältnisse zwischen einem, der ein Recht beansprucht, und einem anderen, der diesen Anspruch anerkennt.
Wenn jemand ein bedingungsloses Recht auf eine materielle Zuwendung hat, etwa ein Zuwanderer auf Teilhabe am Sozialstaat, muss es jemand anderen geben, der eine Pflicht hat, diese zu erbringen, und zwar ohne dafür irgendwelche Rechte zu erhalten, da sie ja auf der anderen Seite bedingungslos sind. Ein solches Postulat ist nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch ein äußerst fragwürdiges Unterfangen.
Der bisherige gesellschaftliche Deal, dass die Regierung versucht, den Wohlstand der Regierten im Rahmen der gegebenen Normen zu mehren, wurde einseitig aufgekündigt. Die neuen Regeln lauten, dass eine beliebige Anzahl von Außenstehenden jetzt Anspruch hat, an dem von den Regierten erschaffenen Wohlstand zu partizipieren, und dass die eigenen kulturellen und gesellschaftlichen Normen nicht mehr für alle verbindliches Leitbild sind. Aber gehört nicht zu Freiheit und Selbstbestimmung auch das Recht, darüber zu entscheiden, mit wem man zusammenleben will?
Auch noch schuld, dass sich das Weltklima ändert
Aber das ist noch längst nicht alles, was unserer Verkäuferin zugemutet wird. Sie mag von Cantillon-Effekt und Geldmengentheorie noch nie etwas gehört haben. Was sie aber merkt, ist, dass die Mieten immer teurer werden, ihr Einkommen aber nicht im gleichen Masse steigt. Das ist kein Wunder, denn die Geldplanwirtschafter haben Null- oder gar Negativzinsen festgelegt. Noch ein historisch einzigartiges Experiment, dessen Verwerfungen unsere Verkäuferin ausbaden muss.
Da aus Anleihen und Spareinlagen keine nennenswerten Zinserträge mehr zu generieren sind, legen alle, die es können, in Immobilien an. Das steigert die Immobilienpreise und letztlich auch die Mieten. Der Traum vom Eigenheim rückt für immer grössere Bevölkerungsschichten in immer weitere Ferne. Auch was man unserer Verkäuferin bisher erzählt hat, dass sie sparen und für ihr Alter vorsorgen müsse, erscheint nun zunehmend sinnlos. Sie weiss nicht einmal mehr, ob ihre Währung in zehn Jahren noch existieren wird.
Stattdessen ist unsere Verkäuferin jetzt auch noch daran schuld, dass sich das Weltklima ändert und soll in Zukunft gefälligst auf den hart ersparten Urlaubsflug sowie auf Fleisch und Autofahren verzichten. Ihre ganze Lebensweise soll sie umstellen, weil in hundert Jahren die globale Durchschnittstemperatur um ein bis fünf Grad steigen wird, so genau weiß man das nicht.
Dass bisher sämtliche CO2-Modelle bei der Voraussage der Temperaturentwicklung versagt haben: geschenkt. Dass etwa die deutsche Energiewende bisher 200 Milliarden gekostet hat und der Effekt auf das Weltklima exakt null beträgt: geschenkt. Vielleicht arbeitet ihr Bruder im Kohlebergbau in der Lausitz. Sie kann ihm nicht erklären, warum die Zerstörung seines Arbeitsplatzes sinnvoll ist, obwohl es den Klimawandel in keiner Weise messbar beeinflusst und sich keines der großen Kohleländer von diesem „Vorbild“ anleiten lässt. Das Gefühl einiger hüpfender Kinder und vieler Journalisten, etwas total Gutes getan zu haben, scheint real zerstörte Existenzen mehr als aufzuwiegen.
Der bisherige Gesellschaftsvertrag wurde also nicht nur in Randbereichen, sondern grundlegend zu lasten der Bürger geändert. Diese müssen nun einen Umbau von Bevölkerung und Lebensweise, ein nie dagewesenes Zinsexperiment und eine Einschränkung ihrer gesamten Lebensweise hinnehmen. Allerdings ohne dass sie dazu um ihre Zustimmung gefragt worden wären.
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Was macht nun unsere Verkäuferin, wenn sie damit nicht einverstanden ist? Wenn sie ihr berechtigtes Interesse wahrnehmen will, dass der Gesellschaftsvertrag nicht derart schwerwiegend geändert wird? Was bleibt ihr überhaupt übrig, wenn sie nicht einmal offen diese Meinung äußern kann, ohne Nachteile befürchten zu müssen? Vielleicht ein Kreuz bei populistischen Parteien, die Abhilfe versprechen?
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Entweder wir leben in der besten aller Welten und sind voll auf dem richtigen Kurs,
oder die Situation hat sich für viele Menschen so zum Nachteil verändert,
dass sie an den Institutionen zu zweifeln (oder zu verzweifeln) beginnen.

Beides zugleich ist nicht möglich. Nur eine Seite liegt hier richtig. Ich würde dabei nicht unbedingt aufs Establishment wetten.
Zuerst erschienen in der in der Neuen Zürcher Zeitung. Wir danken dem Autor und der NZZ für die Abdruckerlaubnis.
…. Alles vom 15.10.2019 von Titus Gebel bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/entreignung_und_beschimpfung_schaffen_populismus
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Titus Gebel ist Unternehmer und promovierter Jurist. Er gründete unter anderem die Deutsche Rohstoff AG. Er möchte mit Freien Privatstädten ein völlig neues Produkt auf dem „Markt des Zusammenlebens“ schaffen, das bei Erfolg Ausstrahlungswirkung haben wird. Zusammen mit Partnern arbeitet er derzeit daran, die erste Freie Privatstadt der Welt zu verwirklichen.
Buchveröffentlichung: „Freie Privatstädte – mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt“ Weiterführende Links:
https://freeprivatecities.com
http://www.aquila-urbis.com
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Einige Kommentare:
Ein sehr wahrheitsgetreuer und somit extrem deprimierender Bericht über den Zustand dieses Landes. Was nun die von Ihnen so zu sagen als Sinnbild der “Ottilie Normalverbraucher” zitierte Verkäuferin anbelangt, so neige ich doch eher dem Kommentar von Frau @Gertraude Wentz zu. Aus Erfahrung und Gesprächen mit diesen sogenannten einfachen Leuten weiß ich, dass diese sich im Allgemeinen und im Besonderen überhaupt nicht für Politik interessieren und oft genug dem Mainstream voll auf den Leim gehen. Solange es fast jeden Abend mindestens eine von diesen unerträglich dummen Quizsendungen, Talkrunden mit handverlesenen Klatschhasen oder politisch korrekte Krimis im Fernsehen gibt, sind die meisten zufrieden. So hielten es bereits die alten Römer mit Panem et Circenses. Auch dieses Ablenkungsmanöver klappte damals wie heute vorzüglich. Heutzutage werden der “plebs” zwar keine blutigen Glladiatorenkämpfe mehr geboten, dafür aber Dompteure vom Schlage eines Claus Klebrig, deren von “ganz oben” abgesegnete Meinungsmache meist auf fruchtbaren Boden fällt. Zu “Verwerfungen” wird es erst kommen, wenn die jährliche Flugreise in den Süden aus finanziellen oder umweltpolitischen Gründen nicht mehr stattfindet und der fahrbare Untersatz kassiert ist. Dann erst wird der Deckel mit einem lauten Knall vom Topf fliegen. Warten wir’s ab. Es kann nicht mehr allzu lange dauern.
15.10.2019, U.B.
Wer den ganzen Tag eingespannt ist und kaum zum Luftholen kommt,
hat natürlich keine Kraft (und Lust) mehr, sich nach des Tages Mühe nun noch um Politik und ev. den Gefahren von Manipulation zu widmen. Ich denke aber – mit Verlaub – dass es nicht unbedingt des heftigen Lesens und Nachdenkens bedarf, um den offensichtlichen Irrsinn dieser unserer Regierungspolitik zu erkennen. Diesen Irrsinn müsste der sprichwörliche Blinde mit dem Krückstock sehen. Außerdem: Wenn man dem hart Arbeitenden eine fundierte Beurteilung der politischen Machenschaften aufgrund seiner täglichen Erschöpfung nicht zutraut oder zumuten will, was bedeutet das letztlich (frei nach Dieter Hildebrand) für die Demokratie? Die dürfen doch alle wählen…
15.10.2019, G.W.
Sie irren mit der Ansicht,
dass die beispielhafte Verkäuferin nicht zu den genannten Dingen befragt wurde. Die Verkäuferin, die Altenpflegerin, der Busfahrer, der Lehrer, u.s.w. … wir alle (!) wurden letztmalig am 24.09.2017 befragt. Das Ergebnis war: 87% stimmten FÜR die Enteignung der Allgemeingüter!
Sie stimmten ausserdem für höhere Steuern, Klima- und Genderwahn, mehr Kriminalität, mehr Enteignung, mehr Verfall der Infrastruktur, für die Islamisierung, für die Erosion des Rechtsstaates, soziale Wohltaten für jedermann, für eine EU, in der Deutschland verschwindet, für den Verfall von Ersparnissen und Renten und vieles mehr, was den Rahmen hier sprengen würde. Das erste, was ich mittlerweile in Gesprächen zu solchen Themen meinen Gegenüber frage, ist: “…und was hast Du gewählt? Eine der Parteien, die für dieses Chaos verantwortlich sind? Dann meckere nicht – Du wolltest das so! Sonst hättest Du anders wählen müssen.” Dann gehen dem Gesprächspartner schnell die Argumente aus. Das einzige, was mich mehr ärgert, als die Narren auf der Regierungsbank, sind die größeren Narren in der Wahlkabine. Dabei muss es als Alternative nicht einmal die Partei mit der Alternative im Namen sein. 2017 nahmen sage und schreibe 42 Parteien an der Wahl teil. Aber der Durchschnitts-Wahldepp in Deutschland beschäftigt sich halt nicht mit den Alternativen und damit auch nicht mit der Zukunft des Landes. Das ist traurig, aber eben auch eine bittere Tatsache.
15.10.2019, O.W.
Danke! Eine wunderbar formuliere Zusammenfassung
des aktuellen Seelenzustandes einer Verkäuferin, stellvertretend für eine Vielzahl von sog. populistischen Wählern. Gleichwohl muss ist feststellen, dass es mit der Unzufriedenheit dieser Verkäuferin noch nicht weit her zu sein scheint, haben doch bei der BTW 2017 noch 87 % aller VerkäuferInnen ein “weiter so …” gewählt. Und auch bei nachfolgenden Landtagswahlen konnte man nicht von “Populismuswahlen” reden. Und das ist bis heute so: alles weiter wie bisher !!! P.S.: …und darum habe ich mein heimisches Zeitungsabo gekündigt und lese NZZ, Tichy und Achgut (!)
15.10.2019, R.E.
“Die AfD ist leider keine Alternative,
denn noch ist nicht ausgemacht, wohin sich diese Kraft entwickeln wird – weiter nach rechts oder zurück zum Konservativen.” Das heißt, weil Sie nicht (jetzt schon) wissen, wie genau sich die AfD entwickeln wird – wählen Sie lieber den sicheren Untergang? Der Versuch ist es Ihnen nicht Wert Ihr Land zu retten? Erst Mal dieses rotbunte uns vernichtende Parteienkartell zu brechen und später schauen, wie es weiter geht? Wenn Sie genügend Muslime importiert haben, glauben Sie, wissen Sie dann genau wie sich die Parteien entwickeln werden? Sorry – aber solche Denke hält Menschen in Handlungsunfähigkeit fest.
15.10.2019, A.N.
danke, besser kann man es nicht darstellen
Die zahlreichen Kommentare hier ergänzen sehr gut. Eines wird gerne übersehen und scheint mir das größte Übel zu sein: Die etablierten Parteien haben mit ihren diversen “NGOs” und den bestens alimentierten “Experten/Wissenschaftlern” sich den Staat mit Hilfe des Staatsfunks und der ?vierten? Gewalt zur Beute gemacht. Um die Verfassungsgerichtsbarkeit muss sie sich auch keine Sorgen mehr machen, denn sie ist ebenfalls in ihren Fängen. Der Bundestag wurde/wird bei jeder Wahl aufgestockt (inzwischen müssen wir uns das größte Parlament in der westlichen Welt leisten), obwohl dies schon lange verfassungsrechtlich angemahnt wird zu ändern. Aus rein versorgungstechnischen Gründen der einzelnen Abgeordneten kümmert sich keiner darum und führt dazu, dass der Fraktionszwang streng eingehalten wird, denn so lange alles beim Alten bleibt verliert der Abgeordnete auch bei hohen Wahlverlusten sein Mandat nicht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass alle Bundestagsmitglieder der etablierten Parteien die Politik der letzten Jahre gutheißen, aber sie Schweigen und handeln nicht mehr nach ihrem Gewissen. N.B. Dass die FDP u.A. hier nicht ihre Chance gesehen hat ist nicht nachvollziehbar.
15.10.2019, B.A.
Daß Herr Gebel unser System “Demokratie” nennt
ist hoffentlich mit einer Portion Ironie gemeint. Ein “Gespräch über Bäume” ist wieder, mit Brecht, “fast ein Verbrechen … weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt.“ Der Wohlstand ist nur noch Zehren an der Substanz, dem verwesenden Kadaver einer einst stolzen Zivilisation – die Titanic hielt sich auch noch einige Zeit über Wasser, nachdem ihr Ende besiegelt war. Was wird sein, wenn die Sozialausgaben Europas an Nichteinzahler die Wirtschaftsleistung sprengen? * Der Herr Gebel, der genug Geld hat, möchte freie Privatstädte. Da darf nur rein, wer genug Geld hat (wer macht eigentlich dort für Mindestlohn die Schmutzarbeit? Ach richtig, Mindestlohn gibt es dann nicht) Wer Polizei braucht, finanziert sie auch (Miliz, Landsknechte, willkommen im Feudalismus). * Das Problem: Auch Ölscheichs haben genug Geld, und sie sind es, die Hidschra und islamische Unterwanderung der westlich-europäischen Kultur finanzieren, auch in gedachten Privatstädten, oder? (Den Geburten-Dschihad finanzieren wir selbst in Form von Wurf-Prämien) * Wird die aufgeklärte, westlich-bürgerliche Gesellschaft, die nicht-perfekte aber vielleicht höchste Zivilisationstufe der Menschheit, ein kleiner weißer (!) Fleck unter Jahrtausenden der Barbarei bleiben? Sollen wir ein Apfelbäumchen pflanzen, oder uns unserer Werte besinnen?
15.10.2019, M.B., AO
… ein neues genehmes Volk
Wenn wir unsere unsere Verfassungen (z.B. “alle Macht geht vom Volke aus”, “we, the pople”, …) und “Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des politischen Rechtes” von J. J. Rousseau lesen und die gesellschaftliche Realität in Folge der Taten unserer gewählten Vertreter betrachten, so stellen wir fest, das diese auf anderer Grundlage handeln, als wir annehmen.
Wenn diese sich ein neues genehmes Volk in unsere Länder holen, weil sie unsereins überdrüssig geworden sind, so sollten wir uns schleunigst andere Vertreter wählen, solange es noch geht …
15.10.2019, A.M.
Sehr geehrter Herr Gebel, ich habe lange so keine kompakte und unsere derzeitige Realität beschreibende Zusammenfassung gelesen. Das Schlimme an der ganzen Sache ist unsere Ohnmacht, die z. Zt. noch besteht. Mir ist auch keine Zeit in Deutschland nach dem Krieg bekannt, in der auch nur annähernd schlimme Zustände geherrscht hätten. Daß diese Zustände auch nur noch in Zeitungen benachbarter Länder beschrieben und erscheinen können, da hier nicht veröffentlicht, sagt alles über die derzeitige politische Lage in Deutschland aus.
15.10.2019, S.F., AO
den Popo versohlt bekommen
Genau so ist es. Genau deshalb erhalten „populistische“ Parteien Zulauf. Niemand brauchte die Zustimmung der „Einheimischen“ und der Schon-länger-Steuerzahlenden für die neue Politik, doch nun erwartet man vom Bürger, dass dieser keine Parteien wählt, denen die etablierten Parteien nicht ausdrücklich zugestimmt haben. Verkehrte Welt. Erst unverschuldet den Popo versohlt bekommen und sich hinterher nicht einmal darüber beschweren dürfen. In einer Demokratie regiert doch angeblich das Volk und damit es dies kann, muss man es vor grundlegenden Gesellschaftsveränderungen nach seiner Zustimmung gefragt werden (zumindest die vom Volk gewählten Vertreter), schließlich verlangt man doch vom Volk, dass es die Zeche bezahlt. Dann lasst nun, nachdem das alles unterblieben ist, zumindest die Verkäuferin wählen, wen sie will. Und merkt euch eines : Sie hat alle Berechtigung mit euch unzufrieden zu sein und dieser Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Wenn ihr sie schon niemals nach ihrer Meinung fragt, dann lasst ihr zumindest das Recht auf Meinungsfreiheit. Hättet ihr nicht die Medienmacht auf eurer Seite, bekämet ihr vermutlich weit umfangreicheren Widerspruch. Also, nehmt der Verkäuferin nicht übel, wenn sie Parteien wählt, die ihre Lage wahrscheinlich dergestalt beschreiben, wie sie selber diese einschätzt. Und hängt ihr kein Etikett an, welches sie zu tragen, nicht verdient. Denn sie ist höchstwahrscheinlich weder rechts noch radikal noch fremdenfeindlich. Sie befindet sich nur nicht in einer materiell so komfortablen Lage, in welcher ihr euch sicherlich befindet. Auch ist sie gewohnt, nicht aufzumucken. Häufig fehlen ihr hierzu die richtigen Worte. Deshalb wird sie in solchen Augenblicken womöglich unsachlich und ihr habt sie dort, wo ihr sie haben wollt, so wie ihr sie sehen wollt. Dann bekommt ihr euer Vorurteil bestätigt. Denn dann könnt ihr sie dem Pack zurechnen, dem ihr sie wahrscheinlich ohnehin zuordnet.
15.10.2019, W.A.
Wahrscheinlich betrachten viele Menschen die rasanten Veränderungen in diesem Land mit wachsendem Unbehagen. Allein, die sogenannte Elite wird sich darum nicht kümmern. Wahlergebnisse spiegeln heute nur noch bedingt den Wählerwillen, am Ende steht stets noch eine Koalition der Etablierten. Die AfD ist leider keine Alternative, denn noch ist nicht ausgemacht, wohin sich diese Kraft entwickeln wird – weiter nach rechts oder zurück zum Konservativen. Die FDP kann sich nicht entscheiden, ob sie als Mehrheitsbeschaffer in Wartestellung oder als Opposition agieren will. Vermutlich wird der Wahnwitz alimentierter, quasi staatlich geförderter, ungeregelter Massenmigration sowie das dauernde Drehen an der Steuer- oder Belastungsschraube erst dann enden, wenn die Sozialkassen leer sind, die Innere Sicherheit zusammen gebrochen ist und die Mittelschicht Zahlungsunfähig. Bis dahin dürfte aber die Bedrängnis eher zunehmen. Verantwortung wird keiner derjenigen übernehmen, der heute an den Schalthebeln sitzt. Für künftige Generationen von Historikern ist das heutige Deutschland ein interessantes Feld. Leider sind wir unfreiwillig dabei.
15.10.2019, B.E.
Das erste Problem sind nicht die “populistischen” Parteien, sondern die Unwählbarkeit ihrer etablierten Konkurrenten, für die und deren Traumtanz-Politik alle qualitätsmedialen Meinungsmacher Propaganda liefern. Das zweite Problem ist, dass die AfD einen rechtsradikalen Rand hat, der begreiflicherweise viele potentielle Wähler abschreckt. Nicht nur, aber auch daraus folgt dann das dritte Problem, dass alle nicht mehr wählbaren, ergo “liberaldemokratischen” Parteien zusammen in D auch 2021 eine Garantie auf mindestens 75% der Stimmen haben. Notfalls machen sie eine Kleidergröße-80-Groko auf. Dann können sie, natürlich rein demokratisch, weiter alles tun, was der Berliner Hofgesellschaft und ihren Journos das Gefühl verschafft, großartige Menschen zu sein. Die Klimakinder spielen da nur eine Statistenrolle.
15.10.2019, G.M.

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