Freiburger Osten – Rote Welle

Vor neun Jahren zogen wir in Freiburgs Osten. Der Stadttunnel B 31 Ost bot seinerzeit eine schnelle Verbindung in die Stadt und aus der Stadt hinaus. Mit der Tunnellösung wurde die Schützenallee für den Durchgangsverkehr gesperrt, die Kartäuserstraße wurde zur Zone 30. Im Osten wird die Straße am Waldsee zeitweise und immer wieder gesperrt. Seitdem die Lkw-Maut eingeführt wurde, nahm der Lkw-Verkehr im Tunnel laufend und deutlich zu. Die Stadt stellt dies immer wieder anders dar – das tägliche Erlebnis zeigt jedoch anderes auf.
Die Folgen dieser Maßnahmen: zunehmende Staus im Tunnel, die Schwarzwaldstraße und die Hansjakobstraße müssen den gestiegenen innerörtlichen Verkehr aufnehmen; und spätestens beim Ganter-Knoten treffen sich die Verkehrsströme wieder. Rückstaus nicht nur im Tunnel, auch auf den zuführenden Straßen zum Ganter-Knoten. Als Ausweichstrecken dienen die Kartäuserstraße und die Talstraße – um kurz danach in einen der nächsten Staus zu geraten. Bei einem SC-Spiel erreicht die Situation im Osten einen besonderen Höhepunkt – nichts geht mehr. Da stellt sich die Frage nach dem Ausbau des Stadions an heutiger Stelle.
Nicht nur die Straßen sind überfüllt, auch die Straßenbahnen und der Zug bis Freiburg-Littenweiler. Benachteiligung pur für die Bewohner des Freiburger Ostens.
Persönliche Zeitmessungen zeigen, dass der Weg von Ebnet, Littenweiler zur Schwabentorbrücke anstelle etwa sechs Minuten vor neun Jahren oft genug 20 Minuten dauert; zur Autobahn durchaus bis zu 35 Minuten. Trotz Tunnel eine wesentliche Verschlechterung, Benachteiligung für den Osten Freiburgs. Dieses Faktum sollte die Stadtverwaltung endlich ernst nehmen und sich nicht hinter nicht nachvollziehbaren Statistiken verstecken. Nur bei Akzeptanz der wahren Verhältnisse kann über eine echte Abhilfe nachgedacht werden. Die Schließung der Kartäuserstraße für Radfahrer – wie schon angedacht – oder Experimente mit der Waldseestraße führen zu noch größeren Problemen. Dies kann darin münden, dass der Weg zum Beispiel nach Gundelfingen über St. Peter schneller ist als durch die Stadt – seltsam, aber wahr.
Freiburgs Verkehrssituation ist mit dem Herzen vergleichbar: Sind Arterien verstopft, müssen Bypässe gelegt werden. Anstatt immer mehr Hürden für die Verkehrsteilnehmer zu schaffen, sollten blockierte Straßen wieder geöffnet werden. Auch wenn man den Autoverkehr “verteufelt”, er ist da, wir leben in einer Verkehrswirtschaft, die Individualität hat zugenommen. Busse und Bahnen sind nur dann Alternativen, wenn die persönlichen Ziele in deren Radius liegen.
30.10.2012, Klaus-Dieter Schmitt, Freiburg

ADAC geißelt Freiburgs “rote Welle” vom 23. Oktober 2012:
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/adac-geisselt-freiburgs-rote-welle-stadtverwaltung-widerspricht–64847617.html 

 

Gängelung der Autoifahrer durch die Stadt 
Danke! Endlich mal ein Redakteur, der sich der städtisch verordneten Autofeindlichkeit entgegen stellt und eigene Gedanken wagt. Wobei Sie die Frage, die Sie am Schluss Ihres Artikels gestellt haben, auch gleich beantworten könnten: Natürlich will die Stadt den Bürger durch Einschränkungen und Gängelungen umerziehen!
3.11.2012, Pedro Randmann, Freiburg , www.stadtkurier.de

Stiefkind Auto – Fahrradsteuer
Wenn es um die Erhöhung des Wohlfühlfaktors für die Freiburger  Radfahrer geht, ist der Stadtverwaltung kein Vorschlag zu praxisfremd und zu absurd, um nicht doch Gehör zu finden und schließlich auch zur Umsetzung zu gelangen. Sobald aber Autofahrer – entgegen anderslautender Behauptungen ohnehin seit Jahren die Stiefkinder städtischer Verkehrsplanung – ihre berechtigten Ansprüche anmelden, gelten diese plötzlich als „nicht praktikabel“. (…) Vielleicht kommt den Damen und Herren in den Rathäusern irgendwann endlich einmal nachhaltig zu Bewusstsein, wer in Wahrheit schon seit langem nicht nur ihre komplette Verkehrsinfrastruktur (einschließlich der Radwege und ÖPNV-Sonderfahrstreifen), sondern auch so manches Bürgermeister- und Dezernentengehalt finanziert. Alternativ könnte man ja auch einmal über eine Fahrradsteuer, Parkgebühren für Fahrradabstellplätze im öffentlichen Straßenraum und eine Fahrradmaut für das Befahren von Fußgängerzonen etc. nachdenken. Derzeit jedenfalls könnte man in Anlehnung an eine – erfundene, aber sehr populäre – indianische Weisheit sagen:
„Erst wenn die letzte Straße gesperrt, das letzte Auto verschrottet ist, werdet ihr feststellen, dass Radfahrer keine Steuern und Gebühren zahlen.“
Es kann nicht sein, dass wir den Autoverkehr möglichst ganz abschaffen, die Autofahrer als Dukatenesel aber behalten wollen!
3.11.2012, Diplom-Biologe, Michael Schwaiger, Freiburg, www.stadtkurier.de

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