Foeldiklinik in Hinterzarten beantragt Akutbetten

Am vergangenen Donnerstag 29.3.2012 konnte Professor Dr. med. Etelka Földi, die Chefin der Földiklinik in Hinterzarten, mit dem grünen Landtagsabgeordneten Reinhold Pix, Bürgermeister Michael Tatsch und Vertretern des Gemeinderates eine kleine Politiker-Delegation in ihrer Klinik empfangen. Pix zeigte sich beeindruckt von der international renommierten Klinik, die mit ihren 152 Patientenbetten immerhin an die 200 Arbeitsplätze für die Region schafft. Neben dem stationären Bereich gibt es die Ambulanz, die jährlich von 4000 Patienten aufgesucht wird. Da die Patienten aus ganz Deutschland und sogar Europa kommen und für ihre Ambulanztermine weite Anreisen haben, übernachten viele vor Ort. Von daher ist die Földiklinik ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftsfaktor, der nicht nur den touristischen Bereich positiv beeinflusst, sondern auch für Handel, Handwerk und Gewerbe der Region von Bedeutung ist.

Foeldiklinik Hinterzarten: Reinhold Pix, MdL, Prof. Dr. med. Etelka Földi und ihre Tochter Dr. med. Martha Földi (von links nach rechts)

Prof. Dr. Földi nutzte die Gelegenheit dieses Besuchs darauf aufmerksam zu machen, dass sie schon lange beim zuständigen Landesministerium den Antrag auf Zulassung von Akutbetten gestellt habe, der bisher bedauerlicherweise noch nicht positiv beschieden wurde. Die Földiklinik habe im Moment Reha-Status nach dem auch abgerechnet werde. Als lymphologische Fachklinik besetze sie jedoch eine medizinische Nische, der der Reha-Status nicht gerecht werde. Viele Patienten kämen schwerkrank, mit unklaren Diagnosen oder mehreren Begleiterkrankungen. Die Leistungen der Klinik gingen deshalb sowohl in den Bereichen der Diagnostik als auch der Therapie und Pflege weit über den Reha-Standard hinaus.
Die Genehmigung von Akutbetten würde auch den fachlich sinnvollen Betrieb des in der Földiklinik vorhandenen Operationssaales ermöglichen.
Die Behandlung eines Lymphödems mache neben der konservativen Therapie wie der Lymphdrainage und der Kompressionsbehandlung manchmal auch chirurgische Eingriffe nötig, die bisher außerhäuslich durchgeführt werden müssten.
Sinnvoll wäre es auch, kleinere operative Eingriffe bei Patienten mit Lymphödem in der Fachklinik durchzuführen, da es bei bestehendem Lymphödem aufgrund des eingeschränkten Lymphabflusses eher zu Komplikationen und Wundheilungsstörungen kommen könne. In der Földiklinik wäre eine optimale Vorbereitung auf die Operation und kompetente Betreuung danach möglich.
Prof. med. Földi ist es unverständlich, warum ihr die Anerkennung von Akutbetten und die Zulassung des OPs verwehrt werde, zumal es nur um 40 Betten ginge. Beides läge nicht nur im Interesse der Patienten sondern auch des Gesundheitssystems. Denn eine adäquate Behandlung des Lymphödems spare langfristig Kosten. Das Lymphödem sei eine chronische Erkrankung, die – wenn einmal ausgebrochen – lebenslang behandelt werden müsse. Angemessen behandelt, können die Betroffenen ein normales Leben führen. Ohne Behandlung könne ein Lymphödem jedoch zu Folgeerkrankungen bis hin zu Arbeitsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit führen. Außerdem würde die Földiklinik aufgrund ihrer Spezialisierung auf die Lymphologie und ihres überregionalen Einzugsgebiets durch Genehmigung von Akutbetten regional keinem der bestehenden Krankenhäuser Konkurrenz machen. Pix sagte Unterstützung in dieser Sache zu. Die Földiklinik sei ein funktionierender Betrieb im Gesundheitswesen und fest verankert in der Region und – so seine Frage: warum solle man etwas behindern, was gut läuft?

5.4.2012, Dagmar Engesser, www.dreisamtaeler.de

Reinhold Pix, MdL, Prof. Dr. med. Etelka Földi und ihre Tochter Dr. med. Martha Földi (von links nach rechts)

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