Fluechtlinge Wohnungsleerstand

Die Universitätsstadt Göttingen kann aufgrund der Wohnungsnot kaum weitere Flüchtlinge aufnehmen, während das benachbarte Goslar aufgrund Demografie und Landflucht schrumpft und Wohnungsleerstand beklagt. Deshalb will OB Oliver Junk, 38, (CDU) mehr Flüchtlinge aufnehmen als er muß: “Es ist doch absurd, dass sie in Göttingen teuer neue Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge bauen müssen, während hier leer stehende Wohnungen verrotten”.

Einwohnerzahl und Pro-Kopf-Steueraufkommen entscheiden derzeit in Deutschland darüber, wie viele Flüchtlinge eine Kommune aufnehmen muß. Dieser Verteilungsschlüssel ‘Je größer eine Stadt, desto mehr Flüchtlinge’ mag theoretisch gerecht erscheinen, ist in der Praxis aber gescheitert, da gerade in Großstädten und Ballungsgebieten Wohnraum zunehmend knapp und für Sozialwohnungen unbezahlbar ist. “Für Goslar hingegen sind Flüchtlinge eine Chance” – Junk sieht in den Flüchtlingen nicht nur Menschen in Not, sondern junge Familien, Fachkräfte und junge Bürger, die eine alternde 50000-Einwohner-Stadt wie Goslar (die in 10 Jahren 4000 Bürger verloren hat)lebendiger machen können.

“Ich habe Wohnraum und eine Idee” – so Junk, der weiß, dass nach dem ersten Schritt der Aufnahme von Flüchtlingen als zweiter, viel schwieriger Schritt folgt, diese zu integrieren. Dazu braucht der Oberbürgermeister von Goslar Geld und Partner: Vermieter, Unternehmen, Vereine und Ehrenamtliche. Man kann dem OB Junk nur viel Glück wünschen und die Frage stellen: Gibt es in Deutschland nicht viele “Goslar”?
28.11.2014

 

Goslar will mehr Flüchtlinge aufnehmen als es gemäß Verteilungsschlüssel muß
… Auf Junks Schreibtisch landete auch ein Angebot der Firma KommConsult: ein Containersystem aus 250 vorgefertigten Modulen zur Unterbringung von 120 Personen. Lieferzeit sofort, Preis 1.940.000 Euro. Er schüttelt den Kopf, als er davon erzählt. Es ist genau das, was er nicht will. Er steht vor einer gelb getünchten Häuserreihe im Stadtteil Jürgenohl und zeigt auf eine leer stehende Wohnung im ersten Stock. Er habe mit dem Geschäftsführer der hiesigen Gebäudeverwaltung telefoniert, erzählt er. Allein sie könnte 70 Wohnungen für Flüchtlinge bereitstellen. ….
Alles vom 27.11.2014 bitte lesen in DIE ZEIT, Seite 4 oder auf
http://www.zeit.de/2014/49/fluechtlinge-goslar-buergermeister

 

Flüchtlinge anders verteilen
Bisher werden Flüchtlinge nach Einwohnerzahl verteilt. Große Städte müssen mehr aufnehmen, Mittelstädte wie Goslar weniger. Wir aber haben hier keinen überhitzten Wohnungsmarkt. Ich freue mich über jeden, der hier eine Wohnung sucht und bucht. Viele größere Städte dagegen müssen sogar Zelte aufbauen. Damit machen wir einen Riesenfehler. Integration gelingt oder gelingt nicht in den ersten Monaten. Voraussetzung für gelungene Integration aber ist, dass wir die Menschen dezentral unterbringen. Das ist überhaupt keine Überbelastung für dieses reiche Land. Viele von ihnen werden auf Dauer in Deutschland bleiben, und das ist nicht zu unserem Nachteil. Darum sollten wir darüber reden, dass wir Flüchtlinge anders verteilen und sie mehr in Regionen schicken, die das Potenzial haben, sie aufzunehmen. Dazu gehört Goslar. …… Mehr von OB Oliver Junk vom 21.11.2014 auf
http://www.sueddeutsche.de/politik/oberbuergermeister-oliver-junk-goslar-profitiert-von-fluechtlingen-1.2230279

 

Sieben Gründe, warum Goslar ein Vorbild für ganz Deutschland ist
Während die Bundesregierung Milliardengeschenke an ihre alternde Wählerschaft verteilt und kaum Neigung für die Lösung von Zukunftsproblemen erkennen lässt, handelt Goslar mit einer klaren Vision. Natürlich sind kleine und mittlere Städte auf dem Land von Wegzug und Überalterung bedroht. Aber ebenso richtig ist, dass Deutschland schon immer ein Zuwanderungsland war. Von den Hugenotten über die Ruhrpolen bis hin zu den Spätaussiedlern – alle haben ihren Teil dazu beigetragen, das Land menschlich, kulturell aber auch wirtschaftlich zu bereichern. Dass Junk nun die Chance ergreift, zeichnet ihn aus. Man würde sich wünschen, dass Politiker immer so angstfrei im Sinne ihres Wählerauftrages handeln würden. …. Alles vom 21.11.2014 bitte lesen auf
http://www.huffingtonpost.de/2014/11/21/goslar-fluechtlinge_n_6198632.html

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