Fewos Hochschwarzwald – Web

Laut Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) entsprechen viele Ferienwohnungen nicht (mehr) dem heutigen Tourismus-Standard. Von den knapp 1500 Fewos lassen sich nur 13 % im Internet buchen. Deshalb will die HTG deren Modernisierung und Vermarktung über eine noch zu gründende Tochtergesellschaft in Kooperation mit Immobilien Gisinger übernehmen.

Eckdaten: Modernisierungskosten 20000 Euro/Fewo. Vier-Sterne-Kategorie. 90 Euro pro Nacht, wovon 12 % asn den Eigentümer gehen.
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Bessere Vermarktung von Ferienwohnungen: Vermieter sträuben sich
Die Tourismusbranche im Hochschwarzwald will ihre Ferienwohnungen zur Marke machen. Das Ziel: ein einheitlicher und moderner Auftritt im hart umkämpften Markt. Doch nicht alle Vermieter wollen mitmachen. ….
Alles vom 23.4.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/bessere-vermarktung-von-ferienwohnungen-vermieter-straeuben-sich
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Nur 18% für den Eigentümer einer Ferienimmobilie?
Auch auf die Gefahr hin, dass ich vom Rechtsanwalt der HTG wieder eine Aufforderung zur Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung erhalte, möchte ich mich zu diesem Vorhaben der Hochschwarzwald Tourismus GmbH äußern. Ich weise vorsorglich darauf hin, dass ich hier nur meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringe und von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch mache.
18 % vom Umsatz für den Eigentümer einer Ferienimmobilie und damit für den, der den höchsten Kapitaleinsatz aufbringt, ist ein sehr beeindruckendes und bezeichnendes Verhältnis. Ich als Ferienhausvermieter jedenfalls empfinde ein solches Verhältnis als geradezu grotesk. Ginge ich darauf ein, so glaube ich jedenfalls, würde ich zum Gespött der Leute… Jedenfalls würde es nicht von meinen Rechenkünsten zeugen.
Sollte das Konzept tatsächlich verwirklicht werden und die HTG als Ferienimmobilienbesitzer agieren, befindet sie sich natürlich in einem starken Interessenskonflikt und in einem Kongurenzverhältnis zu den, nennen wir sie einmal, externen Vermieter. Man stelle sich beispielsweise vor, die neue Gesellschaft macht Verluste. Dann könnte Herr Rudolph als Geschäftsführer beider GmbHs dazu gezwungen sein, die eigenen Wohnungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bevorzugt zu vermarkten. Vermutlich wäre es als Geschäftsführer sogar seine Pflicht. Es ist ja schon heute so, dass Gastgeber mit Hochschwarzwaldcard im Menü Übernachtungen auf Hochschwarzwald.de über Position 1 des Menüs erreichbar sind, wohingegen die große Mehrheit der Gastgeber die die Karte aus gutem Grund nicht anbieten, erst über die zweite Menüposition zu finden sind. 
Gegen das Vorhaben spricht aber auch, dass eine neue Gesellschaft das finanzielle Risiko des Steuerzahlers weiter erhöht, denn schließlich hafte ich und Sie als Steuerzahler auch für die Hochschwarzwald Tourismus GmbH und vermutlich auch für die neue GmbH. Jedenfalls argumentierte ein Gemeinderat in Hinterzarten damit, dass alleine seine Gemeinde mit 25% in der Haftung wäre. Auch deshalb hat sich der Gemeinderat Hinterzarten mit Mehrheit gegen das Konzept entschieden. Alle Achtung.
Es kann nicht Aufgabe des Steuerzahlers sein, auch noch solche Geschäftsmodelle abzusichern. Es wäre so ähnlich, als ob ein Ferienimmobilienvermieter für die Schulden seines Konkurrenten bürgt. Das wäre geradezu absurd, wenngleich wenigstens freiwillig.
Es muss aber auch einmal hinterfragt werden, ob nicht der Anspruch der Bürgermeister, dass sich die HTG selbst finanzieren sollte, nicht realitätsfremd und letztendlich schädlich ist. Man könnte auf die Idee kommen, dass so die Geschäftsführung dazu gezwungen wird, immer abenteuerliche Geschäftsmodele zu entwerfen. Das Geld für Geschäftsführergehälter, Reisen nach Asien, in den Nahen Osten, für schwäbische Geschäftsfahrzeuge, Messen und vieles mehr, muss ja schließlich auch wo her kommen. 
Vielleicht ist aber auch nur das Rad das hier gedreht wird, schlicht viel zu groß, zu kostenintensiv und deshalb letztendlich unnütz. Ich jedenfalls erzielte mit meinen Ferienimmobilien in Feldberg zu Zeiten zu denen die HTG noch nicht existierte, wie heute auch, stets Auslastungen über 90% und das aus Prinzip und Überzeugung ohne Hochschwarzwaldcard, ohne Hochschwarzwald.de und ohne HTG. Eine Vermarktung über ein Portal einer Tourismus GmbH ist meiner Meinung nach heute so modern und erfolgreich, wie das von Herrn Rudolph angeführte „Telefon mit Wählscheibe“.
23.4.2014, Josef Müller,   http://www.Ferienvilla-im-Schwarzwald.de, http://www.Ferienhaus-am-Feldberg.de

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