EZB druckt 1100 Mrd Euro Geld

Am 22.1.2015 kündigt die EZB an, 1.100 Mrd Euro zum Kauf maroder Anleihen von EU-Südstaaten auszugeben. Die EZB druckt 1 100 000 000 000 000 Euro Geld und verschuldet sich ganz einfach bei sich selbst bzw. mit 2250 Euro pro EU-Bürger. Ziel ist, die Deflation in den EU-Südstaaten abzubauen. Doch kommt die Geldflut bei den Unternehmen an, wo die EZB direkt gar keine Investitionen erzwingen kann. sondern nur über den Umweg der Geschäftsbanken? Kann dieses Geld die extreme Reformverweigerung in Italen, Frankreich, Spanien, … beenden? Viele italienische Produkte verkaufen sich schlecht, da sie nicht konkurrenzfähig sind. Werden die Unternehmer nun – wie von der EZB erhofft – billige Kredite bei ihren Banken Vorort aufnehmen, um in Erweiterung bzw. Modernisierung der Firmen zu investieren?

Kritiker mahnen, die EZB überschreite mit dieser konjunkturpolitischen Ankurbelung von Volkswirtschaften ihren Auftrag, der auf die Wahrung der Geldwertstabilität begrenzt ist.
Wie geht es weiter? Entweder das Billionenprogramm der EZB greift (wie es zuletzt die FAT in den USA vorgemacht hat – mit dem Unterschied, das die einzelnen Bundesländer nicht haften) und die EU-Südstaatler sind endlich bereit zur Reformierung ihre Industrielandschaft. Oder aber nur die negativen Auswirkungen der EZB-Geldschwemme bleiben:
(1) Risiken zur Blasenbildung (Aktien, Immobilien, Preise)
(2) Die permanente Abwertung des Euro geht weiter (20% Wertverlust in Deutschland allein in den letzten 5 Monaten)
(3) Enteignung der Sparer (Zinsen auf Guthaben im negativen Realbereich).
Wie dem auch sei – das Anwerfen der Gelddruckmaschine durch die EZB stellt einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel in der deutschen Wirtschafts- und Geldpolitik seit 1945 dar: weg von der Sicherung der Stabilität des Geldes als oberstes Ziel und hin zur direkten Steuerung der Konjunktur durch Erhöhung der Geldmenge. Im Grunde ist dies nichts anderes als die Ausgabe von Euro-Bonds durch die Hintertür – für die jeder Deutsche Bürger haften muß.
25.1.2015

 

Dieser Beitrag wurde unter Business, EU, Finanzsystem, Industrie abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort