Erdogan und die Demokratie

Einerseits sollen drei Viertel der in Deutschland lebenden und in der Türkei wahlberechtigten Türken Tayyip Erdogans Regierungspartei AKP nahestehen. Anderseits bekämpft Erdogan im eigenen Land die Demokratie – er darf in D reden, verwehrt seinen Bürgern in der Türkei jedoch das gleiche Recht. Logische Folgerung: Die überwältigende Mehrheit der Türken in Deutschland lehnt die Demokratie ab, genießt aber gerne in D und EU die Vorzüge dieser Staatsform? 

Ist die Statistik unkorrekt, d.h. wird die demokratiefeindliche AKP von den Türken überhaupt nicht zu 75% unterstützt? Oder ist eine demokratisch-freiheitliche Grundordnung für Deutschland die adäquate Staatsform, nicht aber für die Türkei? Oder gilt die o.a. logische Folgerung nicht, da es verschiedene Ausprägungen von Logik gibt, also sozusagen “Logiken”? Oder sollte wird mit der Folgerung gar die Ausländerfeinlichkeitskeule geschwungen werden? Zur Erinnerung: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten“ – so Erdogan zu seinem Verhältnis zur Demokratie in http://www.welt.de/print-welt/article341831/Reformer-oder-Wolf-im-Schafspelz.html
21.5.2014
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Das ist nicht Europa – Erdogans Auftritt in Köln
Darf ein solcher Mann, der sich inzwischen vorzüglich aufs Spalten, Polarisieren und Radikalisieren versteht, in Deutschland eine Rede vor seinen Landsleuten halten? Ja, er darf. Darf er auch eine Rede halten wie vor vier Jahren in der gleichen Stadt, als er die in Deutschland lebenden Türken dazu aufrief, sich der Anpassung zu widersetzen (“Denn Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit”). Auch das darf er. Denn in Deutschland herrschen Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit. ….
Alles von Karl-Heinz Fesenmeier vom 21.5.2014 bitte lesen auf http://www.badische-zeitung.de/meinung/kommentare/leitartikel-das-ist-nicht-europa–85132776.html
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Türkische Wahlkampftour durch den deutschen Steuerzahler bezahlt
Schon beachtlich wie die Demokratie sich hier verhält. Sicherlich kann hier jeder seine Meinung äußern aber muss man es zulassen das ein egomanischer Regierungspräsident, der die Türkei spaltet wie kein anderer zuvor, hier in Deutschland seine Wahlkampftour durch den Steuerzahler bezahlt bekommt. Wenn sich dann noch angeblich 60000 Demonstranten gegenüber stehen und unsere Polizisten hier verheizt werden hat unsere Demokratie die verdammte Pflicht ”Nein” zu seinem Auftritt zu sagen. Auch wenn man sich als Kanzlerin unbeliebt machen muss…das aber würde Größe zeigen. Ich hoffe das Erdogan die Schäden aus eigener Tasche bezahlen wird die entstehen werden bzw. den Polizeieinsatz bezahlen wird. Geld dazu hat er ja genügend beiseite geschafft.
24.5.2014, Egbert

Stellvertreter-Kriege der Türken in Deutschland
Abgesehen davon, dass Erdogan schon ein Autokrat feinster Sorte ist, regt mich noch mehr auf, dass es hier in Deutschland quasi “Stellvertreter-Kriege” zwischen den Gruppen gibt. Ich bin Ungar, also zumindest in der VR Ungarn geboren. Aber ich lebe schon sehr lange in Deutschland, was interessiert mich z.B. Orbán Viktor speziell? Nichts. Nicht mehr zumindest, als andere EU-Bürger, die einen autoritären Staat à la Russe im Aufbau sehen. Deswegen wirft er sich ja auch Putin in die Arme. Ein intensiveres oder spezielles Interesse habe ich jedoch nicht. Ich würde aber einen Teufel tun und mich mit anderen “Auslands-Ungarn” herumprügeln oder auch nur herumbrüllen. Weil man zufällig vor X Jahren dort geboren ist? Und schon X-mal länger in Deutschland, als in seinem Geburtsland lebt? Sehr merkwürdig. Ich bin mindestens genauso viel, wenn nicht noch mehr Ungar, wie diese Menschen Türken sind. Bei der sog. 3. Generation ist ja nur der Opa Made in Turkey, selbst der Papa ist schon hier geboren. Und diese Leute prügeln sich hier, als wenn sie bloß zufällig hier im Urlaub wären?
24.5.2014, Mitt

Ehrlich, aber böse ….
Freuen wir uns doch, dass Erdogan Ministerpräsident der Türkei ist und wahrscheinlich bald Staatspräsident am Bosporus wird! So lange er auf dem politischen Parkett ist, bleiben wir wenigstens von einer EU-Mitgliedschaft der Türkei verschont. Also:Hadi bakalım, Herr Erdogan!
25.5.2014, K. Fall
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