Obsoleszenz

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Elektroschrott am 20.12.2012 – höchstens drei Jahre alte Elektromotoren – Recyclingprojekt der Diakonie Freiburg

 

 

Geplante Obsoleszenz – Geplantes frühzeitiges Veraltern von Gütern

 

 

Obsoleszenz – gemachte Verfallbarkeit eines Produkts

Geplante Obsoleszenz heíßt Veralten bzw. Veralterung, obsolet steht für veraltet, ungebräuchlich. Die geplante Obsoleszenz ist die “gemachte Verfallbarkeit” eines Produktes, das so hergestellt wird, dass es nach einer bestimmten Frist nicht mehr funktioniert. Zweck: Der Kunde kauft das Produkt, nutzt es nur kurz und da der Hersteller eine verbesserte Version des Produktes auf den Markt gebracht hat, entschließt er sich für das neue Produkt. So gesehen bringt die geplante Obsoleszenz wirtschaftlich anscheindend nur Vorteile: Produktion boomt, Arbeitsplätze, Konsumausgaben und Steuereinnahmen für den Staat steigen. Die immensen Nachteile zeigen sich erst, wenn man die Kosten in die Produktpreise einrechnet: Ressourcenverbauch, CO2-Austoß, Eingriffe in Lebensräume, Gewässer, Müll.

Geplante Obsoleszenz: “Gemeint ist mit ihm heute ein Teil einer Produktstrategie, bei der schon während des Her-stellungsprozesses bewusst Schwachstellen in das betreffende Produkt eingebaut, Lösungen mit absehbarer Halt-barkeit und/oder Rohstoffe von minderer Qualität eingesetzt werden, die dazu führen, dass das Produkt schneller schad- oder fehlerhaft wird und nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann”
http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz

Beispiel: In einem CD-Player ist ein Teil einbaut, von dem der Hersteller weiß, dass es nicht lange hält. Der Kunde muss sich nach relativ kurzer Zeit einen neuen Player kaufen. Oft bieten Hersteller keine Möglichkeit an, das Produkt zu reparieren, oder die Reparatur wird teurer als der Kauf eines neuens CD-Players. Eine weitere Trick, Produkte und Geräte absichtlich altern zu lassen, besteht darin, neue Anwendungen, Zubehör oder Spiele anzubieten, die mit dem Vorgängermodell bzw. deren Software nicht kompatibel sind.

 

Unibibliothek Freiburg nach 33 Jahren abreissen – Geplante Ungebräuchlichkeit

Im Jahr 2011 wird das 33 Jahre alte Unibibliothek abgerissen, während das im Jahr 1911 gebaute Kollegiengebäude I  vermutlich noch einmal hundert Jahre älter werden kann, wenn es einigermaßen gepflegt wird.
Abrißgründe offiziell: Technik, Fassade, Energiebilanz.
Gründe inoffiziell: Klimaanlage hat noch nie funktioniert. hoher Personalkrankenstand.
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Rückschau: 1978, in einer Zeit, in der ständig alles Neue als technischer Fortschritt gepriesen wurde, hätte es doch möglich sein müssen, ein neues Gebäude langlebig, dauerhaft, flexibelfunktional und schön zu bauen.
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Ausblick: 2014 wird eine neue Unibibliothek eröffnet werden mit einer Aluminium-Glas-Beton-Konstruktion, die von Architekten so geplant, rasch veralten und nach weiteren 33 Jahren ungebräuchlich sein wird – ein wunderbares Exempel für geplante Obsoleszenz.
Mit der Obsoleszenz einher geht – begünstigt durch Technologiegläubigkeit und Bequemlichkeit – das Ausschalten des gesunden Menschenverstandes: Wie beim Dachflächenfenster sind alle Fenster bzw. die komplette Fassade geneigt  bezüglich Dichtigkeit (Regen, Wind), Schneelast, Kalt-Warm-Ausdehnung und Statik, mit denen die Dachflächenfensterfirmen Velux und Roto seit Jahrzehnten kämpfen. Warum wohl gewährt Velux für seine  doch relativ kleinen Dachflächenfenster nur eine begrenzte Zeit Garantie?

3.1.2014

 

Manche Geräte sterben erstaunlich schnell

Der Verdacht ist schwerwiegend. Herstellerfirmen würden Defekte in Produkte gezielt einbauen, um deren Lebensdauer zu verkürzen. Um diese These zu erhärten, haben die Grünen bei Spezialisten ein Gutachten in Auftrag gegeben. Autor Stefan Schridde betreibt den Verbraucherinformationsdienst “Murks? Nein Danke”, Christian Kreiß ist Ökonomie-Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen bei Stuttgart. Die Experten haben zahlreiche Beispiele zusammengetragen und analysiert. …. Alles vom 21.3.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/manche-geraete-sterben-erstaunlich-schnell–70220882.html

http://www.murks-nein-danke.de/blog/presse/

Kaufkraftzunahme als Gegenargument
Aber es gibt dennoch ein Gegenargument, das solche Maschen fast schon wieder rechtfertigt (gestiegene Umwelt- und Ressourcenausbeutung mal außer Acht gelassen), nämlich die gestiegene Kaufkraft in den meisten Industriegesellschaften, die zugleich die Hauptmärkte der meisten Konsumgüter bilden. Zur Untermauerung dieses ebenso feststellbaren Faktums lesen Sie bitte z.B. diesen Artikel hier, der den Preisverfall in Arbeitsstunden misst über die Zeit hinweg. 21.3.2013, Ammar Ulabi
http://finanzwertig.de/kaufkraft-vergleich-frueher-war-mitnichten-alles-billiger-95

Ein Film von Arte über Obsoleszenz, u.a. auch über das Glühbirnenkartell:
http://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA

Schneller kaufen – Schneller wegwerfen
Ein Wirtschaftssystem, in dem Firmen auf die gezielte Verkürzung der Lebensdauer von Produkten setzen, ist nicht nachhaltig und zukunftsfähig. Die Firmen setzen gezielt auf die Dummheit und Manipulierbarkeit der VerbraucherInnen. Laufzeitverkürzte Produkte sind eine beleidigende Unverschämtheit und damit allerdings auf der Höhe der Zeit. Eine Hintergrundinformation des Bund für Umwelt und Naturschutz zum Thema “Geplante Obsoleszenz” finden Sie hier: http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/geplante-obsoleszenz.html
21.3.2013, Axel Mayer, BUND-Regionalverband

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