Kriegsdenkmale

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Mohnfeld auf der Baar östlich vom Hochschwarzwald am 1.8.2014

Mohnfeld auf der Baar östlich vom Hochschwarzwald am 1.8.2014

  • Steinernde Störenfriede – Kriegerdenkmale in Städten und Gemeinden (3.8.2014)
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(1) Todtnau – Brandfelsen mit Denkmal  (2) Hofsgrund im Kirchhof

(1) Brandfelsen mit dem Kriegerdenkmal am Ortsrand Todtnau in Richtung Brandenberg

 

Steinerne Störenfriede

100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg stehen in fast jedem Ort  markige Kriegerdenkmäler dem Gedenken sperrig im Weg

Breitbeinig und bereit stehen sie vor den Mauern am Kirchhof, streng entschlossen, die Augen fest nach vorn, die Gewehre bei Fuß. Sechs überlebensgroße Soldaten in langen Mänteln und Stahlhelm. Steinerne Wächter, denn hier ist ein Toter  aufgebahrt, ebenfalls in Uniform. Und aus dieser steinernen Ruhe grollt ein Ruf: „Kameraden, wir warten auf Euch.“ Die Szenerie ist gespenstisch, und es ist untertrieben zu sagen, das monumentale Denkmal für den Ersten Weltkrieg störe die Idylle vor St. Josef in Kollnau. Pfarrer Heinz Vogel kennt eine alte Frau, die die Kirche nur durch den Seiteneingang betritt. „Auch für mich ist es ein Schock, dass es den Kirchhof in diesem Ausmaß beherrscht“, sagt er. Vielen Hochzeitspaaren, die hier gerne Erinnerungsfotos schießen, geht es kaum anders. „Aber die Alteingesessenen sagen mir, sie brauchen diesen Ort, um an ihre Verstorbenen zu denken.“

In fast jedem Ort in Deutschland steht mindestens ein Denkmal für die Toten des Ersten Weltkrieges, mehr als 300 sind es zwischen Emmendingen und Bad Säckingen. Nicht alle sind so monströs wie das in Kollnau, einige dafür noch militaristischer. Dem heutigen Gedenken an die Millionen Opfer stehen sie sperrig im Weg. Wie soll man mit ihren kriegsverherrlichenden Aussagen  umgehen?

Der „Ehrenhof“  des Elzacher Bildhauers Erwin Krumm  wird am 1. September 1935 in Kollnau eingeweiht: „Unseren Helden 1914-1918“. Hitlerjugend, Kameradschaften, SA und der Reitersturm ziehen zu „schneidiger Marschmusik“ durchs Dorf. Von „feldgrauen Herren aller Altersklassen im großen Völkerringen“ schreibt die Freiburger Zeitung am Tag danach. 107 Männer, die im größten Massenschlachten  der Geschichte getötet wurden. Bürgermeister Gustav Kramb erinnert „alle Volksgenossen daran, dass dieses Ehrenmal zugleich ein Mahnmal sein soll, sich jederzeit wie die gefallenen Helden selbstlos für unser deutsches Vaterland einzusetzen.“

Man findet Denkmäler wie das in Kollnau mit Stahlhelmen, granatbewehrten Soldaten, Eisernen Kreuzen und Heldenlob  allüberall  vor Schulen, Kirchen, auf Friedhöfen, in Wäldern, auf den Anhöhen. Doch nimmt man sie wahr? „Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler“, schrieb Robert Musil. Und tatsächlich: An viele   hat man sich bis zur Unsichtbarkeit gewöhnt. Die Auseinandersetzung mit ihnen kann schmerzhaft sein, viele widersprechen unserer heutigen Haltung zu Krieg und Trauer aufs Schärfste.

Denkmäler gehören wie Grabsteine nicht den Toten. Sie richten sich an die Lebenden und erzählen mehr über sie und ihre Zeit als über diejenigen, denen sie gelten. Dabei geht es um Deutungshoheit: Wer die Erinnerung beherrscht, kann die Vergangenheit  für seine Ziele nutzen. Das wusste niemand besser als die  in den 20er Jahren erstarkten Militaristen der Weimarer Republik, die die Schmach der Niederlage mit kommenden Siegen ausmerzen wollten. Und sie stießen in eine Lücke: Den Sozialdemokraten, sagt der Freiburger Historiker Heinrich Schwendemann, der im Frühling in Kollnau einen Vortrag über Kriegerdenkmäler gehalten hat, war das Kriegsgedenken wenig wichtig: „Brot statt Steine“ war ihre Devise. Mit Folgen: Pazifistische Mahnmale gibt es zum Ersten Weltkrieg praktisch keine. Dabei steht in der frühen Nachkriegszeit noch die Trauer über die Toten im Vordergrund, sagt Schwendemann. Doch dann setzt sich bald  ein anderes Bedürfnis durch: diesem  „sinnlosen Massenmorden einen Sinn abzutrotzen“. Und den legen die Überlebenden alleine fest.
Das Gedenken an die gefallenen Soldaten war 1918 noch eine junge Tradition. Frühere Denkmäler gelten Fürsten und Königen, nach dem Frankreichkrieg 1870/71 und der Reichsgründung dominieren allegorische Siegesdarstellungen. Zugleich rückte seit den  Befreiungskriegen Mitte des 19. Jahrhunderts der gemeine Soldat in den Fokus – und sein Name auf den Sockel. Das maschinelle Massenmorden des Ersten Weltkriegs mit seinen zwei Millionen Toten allein auf deutscher Seite  stürzte die Trauer ins Leere: Die meisten Leichen  waren unauffindbar. Das Sterben war anonym, und selbst die Soldatenfriedhöfe und Beinhäuser lagen entlang der Front in Frankreich. In der Heimat der Toten  musste man andere Wege des Gedenkens finden.
Aus der frühen Nachkriegszeit finden sich schon aus Geldmangel oft einfache  Stelen oder Findlinge, Tafeln an Friedhöfen, Kirchmauern oder Heiligenfiguren. Meist sind es schlichte, traurige Namenslisten, die noch von der Schmach der Niederlage und der Orientierungslosigkeit der Gegenwart zeugen. Oft dankt die „Heimatgemeinde“ ihren „Gefallenen“. Eine „gewisse Sprach- und Hilflosigkeit“ erkennt die Historikerin Sabine Behrenbeck in diesen Tafeln. Doch ein Ruf nach Frieden ergeht auch aus ihnen kaum. Eine Ausnahme ist  Curt Liebichs Denkmal in Gutach von 1923. Es zeigt eine still trauernde junge Frau in Tracht. Tafeln am Sockel zeigen den Auszug der Soldaten und ihre Rückkehr als gebrochene Männer. Die Nationalsozialisten wollten es prompt einschmelzen. Streit gab es auch 1926 um die trauernde Alma Mater vor der Freiburger Universität. Allerdings aus anderen Gründen: Den Theologen war sie zu nackt.
Ab Mitte der 20er Jahre verdrängt der Kampf die Trauer: Die militaristischen und rechten Kräfte erstarken und erkämpfen sich die Deutungshoheit über den Krieg und seine Opfer. Die  Niederlage wird nun umgedeutet: Millionen Soldaten dürfen nicht sinnlos geopfert, gestorben, verbrannt, verstümmelt worden sein.   Waren die deutschen Soldaten nicht „im Felde unbesiegt“? Die Dolchstoßlegende wird  als Opfermythos in Stein gemeißelt, monumental. „Söhne aus großer Zeit“ ehrt etwa das Denkmal in Schallbach, „schmerzliche Opfer des gewaltigen Ringens“.

Nun „tritt der Soldat auf den Sockel“, wie Historiker Schwendemann sagt. Gewehr bei Fuß, die entsicherte Granate in der Hand, den Blick in Richtung Feindesland.  Markige Gestalten mit Körpern wie Stahlschränken, in den langen Mänteln und Stahlhelmen, die Militariafreunde heute wie damals  „die Feldgrauen“ nennen. Kaum einer hat diesen Soldatentypus am Oberrhein nachdrücklicher geprägt als der Freiburger Bildhauer Hugo Knittel. Von ihm stammen unerbittliche Soldatenfiguren. Die Vorbilder findet er in der Propaganda für Kriegsanleihen ab 1916 mit ihrem Bild vom kampfbereiten, opferwilligen, unbeugsamen Frontsoldaten. Man findet diesen Typus in Murg, in Furtwangen,  in Oppenau, auch der „auf dem Feld der Ehre gefallene“ Soldat in Malterdingen stammt von ihm. Sie sehen sich alle ähnlich. In Haslach im Kinzigtal hat man es nicht mehr ertragen, das Denkmal ist abgebaut. An anderen Orten wird diskutiert. Selbst christliche Vorbilder werden oft martialisch umgedeutet: Zeigt die Pietà die trauernde Muttergottes mit dem toten Jesus im Arm, ist der Soldat mit dem sterbenden Kameraden im Arm gefechtsbereit, oft mit der Granate in der Hand.
Die Nationalsozialisten schließlich richten den Blick nach vorn: Die Denkmäler werden zu flammenden Appellen: „Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Mahnung.“ Was nach dem Zweiten Weltkrieg nach Mahnung für den Frieden klingt, ist ab den späten 20er Jahren ein Ruf zu den Waffen. „Hier soll eine Opferbereitschaft erzeugt werden“, sagt Schwendemann, „eine Verpflichtung der Lebenden gegenüber den Toten.“ Auf dem Denkmal in Kandern steht: „Wir sind vergänglich, doch Deutschland bleibt bestehen.“ Dazu gehört auch der Kyffhäusermythos vom schlafenden Riesenheer Barbarossas, das das Reich einst wiederherstellen wird. Viele Denkmäler der 30er Jahre spielen darauf an und der Vertreter des Kyffhäuserbunds hielt bei der Einweihung des Kollnauer Denkmals eine flammende Rede an die Jugend. Dort wie anderswo ist die Aufforderung in Stein gemeißelt:  „Kameraden, wir warten auf Euch.“ Die Nationalsozialisten erklären das Heldenopfer zur Vorbedingung ihrer Bewegung und bereiten den nächsten Krieg vor.

Eine besondere Blüte erfährt in dieser Zeit auch der Germanenkult: Es entstehen Ehrenhaine wie der der Zähringer Turner im Freiburger Schlossbergwald. Die Freiburger Turnerschaft errichtete gar ein badisches Stonehenge auf dem 1198 Meter hohen Hinterwaldkopf. „Angehörige eines Volkes, das man zu Sklaven machen will, erinnern sich ihrer Würde und Ehrenpflicht. Deutschland, merk auf!“, mahnte das Vereinsblatt. Auch auf dem Freiburger Hauptfriedhof werden 1929 Klassik, Germanen und Religion  vermischt: Eine riesige Germania mit Stahlhelm, Speer und erhobenem Schild wacht über den Gräbern. Die gewaltig geplante Anlage fiel am Ende aber kleiner aus.

Der zweifache Missbrauch der Toten
Die monumentalen Steine sind heute eine schmerzhafte Provokation: Sie machen aus  dem Sterben und aus dem Krieg eine Heldentat.  Und stehen als stolze Wahrzeichen an prominenten Orten wie eines der bekanntesten Werke Hugo Knittels, das Todtnauer Schwertdenkmal, das oberhalb des Ortes  15 Meter hoch auf seinem Sockel thront. Gewidmet „Unseren Helden“ zeigt es die typischen Insignien des Revisionismus: Reichsadler, eisernes Kreuz, Stahlhelm. Und selbst der kleine Stein für die gefallenen Fußballer des SC Freiburg vor den Trainerbüros trägt noch einen Stahlhelm.
Landauf, landab wird über diese Kriegerdenkmäler gestritten: In Murg werden zwei  riesige Kämpfer an ein stilleres Örtchen verschoben, in Köndringen wurden Waffen durch Blumen ersetzt, andernorts sind die Krieger  abgebaut. Der Kollnauer Pfarrer Heinz Vogel kann auch diese Radikallösung  nachvollziehen: „Will man, dass die Toten  noch einmal missbraucht werden?“ Erst auf dem Feld, dann als Verklärung der Kriegshetze?
Der Historiker Heinrich Schwendemann möchte die steinernen Störenfriede – ähnlich wie bei heiklen Straßennamen – lieber mit erklärenden Tafeln geschichtlich einordnen. Auch Pfarrer  Vogel  ruft nicht nach den Baggern. Er lädt weiter zur Diskussion. Im Herbst gibt es eine neue Runde. „Und wenn uns diese Diskussion gelingt, kann auch etwas heil werden.“
3.8.2014, René Zipperlen, www.der-sonntag.de

Schäme mich für diese Heldenverehrung
Ihren Artikel habe ich sehr begrüßt, und ich finde ihn längst überfällig. Es hat zwar jedes Denkmal seineZeit,dochdieZeit dieser „heldenhaften“ Denkmäler ist längst abgelaufen.Das sollte auch für die Generation Geltung haben, die wohl aus falsch verstandener Heldenverehrung immer noch an ihren Vorbildern festhalten will. Ich schäme mich für diese Art der Verehrung und fühle mich in der Umgebung dieser Denkmäler nur unwohl. Sogar bedroht von der Gewalt, die diesen Soldatentypen innewohnt. Hier wird nicht der Toten und derOpfer gedacht, die ein grauenhafter Krieg mit sich bringt, sondern dem Gedenken an die „heldenhaften“ Vorbilder, die für Krieg, Gewalt, Mord oder Vergewaltigung regelrecht geworben haben. Diese Denkmäler sollten abgebaut und durch Werte ersetzt werden, die unsere Gesellschaft heute ausmachen. Denkmäler für den Frieden.
17.8.2014, Till Abele, Emmendingen

Ich schäme mich für die Parolen des Autors
Es ist mir unerklärlich, wie der „Autor“ die Pressefreiheit so missbrauchen kann, um sein linkes Gedankengut zu verbreiten. Irgendwie erinnerte mich die Einseitigkeit des Beitrages an die Berichterstattung in der DDR, der Herr Zipperlen wohl auch geistig nahe steht. Wieso müssen wir alles in Frage stellen? Vermeiden wir mit der Vernichtung der Denkmäler einen neuen Krieg, weil die Denkmäler kriegsverherrlichend sind? Ich schäme mich für Äußerungen des Autors, der die Toten für seine Parolen missbraucht. Die Denkmäler, die nach dem Ersten Weltkrieg für unsere Gefallenen errichtet wurden, regen zum Denken und Nachdenken an, geradeweil sie sperrig sind. Wir sollten mit Stolz unserer Ahnen gedenken und ihnen nicht noch nachträglich die Ehre rauben. Es ist nicht das Recht der nachfolgenden Generationen, den Opfertod einer Generation ständig neu zu interpretieren und das Gedenken zu manipulieren. Die Denkmäler sind Teil unserer Geschichte und unserer nationalen Identität. Letztere ist bedroht, mit unberechenbaren Folgen für die Zukunft.
17.8.2014, Olaf Barth, Müllheim

Soldaten sollman ehren dürfen
Als ich den Bericht las, ist mir fast das Essen im Hals stecken geblieben. Ich bin Jahrgang 1983 und habe keine politische Richtung. Die Denkmäler in unserer Region zeugen von Opfern, von Leid und Entbehrung in schlimmster Zeit. Viele Länder ehren ihre Soldaten und verhöhnen diese nicht. Wieso ist das hier anders? Schauen Siemal, wie die Amerikaner ihre Soldaten ehren, auch wenn sie den Kriegwie in Vietnamverloren haben. Darf man hier nicht mehr den Soldaten ein kleines Denkmal errichten? Soll alles verboten werden? Wieso entfernt man nicht alle Kreuze, die überall herumstehen? Oder gar die Kirchen, die mit ihren Kriegen und Hinrichtungen so vielen Menschen das Leben genommen haben, für was? So langsam schäme ich mich, hier zu leben, für alles mich zu entschuldigen, weil so ein paar Gutmenschen meinen, ich schulde der Welt irgendwas.
17.8.2014, Marek Möllinger, Obereggenen

Trauer anstelle von Kriegertum
Diejenigen, die meinen, es würde um die Frage des Respekts und Gedenkens an die Toten gehen, sollten bedenken: Es hätten damals ja auch ganz andere Denkmäler gebaut werden können. Denkmäler mit Bildern der Trauer statt des trutzigen Kriegertums und Triumphs stellten die Deutschen 1871 in Lothringen auf, und die Franzosen, als sie nach dem Ersten Weltkrieg Lothringen zurückerobert hatten, ließen sie stehen. Für Menschen typisch, besonders für Deutsche, ist es, sich voller Emotionen und Aversionen viel zu weit in die Extreme zu verirren: Wer Denkmäler aus einer vergangenen Zeit abräumen will, ist ein Barbar ohne Zivilisation, genau wie die Taliban! Wer aber unkritisch Denkmäler mit fragwürdigen Aussagen beibehalten will, handelt auch nicht klug. (Falls es kostengünstig möglich und im Einzelfall sinnvoll wäre,  könnten kleinere Denkmäler an einen weniger zentralen Ort umgesetzt werden.) Sinnvoll wäre es, die Denkmäler stehen zu lassen, aber überall erklärende Tafeln aufzustellen, damit Fehler von früher nicht wiederholt werden. In diesem Fall waren die sonderbaren Denkmäler dazu gedacht, ein gefährliches neues Menschenbild, einen Mythos von stählernen Frontkämpfern zu verbreiten, die um des Kämpfens willen kämpften. Ein kollektives Gewalterlebnis wurde als Ansporn zu noch mehr Härte und Gewalttätigkeit verstanden – wie Menschen nach erlebter Gewalt manchmal selbst zu  Gewalttätern werden. Psychologen sagen, wer in seinen Grundbedürfnissen nach Schutz, Zugehörigkeit, Integrität, Würde und Anerkennung verletzt wird, neigt oft dazu, selbst destruktiv, hart und gewalttätig zu werden. Diese Sorte von Denkmälern sollte Grobheit und Gewalt verherrlichen und Reklame für den nächsten Krieg machen. Diese Wirkung haben sie heute nicht mehr.
Kurt Tucholsky schrieb darüber, als die Denkmäler aufgestellt wurden. Als hätte er eins der Bilder zum Artikel beschrieben: Das Denkmal in Murg. Tucholsky schrieb: „Trutzig-karg recken sich da Stahlhelmsoldaten, kantigen Kinns werfen sie marmorne Handgranaten auf Marktplätze“ und kein anständiger Ort, der nicht ein Reklame-Kriegerdenkmal sein Eigen nennt: „Immer wieder Krieg!“ (Gedenkmäler, Gesammelte Werke Bd. 5, S. 176). Tucholsky kontrastiert die Skulpturen mit der friedlichen Szene auf dem Marktplatz. Tatsächlich zieht die eine Figur gerade den Zünder an einer Handgranate ab.
17.8.2014, Alfred Brehm, Auggen

Initiative “Info-Tafel am Kriegsdenkmal” als Reaktion zu Steinerne Störenfriede?
In dem Artikel “Steinerne Störenfriede” werden die markigen Kriegerdenkmale beschrieben, die überall im Land auf Plätzen und Friedhöfen zu finden sind. Der Autor René Zipperlen informiert sachlich und zeigt die denkbaren Alternativen auf:
(1) Die oftmals kriegsverherrlichenden Denkmäler stehen lassen wie sie sind – also als Zeichen der Geschichte.
(2) Denkmäler an einen weniger zentralen Ort versetzen.
(3) Info-Tafeln anbringen bei den Denkmalen mit erklärenden Texten zu Historie und Gegenwart.
(4) Abriß wegen Kriegshetze und falscher Heldenverehrung .
Die Leserbriefe zeigen, wie wichtig der Artikel bzw. die Frage nach dem Umgang mit Kriegsdenkmalen in unseren Städten und Gemeinden ist. Da ist es unverständlich, dass Zipperlen für diesen gut recherchierten Artikel als linker Ex-DDRler beschimpft und gar der Soldatenverhöhnung bezichtigt wird. Wenn ein Journalist ein heißes Eisen anpackt und in einer Gratis-Wochenendzeitung wie DER SONNTAG sachlich fundiert aufarbeitet, dann ist dies doch zu begrüßen und als Chance zu nutzen, um das Thema “Kriegerdenkmale und Friedensbewegung” ebenso sachlich zu diskutieren. Vielleicht stößt dieser Artikel eine Initiative “Info-Tafel am Kriegsdenkmal” an, um die obige Alternative (3) umzusetzen?
18.8.2014, Ekkehard Kaier

 

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