Extremismus

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Blick vom Feldberg nach Süden über die Schwarzwald-Berge im Januar 2019

Blick vom Feldberg nach Süden über die Schwarzwald-Berge im Januar 2019

 

Links ungleich Linksextremismus
Rechts ungleich Rechtsextremismus

“Wir müssen zwischen rechts – im Sinne von konservativ –
und rechtsextremistisch oder rechtsradikal unterscheiden”.

Joachim Gauck am 17.6.2019 im Spiegel-Interview

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Traurige Realität: Kampf gegen Andersdenkende statt Kampf gegen Rechtsextremisten
Statt die Extremisten zur Strecke zu bringen, hat sich der Kampf gegen Rechts auf Andersdenkende fokussiert. Heute ist man nicht mehr Nazi, man wird dazu gestempelt. Wie seinerzeit bei den historischen Hexenverfolgungen genügt die Anzeige – die Zuweisung wird sofort als Tatsche behandelt. Wehren kann man sich gegen diese Stigmatisierung kaum. Auf diese Weise nehmen die Nazis ständig zu, je stärker der Kampf gegen rechts geführt wird. Wie sieht die Bundesregierung die Gefahr, die vom Rechtsextremismus ausgeht?
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Diese Zahlen des BKA hat die Bundesregierung am 25. Mai 2019 in einer Antwort auf eine Anfrage der AfD mitgeteilt:
Im ersten Quartal 2019 gab es 114 Angriffe auf AfD-Politiker, 15 auf die von der CDU, 1 der CSU, 21 der SPD und 4 auf Sonstige.
In diesem Zeitraum gab es 254 linksextremistische Straftaten und 71 rechtsextremistische. Die Wirklichkeit weicht von der Propaganda erheblich ab.
… Alles vom 20.6.2019 von Vera Lengsfeld bitte lesen auf
https://vera-lengsfeld.de/2019/06/20/wer-hetzt-riskiert-den-buergerkrieg/#more-4480

 

Gegen extremistische Gewalt: Es geht nicht um rechts oder links – es geht um wir oder die
Die Auseinandersetzung muss zwischen der Mehrheitsgesellschaft und dem extremistischen Bodensatz verlaufen. In der Weimarer Republik hat das Bürgertum im Kampf gegen die Radikalen jämmerlich versagt mit all den Folgen, all den Opfern, die den Namen unseres Landes noch in Tausende Jahren beschmutzen werden.
Politische Gewalt ist niemals zu tolerieren.
Ideologisch oder religiös motivierte Gewalt ist niemals zu tolerieren.
Das muss das Credo von uns allen sein. Denken und sagen, was man will – ja, auch wenn es wirrer Dreck ist. Das ist der Preis einer freien Gesellschaft. Aber Gewalt? Niemals! Es gibt keine gute Gewalt. Niemand hat das Recht, Repräsentanten unseres Staates zu ermorden. Niemand hat das Recht, politische Gegner zusammenzuschlagen oder auch nur zu bedrohen. Niemand hat das Recht, Autos von Politikern anzuzünden. Niemand hat das Recht, ganze Stadtteile am 1. Mai oder beim G 20-Gipfel in Schutt und Asche zu zerstrümmern. Niemand hat das Recht, Frauen als minderwertig zu betrachten und nach Belieben, sexuell zu nötigen oder zu vergewaltigen.
Niemand! Niemand! Niemand! Nicht hier, nicht in unserer Gesellschaft. Nicht in Deutschland. Und wir alle, das Bürgertum, die Zivilgesellschaft, wir müssen endlich vom bequemen Sofa aufstehen und diesen Zuständen konsequent ein Ende bereiten. Sonst werden wir dieses Land, unser Land verlieren.
…. Alles vom 18.6.2019 von Klaus Kelle bitte lesen auf
https://denken-erwuenscht.com/es-geht-nicht-um-rechts-oder-links-es-geht-um-wir-oder-die/

Der Mord an Walter Lübcke hat unsere Politiker aufgeschreckt
– in allen Medien hört man nur noch über Gewald von “Rechts” ohne zwischen Rechtsextremismus und Rechte Parteien zu unterscheiden = ein guter Grund, um Stimmung zu machen; Wie Peter Tauber jetzt formuliert, dass Erika Steinbach, Otte und die AfD mitschuldig am Tod von Walter Lübcke wären. Er fordert Konsequenzen und stellt die Überlegung an, dass man Steinbach, Weidel etc. ihre Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Recht auf Eigentum entziehen könnte.
Dazu möchte ich anmerken, dass es nicht nur körperliche Gewalt gegen Menschen gibt. Ich bin schockiert über den Mord 8an walter Lübcke), aber ebenso über diese Reaktionen, die ein Selbstläufer in Richtung DDR-System bedeuten. Und ich fühle mich – und bin es auch – absolut ohnmächtig, dem entgegenzutreten.
Lieber Herr Kelle, es ist leider nur noch erlaubt, gegen “Rechts” vom Sofa aufzustehen, gegen “Links” und unsere kriminellen “Gäste” ist es viel zu gefährlich geworden – dazu finde ich in meiner Region auch keine Mitstreiter!
18.6.2019, I.B., DEO

Strassenbeispiel mit zwei Gruppen: Bunten und Konservativen
Lieber Herr Kelle, in ihrem Blog „Es geht nicht um rechts oder links – es geht um wir oder die!“ rufen sie das Bürgertum, die Zivilgesellschaft dazu auf endlich vom bequemen Sofa aufzustehen und die aufgezählten Zustände der Gewalt konsequent ein Ende zu bereiten. Sonst würden wir dieses Land, unser Land verlieren. Ich stimme zu 100 % mit Ihnen überein, dass niemand das Recht hat eine andere Meinung, Person oder Lebensweise durch Gewalt zu unterdrücken. Ich beobachte aber auch eine gespaltene Gesellschaft, die heute nicht die Reife hat gemeinsam vom bequemen Sofa aufzustehen. Ich befürchte, es ist bereits zu spät und wenn noch etwas zu retten ist, dann muss die Initiative von der „nicht bürgerlich-konservativen“ Seite angestoßen und getragen werden. Diesen, vielleicht auf den ersten Blick, erschreckenden Pessimismus möchte ich mit einem Gedankenmodell begründen.
Stellen wir uns einmal vor, die Bewohner einer Straße bildeten ein Abbild der Deutschen Gesellschaft. Die Bewohner sind durch ihr Haus oder ihre Wohnung an die Gemeinschaft der Straßenbewohner gebunden, so wie wir durch unsere Staatsangehörigkeit an Deutschland gebunden sind. Meine Modellstraße hat eine Besonderheit, als Zeichen der Zusammengehörigkeit feiern die Bewohner der Straße jährlich ihr Straßenfest. Hierzu gehört, das sich die Bewohner bei der Organisation, beim Auf- und Abbau und durch mitgebrachte Speisen und Getränke aktiv beteiligen.
Im Laufe der Jahre haben sich die Bewohner der Straße in zwei unversöhnliche Lager gespalten. Einer „Tolerant-Bunten-Fraktion“ steht eine „Bürgerlich-Konservative-Gruppe“ gegenüber. Streitpunkt ist nicht nur die Frage ob jeder, der sich am Tag des Straßenfestes in der Straße aufhält, automatisch dazugehört und eingeladen ist. Es ist auch die Frage der Tischmanieren, gelten beim Straßenfest „Bunt-Tolerante“ oder „Bürgerlich-Konservative“ Tischmanieren und kann jeder, wenn er einen moralisch höheren Zweck verfolgt, einzelne Absprachen als ungültig betrachten. Mittlerweile ist der Streit so weit eskaliert, dass die bürgerliche Gruppe vom Straßenfest ausgeschlossen wurde. Allgemein wurden alle konservativen Positionen, in eine Rechte-Ecke gestellt. Danach wurden ohne gesellschaftlichen Aufschrei konservative Position in einem eleganten Bogen zum Rechtsextremismus und die Vertreter zum Nazi erklärt. Bei einigen unscharfen Formulierungen muss ich persönlich befürchten, dass ich für einige Straßenbewohner auch ein Nazi bin und mit der Forderung „Nazis Raus“ vom Straßenfest ausgeschlossen wurde.
Es gibt jetzt zwei Wege, Ihr Weg ist ungeachtet des Streits zum Straßenfest zu gehen, mit der Gefahr am Ende mit Gleichgesinnten am Katzentisch zu landen. Ferner sehe ich die Gefahr, dass sich die Tolerant-Bunten-Fraktion als Sieger im Meinungsstreit sieht und glaubt, wir würden unsere Positionen zur Rettung des Straßenfestes aufgeben oder zumindest hintenanstellen. Ich neige derzeit zur Position, dann macht doch euer Straßenfest ohne mich. Damit ist dann auch klar, dass ich mich nicht mehr an der Organisation des Straßenfestes beteilige, beim Auf- und Abbau helfe und auch keine Speisen und Getränke vorbeibringe. Ich kann auch gut mit dem Ausschuss vom Straßenfest leben, habe ja weiterhin meine Freunde, Nachbarn und mein Heim in der Straße. Ich hoffe, wenn die Tolerant-Bunte-Fraktion sich irgendwann alleine bei Straßenfest wiederfindet, wird die Abwesenheit der Bürgerlich-Konservativen-Nachbaren für sie ein schmerzhafterer Verlust. Sie ist dann hoffentlich bereit einen konsensgetragenen Weg zu einem neuen gemeinsamen Straßenfest zu suchen. Das einfache Modell Straßenfest macht auch klar, wer in meinen Augen den ersten Schritt zur Versöhnung machen muss. Es sind diejenigen, die ausschließen und nicht die Ausgeschlossenen.
Springen wir nun zurück zur Deutschen Gesellschaft, ich fühle mich ausgeschlossen und bin mental bereits ausgewandert. Bei einer offenen und stillschweigenden Unterstützung der „Nazis raus“ Forderung fühle ich mich im Zweifelsfall mit eingeschlossen. Durch den Ausschluss aus der Gesellschaft werde ich mich, wie beim Straßenfest, nicht mehr ehrenamtlich einbringen, politische Parteien meiden, nichts mehr spenden und nicht vom bequemen Sofa aufstehen. Als ich die Worte des Altbundespräsidenten Gauck vernommen habe hoffte ich auf einen ersten Minischritt aufeinander zu. Zu meinem Bedauern sind einige Beiträge und Kommentare zum tragischen Mord an den CDU Politiker wieder fünf Riesenschritte zurück. In einem weiten Bogen wird zwischen den Zeilen jede kritische Stimme wegen moralischer Mitverantwortung für schuldig befunden und als Mittäter verurteilt. Die erneute „Kampf gegen Rechts“ Welle hat stellenweise unüberlegte und hysterische Züge und spaltet die Gesellschaft nur noch tiefer. Einzelne Politikerstimmen und Medienbeiträge stimmt mich äußerst pessimistisch, vielleicht ist das gemeinsame Straßenfest nicht mehr zu retten.
18.6.2019, R.K., DEO

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