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Uni-Bibliothek in Freiburg am 17.9.2018

Uni-Bibliothek in Freiburg am 17.9.2018

 

Panik! – der guten Eliten
Steinmeier warnt vor »ideologischem Gift«. Macron fleht um »Zuversicht«. In Deutschland jubelt man, dass Verfassungsschutz die AfD zum »Prüffall« macht. – Die Guten wollen stark klingen, doch es klingt wie Panik. Das Eis linker Lügen schmilzt unter ihren Füßen!
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Diejenigen, welche täglich das Klima retten wollen, handeln erstaunlich unnachhaltig und ignorant, wenn es um das dünne Eis ihrer eigenen moralingefrorenen Illusionen geht. Das Eis linken Wahns schmilzt dahin und den Linken werden die handgenähten Schuhe nass, doch statt schnell an Land zu gehen, erklären sie alle Berichte vom Schmelzen für Rechtspopulismus.
Liebe Linke, liebe Gernegute und Überall-Nazis-Seher, liebe Haltungsjournalisten und GEZ-Opfer, ich hätte da eine Idee, warum Sie Panik haben – und wie Sie doch noch ans Ufer gelangen können. Es ist einfach, liebe Elite: der Mensch, den Sie verächtlich »Besorgter« und »Globalisierungsverlierer« schimpfen, ihn aber doch als Wähler und Publikum brauchen, dieser Mensch sehnt sich danach, über seine »relevanten Strukturen« (Beruf, Familie, Land, Volk) selbst zu bestimmen, darin sicher zu leben, seine »Kreise zu ordnen« – und zum Anordnen gehört, dass ich selbst über das mir Wichtige bestimmen kann. Das, was Euch-da-oben wichtig ist, das ist denen hier unten nicht wichtig. Ihr habt Visionen, wir haben Leben. Oder, wie es die Gelbwesten sagten: Ihr redet vom Ende der Welt, wir reden vom Ende des Monats.
Es ist nicht »Nationalismus«, »Rassismus«, »Hass«, oder wie auch immer ihr die Kritik an euren postdemokratischen Visionen nennt, gegen die ihr kämpft. Ihr kämpft gegen die einfache Anständigkeit der Menschen, die ihr Einkommen nicht wie ihr aus Diäten, Aufsichtsrat-Vergütung, GEZ-Zwangsgebühren oder Vortragshonoraren beziehen, sondern dafür täglich arbeiten, und das eigentlich gern, die ihre Kinder nicht ins Ausland studieren schicken können wie ihr, die sich nicht von Bodyguards schützen lassen können – und es auch nicht wollen! Unsere relevanten Strukturen sind andere als eure, und eigentlich war es euer Job, die unseren zu schützen und stützen, nicht andersherum.
Das Eis globalistischer Lebenslügen schmilzt, und in den Herzen derer, die auf dem dünnen Eis ihre pseudolinken Moralhäuser gebaut haben, macht sich Panik breit. – Doch, was ist euer Plan? Legt die Panik ab und stellt euch der Wahrheit! Es ist einfach, ihr Großkopferten: Wir hier unten wollen einfach nur leben dürfen, wollen eure Experimente nicht, euren postdemokratischen Globalismus nicht und schon gar nicht wollen wir für eure Vision und eure Toleranz sterben. Wir sehnen uns danach, unsere Kreise zu ordnen, das ist alles, doch das ist einiges! Erlaubt uns das, helft uns dabei, und dann, das verspreche ich euch, dann wird sich viel von eurer Panik auflösen! Das Eis linker Lebenslügen schmilzt, es knirscht und es kracht, und mancher hat schon nasse Füße. Kommt zu uns, liebe Linke, ans Ufer, wo der Boden fest ist – wohin wollt ihr denn sonst gehen?
…. Alles vom 15.1.2019 bitte lesen auf
https://dushanwegner.com/panik/
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Was gerade vor aller Augen abläuft, läuft auf eine Diktatur hinaus. Das Parlament, die Legislative, ist bereits gleichfeschaltet. Die Exekutive nach der Entfernung Maassens ebenfalls, die Presse fast. Die Judikative fast. Wozu das alles, wer steckt in Wahrheit dahinter. Denn Merkel ist keine Königin, Vasallin ist sie. Von allererster Güte
19.1.2019, W.L. AO

 

Mausfeld: Das Modell Elitendemokratie ist historisch verheerend gescheitert
Sie meinen also, dass unter den gegebenen Umständen viele Bürger einfach gar nicht mehr den Kopf haben, um sich politisch zu engagieren?
Für politische Fragen des Gemeinwohls und damit für Demokratie lässt für viele die gegenwärtige Realität keinen Platz. Im Gegenteil: Abstiegsängste, Gefühle eines sozialen Kontrollverlustes, Ängste, die mit (Schuld-)Gefühlen eines Identitätsverlustes und ähnlichem verbunden sind, lassen die Bereitschaft wachsen, Gefühle der Ohnmacht in dunklen menschlichen Kanälen rassistischer und nationalistischer Ressentiments zu entladen. Das Aufblühen des Rechtspopulismus ist also eine direkte Folge der vorhergegangenen Jahrzehnte neoliberaler Politik und Alternativlosigkeit. Zugleich sucht nun die neoliberale ‚Mitte‘ den von ihr beförderten Rechtspopulismus für eine weitere Angsterzeugung zu nutzen, um sich durch eine solche Drohkulisse bei Wahlen zu stabilisieren. Die systematische Erzeugung von Angst ist ja seit jeher ein wichtiges Herrschaftsinstrument.

Ihre Ausführungen lassen wohl keinen optimistischen Ausblick zu, oder?
Ein realitätsleerer Optimismus mag sich gut anfühlen, kann uns hier jedoch nicht helfen. Gesellschaftlicher Optimismus muss auf Einsicht in die politische Realität gegründet sein und mit einem ernsthaften Veränderungswillen einhergehen. Jedenfalls wird es nicht einfach, diesen Zirkel und die mit ihm verbundenen Ohnmachtsgefühle zu durchbrechen. Historisch waren es häufig gerade zivilisatorische Katastrophen, die die Bereitschaft erhöhten, Macht und ihre Exzesse einzuhegen und grundlegende Änderungen der Gesellschaftsorganisation durchzuführen. Diese Möglichkeit, zur Vernunft zu kommen, ist uns heute wohl versperrt, denn der nächste große Krieg wird vermutlich der letzte sein. Wir müssen uns also auf anderen Wegen zu der Einsicht durchringen, dass das ideologische Modell, auf dem unsere gesellschaftliche Macht- und Gewaltordnung basiert, mindestens genauso gescheitert ist wie das ideologische Modell der damaligen Sowjetunion. Wir haben jetzt seit über 50, ja 100 Jahren eine kapitalistische Elitendemokratie, deren zerstörerische Wirkungen in unserer Gesellschaft und auf dem Planeten mehr und mehr zutage treten. Immer mehr Bürger erkennen oder erahnen dies, andere können oder wollen es nicht sehen und suchen, apathisch oder trotzig, ihren Status quo zu retten, wie mancher Passagier auf der Titanic. Das Modell Elitendemokratie ist jedenfalls, daran kann bei nüchterner Betrachtung wohl kein Zweifel bestehen, in verheerendem Maße historisch gescheitert. Diese Einsicht wird interessanterweise offensichtlich auch von den gegenwärtigen politischen und ökonomischen Zentren der Macht geteilt. Nur dass sie daraus entgegengesetzte Konsequenzen ziehen: Sie verzichten nämlich zunehmend vollends auf eine Demokratierhetorik und bedienen sich lieber einer Sicherheits- und Stabilitätsrhetorik, mit dem Ziel, die Bürger zu einer weiteren Selbstentmündigung zu verleiten, sodass die Widerstände gegen die Errichtung eines autoritären Präventions- und Sicherheitsstaats möglichst gering sind.

Wir stehen also gegenwärtig, was die Gestaltung unserer Gesellschaft angeht und was unsere Zukunft allgemein betrifft, an mehrfachen Scheidewegen: gesellschaftlich, hinsichtlich einer Friedenssicherung sowie ökologisch. In solchen Situationen stellt auch ein Nichthandeln bereits eine Entscheidung dar. Für unser Nichthandeln tragen wir in gleicher Weise Verantwortung wie für unser Handeln. Wie die Zukunft aussehen wird, liegt also in unserer Hand. Möglichkeiten zum politischen Handeln gibt es genug. Wir müssen uns nur entschließen, sie zu ergreifen.
… Komplettes Interview mit Rainer Mausfeld vom 3.1.2018 bitte lesen auf
https://www.nachdenkseiten.de/?p=47582

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Rainer Mausfeld, „Warum schweigen die Lämmer? 
Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“, 
304 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen, Westend Verlag, Oktober 2018
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Warum schweigen die Lämmer?
Um die Demokratie zu retten, muss man erst verstehen, woran sie krankt.
Die Demokratie hatte schon für Aristoteles einen Konstruktionsfehler: Wenn alle Menschen die gleiche Stimmgewichtung haben, wie verhindert man dann, dass das Heer der Besitzlosen die wenigen Reichen enteignet? Die Antwort der amerikanischen Gründerväter, wie Madison, darauf war klar: Es braucht eine Demokratieform, die es de facto denjenigen erlaubt zu herrschen, die das Land besitzen, ohne dass dies der besitzlosen Masse auffällt: Die «repräsentative Demokratie» war geboren und sie hat sich bis heute im Kern nicht verändert. Mausfeld beschäftigt sich mit dem hässlichen Arsenal, das in Demokratien genutzt wird, um die lobotomisierte Herde auf Kurs zu halten.
Für die Beschreibung dieses Umstands hat sich seit der Antike ein Bild etabliert: Die Menschen sind strukturell auch in der Demokratie immer Lämmer, die einem Herdenbesitzer gehören – egal ob sie das im Alltag spüren oder nicht. Ihre Freiheit besteht darin, aus dem politischen Personal diejenigen Hirten (Politiker) auszusuchen, die sie sympathisch genug finden, um von ihnen für ein paar Jahre im Glauben belassen zu werden, dass sie doch eine Art Kontrolle haben. Das Bild der Lämmerherde findet sich als roter Faden bei Platon, Hume, Madison, Friedrich II., Tocqueville, Russell und Lasswell, ohne dass jemals detailliert beschrieben worden wäre, wie sich dieses Verhältnis konkret im Alltäglichen artikuliert.
Diese Lücke schliesst nunmehr der Kognitionspsychologe Rainer Mausfeld («Warum schweigen die Lämmer?») mit einer so schmerzhaften wie brillanten Endoskopie des gegenwärtigen politischen Systems. Mausfeld ist ein Volksaufklärer in der Denktradition Humboldts, Deweys und Chomskys, der minuziös dechiffriert, was sonst viele Bürger nur als Grundgefühl hegen: Etwas ist hier faul. Mausfeld beschäftigt sich mit dem hässlichen Arsenal, das in Demokratien genutzt wird, um die lobotomisierte Herde auf Kurs zu halten: Meinungs- und Empörungsmanagment, Denunziationsbegriffe zur Kanalisierung der öffentlichen Meinung, Soft-Power-Techniken und Nudging, um die Details der Umverteilung von unten nach oben zu verbergen. Massenmedien, so Mausfeld in Anlehnung an Paul Lazarsfeld, seien daran mit schuld, hätten sie doch eine narkotisierende Wirkung und vermittelten die Illusion der Informiertheit.
… Alles vom 30.10.2018 bitte lesen auf
https://www.nzz.ch/meinung/warum-schweigen-die-laemmer-ld.1432075

Am 2.12.2018 strahlte der SWR einen Vortrag von Prof Rainer Mausfeld aus: „Elitendemokratie und Meinungsmanagement – hat sich die Vorstellung vom ‚mündigen Bürger‘ überlebt?“
https://youtu.be/2h9m_VcDmL8
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Mausfeld erläutert die Auseinandersetzung zwischen den beiden US-Intellektuellen Walter Lippmann, einem Anhänger der Elitendemokratie, und John Dewey, einem Radikaldemokraten.
Lippmann gehörte die Demokratie in die Hände von Experten, da das Volk zu apathisch, ignorant und von Vorurteilen geleitet sei. Dewey hingegen betonte, dass die politische Intelligenz der Bevölkerung zunächst einmal davon abhänge, dass der öffentliche Debattenraum überhaupt intakt ist. Mit anderen Worten: Interessengeleitete Medien voller Auslassungen, Manipulationen und Propaganda machen eine kompetente Willensbildung – und damit auch die Demokratie – unmöglich. Mausfeld zitiert hierzu Deweys eindringliche Schlussfolgerung:
„Solange bei der Unterrichtung der Öffentlichkeit Geheimhaltung, Parteilichkeit, Vorurteile, Falschdarstellungen, Propaganda und schiere Ignoranz überwiegen, gibt es keine Möglichkeit, die politische Intelligenz der Massen zu beurteilen.“
Ein weiterer Schwerpunkt im Vortrag ist Mausfelds Analyse, dass der Debattenraum, also das Spektrum der im Mainstream akzeptierten und diskutierten Meinungen, in den vergangenen Jahrzehnten immer enger geworden sei. Sein Schlusswort:
„Unsere vordringliche Aufgabe besteht darin, die systematisch herbeigeführte Degeneration des öffentlichen Debattenraumes rückgängig zu machen – dazu kann jeder etwas beitragen – und auf diese Weise den Möglichkeitsraum von Handlungs- und Denkoptionen zu weiten und einer wirklichen Demokratie eine Chance zu geben.“
3.12.2019
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https://paulschreyer.wordpress.com/2018/12/03/vortrag-von-rainer-mausfeld-im-swr-degeneration-des-oeffentlichen-debattenraumes-rueckgaengig-machen/

Debattenraum eingeschränkt durch: NetzDG, DSGVO, Migrationspakt
Das große Problem ist jedoch, daß der öffentliche Debattenraum, so wie ihn kluge Menschen beschreiben, und so wie ihn Rainer Mausfeld beschreibt, daß dieser öffentliche Debattenraum immer weiter eingeschränkt wird, sofern er überhaupt noch medial vorhanden ist.Durch Gesetze und Verordnungen, wie dem NetzDG oder der DSGVO, um nur 2 Beispiele zu nennen.
Der nächste Schritt ist schon in Planung und Umsetzung, daß die Kritik am GCM (Global Compact for Migration) zu einer Straftat erklärt wird und die politischen Vertreter offen damit drohen.
Es geht sogar so weit, daß legitimes demonstrieren gegen Mißstände, und wieder kommt der GCM ins Spiel, durch Denunziation einzelner Personen, aus dem privaten Bereich und ihrer gesellschaftlichen Zerstörung, schon eingesetzt hat. Denunzianten werden öffentlich, also im Internet, mit Geldzuwendungen, aufgefordert Teilnehmer, z.B. Arbeitskollegen, via fotografierter Demo-Teilnehmer, bei ihren Arbeitgebern zu verunglimpfen.
Zu dieser Methode kann einem der bekannte Slogan „Kauft nicht bei Juden“ einfallen. Damals von den Faschisten und heute von der Antifa praktiziert. Die Wiedereinsetzung eines fast nicht mehr vorhandenen öffentlichen Debattenraumes soll damit schon im Keim erstickt werden. Cui bono?
4.12.2018, Klabautermann

 

 

 

Linksintellektuelle versagen als Eliten
Weder in der Wirtschaft noch in der Alltagspolitik, weder in der Wissenschaft noch in der Technik kann von einem Versagen der Eliten die Rede sein. Die einzige Elite, an deren Leistungsfähigkeit Zweifel angebracht sind, sind die Linksintellektuellen, die sich von Kritikern der Macht zu ihren Steigbügelhaltern zurückentwickelt haben. Dafür gibt es ein deutliches Symptom. Jeden Tag warnt die Medienelite vor Populismus, der, da die Medienelite ja links steht, notwendigerweise „Rechtspopulismus“ sein muss.
… Alles vom 5.12.2018 von Norbert Bolz zu “Der Journalist als Oberlehrer” bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/der_journalist_als_oberlehrer
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Norbert W. Bolz, geb. 1953 in Ludwigshafen, ist ein deutscher Medien- und Kommunikationstheoretiker. Er lehrt als Professor für Medienwissenschaften an der TU Berlin.
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Journalisten als Experten?’
Schöner Text, jedoch sei ein kleiner Einwand eines Menschen gestattet, der sich weder als “intellektuell”, noch als “Experten” sieht. Diese Begriffe halte ich inzwischen für “verbrannt”, wie man immer so schön sagt. Scherz beiseite: Es ist nachvollziehbar und richtig, dass sich Ratio und der Sachverstand bei der Meinungsbildung wieder stärker durchsetzen muß. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass zum Beispiel studierte Fachleute zu einem speziellen Thema fundiertere Kenntnisse besitzen, als ein Laie. Die Betonung muß jedoch auf dem “speziellen Thema” liegen! Wenn ein erfahrener, promovierter und habilitierter, international anerkannter Käferforscher mit Drittwohnsitz in Berlin-Grunewald sich zum Zustand der Gesellschaft äußert, dann hat seine Stimme nicht mehr Gewicht, als die des jungen Rettungsassistenten Max Müller aus Köln, der jede Nacht mit der Realität der Straße konfrontiert wird. Eher im Gegenteil. Max Müller wird aber nie in irgendeiner Talkshow sitzen. Trotzdem lauschen Hunderttausende dem Professor oder Leuten wie Schweiger oder Grönemeyer, die zu jedem Thema ihren Senf als besondere Weisheit verkünden dürfen. Bestimmte Themen sind nicht auf einzelne Fachgebiete zu reduzieren. Dazu gehört Lebenserfahrung und Allgemeinbildung, die bei so manchem Laien größer ausgeprägt ist, als bei vielen der “Experten” die uns die Massenmedien immer vorsetzen. Das Problem der Gier und der Eitelkeit spielt auch eine riesige Rolle: Nur wer das “Richtige” sagt, wird wieder eingeladen, kann verkaufen, seine Bekanntheit vergrößern. Deshalb sind die Gesichter immer gleich. Was mich schon lange stört, ist allgemein das Prinzip “Meinungsgeber/ Meinungsnehmer”. Das selbstständige Denken der Masse muß gefördert werden. Echte Experten sollen dazu nüchterne Fakten liefern, während das Denken wieder den Leuten zugetraut werden muß. Das jedoch fürchtet die Politik! Hier halte ich das Internet viel stärker für eine Chance, als für ein Problem.
5.12.2018, Thomas Schmied, AO
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Selbsternannte journalistische Elite
Der Beitrag von Prof. Bolz seziert die Perfidie der sogenannten oder selbsernannten journalistischen Elite mit ihrem Umgang von Wahrheit und Dichtung gekonnt und nachvollziehbar. Daher sollte er Eingang in Schule, Universität und eine breitere Öffentlichkeit finden. Jeder kann dabei mitwirken: versorgen Sie einfach Ihren Freundeskreis mit einer Kopie, auch auf die Gefahr, dass Sie möglicherweise nie wieder von einigen Adressaten etwas hören. Macht nichts, denn diese sind für den offenen Diskurs schon verloren und daher kein Verlust. Übrigens: die Lektüre der überwiegenden Zahl der Leserbriefe in diesem Blog macht Hoffnung, auch wenn das Alter der Verfasser der Jugend entwachsen sein dürfte.
5.12.2018, Ludeloff Klaus, AO
“Die größte Gefahr für die Wahrheit ist nämlich nicht die Lüge, sondern der Bullshit. Und die größte Gefahr für die Demokratie ist nicht der Hass der radikalen Verlierer, sondern das Schweigen der vielen, die sich vom Paternalismus der Medienelite bevormundet fühlen.” Dieser Satz allein ist schon der Hit! Vielen Dank dafür, Herr Bolz!
5.12.2018, Stefan Schlitt, AO

Eliten verlieren kulturelles Erbe bzw. Gemeingüter aus den Augen
Dankbarkeit mahnt an die Verlierbarkeit des kulturellen Erbes
Alle jene (kulturelle) Errungenschaften wurden teuer errungen, und wir können sie rasch wieder verlieren. Doch genau diese Verlierbarkeit ist aus den Diskursen zur kulturellen Selbstbesinnung entwichen. Der naiv gewordene Großteil der medialen und politischen Eliten hat sie längst aus dem Auge verloren, und auch eine zunehmende Quote der akademischen Elite bedenkt nicht mehr, dass wir alle Errungenschaften verlieren können. Falls es soweit käme, dass man sie für fraglose Gegebenheiten hielte, dann mutierten wir zu amnestischen Troglodyten, die als Parasiten durch die Geschichte stolpern.

Wenn Dankbarkeit in Ablehnung umschlägt
Eben das droht der westlichen Welt. Die Undankbarkeit – so betitelte 1999 Alain Finkielkraut ein Werk, in welchem er über das Verhältnis von kulturellem Erbe und republikanischer Tradition nachsinnt; seine Gedanken ähneln jenen, die während des ‚Historikerstreits‘ 1986/1987 gegen Habermas vorgebracht wurden: Wenn die westliche Memorialkultur überwiegend Verbrechen erinnert, dann wird der Bezug auf die kollektive Vergangenheit negativ, und dann entschwindet die Dankbarkeit gegenüber jeglicher vorangegangenen Generation und verkehrt sich in Ablehnung. Geschieht das, dann kommt der Gegenwart die Orientierung abhanden, und sie findet nur noch Halt in einem Hypermoralismus, der selber keine Maßstäbe mehr hat.
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Ohne Bezug zur kulturellen Vergangenheit keine Gemeinschaft
Demokratien sind Gemeinschaften. Gesellschaften beruhen auf dem Tausch, Gemeinschaften auf dem Opfer. Wären wir bloß Mitglieder der Gesellschaft, dann wären wir geschäftliche Partner ohne weitere Pflichten gegenüber den anderen. Gemeinschaften hingegen werden zusammengehalten zum einen von gemeinsamen Normen, zum anderen vom Bewusstsein einer Zusammengehörigkeit, das ihre Mitglieder dazu befähigt, füreinander einzustehen auch ohne Entlohnung, und eventuell das Äußerste für diese Zusammengehörigkeit zu geben. Republikanische Gemeinschaften verlangen noch mehr: Sie muten ihren Mitgliedern zu, aktiv an den Entscheidungen des Gemeinwesens zu partizipieren; das macht den Bürger aus, das unterscheidet ihn vom freien Untertan. Indes, das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit benötigt einen intensiven Bezug zur eigenen Vergangenheit. Da nirgendwo die Menschen als Erwachsene geboren werden, fungieren die Generationen als Scharnier zwischen der biologischen Reproduktion eines jeden Staates und der Sterblichkeit seiner Individuen.
… Alles vom 13.12.2017 von Egon Flaig bitte lesen auf
https://www.achgut.com/artikel/ohne_kulturelle_dankbarkeit_keine_demokratie

Egon Flaig, Professor Emeritus für Alte Geschichte, Autor zahlreicher Bücher, u.a. Weltgeschichte der Sklaverei (2009), Gegen den Strom. Für eine säkulare Republik Europa (2013), Die Niederlage der politischen Vernunft (2017).

 

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