Zivilcourage

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Blick vom KongressZentrum nach Westen über die Blaue Brücke zur Stühlinger-Kirche am 6.11.2012

 

Förderverein Sicheres Freiburg

Den Blick auf Menschen lenken, die sich mutig für andere eingesetzt haben, das möchte der Förderverein Sicheres Freiburg. Im Jahr 2002 wurde er gegründet, seitdem ist er an die städtische Geschäftsstelle “Kommunale Kriminalprävention” angedockt und hat – mit Hilfe von Spenden und Bußgeldern – schon etliche Aktionen ins Leben gerufen. So bietet er Kurse zur Selbstverteidigung an, speziell auch für ältere Menschen, macht mit beim Freiburger Anti-Graffiti-Projekt oder hat Schüler der Staudinger Gesamtschule zu einem Schreibwettbewerb zum Thema Zivilcourage animiert. Wer den Verein unterstützen möchte, kann spenden:
Konto 10130355 bei der Sparkasse Freiburg, BLZ 68050101.
Förderverein Sicheres Freiburg
http://www.sicheres-freiburg.de

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Intifada der Zornigen – Der Preis der Zivilcourage nach Augsburg
Terror und Gewalt: Was hat eine pazifizierte Gesellschaft noch entgegenzusetzen?
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Lauf ich weg oder kämpfe ich? Viele von uns stellen sich diese Frage, denn die dschihadistischen Attentate sind zu einer realen Gefahr geworden. Es passiert nicht nur in Paris oder London, der Terror schlägt an Bahnsteigen und am Weihnachtsmarkt zu. Drei Jahre sind nun seit dem Lkw-Attentat am Berliner Breitscheidplatz vergangen – die Kerzen brennen, der Schmerz auch. Aber Deutschland ist bunt, und wer das nicht mitträgt, der ist braun. Also müssen Universitätsprofessoren, Kabarettisten, Filmförderungschefs oder gar Verfassungsschutzpräsidenten ihren Hut nehmen, wenn sie nicht mit dem Strom der Neo-Moralisten schwimmen. Der kleine Mann schaut zu und lernt seinen Mund zu halten.
Die herrschende politische Stimmung ist das Resultat einer jahrzehntelangen Atmosphäre des Mißtrauens. Europa hatte nach dem Weltenbrand des Nationalsozialismus Angst vor Deutschland, Zurückhaltung war das Gebot der Stunde, jetzt aber hat Deutschland Angst vor sich selbst. Staat und Bürger wurden nicht müde, sich wechselseitig die Zähne zu ziehen.
Das Volk hatte Angst vor einem zu starken Staat, der sich wieder in eine menschenverachtende Diktatur verwandeln könnte, und der Staat hatte Angst, daß sich seine Bürger wiederbetätigen könnten. Nun haben wir pazifizierte Bürger und einen machtlosen Staat. Gleichzeitig haben wir eine historische Zuwanderung an Menschen, die von Krieg und religiösem Weltbild geprägt, dieses Machtvakuum füllen.
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Als Ende November der verurteilte Terrorist Usman Khan (28) in der Nähe der London Bridge mit einer Bombenattrappe am Körper zwei Menschen erstach, wurde er von „Passanten“ in Schach gehalten, bis die Polizei die Kontrolle über die Situation gewinnen konnte und letztendlich den Angreifer neutralisierte. Eine Gruppe Männer fiel dabei besonders auf, einer hatte sich dem Terroristen mit einem Stoßzahn eines Narwales gestellt, ein anderer mit einem Feuerlöscher. Diese Männer waren zuvor zusammen mit Khan bei einem Kongreß für Resozialisierung, sie sind Ex-Häftlinge. Hat ihr sozialer Hintergrund etwa den Ausschlag für ihr mutiges Handeln gegeben?
Sie haben instinktiv reagiert und haben sich der Gefahr gestellt, denn im Gefängnis stirbst du, wenn du zögerst. Diese Instinkte sind uns systematisch aberzogen worden, geblieben ist eine weichgespülte Gesellschaft. Die eigene Wehrhaftigkeit wird sogar bestraft: Wenn ich einem Einbrecher die Bratpfanne auf den Schädel haue, muß ich mich wegen Körperverletzung verantworten. Was haben wir also als Gesellschaft noch entgegenzusetzen? Haltung? Werden wir geschlagen, halten wir auch die andere Backe hin. Laute Gespräche empfinden wir bereits als aggressiv.

Wenn Jungs auf dem Schulhof miteinander rangeln, werden Psychologen und Mediatoren herangezogen, eine gesunde Männlichkeit wird als Bedrohung empfunden. Uns muß aber klar sein, daß die Feinde einer freien Gesellschaft diese Haltung als Schwäche auslegen. Viele Migranten kommen aus diktatorischen Ländern, in denen weder Menschenrechte noch die Menschenwürde respektiert wird. Polizei und Justiz handeln meist willkürlich, die Amtssprache heißt „Gewalt“. Die Familien sind meist patriarchalisch geführt, draußen gilt das Recht des Stärkeren. Hinzu kommt eine gewaltane Religion.
Der Koran ist reich an Versen, die Gewalt gegen Andersgläubige und Minderheiten propagieren. Allah verzeiht eben erst, nachdem er bestraft hat. All diese Aspekte schlagen sich in der polizeilichen Kriminalstatistik nieder. 2018 waren in der Rubrik „Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen“ 43 Prozent der Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft. Ähnlich verhält es sich bei Sexualdelikten oder gefährlicher Körperverletzung, hier sind es gut 38 Prozent, obwohl der Bevölkerungsanteil der Nichtdeutschen insgesamt bei 11,5 Prozent liegt. Geht die Gewalt von Migranten aus, erleben wir oft eine verzerrte öffentliche Wahrnehmung. Statt die strukturelle Gewalt offen anzusprechen, ist von Einzelfällen die Rede. Flucht und Trauma werden entschuldigend vorgeschoben, schließlich sind Migranten per se „Opfer“. Opfer unserer Waffenlieferungen und politischen Einmischungen, Opfer der traditionellen Ausbeutung durch den Westen, Opfer unserer rassistischen Vorurteile.
Kommt ein Deutscher ohne Migrationshintergrund durch einen „Vorfall“ zu Tode, ist das eine Verkettung politischhistorischer Hintergründe. So muß es wohl auch beim Einzelfall in Augsburg gewesen sein, als ein Feuerwehrmann von einem türkisch-libanesisch-stämmigen 17jährigen erschlagen worden ist. Der Angreifer war Teil einer siebenköppfgen Gruppe, laut Polizei sollen sie sich „auffällig“ verhalten haben, der 49jährige soll sie ermahnt haben, jetzt ist er tot und Deutschland hat am Nikolaustag seine Lektion gelernt: Zivilcourage hat einen hohen Preis. Und, anstatt das Problem zu benennen, nämlich eine kritische Masse gewaltbereiter junger Männer, halten Gut-Bürger Plakate mit der Aufschrift „Gedenken statt Vereinnahmen“ hoch, damit auch ja niemand vergißt, daß die größte Gefahr von rechts droht. Dabei warnt der Völkermordforscher Gunnar Heinsohn schon seit Jahren: „Wo es zu viele junge Männer gibt, wird getötet“. Es steht also nicht gut um Europa. Wir stehen an der Schwelle zu einer religiösen und kulturellen „Intifada“, einem Aufstand der Zornigen, und die Gewalt wird an jede Tür klopfen.
…. Alles vom 13.12.2019 von Laila Mirzo bitte lesen in der Jungen Freiheit, 51/19, Seite 2

Laila Mirzo wurde 1978 in Damaskus geboren und lebt heute in Österreich, wo sie als Schriftstellerin und Trainerin für interkulturelle Kompetenz tätig ist

 

Zivilcourage – und der Gelackmeierte
Wenn ich die gepriesene Zivilcourage zeige und einem jugendlichen Angreifer im Notfall was aufs Maul gebe,  wer garantiert mir dann Straffreiheit? Ich bin doch dann der Gelackmeiertem, der Gewalt ausübt; oder soll man warten, bis man als Beweis für eine Notwehrsituation ein Messer im Bauch hat?
19.4.2014, Werner Wiese

 

Andre Mergener stellt Messerstecher am Holzmarktplatz

Als er sieht, dass da mitten am Holzmarkt ein junger Mann mit einem Messer auf einen anderen losgeht und dann flieht, denkt André Mergener nicht lange nach: Der 40-Jährige rennt dem Täter gemeinsam mit einem Kollegen hinterher und stellt ihn mit Hilfe der Polizei. Der gebürtige Mannheimer arbeitet als Fensterbauer in Freiburg, in seiner Freizeit trainiert er Kickboxen und war schon an den Türen zahlreicher Freiburger Clubs für die Sicherheit verantwortlich. Mergener lebt mit seiner Partnerin in Waldkirch.
War das nicht etwas unvorsichtig, einem Menschen, der gerade zugestochen hat, hinterherzurennen?
Natürlich, ein bisschen schon. Aber ich weiß mit solchen Situationen umzugehen. Da darf man keine Angst haben, muss es mit Deeskalation versuchen. Abstand halten, Ruhe bewahren und demjenigen klar zu machen versuchen, was es für ihn und sein Leben bedeutet, wenn er das Messer benutzt.
War das das erste Mal, dass sie in brenzligen Situationen eingegriffen haben?
Nein, ich gehe schon dazwischen, wenn ich merke, es gibt Streit. Ich rufe dann aber auch schnell die Polizei zu Hilfe, gerade wenn es mehrere Personen sind, da kenne ich meine Kräfte und Fähigkeiten. Man will ja nicht selbst da reingeraten und vielleicht sogar verletzt werden…..
Alles vom 6.2.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sagen-sie-mal-abstand-halten-und-ruhe-bewahren–80446114.html
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Ausgezeichneter Einsatz: Polizeidirektor Berthold Fingerlin (Mitte) gratuliert Bülent O., Mathias H., Ivo Heisler und André Mergener (von links). Foto: Privat
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Auszeichnung
Die vier Männer umstellen das Gebäude, und zwar solange, bis nach wenigen Minuten die Polizisten des Polizeireviers Freiburg-Nord eintreffen und den Täter festnehmen. “Vorbildlich gelöst”, lobt Polizeisprecherin Laura Riske die vier Männer. Den 17-jährigen Täter habe man so unmittelbar dem Haftrichter vorgeführt, er sitze in Untersuchungshaft. Für ihren mutigen Einsatz haben die Helfer nun von Polizeidirektor Berthold Fingerlin nicht nur lobende Worte erhalten, sondern auch ein Geschenk – eine Taschenlampe mit Gravur. Vielleicht für den nächsten Einsatz…..
Alles vom 22.2.2014 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/gemeinsam-verfolgten-sie-den-messerstecher–81065548.html

 

Unfall-Helferin ist entsetzt: “Nur Gaffer, keiner hielt an und half”

“Da sind so viele Schüler vorbeigekommen, auch fast erwachsene, die doch zum Teil sogar mit dem Mädchen auf dieselbe Schule gehen. Da sind Autos vorbeigerollt, aber niemand hat sich um uns gekümmert”, erinnert sie sich und kämpft mühsam gehen die Wut an, wenn sie daran denkt, wie sie bitten musste, bis ein Passant einen Anorak zur Verfügung stellte, um das Mädchen, das im feuchten Grasstreifen lag, wärmen zu können. “Da bekam ich doch tatsächlich die Antwort, dass der Anorak dreckig werden könnte”, entsetzt sich Andrea Hagin.
Alles vom 11.4.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/unfall-helferin-ist-entsetzt-nur-gaffer-keiner-hielt-an-und-half
Viele können nicht m zwischen realen und fiktiven Begebenheiten unterscheiden
Ich habe langsam den Eindruck, dass die Menschen immer mehr unter gewaltigen Wahrnehmungsproblemen leiden. Es ist meiner Meinung nach keine Frage der Angst vor dem Falschmachen oder Sensationsgeilheit, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass viele Menschen nicht mehr zwischen realen Begebenheiten und fiktiven unterscheiden können. Diese Menschen schaffen es nicht Schmerzen und Angst der Opfer nachzuvollziehen, weil sie medial bereits dermaßen abgestumpft sind und nicht verstehen können, dass diese Situationen real sind und nicht gedreht werden. Sie greifen nicht ein, weil sie erwarten, dass gleich jemand kommt der das erfolgreich erledigt. Und falls nicht, dann gibt es eben kein Happy End. Empathie war gestern. Abstumpfung ist aktuell.
14.4.2013, Stephan Walchner

Man muss klar unter verschiedenen “Typen” unterscheiden:
Es gibt viele Leute (unabhängig von deren “Ausbildungsstand”) die in einem echten Notfall gar nicht wissen, was sie tun sollen – sie verfallen dann in eine regelrechte Schockstarre. Spätestens nach einer Gewissen Reaktionszeit oder mit Hilfe/Anleitung anderer kann man auf diese Leute aber dann trotzdem zählen.
Andere – zücken Ihr Handy, filmen das Geschehen oder gaffen und stehen den Helfern im Weg oder gefährden andere durch ihr bescheuertes Verhalten.
Und der dritte Typ geht einfach vorbei oder lehnt einfachste Hilfsleistungen wie das ausleihen einer Jacke zum Aufwärmen einfach ab.
Die letzten beiden sind das wahre Problem …
Am Schluß bleiben dann die Wenigen übrig, die ohne nachzudenken und sofort eingreifen, ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen und helfen.
14.4.2013, Manuel Bär

Erste-Hilfe-Kurse wiederholen
Das eine hat mit dem anderen ja nun nichts zu tun. Gaffer könnten heute schon per Gesetz zu Strafen bis zu 10000 Euro verurteilt werden, wenn sie einen Rettungseinsatz behindern. Nur, wer soll das in so einem Fall kontrollieren?
Ich bin in meinem Firma “Betriebsnothelfer” und mache deshalb jedes Jahr einen 2-tägigen Wiederholungs- und Auffrischungskurs. Wenn ich ihnen erzählen würde, was uns der Mitarbeiter vom DRK erzählt, bezüglich Klagen wegen scheinbar fehlerhafter Hilfeleistung, dann würden ihnen die Augen übergehen. Ich habs mir selber nicht so vorgestellt. Trotzdem würde ich in so einem Fall wie dem oben beschriebenen Hilfe leisten. Weil auch eine schlechte Hilfe besser als keine ist. Und wenns nur um psychologische Hilfestellung geht, bis die Sanität eintrifft.
Man darf aber nicht einfach alle über einen Kamm scheren. Die meisten haben ihren einzigen Erste-Hilfe-Kurs beim Erwerb des Führerscheins gemacht, vor vielen Jahren. Alleine in den letzten 5 Jahren wurden aber z.B. die Empfehlungen bei Beatmung und Herzmassagen (Dauer/Wiederholungen) fast jährlich geändert. Wer traut sich da noch was? Heute soll man gar nicht mehr beatmen, sondern nur noch Herzmassagen durchführen oder noch besser, einen Defi benutzen. Und nun kommen sie!
14.4.2013, Manni Fischer

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