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Freiburg.-Marathon am 7.4.2013 – Blick nach Norden beim SC-Stadion

 

 

 

Jeder ist erst einmal für sein Leben selbst verantwortlich

Welt am Sonntag: Ärgern auch Sie sich manchmal über Sozial-Schmarotzer?
Buschkowsky: Wo immer Geld und Menschen zusammentreffen, entsteht die Versuchung, sich Vorteile zu verschaffen. Das gilt für Steuerflüchtlinge mit Konten im Ausland genauso wie für Hartz IV-Empfänger. Die Tricks unterscheiden sich nur in der Anzahl der Nullen vor dem Komma. Der Grundsatz, dass Jeder erst einmal für sein Leben selbst verantwortlich ist, ist in unserem Sozialstaat an der einen oder anderen Stelle verschütt’ gegangen. Heute ist an allem, was nicht gelingt, die Gesellschaft schuld.
Ich habe zu wenig Geld, weil Hartz IV zu niedrig ist.
Ich habe keine Arbeit, weil das Jobcenter mir keine besorgt.
Wenn mein Kind nicht rechnen oder lesen kann, ist die Schule schuld.
Das betrifft sicher nur einen Teil der Bevölkerung. Aber er wächst. Wie ich beobachte, leider gerade bei jungen Leuten. Wir müssen die Menschen zur Not auch mit Druck motivieren, wieder selbst Verantwortung für sich zu übernehmen. Durch ein einfaches und in jeder Kultur verständliches “wenn, dann”.
Wenn Du Dein Auto falsch parkst, dann kassierst du ein Knöllchen.
Wenn du mit deinem Kind nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen gehst, passiert hingegen gar nichts.
Wenn dein fast erwachsener Sohn im Knast sitzt, weil er einen anderen Menschen halb tot geprügelt hat, dann bekommst du weiter das Kindergeld.
Aber wenn du dich nicht um den Schulbesuch deines Kindes und die Elternversammlungen kümmerst, passiert häufig gar nichts. Mehrere Hundert Euro Elternbeitrag für die Kita gelten als normal und 80 Euro Studiengebühren sind ein Skandal. Das empfinde ich als völlig krank. Hinzu kommt, dass wir die Kinder in den bildungsfernen Milieus zum Einkommensfaktor gemacht haben und das auch noch ausbauen. …
Gesamtes Interview mit Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Berlin-Neukölln, vom 28.4.2013 in der Welt am Sonntag bitte lesen auf
http://www.welt.de/wirtschaft/article115663925/Bei-vielen-Eltern-ist-Hopfen-und-Malz-verloren.html

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