Biomasse

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Blick nach Osten im Dreisamtal zwischen Ebnet und Zarten am 10.6.2012

Biomasse = Nachwachsende Rohstoffe = Nawaro’s

 

 Biomasse als nachwachsende Rohstoffe tierischen oder pflanzlichen Ursprungs

Übersicht zu Stoffgruppen Nutzung und Herkunft nachwachsender Rohstoffe mit besonderer Berücksichtigung pflanzlicher Biomasse für die stoffliche Verwertung

Biomasse bzw. nachwachsende Rohstoffe können tierischen (z.B. Gülle) oder pflanzlichen Ursprungs (z.B. Hanfpflanzen) sein.

 

Biomasse zur energetischen oder stofflichen Nutzung

Nach der Ölkrise stand zunächst die energetische Nutzung im Vordergrund. Nach und nach jedoch rückt die stoffliche Nutzung von nachwachsenden Pflanzen in den Fokus.

 

Biomasse – Acht Produktlinien der stofflichen Nutzung

Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat in der Studie “Nachwachsende Rohstoffe in Baden-Württemberg: Identifizierung vorteilhafter Produktlinien zur stofflichen Nutzung unter besonderer Berücksichtigung umweltgerechter Anbauverfahren” acht Produktlinien bewertet.

Nachwachsende Rohstoffe in Baden-Württemberg: Identifizierung vorteilhafter Produktlinien zur stofflichen Nutzung unter besonderer Berücksichtigung umweltgerechter Anbauverfahren. In einem ersten Schritt wurden aus einer Vielzahl von Optionen, und auf der Basis des Sachstandes im Jahr 2000 zunächst die acht nachfolgenden Kulturen mit ihren Produktlinien identifiziert:
1) Hoch-ölsäurereiche Sonnenblumen – technische Schmierstoffe
2) Faserhanf – Faserverbundstoffe
3) Faserlein – Dämmstoffe
4) Winterraps – Hydraulikflüssigkeiten
5) Winter-Weizen – Biokunststoff für feste Verpackungen,
6) Körnermais – Biokunststoff für Abfalltüten
7) Miscanthus – Faserverbundstoffe im Spritzguss und
8) Fasernessel – Textile Nutzung (Textilien aus Nessel anstelle Baumwolle)

Mithilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) wurden zu den identifizierten Kulturen digitale Karten erstellt, die in einer ersten Annäherung die Regionen Baden-Württembergs ausweisen, die für den Anbau bestimmter Rohstoffe in Frage kommen. Sie zeigen, dass für alle gewählten Kulturen beträchtliche Gebiete vorhanden sind, die sich für den Anbau eignen. Die identifizierten Produktlinien (z. B. Kunststoffverpackungen auf der Basis von Maisstärke) wurden einer vergleichenden ökobilanziellen Betrachtung mit Produkten auf fossiler Rohstoffbasis unterworfen (in Anlehnung an ISO 14040-43). Verhältnisse der Produktion in Baden-Württemberg, der Verarbeitung in Deutschland und internationaler Märkte für die Betriebs- und Hilfsstoffe wurden dabei angenommen. Neben- oder Kuppelprodukte wurden nach dem Gutschriftsverfahren berücksichtigt. Beim Vergleich der Ökobilanzen von Produkten auf der Basis nachwachsender Rohstoffe mit Produkten auf fossiler Rohstoffbasis treten große Unterschiede auf.

 Produktion und Verarbeitung: Der Anbau wird für in Baden-Württemberg typische, durchschnittliche Verhältnisse bei guter fachlicher Praxis bilanziert. Nach der Ernte erfolgt zentral die Fasergewinnung. Die am Ende der Anbauperiode geernteten Wurzeln dienen nach Extraktion als Arzneimittel (Alpha-Blocker) und ersetzen Tamsulodin, ein Prostata-Mittel. Bei der Fasergewinnung anfallende Reststoffe werden unter Ersetzung von Heizöl in Heizwerken zur Energiegewinnung verbrannt. Die Fasern werden gesponnen und zu Textilien verarbeitet.
Nutzung: Die Nesseltextilien werden an Stelle von Baumwolltextilien als Bekleidung – mit unterschiedlichen Haltbarkeiten (Var. 1) – eingesetzt.
Entsorgung: Nach der Nutzungsphase werden die Textilien zur Energiegewinnung thermisch genutzt und ersetzen Industriedampf.

Die Bewertung der ökonomischen Attraktivität für die landwirtschaftliche Erzeugung konnte sich bei etablierten Kulturen auf belastbare Preise und Kosten stützen, bei Kulturen wie Miscanthus, Nessel und Industriefaserlein waren Berechnungen auf weniger sicherer Datengrundlage nötig. Hoch-ölsäurehaltige Sonnenblumen und mit neuen Vermehrungsverfahren produzierter Miscanthus erwiesen sich bei Betrachtung der Deckungsbeiträge im Rahmen der Fruchtfolge als relativ vorzügliche Kulturen. Sie wurden gefolgt von Körnermais, Weizen, Raps und Hanf. Fasernessel und Industriefaserlein stellen aufgrund hoher Etablierungskosten bzw. niedriger Rohstoffpreise bei den angenommenen Verfahren keine wirtschaftliche Alternative zu gängigen Kulturen dar. Es wird empfohlen den Anbau von HO-Sonnenblumen entlang der ganzen Wertschöpfungskette regional konzentriert zu fördern. Der Anbau von Miscanthus könnte mit den neuen Vermehrungsverfahren und den sich ergebenden Preisspielräumen wieder attraktiv werden, da neue Märkte erschlossen werden können. Fördermaßnahmen sollten in diesem Fall bei der Erschließung neuer Märkte und Verwendungsmöglichkeiten ansetzen. Bei Raps, Stärkemais und Stärkeweizen sind die Chancen für den Einsatz der Kulturen als nachwachsende Rohstoffe am ehesten dadurch zu verbessern, dass die Rahmenbedingungen für den Einsatz umweltfreundlicher, innovativer Produkte, zum Beispiel durch die Honorierung geringerer Entsorgungsprobleme, verbessert werden. Ein vermehrter Anbau der aus ökologischer Sicht sehr wünschenswerten Kulturen Lein und Fasernessel erfordert bei Lein noch Investitionen in die Entwicklung von Verwertungen mit höherer Wertschöpfung. Bei der Fasernessel sollten sich die Anstrengungen auf kostengünstigere Etablierungsstrategien, die Zucht höherer Fasergehalte und auf die parallel dazu notwendige Optimierung der Techniken für die textile Nutzung konzentrieren.

Lesen Sie den kompletten Bericht des Landwirtschaftsministeriums “Nachwachsende Rohstoffe in Baden-Württemberg: Identifizierung vorteilhafter Produktlinien zur stofflichen Nutzung unter besonderer Berücksichtigung umweltgerechter Anbauverfahren” unter
http://www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1159868_l1/BWplus_Endbericht.pdf

 

 
Biomasse – weltweit die wichtigste Form der erneuerbaren Energien

Bevor sich im Zuge der Industrialisierung die Nutzung der fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas für die Energiegewinnung durchgesetzt hat, war Biomasse, vor allem in Form von Brennholz, die wichtigste Energiequelle. In vielen Entwicklungsländern ist das auch heute noch so. Deswegen ist Biomasse weltweit gesehen die wichtigste Form der erneuerbaren Energien. Allerdings ist ihre Nutzung oft problematisch, weil sie mit Raubbau an den Wäldern einher geht. Biomasse zählt zu den erneuerbaren Energien, weil bei ihrer Verbrennung nur so viel Kohlendioxid entsteht, wie die Pflanzen der Luft zuvor entnommen haben.
In Deutschland ist Biomasse der wichtigste erneuerbare Energieträger. Zur Energieerzeugung können Holz, aber auch Stroh, Zucker- und Stärkepflanzen, Ölpflanzen oder Bioabfall eingesetzt werden.

  • Die traditionelle Form der Nutzung von Biomasse ist die Verbrennung von Holz, sei es in Öfen oder in Heizungen, die mit Holzpellets oder Holzackschnitzeln betrieben werden.
     
  • Eine zweite Form der energetischen Nutzung von Biomasse ist die Herstellung von Treibstoffen wie Bioalkohol aus Zuckerpflanzen oder Biodiesel aus Raps.
     
  • Drittens schließlich können die verschiedensten Stoffe vergoren werden. Das entstehende Biogas wird in Motoren verbrannt, die Generatoren antreiben. Der gewonnene Strom wird ins Netz eingespeist. Dies ist die zur Zeit am schnellsten wachsende Form der Biomassenutzung. Der erzeugte Strom wird nämlich nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz hoch vergütet. Das beim Vergären entstehende Biogas — das dem Erdgas sehr ähnlich ist — kann aber auch ins Gasnetz eingespeist werden. Zum Vergären eignen sich grundsätzlich Gülle oder Küchenabfälle ebenso wie Mais oder Getreide.

Unter Bioenergie versteht man die Erzeugung von Strom und Wärme mit Hilfe von Biomasse, also von regenerativen Energieträgern wie Biogas, Holz, Sonne, Wasser und Wind.
Bisher gibt es in Deutschland zwei Bioenergiedörfer. Mauenheim und Freiamt.

 

Energiepflanzen und Industriepflanzen
Nachwachsende Rohstoffe sind land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die gezielt zu Zwecken außerhalb der Nahrungs- und Futtermittelherstellung angebaut und weiterverarbeitet werden. Sie finden stoffliche Verwendung in vielen Bereichen der Industrie (Schmierstoffe, Kunst- und Werkstoffen, Papier und Pappe, Arzneimittel, Kosmetika, Farbstoffen, Reinigungsmitteln, Textilien) und werden energetisch zur Erzeugung von Wärme, Kraftstoffen oder Strom genutzt. Demnach unterscheidet man zwischen Industriepflanzen und Energiepflanzen, wobei viele Pflanzen auf beiden Gebieten eingesetzt werden können.

Renaissance der Nawaro’s
Bereits vor Beginn der industriellen Revolution um 1751 wurden viele Pflanzen umfangreich für den alltäglichen Gebrauch genutzt. Sie stellten die wichtigsten Energie- und Rohstoffquellen dar. Heute erfahren sie eine Renaissance, da eine Alternative zu den erschöpflichen fossilen Ressourcen notwendig wird, die nachwachsende Rohstoffe lange Zeit ersetzt haben.

Zwei Vorteile von Nawaro’s: Erneuerbar und klimaschonend
Nachwachsende Rohstoffe unterscheiden sich von fossilen Ressourcen nicht nur dahingehend, dass sie erneuerbar und unerschöpflich sind. Auch in Bezug auf den voranschreitenden Klimawandel vermögen sie Vorteile zu bieten. Sie setzen bei der Verbrennung im Gegensatz zu Braun- und Steinkohle, Erdöl oder Erdgas, weniger klimarelevante Treibhausgase frei und gelten daher als klimaneutral. Bei einer stofflichen Nutzung in der Industrie können sie CO2 sogar dauerhaft speichern.

 

 

Nachwachsende Rohstoffe –
„Flower Power oder Blümchentee?“

Energiepflanzen

Energiepflanzen 1 | „Watt ihr Volt!“

Energiepflanzen 2 | Biogas & Kompogas
(Mais, Grasarten, Getreide)

Energiepflanzen 3 | Biogene Festbrennstoffe
(Bäume: Weide, Pappel)

Energiepflanzen 4 | Biokraftstoff
(Raps, Zuckerrüben, Soja)

Energiepflanzen 5 | Die Ölpalme –
„Eine Hand schmiert die andere“

 

Industriepflanzen

Industriepflanzen
(Allgemeine Informationstafel)

Industriepflanzen 1 | „Pflanzen machen Kleider“
(Baumwolle, Lein, Fasernessel)

Industriepflanzen 2 | „Schwamm drüber…“ –
Reinigungsmittel und Kosmetika

Industriepflanzen 3 | „De Zweedackderbeblankunk
is fuffzsch“ – “Trabbi” und Co

Industriepflanzen 4 | Die Kiefer –
„Ein Industriebaum durch und durch“

Industriepflanzen 5 | „Ein Gras für alle Fälle“
(Miscanthus)

Industriepflanzen 6 | „Regenmantel, Ratzefummel und
Karkasse“ (Hevea brasiliensis)

Industriepflanzen 7 | Von Aardappelen bis Grumbeeren:
Kartoffeln – die tolle Knolle

Industriepflanzen 8 | „Es jrient so jrien…“ –
rote, braune und grüne Algen

Nachhaltigkeit

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