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Tele-Blick von Finsterlingen bei Dachsberg nach Süden zu den Alpen am 21.12.2007 – AKW Leibstadt links

 

  
“Ich füge den 10 Geboten ein elftes hinzu:
Du sollst nicht Kerne spalten, weder Atomkerne noch Zellkerne!”

Franz Alt  am 29.4.2006 auf dem Freiburger Rathausplatz

Im Jahr 2007 produzieren 440 Kernkraftwerke weltweit nur 2.5% der Gesamtenergie.
Bereits seit 2005 produzieren kleine Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke mehr Strom als alle AKWs zusammen
(Quelle: Internationale Energieagentur IEA)

Beseelter Zorn gegen AKWs:
” Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen,
wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.
Der Zorn, um den es hier geht, ist nicht blinde Wut, die als unbeherrschte kleine Schwester des Zorns durchgeht.
Es ist ein beseelter Zorn, den wir hegen und pflegen sollten.”
(Papst Gregor der Große  im 7. Jahrhundert)

“Denkt daran, dass die ganze Welt euch zuschaut,
ob ihr die Energiewende schafft”
Die japanische Umweltaktivistin Mika Kumazaki am 2. Jahrestag von Fukushima in Freiburg 9.3.2013

Chantier Fessenheim – Baustelle Fessenheim 2012

AtomInfoMedia
… dokumentiert die Fallstricke der Atomindustrie; … gehört zum Unternehmen «Media for a Better World»des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch www.tipp.ch); …
Beiträge sind zeitlich geordnet, mit Stichwort- und Labelsuche;
Unterstützung mit Zahlung von 20 CHF auf Konto.
ZKB Zürich / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 – Danke!
http://atominfomedia.blogspot.de/
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Angestellte protestieren gegen Fessenheim-Schließung
Beschäftigte des Betreibers Eletricité de France lehnen die Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim ab. Das Akw sei rentabel, seine Sicherheit erwiesen, behaupten Gewerkschafter.
…. Alles von Bärbel Nückles vom 24.9.2016 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/angestellte-protestieren-gegen-fessenheim-schliessung
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Betrügerische Insolvenzverschleppung der Kernenergie
@Michael Schimpf, Ihrem volkswirtschaftlichen Allgemeinplatz “Die Bevölkerung hat alle Kosten an der Backe” stimme ich zu, würde das beim Thema Nuklearenergie aber lieber vom Standpunkt der “Weltbevölkerung” aus betrachten, weil Kernenergie eine globalisierte Wirtschaft ist. Mit Rentabilität und Sicherheit meint die Fessenheimer Belegschaft nur, ob der Arbeitsplatz sicher ist, weil es sich für das Unternehmen rechnet, weiter zu produzieren. Sicherheit gegenüber Strahlenbelastung auch im Normalbetrieb eine Illusion, was die dort arbeitenden verständlicherweise verdrängen müssen. Aus Sicht der Bevölkerung ist nur eine Gesamtkostenrechnung relevant, die auch die Kosten für Atomaufsicht, Behebung der mittelbaren Folgen der Kernkraftnutzung, etc. umfasst. Zum reinen Strompreis des Versorgers kommt dazu, was wir alle tatsächlich bezahlen (auch die, die keinen Atomstrom kaufen).
Unternehmen in globalisierten Märkten lieben es, Gewinne zu privatisieren und Verluste uns alle an die Backe zu kleben – sei es durch Verstaatlichung von Kosten, die zu einer seriösen Gesamtkostenrechnung dazu gehören, sei es durch Vernichtung von Lebensraum auf diesem Planeten, dessen Wiederherstellungskosten erst im Nachhinein seriös abschätzbar sind.
Um mal in Ihrem Jargon zu bleiben: Eine Menschheit, die solche Kosten nicht mit einkalkuliert, geht früher oder später pleite. So fehlte es bislang vor allem an Zahlen zu den medizinischen Folgekosten der nuklearen Energieerzeugung, die nur zu einem winzigen Teil von den Erzeugern mit getragen wird (für ihre eigenen Arbeitnehmer). Zwei Beispiele, die zeigen sollen, wie weitläufig das Feld versteckter Folgekosten ist:

1. Neuere Fakten zum Lungenkrebs durch Tabakrauch.
Die Tabakpflanze sammelt einige Alphastrahler aus Luft und Düngemitteln an. Der wissenschaftliche Nachweis des Zusammenhangs zwischen Rauchen und Lungenkrebs wäre wohl schwerlich gelungen, würde die Tabakpflanze dies nicht tun.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/warum-tabak-radioaktiv-ist-ein-rauch-wie-roentgenaufnahmen-pro-jahr-1.857291-2
http://rauchstoppzentrum.ch/0189fc92f11229701/0189fc930310cdd07/

Das für die Lunge besonders gefährliche Polonium (Po-210) wird gern als sog. “natürlichen Radioaktivität”. Seine Verbreitung hat aber durch den Uranbergbau stark zugenommen, denn es ist ein Zerfallsprodukt des Urans.

Tabak reichert aber auch Plutonium an, das durch Atombombentests und Nuklearunfälle schon reichlich unter uns ist, insbesondere auch die kurzlebigere Variante Pu-241, deren Gefährlichkeit in den Jahrzehnten nach
Tschernobyl paradoxerweise immer mehr zugenommen hat.

http://www.heise.de/tp/artikel/20/20647/1.html

Das Todesrisiko pro Zigarettenpackung steigt also mit der weiteren Verseuchung des Planeten durch künstich erzeugte Alphastrahler weiter an.
Wie sehr ist wenig erforscht. Leider ist eine Alphstrahlenmessung aufwändig und es gibt keinen auch nur annäherend angemessenen Grenzwert, wieviel der Tabak tragen darf, um noch verkehrsfähig zu sein.

Versuchen Sie jetzt mal auszurechnen, was allein der aus dem leichtfertigen Spiel mit Kernenergie bisher verursachte Lungenkrebs die Allgemeinheit schon gekostet hat und noch kosten wird, wenn wir mal annehmen, es würden ab jetzt keinerlei Nuklear-Unfälle mehr auftreten und die Hinterlassenschaft des Uranabbaus würde heute weltweit komplett saniert und versiegelt werden!
Ignorieren kann man sowas immer leicht, in Unkenntnis der Größenordnung dieser Kosten. Die Annahme, dass die Kosten Null sind, ist postfaktische Verblendung. Sind Sie sicher, dass die Kernenergie immer noch rentabel wäre, wenn die Kraftswerksbetreiber über die Brennelemente einen gerechten Anteil am Lungenkrebs-Behandlungsaufwand mit bezahlen müssten? Die Rechnung wird wohl nie gestellt und würde erst recht nicht bezahlt, denn die Anwälte der Tabakindustrie würden sich mit denen der Atomindustrie erst 100 Jahre lang streiten wer schuld ist. Da ist es einfacher zu fordern, dass Tabaksüchtige selbst schuld seien und deshalb über höhere Versicherungsprämien auch für diesen Teil der nuklearen Entsorgungs-Folgekosten aufkommen sollen.

2. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Zunahme von Leukämie und Schilddrüsenkarzinomen, verursacht durch industriell oder militärisch erzeugte Radioisotope in der Nähe von NuklearAnlagen ist bis heute noch nicht ausreichend beziffert. Wir haben es in den letzten 30 Jahren gerade mal geschafft, diesen Gesundheitsschaden seriös nachzuweisen, obwohl die Fakten bereits seit 25 Jahren in Weissrussland auf dem Tisch bzw im Grab liegen.
http://www.netzwerk-regenbogen.de/akw_gb150518.html

Die Bundesregierung hat gut daran getan, den Siedewasser-Reaktor Krümmel samt der benachbarte Versuchsanstalt GKSS zu schließen. Konsequent aufgeräumt wurde allerdings nicht; eine Dekontamination der Elbmarsch von den rumliegenden Alphastrahlern fand nicht statt, weil niemand bisher gerichtsfest beweisen konnte, wer diese Seuche verursacht hat.
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article1464954/Das-Kernkraftwerk-Kruemmel-und-die-Kinder.html

Für solchen anfänglichen Mangel an Beweisen, die nur nach und nach beschaffbar sind, hat die Reklameabteilung der nuklearen Energieerzeuger in den 60er Jahren des vergangenen Jahrtausends die Begrifflichkeit “Restrisiko” geschaffen. Das klingt für viele Menschen ganz aushaltbar, weil es meist nur verstanden wird als “katastrophale Schäden, die sehr wahrscheinlich (bei uns) nicht eintreten”.

Leider hat das nukleare Restrisiko aber noch einen dunklen Zwilling: Die ganz sicher auf uns alle zukommende Belastung, die selten und an manchen Orten etwas weniger selten als Schaden sichtbar werden und dort massiv das Einzelschicksal betreffen. Diese Art Restrisiko ist schwerer objektiv zu fassen, doch auch hier hat es Fortschritte gegeben. Die Wissenschaft lernt aus jedem Vorfall, der das Experiment an der Menschheit um neue objektive Fakten “bereichert”. Hiroshima lieferte erste Ergebnisse dieser Menschenversuche, die aufgrund wissenschaftlicher Mängel so weit daneben lagen, dass man das Restrisiko einer Kernenergiewirtschaft noch für tragbar hielt. Seit Fukushima haben wir den Ozean als neues Versuchslabor eröffnet, wie sehr wir diese Wiege allen Lebens mit Atommüll belasten dürfen. Unsere Enkel werden die Ergebnisse aushalten müssen, egal was dabei heraus kommt.

Nach dem vierfachen Supergau in Japan die Altreaktoren in Deutschland abzuschalten, war keineswegs gegen die Interessen des Volkes, sondern folgt der ethisch gebotenen und in der deutschen Strahlenschutzverordnung verankerten Maxime, dass vermeidbare Strahlenbelastungen der Bevölkerung auch vermieden werden müssen im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen. Wir Deutschen haben in der Konsequenz nun den Streit darüber an der Backe, ob die Kosten dieser, aus neuer Erkenntnis heraus auch konsequenten Schutzmaßnahme eher zu privatisieren oder zu verstaatlichen sind. Frankreich lebt es uns da gerade vor, welche Herausforderung dies stellt an die Region Elsass, die weniger mit zukunftssicheren Arbeitsplätzen gesegnet ist als Baden-Württemberg. Helfen wir unseren europäischen Nachbarn dabei, dass die Fessenheimer Nuklear-ArbeiterInnen und ihre Familien neue Arbeitsplätze in unserer Regio finden.

Weniger Verständnis kann ich für unsere Schweizer Nachbarn aufbringen, die sich den Ausstieg nach der Maxime unserer Strahlenschutzverordnung durchaus leisten könnten, die aber nach wie vor zwei Siedewasser-Reaktoren weiter betreiben. Da läuft nicht nur der grenznahe Reaktor Leibstadt weiter, der unserem stillgelegten AKW Krümmel technisch sehr ähnelt, sondern auch das von der BZ kaum beachtete AKW Mühleberg, das seine Erdbebensicherheit auch im Jahre 5 nach Fukushima immer noch nicht nachgewiesen hat nach Vorgabe der Schweizer Atomaufsicht ENSI, die deshalb mault, aber nicht handelt.

http://www.badische-zeitung.de/aargau/strengere-vorgaben-fuer-atomkraftwerke–122605283.html

Der Mühleberg-Reaktor, dessen Stilllegung 2019 erfolgen soll, ist eine US-amerikanische “Mark1″-Konstruktion, ein Reaktortyp, der bereits in den USA (“Harrisburg”) und Japan (“Fukushima Daichi”) eindrücklich gezeigt hat, wie instabil sie in Extremsituationen ist. Mark1 neigt nach einem Totalausfall der Kühlung (z.B. durch Erdbeben) zur Kernschmelze und kann dem Druck im Druckbehälters nicht lange genug stand halten, so dass zwangsläufig, kontrolliert oder unkontrolliert Reaktorinventar freigesetzt wird. Vor dem “Mark 1″ Notkühlungdskonzept hatte ein prominenter US-Ingenieur schon 1971 gewarnt. Er wurde damals mundtot gemacht, um den amerikanischen Exportschlager “Mark1″ nicht zu gefährden.

http://energisch.ch/kurz-vorgestellt-pressure-suppression-containments-das-hanauer-memo/2683/

Seit 2011 ist er rehabilitiert, denn es liegen nun gleich drei harte empirische Beweise vor, dass der Mark1-Reaktor auch durch japanisch nachgebesserte Ingenieurskunst (Block 2 wurde von Hitachi, Block 3 von Toshiba gebaut) nicht vom SuperGAU abzuhalten ist. Dass Mühleberg 5 Jahre später immer noch weiter läuft, beweist einmal mehr, dass wissenschaftliche und ingenieurtechnische Erkenntnis alleine nichts hilft, solange die Politik nicht den Interessengruppen (Betreiber, Lieferanten, Profiteure, Gewerkschaften etc.) zeitnah aktualisierte Auflagen macht. Eine Gewerkschaft kann so auch in Mühleberg mit Fug und Recht auf “sicher und rentabel genug” plädieren.
Recht hat sie damit genausowenig wie in Fessenheim.
…..
Herr Schimpf, Sie schrieben: “Für die Entsorgung gäbe es längst tragfähige Konzepte. Eine Endlagerung wäre überhaupt nicht nötig.” Ich neige dazu, jedem seinen Glauben zu lassen, solange er damit nicht gemeingefährlich wird, doch dies mag ich nicht so stehen lassen. Sie täuschen sich gewaltig. Der russische Brutreaktor, den Sie da als Lösung zitiert haben, produziert den gleichen Müll wie jeder Kernreaktor, der seine Energie ja aus der Spaltung schwerer Kerne schöpft. Aus jedem Kern entstehen zwei kleinere Kerne, Spaltprodukte eben, mit denen man nichts nützliches mehr tun kann, die noch auf lange Zeit radioaktiv sind. Dabei wird die Energie frei, die wir in Strom verwandeln. Das ist Physik, an der man nix rumdeuteln kann. Das Saubermann-Image des Brutreaktors beruht auf einem Missverständnis, das die Atomindustrie nur allzu gerne unaufgeklärt lässt. Im Brut-Reaktorkern werden zwischen den Brennstäben, die wie gehabt zu Atommüll verbrennen, auch noch Brutstäbe plaziert, die ansonsten wertloses U-238 pur enthalten.

Ein kernphysikalischer Prozess, den ich mal “Rumpelstilzchen” nenne, spinnt quasi Stroh zu Gold, denn er verwandelt wertloses, weil nicht spaltbares Uran-238 durch Neutroneneinfang in Plutonium. Ein “schneller Brüter”, der die bei der Spaltung überzähllgen Neutronen nicht wie sonst üblich durch Steuerstäbe aus Bor abfängt, sondern gezielt Plutonium “erbrütet”, war von Anfang an der feuchte Traum des Militärs, das in großer Eile die Nagasaki-Bombe gebaut hat, deren nicht natürlich vorkommendes Plutonium, vom Rumpelstilz erzeugt viel billiger war als das mühsam von U-238 zu trennende U-235, das über Hiroshima explodierte. Zu jedem Häufchen U-235, das wir zu Energie verheizt haben, liegt irgendwo ein 300mal größerer Berg ungenutztes U-238. Dieses höchst schwergewichtige, aber wertlose Stroh hat das Militär auch schon mal als Ballast in konverntionelle Geschosse gepackt für mehr Durchschlagskraft, um das Ziel zusätzlich mit “natürlicher Radioaktivität” zu verseuchen. Das Stroh ist auch in den Brennstäben industieller Kernreaktoren enthalten, in denen man kein waffentaugliches reines U-235 einsetzen will, damit ein Kernraktor nicht zur Atombombe werden kann. Der Spaltstoff ist im Brennstab mit Stroh verdünnt.
Rumpelstilzchen tanzt hier, um im Bild zu bleiben, auf einem Bauernhof. Im Schweinestall (Reaktor) wird aus Schweinefutter (Brennstäbe) ein Riesen-Misthaufen produziert, aus dem man das zu Gold gewordene Stroh Halm für Halm wieder herausfischen muss. Diese stinkende Mühsal nennt man Wiederaufarbeitungsanlage (WAA), ein Recyclinghof für atomaren Mist.

Brütertechnologie ist nun die Idee, zusätzlich kompakte Strohballen vom Acker (Uran-Bergbau) zwischen die Schweinepferche zu legen, um aus der Schweinezucht nebenan Ballen aus reinem Gold zu schaffen. Die kann nicht nur zu Kernwaffen, sondern auch zu (sog. MOX) Brennstäben verarbeitet werden, in denen dann auch das Gold (ebenfalls verdünnt aus o.g. Grund) genauso zu Mist wird.

@Rene Kruse:  Der russische Brüter produziert also kein bischen weniger Atommüll pro MWh. “Weniger Dreck” entsteht höchstens beim Uran-Bergbau, weil man das wenig nützliche U-238 verwerten kann. Dass man mit Brütern effektiv Kernwaffen produzieren kann, mag die Russen interessieren, doch für die Weltbevölkerung ist dies kein Mehrwert der Energieerzeugung. Waffen sind ein schmutziges Geschäft, dessen Rentabilität auszurechnen zynisch ist. Der von Herrn Schimpf zitierte Artikel beschreibt den einzigen Vorteil korrekt: “Mit Schnellen Brütern ließe sich die Reichweite des Brennstoffs Uran auf Jahrhunderte verlängern.” Die Nachteile der Brüter werden im Artikel gar nicht oder sehr verharmlost dargestellt.  Allein das hohe Interesse von Terroristen an waffentauglichem Gold, das in großem Stil zwischen Bauernhöfen und und der Schweinefutter-Fabrik hin und her zu karren ist, ist außerhalb einer (nicht korrupten) Militärdiktatur Horror pur, also keine weltweit tragbare Option. Am Ende der Energieerzeugung aus Kernspaltung bleibt auch mit optimierter Goldgewinnung ein stinkender Haufen Mist übrig. Wer die “Reichweite des Brennstoffs Urans auf Jahrhunderte verlängert”, muss auch die Gesamtkapazität des Müll-Endlagers vertausendfachen.

Haben Sie das Geschäftsmodell erkannt?  Mist-Recyclinghöfe und Schweinefutter-Produzentenr verkaufen Gold, während der wertlose Rest-Mist von Gemeinwesen zurückgenommen wird. Das Mist-Recycling stinkt weiterhin erbärmlich in Europa und mit großer Reichweite; will sagen:

Das Bundesamt für Strahlenschutz misst auf dem Schauinsland regelmäßig die Ausdünstungen aus den wenigen Wiederaufarbeitungsanlagen Europas, vor allem aus LaHague in der Normandie.
Deutschland hat schon lang entschieden, aus der Plutoniumwirtschaft auszusteigen, hat Wackersdorf und Kalkar nie gebaut, die Versuchs-WiAA in Karlsruhe geschlossen bzw in “KIT” umgetauft und läßt die Goldhalme im Mist zur direkten Endlagerung. Schlimm genug, die ganzen Castoren mit dem entgoldeten Mist aus LaHague nach und nach zurück nehmen zu müssen nach dem einst blauugig abgeschlossenen Vertrag im Glauben ein sicheres Endlager sei nur eine Frage der Zeit. Mangels Endlager bleibt heute aller Mist erstmal auf jedem Bauernhof gelagert, bis uns was besseres einfällt.

Außer Russland sind alle Industrienationen aus der Brütertechnologie ausgestiegen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Brutreaktor#Schneller_Br.C3.BCter

Russland setzt darauf, weil sie reichlich Gold aus verschrotteten Atomwaffen als Brennstoff nutzen wollen, der bereits vom GUS Steuerzahler über Militärausgaben finanziert wurde. Neben kostenlosem Gold braucht dieser Brüter nur billiges Stroh. Das ist nicht mehr als der Versuch, aus der Staatspleite des Kalten Kriegs nochmal Gewinne rauszuschlagen und dabei einen nuklearen Holocaust 2.0 auf unserem Planeten zu riskieren. Kein Vorbild, um die Menschheit zu retten, wenn Sie mich fragen.

Die wesentlichsten technischen Probleme, an denen bisher alle zivilen Brüter, u.A. auch in Frankreich gescheitert sind:
Bei abgeschalteten Reaktor muss Natrium mittels (Strom-)Heizung bei über 100°C in allen Rohren (!) flüssig gehalten werden, damit man es durch den Kühlkreislauf pumpen kann. Fällt die Heizung irgendwo in den Rohren aus (zB durch Strommangel), ist die Wärmeabfuhr aus dem Reaktorkern weg.
Das Kühlmittel Natrium wird hochradioaktiv, weil laufend Na-13 in Na-14 gerumpelstilzt wird. Das ist zusätzlicher Müll, der entsorgt werden muss und extrem zickig reagiert, weil: Natrium darf nicht mit Wasser in Kontakt kommen, nicht mal mit Luftfeuchtigkeit, sonst brennt es kaum noch löschbar ab. Wasser bleibt jedoch am Ende der Wärmeübertragungskette nötig, um eine Dampfturbine zur Stromerzeugung zu betreiben. Der Dampferzeuger, also genau das Teil, was in Fessenheim-2 unter Verdacht steht, dass es der Belastung nicht standhalten könnte, darf bei einem natrium-gekühlten Brüter unter vielfach höherer Belastung (ca. 800 °C auf der Primärseite) niemals nie und nirgends innendrin undicht werden.

Am Ende leistet sich der ingenieur.de Artikel noch eine faustdicke Lüge:
“Nachzerfallswärme, die entsteht, wenn der Reaktor abgeschaltet wird, muss nicht, wie in Leichtwasserreaktoren, durch ständiges Kühlen in Schach gehalten werden, um ein Schmelzen des Kerns zu verhindern. Natrium wird allein damit fertig.” Richtig ist daran nur, dass Natrium über 700° heißer wird als Wasser, bevor es verdampft, was in der Tat kein “ständiges Kühlen” erfordert (solange man es vorher nur mäßig erhitzt hat) Das gibt etwas Spielraum, die Kühlung wieder zu reparieren, so dass “gelegentlich unterbrochenes Kühlen” reicht.
Magische Fähigkeiten, die Zerfallswärme weg zu zaubern, hat Natrium jedoch nicht.
Wird die Wärmeabfuhr jedoch länger unterbrochen, verdampft das Natrium mit unangenehmen Konsequenzen: Natriumgas begünstigt die nukleare Kettenreaktion, im Gegensatz zu Wasserdampf. Daher brauchen Schnelle Brüter viel mehrfunktionierende Sicherheitseinrichtungen, , damit es nirgendwo da drinnen zu blubbern anfängt, weil es dort dann gleich noch mehr blubbert. Wenn die Kühlung dauerhaft weg ist, schmelzen die Brenstäbe genauso wie jeder ungekühlte atomare Misthaufen, der frisch aus dem Stall kommt – mit einem Unterschied: Brutstäbe, wenn sie schon genug PU enthalten, sind wie Bestandteile einer riesigen PU bombe, Beim Zusammensfluss in der Kernschmelze, wo nichts mehr unkontrollierbar ist, hilft nur noch beten, dass die Bombe nicht zündet.

Als Schlusswort dieses Traktats verbitte ich es mir jetzt schon mit Nachdruck, wenn jemand hier das seit 1945 weltweit laufende Ringen um wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse als Aktivität einer “Anti-Atom-Lobby” diffamiert, bloß weil der menschliche Fortschritt nicht nur bei der Technik, sondern auch bei der Wissenschaft voran schreitet.
Was dem langsam hinterher hinkt ist die Politik, die die Tendenz hat, gemeinschädliche Arbeitsplätze zu bewahren und veraltete Industrien zu stützen, damit sie längst nicht mehr reelle Renditen einfahren, anstatt nachhaltigerer Wirtschaft den Weg frei zu machen.
Was wir als Weltbevölkerung derzeit treiben mit der Kernenergie, ist unterm Strich nüchterner Bilanzierung eine betrügerische Insolvenzverschleppung, bei der keine Börsenaufsicht einschreitet, weil es nur zum Schaden der Weltbevölkerung ist.
Wer wider besseres Wissens, das ich hier gelegentlich ausbreite, den Wissensstand von vorgestern wiederkäut, nur weil das irgendwo im Internet noch als postfaktisch aufgehübschte Reklame abrufbar ist, dessen Glauben ist gemeingefährlich, denn er betrügt nicht nur sich selbst, sondern auch alle die ihm Glauben schenken. Soll später keiner aus der Leserschaft seinen Enkeln sagen müssen, er hätte nichts davon gewusst.

24.9.2016, Dipl.Phys. Meinrad Rombach, BO

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