Einzelhandel Shop EK-Zentrum

Einkaufszentren auf der grünen Wiese, Shopping-Malls in der City und Online-Shopping nehmen den zumeist inhabergeführten Läden des Einzelhandels im Ortskern von Stadt und Gemeinde immer mehr Umsatz weg. Oft erfolgt die Beratung im Laden vorort und der Kauf dann bei Amazon. Nun regt sich Protest – beim Buchhandel wie beim Einzelhandel, so zuletzt in Kenzingen.

Protest gegen Onlineshopping: Kenzinger Händler kleben Schaufenster zu
Wie sähe Kenzingen ohne Einzelhandel aus? Damit Bürger davon einen Eindruck bekommen, kleben die Ladenbesitzer ihre Schaufenster zu. Ihr Protest richtet sich gegen die Online- und Großmarkt-Konkurrenz. ….
Alles vom 26.3.2013 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/protest-gegen-onlineshopping-kenzinger-haendler-kleben-schaufenster-zu

 

Einzelhandel muß seine Vorteile herausstellen und ausbauen
Wo ist denn nun der USP des Einzelhandels? Einfach dass es ihn gibt und er das Ortsbild verschönert, wie man der Aktion entnehmen könnte? Das kann’s ja wohl nicht sein. Sind die großen Vorteile des stationären Einzelhandels nicht viel eher:
– Spezialisierte Fachgeschäfte mit vollständiger und aktueller Auswahl?
– Stöbern, Anfassen und Ausprobieren?
– Kompetente und freundliche Beratung?
– Guter Service auch nach Vertragsschluss?
– Gute Erreichbarkeit vor der eigenen Haustür?
Wäre es also nicht nähergelegen, statt mit Mitleidsmasche und Weltuntergangsstimmung auf diese besonderen Vorteile hinzuweisen und diese Vorteile weiter auszubauen, nach dem Motto “nicht billig-billig, aber preiswert”, vielleicht verbunden mit einer Gewährleistungsverlängerung, einem Rückgaberecht wie im Fernabsatz, einer kostenlosen Wartung nach einem Jahr o.ä.? Ich kenne natürlich die Verhältnisse in Kenzingen nicht, aber in Freiburg setzt der Einzelhandel auch oft ganz einfach auf die falschen Pferde: Miniauswahl, schlecht ausgebildetes, unmotiviertes Personal, Auspacken und Ausprobieren ist nicht erlaubt – da braucht sich kein Einzelhändler wundern, wenn man lieber bei Amazon kauft. Auch die zunehmend schlechte Erreichbarkeit der Innenstädte mit dem Auto trägt zur Entwicklung bei (wer will schon mit den Tüten in den ÖPNV), dafür können aber die Einzelhändler natürlich nichts. Wie wär’s mit einer Anrechnung von Parkgebühren bei Kauf? Sorry, aber Mitleid ist das Geschäftsmodell gemeinnütziger Organisationen, nicht aber wirtschaftlicher Unternehmen.
27.3.2013, Michael Keller

Am Wettbewerb teilnehmen
Es ist immer wieder erstaunlich, solange vom freien Markt und freien Handel profitiert wird, klebt keiner die Scheiben zu, so lange im Wetbewerb Andere verdrägt werden sind das die Gesetze des Wetbewerbs. Wird man nun selbst betrofen, dann ist auf ein Mal alles schlimm und böse. Auch in Kenzingen und anderswo muss man begreifen, dass sich die Erde weiter dreht und dass der Kunde die Trends setzt (wenn auch teilweise durch Marketingmassnahmen angeregt). Sinnvoller als das Zukleben von Schaufenstern wäre allemal die Arbeit an einem eigenen Internetauftritt und somit eine Teilnahme an diesem Wettbewerb!
27.3.2013, Michael Kirschner

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