Ebnet 900 Jubilaeum 6./7.Juli

Ebnet, „der Ort in der Ebene“ feiert 2013 sein 900-jähriges Bestehen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Jubiläumswochenende am Samstag, 6. und Sonntag 7. Juli auf dem Festgelände bei der Dreisamhalle: Dorfhock, Holzhauersymposion, Fotoausstellung, Kutschfahrten, Musikprogramm, Gastlichkeit.

 

Die Ortsgeschichte Ebnets
Erstmals erwähnt wurde Ebnet 1113 im Verzeichnis der Güter des Klosters St. Peter im „Rotulus Sanpertrinus“. Die Zähringer bestimmten in dieser Zeit die Geschicke der Gegend, aber vermutlich wurde das Leben in Ebnet und dem Zartener Becken entscheidender beeinflusst durch den Streit und die Allianzen um Einfluss und Besitz zwischen den Adelssippen und Bürgerfamilien wie den Herren von Wiesneck, den Falkenstein, den Schnewlin und den Grafen von Freiburg. Nachdem sich Freiburg 1368 unter den Schutz des Hauses Habsburg begeben hatte, gehörte auch Ebnet zu Vorderösterreich. Zunächst bestimmten die Schnewlin von Kandeck, dann ab 1568 sieben Generationen lang die Herrn von Sickingen, die Geschicke vor Ort. Auf das Wirken der Familie Sickingen hin wurde 1631/32 Ebnet eigenständige Pfarrei, es erfolgte 1725 der Kirchenneubau in barockem Stil und 1748/50 der Bau des Rokoko-Schlosses. Die Rechts- und Verwaltungsordnung aber oblag Österreich. So hatte Ebnet katholisch zu bleiben. Im Gefolge der Napoleonischen Kriege erhielt das Haus Baden Teile Vorderösterreichs. Ebnet wurde dadurch ab 1806 selbstständige Gemeinde im Großherzogtum Baden. Im Wechsel der jüngeren deutschen Geschichte blieb Ebnet bis zum 1. Juli 1974 selbstständig. Seither ist Ebnet Stadtteil von Freiburg mit eigener Ortsverwaltung, eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. (Quelle: Festschrift 900 Jahre Ebnet).

Ebnet ist Freiburgs Tor zum Schwarzwald
Ein gewichtiger Meilenstein in der jüngeren Geschichte Ebnets ist mit Sicherheit der 24. Oktober 2002. Der Tag, an dem die B31 Neu eröffnet wurde und Ebnet aufatmen konnte. Bis dahin fuhr der gesamte Transitverkehr der Ost-West-Achse auf der Schwarzwaldstraße, die mitten durch den Stadtteil führte. Eine unaufhörliche Blechlawine im Stop- und Go-Tempo und unzählige Lastwagen quälten sich durch das Nadelöhr und zerschnitt den Ort quasi in zwei Hälften. Die lang ersehnte Verlegung der B31 ermöglichte Ebnet neue Baugebiete auszuweisen und das Ortsbild neu zu gestalten. „Mit der Entlastung vom Durchgangsverkehr durch die neue B31 haben sich neue Perspektiven mit einer behutsamen Umgestaltung der Ortsmitte ergeben“, schreibt dazu Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon in seinem Grußwort in der Festschrift zum 900-jährigen Jubiläum „Sie schaffen damit einen äußeren Rahmen für eine vitale Entwicklung in einer engagierten Bürgerschaft sowie für Handel und Gewerbe.“ „Ebnet ist Freiburgs Tor zum Schwarzwald, landschaftlich reizvoll am Anfang des Dreisamtals gelegen, als Bindeglied zwischen der pulsierenden Stadt und der attraktiven Erholungslandschaft. Ein reges Vereinsleben, Veranstaltungen wie der Kultursommer und stabile dörfliche Nachbarschaften, in die auch Neubürger integriert sind, sind bis heute prägende Merkmale eines funktionierenden Gemeinwesens“, so Salomon.

Holzbildhauersymposium
Eröffnet werden die Feierlichkeiten am Samstag, dem 6. Juli mit der offiziellen Vorstellung der Kunstwerke eines Holzbildhauersymposiums. Vier Künstler aus Freiburg erschaffen Werke aus Holz mit Bezug auf Ebnet. Die Arbeiten beginnen am Montag, dem 1. Juli und dauern bis Freitag, 5. Juli. Die Künstler werden von Montag bis Donnerstag, 9.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 20.00 Uhr anwesend sein. Eine Einführung zu den Kunstwerken durch die Kunsthistorikerin Dr. Antje Lechleiter findet im Rahmen der offiziellen Eröffnung des Jubiläumswochenendes am Samstag, 6. Juli, 11.00 Uhr statt. Die Skulpturen werden anschließend ein Jahr lang an verschiedenen Orten in Ebnet zu sehen sein. Nähere Infos zu den Künstlern unter www.900jahre-ebnet.de.

  Ebnets Ortsvorsteher Sänger am Festschild in der Schwarzwaldstrasse

Dorfhock, Altes Handwerk und Schauprägen
Danach findet der Fassanstich mit Jubiläums-Böllerschießen statt und der Dorfhock wird eröffnet. Gleichzeitig wird altes Handwerk präsentiert und man kann beim Schnapsbrennen, Bandweben, Töpfern, Korbflechten zuschauen oder einem Küver, Drechsler und einer Strohschuhmacherin über die Schulter schauen. Die Besucher haben außerdem an beiden Tagen die Möglichkeit, sich bei einem Schauprägen in mittelalterlicher Münztechnik einen Gedenktaler in Zinn „900 Jahre Ebnet“ zum Preis von 4.- Euro prägen zu lassen. Um 15.00 Uhr lädt die Freiwillige Feuerwehr zu einer Historischen Feuerwehrübung ein. Um 22.30 Uhr wird ein großes Jubiläumsfeuerwerk den Himmel über Ebnet erstrahlen lassen, gefolgt von einer Partynacht mit DJ Flo Holzer in der Dreisamhalle.
Am Sonntag, dem 7. Juli, beginnen die Feierlichkeiten um 10.00 Uhr mit einem ökumenischen Festgottesdienst bei der Dreisamhalle, musikalisch und mit Jubiläums-Böllerschießen umrahmt, danach wird der Dorfhock eröffnet.

Fotoausstellung „Ebnet im Wandel der Zeit“
An beiden Festtagen ist außerdem ganztägig eine große Fotoausstellung von Erich Wickersheim und Eberhard Schröder im Clubheim der Dreisamhalle zu sehen. „Anhand der Fotos kann man sehen, wie es hier in Ebnet früher ausgesehen hat, was sich verändert hat, was besser, was schlechter geworden, was verschwunden und was dazugekommen ist“ so Erich Wickersheim. „Die Ausstellung ‚Ebnet im Wandel der Zeit’ soll zeigen, was Ebnet in den letzten Jahrzehnten verloren, aber auch, was es behalten und gewonnen hat, sodass man danach beurteilen kann, ob eine Zukunftsplanung auf die Besonderheiten der Gemeinde Ebnet abgestimmt ist. Die Ausstellung soll aber auch eine ernste Mahnung sein, mit unserem Ort behutsam umzugehen und alle künftigen Veränderungen maßvoll und überlegt zu gestalten.“

Kutschfahrten, Kinderprogramm und historische Führungen
Außerdem gibt es an beiden Nachmittag Kutschfahrten und historische Führungen durch den Ort, um jeweils 16.00 Uhr ein Ballonwettbewerb und nachmittags ein Kinderprogramm mit dem Förderverein der Feyel-Schule. Für das leibliche Wohl ist durch die Ebneter Vereine bestens gesorgt und am Sonntag wird ein Ochs am Spieß gebraten.

900 Jahre, ein Grund zu feiern
„900 Jahre sind ein Grund zu feiern“ schreibt Ortsvorsteher Bernhard Sänger in seinem Grußwort in der Festschrift „Aus einem vorwiegend ländlich geprägten Straßendorf hat sich ein beschaulicher Stadtteil von Freiburg entwickelt. Ebnet ist heute eine begehrte, liebens- und lebenswerte Heimat für Jung und Alt. Dabei hat es seinen eigenständigen Charakter beibehalten“. „Das Jubiläumsjahr ist eine Reise in die Vergangenheit, eine Begegnung mit dem Heute und auch ein Anlass, um in die Zukunft zu blicken“, so der Ortsvorsteher. „Im Vordergrund steht aber das Feiern! Wozu ich alle ganz herzlich am Jubiläumswochenende einladen möchte. Feiern Sie mit uns, erleben Sie unvergessliche Stunden und erhalten Sie bleibende Eindrücke des Ebneter Lebens und der Gastlichkeit.“ Weitere Informationen und alle Termine des Jubiläumsjahres unter www.900jahre-ebnet.de.
27.6.2013, Gisela Heizler-Ries, www.dreisamtaeler.de

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