Deutschland im Niedergang

Deutschland befindet sich im Niedergang. Wir werden weniger (Demografie), verblöden zunehmend (Bildung) und verlieren unsere Eigenheit (Kultur). Zum demografischen Niedergang meint Markus Vahlefeld: “Ohne die Anti-Baby-Pille wäre Deutschland kein so weiblich-pazifistisches Land, sondern würde seine dritten nachgeborenen Söhne in den Krieg schicken” (Youth Bulges).
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Zum Bildungs-Niedergang meint der Völkermordforscher Prof Gunnar Heinsohn:
“China hat nur viermal so viele Menschen wie die USA, aber zehnmal so viel begabten Nachwuchs.”
Können die Nationen Europas dann froh sein, in einer Art Reservat zu überleben?
Heinsohn: So ungefähr können wir uns das vorstellen. Die EU könnte zu einem Freiluftzoo werden, muss sich aber auch dafür anstrengen. Überdies könnten „Unsichere Zonen“ die Begeisterung von Besuchern im Keim ersticken. Deutschland ist intellektuell ausgeblutet. Es fehlt die geistige Beweglichkeit und damit die Bereitschaft, noch einmal durchzustarten.
Ein Blick auf unsere Medien verdeutlicht das Problem. Es gibt da den Begriff der Lügenpresse. Aber der ist falsch. Überwiegend wird keineswegs gelogen. Denn die Lüge braucht Verstand, der sie beizeiten auch wieder abstellt. Gerade die jüngeren Kräfte aber glauben tief, dass es so ist, wie sie es sich vorstellen und verbreiten.
Und was ist mit gelegentlich zu hörenden Überlegungen einer bürgerlichen Revolution?
Heinsohn: Hat was Hübsches. Dazu fehlen allerdings die gescheiten jungen Hungrigen, die imstande wären, das Erstarrte zum Tanzen zu bringen. Alte Männer machen keine Revolution. Und das Alter steckt auch schon in den Köpfen der Jungen.
Quelle: http://www.freiburg-schwarzwald.de/blog/engagement/zukunft/demokratie/westen/
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Zum kulturellen Niedergang von Deutschland meint David Engels:
“Nein, die einzige Antwort auf die Frage „Was tun?“ besteht zunächst in der kühlen Einsicht in die Unausweichlichkeit jener geistigen Umstürze und Kulturbrüche, die sich in den nächsten Jahren ergeben werden, und von denen Dijon, Stuttgart und die BLM-Ausschreitungen nur ein erster, kleiner Vorgeschmack sind – und dann vor allem im Mut, die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu ziehen.
Die „letzten Abendländer“ – eine Bezeichnung, die hier nicht ethnisch gemeint ist, sondern diejenigen bezeichnet, die sich mit Liebe, Stolz und Dankbarkeit zu unserer kollektiven Vergangenheit der letzten Jahrhunderte bekennen, egal, was ihr jeweiliger Hintergrund sein mag – werden in absehbarer Zeit zu einer Minderheit unter vielen anderen werden. Wenn sie in dieser Konstellation kulturell überleben und vielleicht auch ihre Tradition in künftiger Zeit erneut zu einer allgemeinen „Leitkultur“ erheben wollen, gelten zwei Grundsätze: die unbedingte Stärkung und Festigung der eigenen Identität sowie die enge Zusammenarbeit mit ähnlichen Gruppen überall in Europa, um dem ebenfalls international agierenden Druck sinnvoll entgegentreten zu können.”
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Der Niedergang in Bezug auf Demografie, Bildung und Kultur führt zum Niedergang auf vielen Gebieten, wie:
Wirtschaft: Rezession (deren Ursachen in der Zeit lange vor Corona liegen), Verlust der Konkurrenzfähigkeit zu China (wir sind außerstande, ein G5-Netz zu entwickeln).
Gesellschaft: Die in westlichen Gesellschaften ungeschriebene Vereinbarung des „consent of the governed“ erlaubte es den Regierungen ab 1945, im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung neue Regeln zu erlassen. Dieser Consent scheint inzwischen kaum mehr möglich zu sein, denn: Das soziale Miteinander befindet sich in Schieflage. Nur noch 15 Mio Nettosteuerzahler können die Wohlfahrt von 82 Mio Einwohnern immer weniger sicherstellen bzw. über die Commons befinden.
Milton Friedman sagte nannte die Alternative, für die er mit dem Nobelpreis geehrt wurde: “You can have a welfare state or you can have open borders. But you can’t have both”. Kurz: Wohlfahrtsstaat oder Migration. Da wir weiter Migration nicht mit der Verpflichtung verbinden, daß Zuwanderer sich selbst versorgen (Arbeitslosigkeit 7/2020 bei 46%), ist der Niedergang unseres Wohlfahrtsstaates unausweichlich.
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Um dem Niedergang in Bezug auf Demografie, Bildung und Kultur zu begegnen, ist ein Paradigmenwechsel erforderlich. Ob “Politik + Medien”, die auf die Macht in den nächsten Legislaturperionde hin arbeiten, zu diesem doch eher langfristigen Unterfangen imstande sind, ist fraglich.
9.8.2020

Inkompetenz statt Bildung? (17.8.2020)

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