Claudia Suetterlin – Uli Fuehre

Sie kamen ganz einfach mit ihren gemeinsamen Interessen, der alemannischen Sprache und der Musik, zusammen. Claudia Sütterlin, die Leiterin der Alemannischen Bühne Freiburg, im südbadischen Kandern geboren, rief den in Lörrach geborenen und im Dreisamtal lebenden alemannischen Liedermacher Uli Führe an und bat ihn, sie doch einmal bei ihren Liedern zu begleiten.

Für Uli keine Frage – und als er dann auch noch hörte, dass es sich um eine Veranstaltung der Kirchzartener Kolpingsfamilie handelte – für ihn ein „Heimspiel“ – war klar: „Das machen wir. Und zwar in unserer Sproch.“ Damit war dann auch gleich der Titel des alemannischen Liederabends im mit 180 Besuchern total ausverkauften Mariensaal des Katholischen Gemeindehauses Kirchzarten geboren: „In unserer Sproch“. Kolpingchef Hans-Peter Rombach freute sich bei der Begrüßung: „Ich bin froh, dass sich beide zusammengefunden haben.“ Und dann legte zunächst Uli Führe los und sprach der einzigen Schwäbin, die sich outete, Mut zu. Er gab Didis Chevrolet-Geschichte zum Besten: „Das Gerücht – allerdings alles von A bis Z erstunken und erlogen“. Lachsalven provozierten seine Pläne für eine Autobiographie mit den Kapiteln Geburt, Eltern und Schulzeit: „Was will mer mehr, e weng Auto und Biographie.“ Nachdenklich hörten alle seinen Erinnerungen an Onkel Max und dessen „Schränkli“ an. Spannend waren nicht nur für Väter die Lieder über Ulis Kinder Amelie „Dini blaue Auge“ und Samy „Guetgmeint“ – der sei trotz der Erziehung jetzt ein wunderbarer Mann.

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Claudia Sütterlin und Uli Führe sangen in Kirchzarten erstmals gemeinsam „In unserer Sproch“. Foto: Gerhard Lück

Und dann kam Claudia Sütterlin mit ihrem Lied „In derer Sproch, in miner Sproch“ auf die Bühne, einfühlsam von Uli Führe auf der Gitarre begleitet. Mit ihrer wunderschönen Stimme sang sie tiefgründige Texte, lobte die junge Mutter mit ihrem „Kindle fescht im Arm“ und nahm die „Du darfst“-Schlankmacher-Produkte aufs Korn. Ob Internet-Tango, „ein paar Bilder für später“, französisch gesungen, oder ihre Frage „Wohin, wenn mich das Heimweh plagt und ich nicht schlafen kann“ – Claudia Sütterlin verstand es, den Menschen auf alemannisch einen Alltagsspiegel, mal weich und melodienreich, mal aufwühlend und voller Rhythmus, vorzuhalten. Und Uli Führe setzte mit seinen Liedern „in unserer Sproch“ fort. Er beschrieb mit „Single sucht Singelin“ die Internetpartnersuche, gab seine Erfahrungen beim Zahnarzt zum Besten; stellte fest, dass „Google weiß Bescheid“ oder sang ein Liebeslied aufs Freiburger Münster: „Himmel aus Stein“. Und dann ging ein wunderschöner alemannischer Liederabend mit dem „Schwarzwälder im Breisgau“ von Johann Peter Hebel und „In Mueders Stübele“ zu Ende. Bleibt zu hoffen, dass sich da ein neues „alemannisches Liederpaar“ gefunden hat – dank Kolping!
30.1.2014, Gerhard Lück www.dreisamtaeler.de

 

 

 

 

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