Brennstoffzelle – Strom Waerme

Familie Bastian nimmt als einer von sieben Haushalten deutschlandweit an einem Feldversuch statt: ein Jahr lang wird getestet, ob eine Brennstoffzelle den Strom- und Wärmebedarf eines Privathaushaltes/Hauses decken kann. Ausgewertet wird das Ganze von den Energieversorgern Badenova, der Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten (EWK) und dem Netzwerk Thüga.

Neu an der getesteten Technologie ist die Größe der Brennstoffzelle. Sie ist nicht größer als eine normale Gastherme und darauf ausgelegt, Ein- bis Zweifamilienhäuser zu versorgen. Die Brennstoffzelle wandelt mittels modernster Technologie zugeführtes Erdgas zunächst in Wasserstoff und dann in Strom und Wärme um. Hierbei soll das Gerät nach dem „Grundlastprinzip“ einen Grundbedarf an Strom und Wärme produzieren. Durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung kann, so Martin Eichelbrönner von der Herstellerfirma Elcore, muss etwa ein Drittel weniger an Primärenergie aufgewendet werden. „Die errechnete CO2 Emission reduziert sich ebenfalls um 30%“ erklärte Eichelbrönner. „Je nach individuellem Verbrauch lassen sich die Stromkosten also um 25-50% senken.“ Ob sich das in dieser Größenordnung wirklich realisieren lässt, soll sich nun im Rahmen des auf ein Jahr angelegten Feldtests zeigen.

    Bild: Anja Scheiner

Bildunterschrift (Foto mit Herrn Hall): (v.l.) EWK-Geschäftsführer Arnd Frieling, Badenova-Vorstand Mathias Nikolay, Bürgermeister Andreas Hall, Martina und Ralf Bastian sowie Martin Eichenbrönner von der Herstellerfirma Elcore bei der Inbetriebnahme der Brennstoffzelle.

Badenova-Vorstand Mathias Nikolay zeigte sich bei der Inbetriebnahme gespannt: „Wir sehen bei der Brennstoffzellentechnologie interessante Potenziale. Sollte der Feldtest erfolgreich verlaufen, können sich daraus neue Möglichkeiten der Strom- und Wärmeversorgung für Eigentümer von Einfamilienhäusern ergeben.“ 2014 will die Herstellerfirma weitere, umfangreichere Tests starten. „Dabei setzt Elcore vor allem auf Nachrüsttechnik“  erklärte Martin Eichelbrönner. Ziel ist, das Gerät für circa 10 000 Euro beim Endkunden anbieten zu können. Damit ließe sich eine Wirtschaftlichkeit von unter zehn Jahren erreichen. Ob und wie viel ihres Energiebedarfs der grauen Kasten in ihrem Keller decken kann, wird Familie Bastian selbst nicht sehen können, denn alle Messwerte werden über einen angeschlossenen Computer per Internet verschickt und ausgewertet. Dennoch ist die Familie gespannt. „Wir hoffen, dass es gut läuft“ meint Martina Bastian.
26.4.2013, Anja Scheiner, www.dreisamtaeler.de

 

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