Blutspender dringend gesucht

Durch die Grippewelle sind die Blutreserven in Freiburg wie andernorts deutlich geschrumpft. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als weitaus größter Versorger registrierte im Februar bislang fast 20 Prozent weniger Blutspenden als in den vergangenen Jahren. Im Januar war es bereits ein Minus von 16,5 Prozent, sagte der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes, Friedrich Düppe, am Dienstag. Das Freiburger Universitätsklinikum richtete gar einen „dringenden Apell zur Blutspende“ an die Öffentlichkeit. Die Situation der Blutversorgung am Universitätsklinikum ist schlicht angespannt. Aufgrund des schwachen Spendenaufkommens ist der Verbrauch an Blutreserven derzeit deutlich höher als der Nachschub. „Wir können das eine Weile gut überbrücken, aber jetzt brauchen wir auf jeden Fall wieder spendewillige Menschen, um für die Versorgung der Patienten auf der sicheren Seite zu sein“, so der Leiter der Blutspendezentrale des Universitätsklinikums, Dr. Markus Umhau. Panik will er jedoch nicht verbreiten: „Die Notfallversorgung ist in jedem Fall noch gewährleistet.“ Es fehlt vor allem an der Blutgruppe Null Rhesus negativ, die für alle Menschen einsetzbar und daher besonders gefragt ist. Grundsätzlich würden jedoch für alle Blutgruppen Spender gesucht. Im Jahr benötigt die Freiburger Uniklinik rund 35.000 Blutspenden. Rund 30.000 erhält sie in ihrem Blutspendezentrum. „Die Differenz müssen wir über andere Anbieter decken, vor allem über das DRK“, sagt Markus Umhau. Doch auch beim Blutspendedienst des DRK fehlen Spenden. Von den wöchentlich 10.000 Blutspenden in Baden-Württemberg, die dort benötigt werden, um die Versorgung zu gewährleisten, haben in den letzten Wochen etwa 1.000 Blutspenden gefehlt. „Die Fastnachtszeit war sicherlich schwierig, da hier zum einen natürlich Spender fehlen, zum anderen auch Terminorte, da Hallen für Fastnachtssitzungen genutzt wurden“, sagt Stefanie Fritzsche vom DRK Freiburg. Inwieweit die Grippewelle für den Rückgang verantwortlich sei, könne sie nicht sagen. Bis gestern haben sich in Freiburg 954 Spendewillige gemeldet, von denen 904 tatsächlich Blutspenden konnten, davon 38 Erstspender. „Einen temporären Rückgang von zehn Prozent können wir kompensieren, die Versorgung mit Blutprodukten ist demnach nicht gefährdet. Der derzeitige Stand darf jedoch nicht anhalten.“ Operationen mussten bisher nicht verschoben werden. „Im Notfall kann man statt Rhesus negativ Rhesus positiv nehmen“, meint Markus Umhau. Er ist seit acht Jahren Leiter der Blutspendezentrale und beobachtet immer wieder, vor allem zur Ferienzeit, Rückgänge der Blutspender. Wenn die Reserven knapp werden, würden Stammspender auch persönlich angeschrieben. Für einen Beutel mit Blutzellen müssen Kliniken rund 100 Euro zahlen. Nicht nur in Freiburg, in ganz Südbaden ist das Blutspendeaufkommen derzeit extrem niedrig. „Wir müssen einfach immer wieder darum bitten, sich klarzumachen, dass jeder, der einen Unfall hat oder an einer schweren Erkrankung leidet, unter Umständen auf Spenderblut angewiesen sein kann. Wir bitten deshalb im Namen der Patienten um die solidarische Hilfe der Bevölkerung“, appelliert Umhau. Wer sich über die Blutspende informieren möchte, kann dies im Internet auf www.blutspende-uniklinik. de tun. Erstspender sollten beim ersten Termin rund eine Stunde Zeit einplanen. Ab März startet bei der Universitätsklinik die Aktion „Frühstückchen“: Zwischen 8 und 10 Uhr bekommen Blutspender nicht nur Freigetränke und eine kleine Aufwandsentschädigung, sondern können sich noch an einem Croissant oder einer Brezel stärken.
21.2.2013, Nils Kickert, www.stadtkurier.de

Beim DRK besteht die nächste Blutspendemöglichkeit am 1. März 2013 in Eichstetten in der Festhalle und am 21. März in Waltershofen.
Öffnungszeiten der Blutspendezentrale der Uniklinik, Hugstetter Str. 55 in Freiburg: Montag und Dienstag 8 bis 15 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 12 bis 19 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr, jeden 1. und 3. Samstag im Monat 8 bis 13 Uhr.
www.blutspende-uniklinik 

 

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