Bildungsplan 2015 Widerstand

Zum neuen “Bildungsplan 2015 für Baden-Württemberg“, den das Kultusministerium derzeit ausarbeitet, gibt es Kritik. Kirchen lehnen es ab, sexuelle Vielfalt im GRUNDSCHUL-Unterricht zu verankern mit der Begründung, Schüler würden indoktriniert. So steht im Statement der evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden sowie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Erzdiözese Freiburg, das am Freitag veröffentlicht wurde:

“Die Kirchen treten ein für in den „Leitprinzipien“ genannte Themen wie Prävention vor Gewalt und Diskriminierung, Berufsorientierung, Nachhaltigkeit oder Gesundheit. Zugleich machen sie deutlich, dass „Leitprinzipien“ für einen Bildungsplan auf der Grundlage des Menschenbildes zu entwickeln sind, das der Landesverfassung und den Schulgesetzen zugrunde liegt: Jeder Form der Funktionalisierung, Instrumentalisierung, Ideologisierung und Indoktrination gilt es zu wehren. Dies gilt nicht zuletzt im sensiblen Bereich der sexuellen Identität und damit verbundener persönlicher und familiärer Lebensentwürfe. ….” Lesen Sie mehr auf
http://www.elk-wue.de/aktuell/detailansicht-pressemitteilung/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=50809&tx_ttnews%5BbackPid%5D=98&no_cache=1

Aktionsplan “Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg”
http://www.sm.baden-wuerttemberg.de/de/Aktionsplan_Fuer_Akzeptanz__gleiche_Rechte_Baden-Wuerttemberg/170735.html

Online-Petition gegen den Bildungsplan
Ein Realschullehrer aus dem Schwarzwald hat eine Online-Petition gestartet unter dem Titel: “Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens”. Darin wendet er sich dagegen, dass Lehrkräfte in Zukunft die Kinder mit dem Anspruch, sämtliche “LSBTTIQ-Lebensstile” (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender, intersexuell und queer) seien der Ehe zwischen Mann und Frau gleichzustellen, an eine neue Sexualethik heranführen.
https://www.openpetition.de/petition/online/zukunft-verantwortung-lernen-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens

Der Jesuit und Rektor des Kollegs St.Blasien:
Klaus Mertes: Ekelerregende Hetze gegen Homosexuelle (14.1.2014)

 

Seelischer Missbrauch der Schüler
Diskriminierung darf nicht sein. Allerdings ist es völlig unverhältnismäßig, dass die sexuelle Orientierung als Leitprinzip in alle Fächer einfließen soll. Die sexuelle Orientierung/Diskriminierung soll weiterhin im Bio- und Reli- Ethikunterricht behandelt werden, dann wird das von geschultem Personal in angemessener Qualität unterrichtet und ist dann ein wertvoller Beitrag zur Persönlichkeitsbildung. Aber eine permanente Konfrontation und Überfrachtung mit diesem intimen-aufwühlenden Thema sexueller Orientierung in der Sekundarstufe grenzt an einem seelischen Missbrauch der Schüler.
10.1.2014

Verunsicherung wird erreicht
Ich möchte nicht als homophob, rechtsradikal oder mittelalterlich bezeichnet werden, wenn ich zum Thema Gendermainstreaming und Homosexualität eine eigene bzw. andere Meinung habe als Rot-Grün. Wir haben 3 Kinder an staatlichen Schulen und ich finde nicht, dass das Thema “sexuelle Vielfalt” etwas an Grundschulen zu suchen hat. Was soll damit vermittelt werden? Toleranz? – das geht auch über andere Themen. Sexuelle Orientierung? – Dafür sind die Kinder zu jung. Identität? Genau das Gegenteil, nämlich Verunsicherung, wird damit erreicht!
10.1.2014, Peter Schmid

Heute Kampf gegen Homophobie, morgen gegen Pädophobie
Wer weiß schon, dass mit Volker Beck einer der Antreiber gegen die christliche Moralethik und Kämpfer für die Rechte der Homosexuellen vor Jahren öffentlich für die Entkriminalisierung des sexuellen Akts mit Kindern eintrat. Er schrieb: “Wer für die Lebenssituation der pädophilen Menschen etwas erreichen will, muss diese Diskussion mit Aufklärung und Entmythologisierung vorbereiten. Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustands ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich” (1988). Volker Beck ist Mitglieder der GRÜNEN und war 2005-2009 ihr parlamentarischer Geschäftsführer
10.1.2014, Erle

Kindern keine Zwangskonfrontation antun 
Ich bin tolerant Homosexuellen gegenüber. Sie sollen heiraten dürfen und Frauen Kinder adoptieren. Als Hetero Mann wirken homosexuelle Handlungen zwischen Männern auf mich aber nicht nur befremdlich, sondern eklig. Das ist einfach so und ich weiß, dass es bei allen Heteromännern in meinem Bekanntenkreis genauso ist. Schwule haben das Recht auf Liebe, aber ich möchte damit nicht direkt konfrontiert werden. Als Kind hätte mich eine Zwangskonfrontation damit eher gegen die Schwulen aufgebracht, anstatt zu mehr Toleranz geführt. Aufklärung darüber in Wort und Schrift, aber nicht bildlich.
10.1.2014

Haben wir keine anderen Probleme als dieses eine Thema Sex – egal ob Hetero, Homo, Bi, Trans. In jeder Spielart, auf allen Kanälen, in der Werbung, im Internet, in Zeitschriften, Erotik-Messen in jeder größeren Stadt, Sadomaso-Bestseller in den Regalen. Und nun soll das Thema möglichst auch noch in Kita und Grundschule in allen Facetten breit getreten werden.
10.1.2014

Kinder
Es ist doch äußerst seltsam, die kinderlosen Schwulen und Lesben wollen über die Kinder der anderen bestimmen. Wundert euch nicht, wenn die Eltern sich schützend vor ihre Kinder stellen.
10.1.14, Elke Baumann

Übersexualisierung und Gewalttätigkeit in die Schule hineintragen
Warum nur konfrontieren wir unsere Kinder in der Schule immer früher mit immer mehr Sex und mit immer mehr Gewalt?
Nun sollen Grundschüler (also ab 6 Jahren) über alle LSBTTIQ-Lebensstile (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender, intersexuell, queer) im Detail zwangsweise informiert werden. Dazu passt dieses Erlebnis: Neulich hörte ich in der Strassenbahn, wie sich vielleicht neunjährige Buben über “Analdehner” unterhielten,  wo man sie kaufen könnte und wie man sie am besten und wozu anwende. Auf meine Frage hin, woher sie denn das wissen: Von unserem Lehrer, im Grundschulunterricht Klasse 3.
Unser Sohn wurde mit 12 Jahren gezwungen, mit seiner Schulklasser “Schindlers Liste” anzuschauen. Er kam weiß im Gesicht und verstört nach Hause, so viel Gewalt konnte sein Kopf einfach nicht fassen. Er litt noch Jahre danach unter diesem Einprasseln von Gewalt, dem er im Kino 90 Minuten schutzlos ausgeliefert war.

Warum diese Übersexualisierung und Gewalttätigkeit in die Schule hineintragen – und zwar möglichst früh, möglichst anschaulich und realitätsnah? Welches System steckt dahinter?
11.1.2014, E.Hild

“Eine Überbewertung des Themas sexuelle Vielfalt in den Lehrplänen lehnen wir ab”
12.1.2014, Werner Bauer, Bildungsreferent der Württembergischen Landeskirche

Sogar der CCSD beklagt diese Überbetonung von LSBTTIQ
“Die Gesellschaft ist bei diesem rasanten politischen Mentalitätswandel nicht ausreichend mitgenommen worden. … auch der ganze mediale Jubel um Thomas Hitzlsperger ist irgendwo zu viel. Ich kann es nachvollziehen, wenn die Leute zur Zeit sagen: ja ist denn die ganze Welt schwul geworden?”
16.1.2014, Christoph Michl, Vorstand der Interessengemeinschaft CCSD (Christopher Street Day) und einer der Sprecher des Netzwerks LSBTTIQ in Stuttgart

 

PI-News auf den Zug der Bildungsplan-Petition aufgesprungen
PI ist auf den Zug der Bildungsplan Petition aufgesprungen, der Lehrer gehört nicht ins Umfeld von PI. Dass Gabriel Stängle nicht im geringsten mit der rechten Ecke was zu tun hat zeigt z.B. sein Engagement für eine Nazigedenkstätte. Die Berichterstattung der letzten Wochen zeigt, dass es für links gerichtete nicht möglich zu sein scheint, zwischen nationalistisch und wertkonservativ zu unterscheiden. Sicher gibt es zwischen diesen beiden Gruppen inhaltliche Schnittmengen wenn es um die Sicht von Familie und Gender geht, wie das Engagement von PI für die besagte Petition zeigt. Aber genauso gibt es Schnittmengen zwischen politisch Linken Grünen und evangelikalen Christen, wenn es um die Bewahrung der Schöpfung, das Engagement für Flüchtlinge oder weltweite Armutsbekämpfung geht – ohne dass jemand auf die Idee kommen würde, politisch Linke als Teil des Evangelikalen Netzwerks bezeichnen würde. Übrigens wurde die erwähnte Petition auch von viele Muslimen unterschrieben. Die kamen sicher nicht über den PI Blog zur Petition. Welche Medien oder Experten haben das erwähnt? Ich bitte sie also in Zukunft davon abzusehen, pauschal evangelikalen Christen in ein Netzwerk mit Rechtspopulisten zu stecken und sie mit dem Attribut “fundamentalistisch” zu beglücken.
31.1.214, Tobias Menges

http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/ein-hetzblog-gegen-den-interkulturellen-frieden–80249261.html

PI ist meiner Meinung nach die demokratische konservative Mitte. Man muss nicht alles so sehen wie die das tun, aber der Punkt für mich ist, dass PI DER oppositionelle antizeitgeistige Blog schlechthin ist. Und ich halte den ZEITGEIST immer für ein GRUNDÜBEL. Islamkritiker (gibt’s da etwa nichts zu kritisieren??) sind islamophob und wer nicht links ist, ist rechtsradikal. Das ist im Prinzip das, was gegen PI vorgebracht wird. Ich finde es richtiggehend eine journalistische Bankrotterklärung, wenn ein bekanner Linksextremer zu einer Stellungnahme zu etwas nicht Linksextremem gebeten wird. Alles ist aus dieser Sicht rechtsradikal. Ich verteidige im übrigen hier nicht in erster Linie die PI, sondern ich kritisiere scharf die BZ dafür, von einem Linksradikalen eine druckwürdige Meinung zu irgend etwas Nichtlinkem bekommen zu wollen. Das ist als ob ich eine Hyäne zum Jungtiermord oder Vegetarismus befragen würde.
1.2.2014, Robert Schmidhuber

 

Warum reagieren so viele Menschen ablehnend auf das Thema “sexuelle Vielfalt im Unterricht”?
Klocke: Dahinter steckt vor allem die Angst, dass Jugendliche in ihrer sexuellen Orientierung beeinflusst werden könnten, indem man positiv über Homosexualität spricht. Die Forschung zeigt jedoch, dass man zu seiner sexuellen Orientierung nicht verführt wird. Viele Menschen verkennen außerdem die Realität an den Schulen. Bisher spielt Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit da fast überhaupt keine Rolle – wenn, dann vielleicht im Biologieunterricht, wenn es um HIV-Prävention geht. Nur weil das Thema nun auch mal im Kontext Partnerschaft oder Familie vorkommen soll, kehren sich nicht die Verhältnisse um…..
Alles vom 31.1.2014 bitte lesen auf
http://www.zeit.de/2014/06/homophobie-unterricht-sexuelle-vielfalt 
Ulrich Klocke ist Sozialpsychologe an der HU Berlin

 

Winfried Kretzschmann zu Bildungsplan und Gender-Mainstreaming

ZEIT: Herr Ministerpräsident, warum soll ein Fünftklässler in Baden-Württemberg wissen, was Transgedender und Intersexuelle sind?
Kretschmann: Wein “schwule Sau” auf dem Schulhof eines der beliebtesten Schimpfwörter geworden ist. ….
ZEIT: In dem umstrittenen Lehrplam wird die Hauptprämisse der genderstudies unterstützt,: dass das Geschlecht nichts anderes als eine soziale, kulturelle Konstruktion ist. Die Tatsache, dass Frauen Kinder bekommen, überhaupt die Rolle der Biologie wird vollkommen verleugnet. Ist das in Ihrem Sinne?
Kretschmann: Warum die Menschen verschieden sind, muß die Wissenschaft klären. Es hat immer biologische und soziokulturelle Ursachen. …
ZEIT: Der Kulturkampt, von dem Sie sprechen, daht doch zwei Seiten: auf der einen die Evangelikalen, die Angst vor Umerziehung und Homosexualität haben. Auf der anderen die Anhänger der Genderstudies, die von Zwangsheterosexualität sprechen und Schwulsein als politisches Statement behandeln. Ob eine behörde effizient arbeitet, ist nicht so wichtig, hauptsache sei betreib Gender-Mainstreaming. Auf der Dach der Uni Freiburg weht die Regenbogenfahre. Wass sol das?
Kretschmann: Gender-Mainstreaming ist zwar ein Wortungetüm, aber ein wichtiges Anliegen, das wir uns jetzt nicht durch überspante Debatten ausreden lassen. …
Alles zu “Der Staat macht keinen schwul”, S. 5, vom 27.2.2014 in DER ZEIT www.zeit.de

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