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  • Studieren oder flanieren? – Europa feiert 25 Jahre Erasmus-Stipendium (4.9.2012)

 

Studieren oder flanieren? – Europa feiert 25 Jahre Erasmus-Stipendium

 

Erasmus hat sich gewandelt. Der Ruf des Programms ist angekratzt. Der Berner Bildungsökonom Stefan Wolter etwa bemängelt, dass viele Studenten das Stipendium für alle möglichen Freizeitbeschäftigungen nutzten – aber nicht zum Studieren. Aus seiner Sicht gehört das Programm dringend überarbeitet. In einer 2006 veröffentlichten Studie schlägt Wolter vor, mit größeren Summen fleißige Studenten zu unterstützen, die sich sonst keinen Auslandsaufenthalt leisten könnten, anstatt mit vielen kleinen Stipendien immer mehr beliebige Studenten ins Ausland zu schicken. Wolter fordert strengere Auflagen für Erasmusstudenten. Denn momentan fördere die EU nicht selten Aufenthalte, die einem ausgedehnten Urlaub ähnelten….
Alles vn  Charlotte Janz vom 4.9.2012 auf
http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/25-jahre-erasmus-stipendium-europa-feiert-und-studiert–63518716.html 

 
Erasmus-Studierende müssen im Auslandssemester 30 Credit Points erwerben
Der Artikel ist nicht frei von Einseitigkeiten und Klischees. Das Flanieren soll bei einem Erasmus-Aufenthalt sicherlich nicht fehlen. Eine wesentliche Information fehlt jedoch völlig in Ihrem Beitrag: Erasmus-Studierende sind verpflichtet, in einem Auslandssemester 30 Credit Points zu erwerben. Das bedeutet: Sie müssen sich den von der ausländischen Universität vorgeschriebenen Prüfungen unterziehen, und zwar nach denselben Bedingungen wie die einheimischen Studierenden. Die Prüfungen finden also in einer fremden Sprache statt, und dies oft schon nach drei Monaten. Wer die 30 Credit Points nicht erwirbt, läuft Gefahr, das Stipendium zurückzahlen zu müssen. Ein Erasmus-Aufenthalt sollte an der Heimatuniversität gründlich vorbereitet werden und wird in der Regel an der gastgebenden Universität von einem Koordinator begleitet. Eine der wichtigsten Fragen lautet dabei: Welche Kenntnisse können oder sollen im Auslandssemester erworben werden, auch im Hinblick auf die weitere Studien- und Karriereplanung? Nicht mit Prüfungspunkten zu bewerten ist jedoch die interkulturelle Kompetenz, die ein Auslandsaufenthalt vermittelt. Wer mit offenen Augen durch das fremde Land geht, verbessert nicht nur seine Sprachkenntnisse, sondern lernt auch, wie die Menschen sprechen, denken und leben. Und wer in jungen Jahren sich für ein paar Monate von seinem Elternhaus und Freundeskreis löst, um sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und zu bewähren, lernt auch noch für sich selbst. In meiner rund zehnjährigen Tätigkeit als Erasmus-Koordinator habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Erasmus-Studierenden in aller Regel zufrieden und bereichert ihre Heimreise angetreten haben. Außerdem haben sie einen Pluspunkt in ihrem Lebenslauf, an dem künftige Arbeitgeber nicht uninteressiert sind.
Prof. Dr. Eberhard Bons, Straßburg, 21.9.2012
  
 
Erasmus-Programm seit 1987

Das Erasmus-Programm wurde im Juni 1987 vom EU-Ministerrat ins Leben gerufen. Seitdem waren knapp drei Millionen Studenten im Ausland. Gefördert wird das Programm jährlich mit rund 450 Millionen Euro. Ein deutscher Erasmusstudent bekommt durchschnittlich 200 Euro im Monat. Die drei beliebtesten Zielländer sind Spanien, Frankreich und Deutschland, die auch alle drei die meisten Studenten ins Ausland schicken. Das Programm hat seinen Namen zum einen in Anlehnung an Erasmus von Rotterdam, dem niederländischen humanistischen Gelehrten. Zum anderen steht Erasmus als Akronym für EuRopean (Community) Action Scheme for the Mobility of University Students.
www.erasemus-guide.de

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