Stohrenschule

  Home >Bildung >Schulen >Stohren – Münstertal >Stohrenschule

Blick vom Schauinsland nach Süden übers Münstertal am 15.11.2012

Stohrenschule

Das im Jahre 1954 auf dem Stohren erbaute Schulhaus wurde im Laufe der Jahre generalsaniert: Dachhaut mit Prefa-Dachschindeln, Vollwärmeschutz, Isolierglasfenster und ab Dezember 2008 eine Holzpelletheizung anstelle der alten Ölheizung.

Stohrenschule, Grund- und Hauptschule, Tel 0 76 02 – 92 02 65
Ute Rößer, Schulleiterin
Stohren 3, 79244 Münstertal-Stohren
Poststelle@stohrenschule.mtal.fr.schule.bwl.de

Lehrerehepaar Renate und Benno Kroschel (bis 7/2012)


(1) Stohrenschule am 15.4.2011

(1) Blick nach Südwesten zur Stohrenschule am 15.4.2011

 

 

Ute Rößer ab 2012/2013 neue Schulleiterin der Stohrenschule

Als nahezu einmaligen Glücksfall werten Eltern und Schüler vom Münstertäler Ortsteil Stohren die Wiederbesetzung der Schulleiterstelle in der einklassigen Grundschule mit zehn Kindern. Nach 38 gemeinsamen Berufsjahren des Lehrerehepaares Benno und Renate Kroschel auf der fast tausend Meter hoch gelegenen Stohrenschule auf dem Schauinsland durfte Ute Rößer jetzt beruflich wie privat ins Stohrenschulhaus einziehen. Ihre Amtseinführung erfolgte am Mittwoch 28.11.2012 im vollbesetzten einzigen Klassenzimmer bei einer mehr als dreistündigen Feier im Beisein der Kinder, Eltern, Wegbegleiter, Freunde und Kollegen sowie hochrangiger Amtsträger von Schulamt und Gemeinde. Der Leitende Schulamtsdirektor Manfred Voßler und Personalschulrat Lothar Meroth vom Staatlichen Schulamt Freiburg waren es letztlich, die mit ihren Ansprachen ihre Unterstützung für den weiteren Fortbestand der Stohrenschule zum Ausdruck brachten. Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Schüler und Eltern vom Stohren und von Hofsgrund – aus dem Oberrieder Ortsteil werden derzeit sechs von zehn Grundschulkindern täglich über den Schauinsland zur Stohrenschule gebracht. Mit einem spontanen und kräftigen “Hurra, es geht weiter in der Stohrenschule!”, brachten Schüler und Eltern ihre Freude zum Ausdruck. Rein schulpolitisch und erst recht finanzwirtschaftlich gesehen dürfe es die Stohrenschule gar nicht geben, sagte Personalschulrat Lothar Meroth. Doch in diesem Falle gebe es geografisch-topografische und nicht zuletzt menschlich-soziale Gründe, welche die Existenz der seit 150 Jahren bestehenden Schule rechtfertigten. Diesen Gedanken vertiefte Schulamtsdirektor Voßler mit dem Hinweis auf eine von der Stohrenschule seit jeher praktizierte kindbezogene Pädagogik, die den aktuellen bildungspolitischen Vorgaben vollauf standhalte. Als engagierte Vollblutpädagogin garantiere Ute Rößer mit ihrer Affinität zur französischen Sprache, gepaart mit großem musikalischem Können und mit Naturverbundenheit, eine ganzheitliche Vermittlung des Unterrichtsstoffes unter Einbeziehung der Familien.
Die Mitverantwortung, welche die Eltern am Stohren auch in Zukunft fühlen und leben, unterstrichen die beiden Elternvertreterinnen Tanja Franz und Tanja Lorenz. Max Schneider begrüßte die neue Schulleiterin im Namen des Singkreises Stohren. Diese kulturelle Einrichtung, die jetzt unter der Leitung von Ute Rößer weiterbestehen wird, galt als ein Beispiel für die Bedeutung der Stohrenschule als wichtiger kultureller und sozialer Bezugspunkt auch für die erwachsenen Einwohner auf dem Schauinsland.
Pädagogin, Sekretärin und Hausmeisterin in einer Person: Der für die Schulleiterbesetzung zuständigen Freiburger Schulverwaltung galt deshalb der wiederholte Dank der Stohremer Elternschaft und auch der Münstertäler Gemeindeverwaltung. Stellvertretend für den verhinderten Bürgermeister Rüdiger Ahlers dankte Hauptamtsleiter Christoph Blattmann der neuen Schulleiterin für ihre Wohnsitznahme im renovierten Schulhaus bei gleichzeitiger mehr oder minder stillschweigender Tätigkeit als Pädagogin, Sekretärin und Hausmeisterin in Personalunion.

Herzliche Glückwünsche und Geschenke gab es für die neue Schulleiterin von ihren Münstertäler Kollegen, Rektor Wolfgang Gass und Konrektorin Lucia Böhler von der Abt-Columban-Schule, von Rektorin Anja Stotz von der Spielwegschule sowie von elsässischen Lehrerkolleginnen, mit denen Ute Rößer seit Jahren zusammenarbeitet und mit denen sie bis heute eine enge deutsch-französische Kooperation und Freundschaft verbindet.
Die Gratulanten aus Frankreich repräsentierten darüber hinaus eine Grundüberzeugung von Ute Rößer, die das Bauen von Brücken, den offenen Blick auf andere, das Lernen voneinander als eine wesentliche Ausrichtung ihres beruflichen und persönlichen Lebens sieht.
Die Stohremer Schülerinnen und Schüler setzten sich bei der Einführung ihrer Schulleiterin ins beste Licht. Selbstbewusst und konzentriert lieferten sie herzerfrischende Beiträge zur Feier. Köstlich und gekonnt waren auch die Darbietungen des Stohremer Singkreises und der amüsante Sketch des Spielwegkollegiums auf die “Neue” sowie das Flötenquartett und ein nachdenkliches Märchen der französischen Gäste. Die Schulleiterin zeigte sich rundum dankbar für den herzlichen Empfang und das ihr entgegengebrachte Vertrauen. “Miteinander – Füreinander”, dieser Wahlspruch auf der Ortseingangstafel des Münstertals, so Ute Rößer, passe genau darauf, wie sie ihre künftige Arbeit auf dem Stohren sehen möchte.  

Ute Rößer
Geboren wurde die neue Leiterin der Stohrenschule 1970 in Berlin-Charlottenburg, die Kindheit mit drei jüngeren Geschwistern in Berlin-Wedding verbrachte sie unmittelbar an der Mauer. Danach Umzug in den Odenwald, Lehramtsstudium in Heidelberg, Referendariat in Lörrach und Schopfheim-Langenau. Drei Jahre lang hat Rößer an französischen Grundschulen und Kindergärten in zweisprachigen Klassen im Raum Mulhouse unterrichtet, sieben Jahre war sie an der Grundschule Müllheim tätig und seit sechs Jahren in Münstertal an der Abt-Columban- und an der Spielwegschule vorwiegend für Unterricht in Französisch, Musik und Chor zuständig. In dieser Zeit hat sie viele Austauschaktivitäten zwischen Münstertäler und Elsässer Schulklassen organisiert.  
5.12.2012, Manfred Lange Die Kinder von der Stohrenschule
Hoch oben auf dem Stohren, auf 1000 Metern im Südschwarzwald, vollzieht sich der Wechsel der Jahreszeiten in atemberaubender Schönheit. Der Winter ist lang und hart, Frühling und Herbst sind voller Farben, der Sommer verglüht schnell. Hier oben gibt es noch eine der letzten Zwergschulen in Baden-Württemberg: vier Schulklassen in einem einzigen Raum, eine ganze Grundschule also. Rektor Benno Kroschel unterrichtet die Kinder selbst, zusammen mit seiner einzigen Lehrkraft, seiner Frau Renate. Ein ganzes Schuljahr lang begleitet die Dokumentation die Kinder von der Stohrenschule: bei der Weihnachtsfeier, beim Musizieren und Theaterspielen, bei einem Waldgang mit dem Förster, im Schulgarten bei der Ernte, aber auch in der Freizeit, zuhause auf den Höfen, im Stall und auf dem Heuboden. Die Dokumentation erzählt Geschichten vom “Ernst des Lebens”, der immer beschworen wird, wenn es um Kinder und Schule geht, aber auch Geschichten von einer unbeschwerten Leichtigkeit und einem Glück, das nur der Kindheit zukommt. ….
Die Kinder von der Stohrenschule – Vom Ernst des Lebens, SWR Fernsehen. Film von Harold Woetzel 06.01.2009, 20.15 Uhr, www.swr.de

Jahrgangsübergreifend unterrichten
Die Stohrenschule, mit 16 Schülern die kleinste staatliche Schule Deutschlands, blickt vom Schauinsland nahe Freiburg ins Tal hinab. Die Kroschels und ihr gutes Dutzend Kids praktizieren, was in anderen deutschen Lehranstalten als total modern gilt: Es wird jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Kroschels arbeiten weniger nach Lehrplan als mit Projektunterricht – in Freiburg beim Besuch des Zoologischen Instituts zum Beispiel. Auch den Oberlehrer gibt es auf 1.100 Metern Höhe nicht, weil oftmals ältere Schüler in die Lehrerrolle schlüpfen. Frontalbeschulung geht ohnehin nicht mit fünf Jahrgängen an drei Tischen. Und – wer hätte das erwartet – die Stohrenschule ist computerisiert, sie hängt am Netz.
26.1.2001, www.freitag.de

 

Hinterlasse eine Antwort