Kinderkrippe

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Dreisamtal: Blick über gelben Löwenzahn nach Südwesten am 1.Mai 2009 auf Fischbach, Kamelberg (Mitte), Erzwäscherei (oben rechts)

 

 

Elterliche Bindung statt frühe Bildung

Auf den Hinweis, dass alleinerziehende Mütter von Armut bedroht seien und nicht von der brummenden Wirtschaft profitierten, kontert Herr Cremer, die Chancen für Beschäftigung hätten sich verbessert, es gebe vermehrt Teilzeitstellen und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.Einmal mehr stelle ich fest, dass die Lebensperspektiven für alleinstehende Frauen mit Kindern – aber auch für geringverdienende Elternpaare – immer wieder auf das Mantra „Gebt eure Kinder in Betreuung, um euch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen“ eingeengt werden. Dem möchte ich Betrachtungen des Psychoanalytikers Hans-Joachim Maaz gegenüberstellen:
Wie pervertiert ist unsere Hochkultur inzwischen, wenn die wünschenswerte Entwicklung zu demokratischen, friedvollen und sozial gerechten Verhältnissen durch die vorherrschende kinder- und familienfeindliche Politik mit Sicherheit verletzt wird. Wie kann eine Position vertreten werden, dass eine Krippe dem Kind mehr bieten könne als die Eltern? Stattdessen werden mit ideologisierter Phrasenhaftigkeit familiäre Betreuung für antiquiert, früheste Fremdbetreuung für fortschrittlich und frühkindliche Bildung für notwendig erklärt.
Sicher, es gibt auch schlechte Eltern, aber eine optimale Frühbetreuung basiert auf Bindung und nicht auf frühkindlicher Bildung – und nur Eltern haben die persönlichen Bindungsfähigkeiten. Wie kann ein Streit geführt werden, um nur dem elterlichen Konflikt zwischen Familie und Beruf gerecht werden zu wollen, ohne auf die Bedürfnisse des Kindes zu achten? In welche soziale Bedrängnis werden Eltern moralisch, ideologisch und ökonomisch gebracht, um gegen ihre Überzeugung ihre Kinder zu früh in eine Krippe zu geben?
Initiativen, die die Familienarbeit aufwerten und zumindest in Richtung Gleichbehandlung bezüglich der Erwerbsarbeit weisen, werden bekämpft und als „Herdprämie“ diffamiert.
Sind wir als doch arm, so arm, dass wir uns die drei Z – Zeit, Zuneigung und Zärtlichkeit – nicht mehr leisten können oder wollen?
21.10.2018, Maren Moormann, Freiburg, Der Sonntag

 

Ganztagesbetreuung nicht als Norm

Die Überschrift (“13 Milliarden für die Bildung”, Beitrag von Bärbel Krauß und Alex Habermehl, 3.2.2018) hat mich sehr irritiert. Suggeriert sie doch, dass mit sehr viel Geld Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung und ihrem Lernen gefördert werden. Für mich als Grundschullehrerin an einer Ganztagsschule stellt sich die Situation völlig anders da. Das Geld wird dazu verwendet, der Wirtschaft viele erwerbstätige Konjunkturankurbler, Steuer- und Rentenzahler zu liefern.

Den Eltern wird weisgemacht, ihre Kinder würden in der kostenlosen schulischen Ganztagsbetreuung besser gefördert als zu Hause. Fremdbetreuung zum Zwecke der Berufstätigkeit beider Elternteile wird unkritisch zur Norm erhoben. Wo bleibt der Aufschrei der Eltern, die wissen und spüren, dass sie selbst die besten, liebevollen Erzieher und Förderer ihrer Kinder sind? Eltern, die wissen, dass sie ihr Kind am besten kennen, am besten ermutigen, trösten, unterstützen oder auch zurechtweisen können? Und dass ihr Kind diese Zuwendung und Anteilnahme, auch eine aktive Erziehung besonders in den ersten Lebensjahren braucht und diese zeitliche Investition, diese Wertschätzung verdient?
Wer gibt den Kindern eine Stimme und formuliert, was sie sich wünschen würden, wenn sie wählen könnten? Die allermeisten Entscheidungsträger, die heute eine flächendeckende Fremdbetreuung fordern, haben doch als Kind selbst die Förderung und Betreuung im Elternhaus und die Zuwendung ihrer Eltern genossen. Wurden sie deshalb weniger gebildet? Hätten sie sich gewünscht, ganztags außer Haus betreut zu werden?
Ja, für manche Kinder gibt es zu Hause aus verschiedenen Gründen nicht die Möglichkeit einer liebevollen Unterstützung. Sie sollen und müssen nachmittags bestmöglich in einer überschaubaren Gruppe betreut werden. Und ja, es gibt Eltern, die sich nur im Beruf als wertvoll erleben oder die der Karriere wegen keine Pause einlegen wollen. Oder Eltern, denen die Sicherheit fehlt, nach einer Kinderpause wieder eine entsprechende Beschäftigung zu bekommen. Und ja, manche gehen aus finanziellen Gründen arbeiten, weil der Staat nur die Außer-Haus-Betreuung von Kindern großzügig subventioniert, nicht aber die Erziehungsleistung von Eltern. Und ja, es gibt Kinder, die mit dem ganztägigen Trubel und Nachmittagsunterricht zu Recht kommen und gerne die verschiedenen AGs besuchen.
Schließlich erbringen die Betreuungspersonen einen unglaublichem Einsatz, trotz oft bescheidender Entlohnung. Aber nur dieses System als Norm für alle zu erheben, ist unverantwortlich.
22.2.2018, Sieglinde Koch, Lörrach, BZO

 

Kita-Platz-Sharing

Der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Christian Schramm, brachte die Idee des Kita-Platz-Sharing als Lösung des Kitaplatzmangels auf: .Zwei Kinder teilen sich einen Ganz- oder Halbtagesplatz in einer Betreuungseinrichtung. Auch einige Freiburger Einrichtungen bieten Kita-Platz-Sharing an, allerdings maximal 20 Prozent der Plätze. Dafür sorgt seit 2009 eine Richtlinie des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS). Nur wer die befolgt, bekommt Zuschüsse der Stadt.  Ab August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf den Betreuungsplatz für Kinder unter drei. Noch fehlen im Land 150 000 Plätze. 1200 Plätze will Freiburg bis 2014 schaffen.

Krippenplätze in Freiburg

In Freiburg gibt es derzeit rund 2450 Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige (U 3). Ein großer Teil wird in rund 130 Kindertageseinrichtungen verschiedener gemeinnütziger und privater Träger zur Verfügung gestellt. Etliche dieser Einrichtungen davon betreuen auch ältere Kinder.
Daneben existieren noch weitere Angebote, zumeist von Tagesmüttern. Momentan beträgt die Betreuungsquote bei den Ein- bis Dreijährigen stadtweit 38 Prozent, wobei sie je nach Stadtgebiet zwischen 16 Prozent (Haslach-Egerten) und 73 Prozent (Vauban) schwankt. Bis Jahresende soll sie auf 44 Prozent ausgebaut sein.
Für 2013 hat die Stadt Freiburg in ihrem Haushalt 20,4 Millionen Euro für die U 3-Betreuung eingestellt. Abzüglich der Landesförderung (für 2013 rund 83 Prozent der Kosten) verbleibt ihr ein Gesamtaufwand aus eigenen Mitteln von rund 4 Millionen Euro.
Weitere Infos gibt es bei der Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstelle “IBV Kinderbetreuung” am Fahnenbergplatz 4,  Tel 0761/201-8408 oder unter http://www.freiburg.de/kita 

 

 

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