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Blick nach Westen im Roturacher Tal bei Urach im Hochschwarzwald am 19.2.2008

 

 

Uni-Wissenschaft nach Corona: Endlich Zeit für Erkenntnis
In der Coronakrise sind Wissenschaftler an den Universitäten privilegiert. Sie können ihre Arbeit im Home Office erledigen – und sie haben dafür jetzt zum ersten Mal auch genügend Zeit. Michael Sommer über einen Wissenschaftsbetrieb, der eigentlich ein Wissenschaftsverhinderungsbetrieb ist.

Es gibt eine Zeit vor Corona und eine danach. Wir spüren das daran, dass Probleme, die wir noch vor wenigen Wochen für existentiell erachteten, sich als Scheinriesen entpuppt haben. Nichts illustriert die disruptive Kraft des Winzlings SARS-CoV-2 besser als das rückstandsfreie Verschwinden vermeintlicher Großthemen aus der öffentlichen Debatte. Das Virus ist, wenn man das große Ganze im Blick hat, das genaue Gegenteil von Aufregern wie Klimatod und Postdemokratie: ein Scheinzwerg. Um jedem Missverständnis vorzubeugen: Der Verfasser ist sich dessen bewusst, dass er als Landesbediensteter und Professor, Geisteswissenschaftler zumal, privilegiert ist und nicht an vorderster Front steht. Er betreut keine Patienten, hält keine Lieferketten in Gang, sitzt nicht an der Supermarktkasse, läuft nicht als Polizist Streife und braucht auch keine Angst vor Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder Konkurs zu haben.

die Möglichkeit, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Was ist das Wesentliche? Als Max Weber mitten im Ersten Weltkrieg, vor genau 103 Jahren, vor Studenten in Bayern zum Thema „Wissenschaft als Beruf“ sprach, hatte er nicht die universitäre Selbstverwaltung im Sinn, nicht Gremiensitzungen oder das Managen von Etats und Arbeitsgruppen, keine Akkreditierung von Studiengängen und auch nicht das immer kunstvollere Ausfeilen von Studienordnungen mit dem Ziel, sie juristisch zu uneinnehmbaren Festungen aufzurüsten.
Weber nannte es den eigentlichen Daseinszweck des Wissenschaftlers, etwas zu leisten, das „dauern wird.“ Der Forscher arbeite womöglich ein Leben lang auf den Moment der Erkenntnis zu, mit „Leidenschaft“, ja im „Rausch“. Wer das nicht könne, der habe „den Beruf zur Wissenschaft nicht“. Dem Beruf zur Wissenschaft haben den Verfasser drei Wochen in der quasi-Isolation näher gebracht als zwanzig Jahre Tätigkeit für diverse Universitäten in In- und Ausland. So wird bewusst, dass die Universität nicht nach wissenschaftlichen, sondern nach ihr aufgezwungenen ökonomischen Logiken funktioniert.
Sie ist, mit ihrem Modus operandi aus Gremien, Berichten, Strategiepapieren, Projekten und Zielvereinbarungen, das Gegenteil dessen, was sie sein sollte: kein Wissenschafts-, sondern ein Wissenschaftsverhinderungsbetrieb. Eine Organisation, die, indem sie die Suche nach Erkenntnis in ein wissenschaftsfremdes Format presst, Innovation nicht fördert, sondern ihr letztlich im Wege steht. Man kann es auch so sagen: Wer sich vier Stunden in einem Fakultätsrat um die Ohren geschlagen hat, wird danach nicht mehr zu wissenschaftlicher Hochform auflaufen.
So steht am Ende das Paradox, dass der disruptive Erreger SARS-CoV-2 einstweilen Heilung von der Dauermalaise des Universitätsbetriebs bringt. Ich wünsche mir, dass wenigstens hier die Unterbrechung des Alltags bleibende Wirkungen hat: Indem wir wieder lernen, was uns als Forscher ausmacht, was, mit dem Wort Webers, unser „Beruf“ ist. Und indem wir den Mut finden, diesen Beruf gegen die Zumutungen des Hochschulalltags in Schutz zu nehmen.
…. Alles vom 13.4.2020 von Michel Sommer bitte lesen auf
https://www.cicero.de/innenpolitik/wissenschaft-coronakrise-universitaeten-alltag-online-lehre

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305.000 Studierende in Baden-Württemberg 2012
An den rund 70 staatlichen und privaten Hochschulen sind 305.000 Menschen immatrikuliert:
50 % an einer Uni. 30 % an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (vormals Fachhochschulen)
9 % an der Dualen Hochschule und 7 % an den Pädagogischen Hochschulen.

Die größten Hochschulen
1. Die Duale Hochschule an ihren acht Standorten mit 27.800 Studierenden
2. Universität Heidelberg mit 27.000
3. Uni Tübingen mit 24.000
4. Freiburg mit 22.200
…. Ulm ist mit 8.600 die kleinste Uni.

Die zehn beliebtesten Studiengänge in Baden-Württemberg 2012
1. Wirtschaftswissenschaften: 49.900 Studenten.
2. Maschinenbau/ Verfahrenstechnik: 30.240.
3. Informatik: 23.290.
4.Germanistik: 12.710
5.Humanmedizin: 12.350
6.Elektrotechnik: 11.430
7. Wirtschaftsingenieurwesen mit   Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften: 10.770.
8. Rechtswissenschaften: 10.750.
9. Mathematik: 8670.
10. Biologie: 8430.

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