Bevoelkerung – Energie – Klima – das Gantefoer-Dreieck

Von anderen Klimaexperten als Außenseiter beschimpft wird der Konstanzer Physikprofessor Gerd Ganteför, der sich seit langem die Mühe macht, Erkenntnisse von Klimaforschern und anderen Experten zu prüfen, zu gewichten und miteinander in Beziehung zu setzen. So gewinnt er mit wissenschaftlicher Methodik die durchaus umstrittene Erkenntnis, dass die so gefürchtete Erderwärmung mehr Vorteile als Nachteile hat und der Klimawandel am Ende als etwas zu werten sei, bei dem Naturgeschehen und menschliche Einwirkung zum Wohl der allgemeinen Entwicklung zusammenwirken.

Im Buch “Klima – Der Weltuntergang findet nicht statt” werden die drei zentralen Themen Klima, Energie und Bevölkerung dargestellt. Die Kernaussage Ganteförs: “Das Bevölkerungswachstum ist das Problem der Erde, was es primär zu lösen gilt”. Dabei entwickelt er radikale Ideen, die dem Klima-Mainstream völlig entgegenstehen: Mit billigen Rohstoffen wie Kohle preiswerte Energie erzeugen, die armen Ländern das Wirtschaftswachstum ermöglicht und durch den resultierenden erhöhten Lebensstandard die Geburtenzahlen dann senken und somit auch das Klimaproblem eindämmen. Die Annahme von Ganteför ist , dass Kohle noch für viele Jahrhunderte als günstige Reserve vorhanden ist. Doch diese These ist auch unter Geologen durchaus umstritten, und einige Forscher gehen davon aus, dass die preiswerte Förderung von Kohle nur noch 20 Jahre möglich ist.

Bevölkerungswachstum als zentrales Problem – eng mit Klima und Energiefrage verknüpft
Alle 12 Jahre wird die Weltbevölkerung um eine Milliarde Menschen wachsen, „so viel wie heute in ganz Afrika leben“.
Heute leben ca. 6,9 Milliarden Menschen auf der Erde, laut Schätzungen könnten dauerhaft nur maximal 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben.
Die Klimaerwärmung und der Bevölkerungsanstieg hängen laut Gerd Ganteför keine zusammen. So verbrauchen mehr Menschen, die zudem einen höheren Wohlstand anstreben, mehr Energie und verbrennen mehr fossile Brennstoffe. „Je ärmer die Menschen, desto mehr Kinder bekommen sie“, so Gerd Ganteför. Um das Bevölkerungswachstum einzudämmen muß man den Wohlstand in den armen Ländern erhöhen. Das geht nur mit Wirtschaftswachstum über preiswerte Energie.
Energie darf höchstens 10% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kosten, andernfalls führt Strommangel zu einer Reduzierung von Mitteln für Bildung, Infrastruktur und Sozialem. Derzeit machten in Deutschland die Energiekosten ca. 6 % des BIP aus. Um unter 10 % zu bleiben, können reiche Industrieländer maximal 6 – 10 Cent pro kWh Strom bezahlen, arme Länder nur 2-3 Cent pro kWh.
Preisgünstige Energieerzeugung ist nach Ganteför nur mit Kohle, Erdgas, Erdöl, Uran und Wasserkraft möglich – die Preise pro kWh liegen zwischen 2 und 5 Cent. Windenergie ist mit 8–20 Cent pro kWh nur in Industrieländern finanzierbar. Fotovoltaik aber als „die teuerste Art“ Energie zu erzeugen kostet zwischen 30 bis 50 Cent pro kWh. Zu den hohen Kosten benötigten Fotovoltaik-Anlagen außerdem viel Fläche.
Solarstrom aus der Sahara zu importieren ist für Ganteför fraglich, da die Afrikaner durch Bevölkerungswachstum diese Energie selbst dringend benötigen.
Die Bemühungen Deutschlands zur Reduktion des CO2-Ausstosses haben in Praxi keine Auswirkungen auf die globale Kohlendioxidbilanz haben, so Ganteför. Die Industrieländer sollten lieber ärmeren Ländern beim Bau moderner Kohlekraftwerke helfen, damit könne viel mehr CO2 eingespart werden als durch Maßnahmen im Inland. Das gleiche gelte auch für die Kernenergie.
Wichtig aber für Deutschland ist die Forschung und Entwicklung neuer Technologien, gerade für Windenergie, Geothermie und Fusion.
2.9.2012, Ekke

Prof Gerd Ganteför, Uni Konstanz
http://www.faszinationphysik.ch/

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