Betreuungsplaetze unter Drei

Eine Klageflut, weil es zu wenige Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige gebe. Dieses mögliche Szenario malte OB  Dieter Salomon an die Wand. In Freiburg habe man allerdings „die Kinderbetreuung schon lange als wichtiges Thema auf der Agenda“. Doch was heißt das? Es ist zweifelsohne zwingend nötig, mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige zu schaffen, wenn der Bedarf besteht. Davon ausgehen, dass nach und nach fast alle Eltern diesen Schritt gehen wollen, sollte man allerdings nicht. Eine neue, große Umfrage der Zeitschrift „Eltern“ hat ergeben, dass fast die Hälfte der befragten Eltern für eine Job-Pause von drei oder mehr Jahren plädieren – auch wenn das als „unmodern“ gilt. Und: Das unter Beschuss geratene Ehegattensplitting befürworten demnach sogar 81 Prozent. Was sagt uns das? Eltern wollen keine politische Indoktrination, sondern Angebote, die sie individuell nutzen oder es lassen können. Zurecht.
12.4.2013, Klartext von Stefan Ummenhofer, www.stadtkurier.de

 

Betreuung garantiert – Rechtsanspruch für Plätze für Unter-Dreijährige ab 1.8.2013

„Erwartet uns eine Klageflut. Oder wird es Demos geben, weil Kinder keinen Betreuungsplatz haben?“ Mit diesen Fragen beschäftige sich die Stadt Freiburg momentan, sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon am gestrigen Mittwoch. Ab dem 1. August haben alle Eltern auch für ihre ein- und zweijährigen Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Kommunen haben ein entsprechendes Platzangebot zur Verfügung zu stellen. Salomon ist guten Mutes. „Freiburg ist auf einem sehr guten Weg, weil wir die Kinderbetreuung schon lange als wichtiges Thema auf der Agenda haben.“
Während man im bundesdeutschen Schnitt davon ausgeht, dass rund 35 Prozent aller Eltern eine externe Betreuung für ihre unter-Dreijährigen in Anspruch nehmen wollen, rechnet  das Amt für Kinder, Jugend und Famile (AKI) für Freiburg aufgrund von Elternanfragen mit rund 50 Prozent, erklärt die zuständige Bürgermeisterin Gerda Stuchlik. Momentan liege die Quote stadtweit bei 38 Pozent. Marianne Haardt, Leiterin des AKI, fügt hinzu: „Diese Quote ist innerhalb der Stadtteile sehr unterschiedlich.“ Diese schwanke zwischen dem Spitzenreiter Vauban mit 73 Prozent und Haslach mit nur 16 Prozent. Nachbesserungsbedarf gebe es zudem in den Stadtteilen Rieselfeld, Zähringen, Wiehre, Hochdorf, Brühl-Beurbarung und Stühlinger. Zumutbar sei jedoch eine Anfahrtszeit von 30 Minuten – und das bedeute eigentlich in Freiburg ist alles zumutbar.
Derzeit gebe es mindestens 2.448 Plätze für unter-Dreijährige, inklusive der Plätze in Spielgruppen und Plätze in der Tagespflege. „Gesamtstädtisch besteht in den Jahren 2013 und 2014 voraussichtlich noch Ausbaubedarf von insgesamt 900 neuen Plätzen für unter-Dreijährige“, so Stuchlik. Abzüglich der Landesförderung in Höhe von 83 Prozent der Kosten habe die Stadt einen Gesamtaufwand in Höhe von rund 4 Millionen Euro om Jahr 2013, rund 5,5 Milionen in 2014, meint Salomon. „Ein Kraftakt, aber politisch der richtige Weg“, so Salomon. Auch in die Betreuung der Schulkinder möchte die Stadt investieren. Denn viele fühlten sich während der Kindergartenzeit gut betreut und seien dann erstaunt, wenn das Kind nach der Schule bereits um 11.30 Uhr vor der Tür stehe. Um den genauen Bedarf zu ermitteln wurde gestern die bestehende Platzbörse zu einer zentralen Anlaufstelle erweitert, die „IBV-Kinderbetreuung“. Haardt appelliert an alle Eltern sich dorthin zu wenden. „Nur so kann das Angebot an die tatsächlichen Bedürfnisse der Eltern und Kinder angepasst werden.“ Die IBV Kinderbetreuung ist zu finden im Fahnenbergplatz 4, Zimmer 145, Telefon: 0761/201-8408 oder kitaplatzvermittlung@stadt.freiburg.de
Katrin Hauf, 12.4.2013, www.stadtkurier.de 

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