Betreuungsgeld – Mittelalter

Der Staat braucht viel Geld für Krippenplätze, um dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung zu tragen. Da sind 1,2 Milliarden für die Betreuung zuhause schlicht verschenkt. Genau die konservative Mittelschicht, die die CSU mit dem Betreuungsgeld beglücken will, würde ihre Kinder auch ohne Cash-Bonus zuhause versorgen. Den Rückfall ins Mittelalter riskiert mit dem Betreuungsgeld aber niemand…… Alles vom 10.11.2012 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/tagesspiegel-kein-rueckfall-ins-mittelalter–65492251.html 

Dreimal Betreuungsgeld
(1) 45% der Bundesbürger wohnen in Städten und 55% auf dem Land. Für die Familien im ländlichen Raum ist das Betreuungsgeld ein Segen.
(2) Gleichbehandlung ist gut: Wer einen Kita-Platz für sein Kind in Anspruch nehmen möchte bzw. kann, soll dies tun (Vater Staat bezahlt die Kita). Wer sein Kind zuhause lassen möchte oder muß, soll dies tun (Vater Staat bezahlt Betreuungsgeld)
(3) “1,2 Milliarden für die Betreuung zuhause sind  schlicht verschenkt”: Nein, denn Transfers in Bildung, Familie bzw. Kinder sind nie verschenkt. Solche Transfers sind immer Investitionen.
19.11.2012, Ann

Mütter sollen wählen, ohne verurteilt zu werden
Als berufstätige Mutter wundert man sich schon, wie manche Themen in Politik und Gesellschaft diskutiert werden. Früher waren die Mütter verpönt, die ihre Kinder “im Stich ließen” und arbeiten gingen, heute werden die Mütter angeprangert, die in den ersten Jahren des Kindes Zuhause bleiben wollen. Ich frage mich, wer von den jeweiligen Sichtweisen am meisten profitiert – Wirtschaft, Politik oder die Eltern und Kinder? In Zeiten, da die Arbeiterschaft weniger wird, müssen alle Ressourcen mobilisiert werden, eben auch die Mütter mit Kindern. In der Kleinkindphase bis drei Jahre tickt die Uhr oft anders, da die Nächte gestört sein können oder Kinder krank sind. Manche Mütter entscheiden sich dann lieber für den Herd, um diese intensive Phase der Entwicklung besser erleben zu können und dem Kind eine gute Grundlage zur Persönlichkeitsentwicklung mitzugeben. Was ich sehr wichtig finde, ist die Möglichkeit, wählen zu können, welches der beiden Betreuungsmodelle ich will, ohne dafür verurteilt zu werden. Bei dieser Diskussion wurde oft das Argument angeführt, dass Eltern, die die Pause wählen, ihren Kindern wichtige Lernmöglichkeiten vorenthalten. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass unsere drei Kinder alle das Gymnasium besucht haben, in der Schule sehr gut sind und alle sozial kompetent sind, obwohl sie erst mit dreieinhalb und viereinhalb Jahren in den Kindergarten kamen.Dass wir auch zu unseren erwachsenen Kindern eine intensive Beziehung haben, führen wir auf diese Grundlage im Kleinkindalter zurück. Es gibt sicher bei beiden Betreuungsmodellen positive und negative Beispiele. Sicher ist, dass 100 Euro Betreuungsgeld nur ein Taschengeld ist und niemals die tatsächlichen Ausgaben deckt. Vielleicht könnte man sie als Anerkennung ansehen, dafür, dass jemand den Mut hat, Kinder zu bekommen, die von klein auf verplant sind, um für die ältere Generation zu sorgen.
19.11.2012, Tabea Weiler, Schliengen

Endlich wird der Kindererziehung einmal Wertschätzung gezollt
Das große Foto zum “Thema des Tages” ist irreführend, weil es ein Kind im Grundschulalter zeigt und nicht die Altersgruppe, um welche sich die Diskussion dreht: nämlich um die Ein- bis Zweijährigen. Zum Vergleich: Ein Großteil der Einjährigen kann noch nicht stehen, noch nicht gehen, oftmals noch nicht sprechen und müssen gewickelt werden. Einjährige Kinder sind mit Gruppensituationen überfordert. Sie brauchen für eine gute Entwicklung nicht “Bildung”, sondern Geborgenheit, Wärme, Nähe, Verlässlichkeit, jeweils körperlich und seelisch. In dieser Hinsicht kann in der Regel, keine Kita die Eltern ersetzen. Man bringe ein Einjähriges in eine Kita und frage es dann, ob es da, oder lieber bei Mama oder Papa bleiben will… Das Ergebnis dürfte klar sein. Das Betreuungsgeld halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung, weil es uns Eltern Wahlfreiheit ermöglicht und der so wichtigen Kinderbetreuung zuhause (endlich mal) Wertschätzung zollt. Vielmehr ist meines Erachtens der Rechtsanspruch für Kitaplätze für alle Einjährigen in Frage zu stellen.
19.11.2012, Markus Pröhmer, Stegen

Dieser Beitrag wurde unter Familie, Kinder, Kindergarten abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort