BeSo 10 Jahre Freiwilligendienst

BeSo – der Verein zur Förderung von internationalen Begeg­­­nungen und Freiwilligendiensten, von Projekten solidari­schen Handelns und zur Ermöglichung von Engagement für Rückkehrer aus Freiwilligendiensten, kann in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiern. 20 Freiwillige konnten mit Unterstützung des Vereins in den vergangenen Jahren ihren Freiwilligendienst leisten, für 80 junge Erwachsene, die Hälfte aus Lateinamerika, organisierte BeSo internationale Jugendbegegnungen in Freiburg und Ecuador. Zahl­reiche soziale Projekte konnten verwirklicht werden und inzwischen kann der Verein alljährlich vier jungen Er­wachsenen einen Entwicklungspolitischen Frei­willigendienst Weltwärts in Ecuador ermöglichen.

BeSo – „Begegnung und Solidarität“, mit Sitz in der Alemannenstraße in Littenweiler, wurde 2003 gegründet, nachdem Freiwillige aus Ecuador ihren Dienst in Freiburg geleistet hatten, was Eugen Baldas als Caritas-Mitarbeiter ko­or­diniert hatte. Als Jugendliche aus Littenweiler und Waldsee einen Freiwilligendienst in Ecuador leisten wollten, und dies mit Antragstellungen im EU-Programm Jugend verbun­den war, wurden bestehende Kontakte verknüpft, Netz­werke gesponnen und schließlich in einer Grün­dungsversammlung im ehemaligen „Einbecker Stüb­le“ in der Littenweilerstraße „BeSo“ aus der Taufe gehoben.

Erfahrungen, die fürs Leben prägen
Inzwischen hat der kleine Verein in Ecuador, Peru, Polen, Österreich, Korea und Deutschland fast 60 Mitglieder, von denen sich viele ehrenamtlich engagieren. Überwiegend sind dies junge Erwachsene, Rückkehrer aus Freiwilligendiensten, die in einem Freiwilligendienst im Ausland in Kin­der-, Behindertenheimen oder anderen sozialen Einrich­tungen waren und hier wieder Ansprechpartner für Frei­willige sind, oder sich, wie Katharina Friedmann, im Vor­stand des Vereins engagieren. Die 24-Jährige war selbst ein Jahr lang in Saraguro als Freiwillige bei Indios in Ecuador tätig und ist heute stellvertretende Vorsitzende von BeSo. „Diese Erfahrungen prägen fürs Leben“, berichtet Katharina Friedmann „mein Auslandsaufenthalt war durch die Unterstützung von BeSo sehr gut organisiert. Es gab eine halbjährliche Vorbereitungsphase und weitreichende Informationen und Begleitung. Vor Ort war alles sehr persönlich, da mein Tutor in Ecuador selbst BeSo-Mitglied ist und in Freiburg über BeSo einen Freiwilligendienst leistete. Ich fühlte mich während meines Auf­enthalts stets als Teil seiner Familie und habe sehr viel mitnehmen können aus dieser Zeit. Daher möchte ich nun durch meine Vorstandstätigkeit bei BeSo etwas zu­rück geben und anderen Jugendlichen auch diese Erfahrungen er­möglichen.“

  Saraguro
„Wir sind offen für Interessenten ab 18 Jahren“, so Eugen Baldas, „allerdings erwarten wir Eigeninitiative und ehrenamtliche Erfahrung, sei es in der KJG, in einem Sportverein, Musikverein oder in anderen Jugendgruppen. Außerdem wird eine gewisse Engagementbereitschaft nach der Rück­kehr erwartet und auch während des Freiwilligendienstes dürfen gerne Projekte angeschoben werden.“ So wollte z.B. eine Freiwillige in einer Behinderteneinrichtung in San José de Calasanz Geräte für einen Spielplatz or­ga­nisieren und rief in ihrem Heimatort Buchenbach zu Ak­tionen auf. Was anfangs nur als Spendenaktion für eine Schaukel gedacht war, entwickelte sich mit Hilfe von BeSo und Dank vielfältiger Unterstützung aus Buchenbach, der gesamten Region und mit Fördergeldern des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit zu einem so­zialen Projekt, an dessen Ende neue Spielgeräte und Musik­instrumente angeschafft und ein Sozialpädagogischer Be­treu­er sowie ein Musiklehrer engagiert werden konnten.  

Ein Gespür für Solidarität entwickeln
Viele Projekte wurden auf diese Weise verwirklicht, 20 junge Menschen haben durch die Unterstützung von BeSo Freiwilligendienst geleistet, im nächsten Jahr kommen zwei junge Leute aus Cuenca zum Freiwilligendienst nach Freiburg und Eugen Baldas ist auch nach zehn Jahren Vorstandstätigkeit immer noch hoch motiviert von dem Gedanken „etwas für mehr soziale Gerechtig­keit in der Welt zu unternehmen“. „Die jugendlichen Teilnehmer kommen zurück mit einem neuen Gespür für Solidarität“, so Baldas „dieser christliche Gedanke war für mich Auslöser zur Grün­dung des Vereins und treibt auch andere Mitglieder von BeSo an.“

„Vieles ist im Laufe der zehn Jahre einfacher geworden, da es zwischenzeitlich reichhaltige freundschaftliche und vertrauensvolle Kontakte gibt. Dank Internet und Videokonferenzen per Webcam ist vieles unkom­plizierter“, blickt Eugen Baldas zurück. Und fragt man den ersten Vorsitzenden nach seinem eindrucksvollsten Er­leb­nis in seiner zehnjährigen Tätigkeit, so fällt ihm sofort die „Spendenaktion für Adriana“ ein. Über 20.000.- Euro konnten dank BeSo in kürzester Zeit gesammelt werden, um Adriana Pino aus Ecuador, Teilnehmerin an der von BeSo organisierten inter­nationalen Jugendbegegnungen in Freiburg, eine Gehirntumoroperation in Deutschland zu er­möglichen. „Dies war sicherlich das eindrucksvollste Erleb­nis. Doch auch, dass es BeSo gelang, 20 jungen Leuten aus Argentinien, Peru und Ecuador die Teilnahme an den Weltjugendtagen in Freiburg und Köln zusammen mit 20 europäischen Ju­gendlichen zu ermöglichen. So manche Projekte, die un­sere Freiwilligen in Ecuador angestoßen haben, um benachtei­ligten oder behinderten Menschen das Leben zu erleichtern,  konnten Dank BeSo verwirklicht werden.“ Eine gepuzzelte, offene Weltkugel – Symbol einer solidarisch­en, offenen und bunten Welt ist daher auch das Logo von „BeSo“, das Kunstlehrerin Brigitte Wolf, Gründungsmit­glied von BeSo, geschaffen hat. „Alles gehört in irgendeiner Art und Weise zusammen. Alles zusammen bildet eine Einheit. Eine Welt entsteht – durch Begegnung und So­lidarität.“

Auch 2014/15 kann BeSo wieder vier jungen Menschen einen „Weltwärts-Einsatz“ in Ecuador ermöglichen. Nähere Informationen, z.B. Berichte zum Einsatz und Bewerbungsformulare gibt es auf www.beso-ev.de .
Bewerbungen sind bis spätestens 31. Dezember 2013 an zu richten an:
BeSo e.V., Alemannenstr. 86, 79117 Freiburg 
Auch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter sind jederzeit herzlich willkommen.

7.12.2013, Gisela Heizler-Ries, Littenweiler Dorfblatt

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