Alte Synagoge – Reste entdeckt

Großbaustelle UniplatzPlatz der Alten Synagoge – Rotteckring mitsamt Tram: Genau an der Stelle, wo für 700.000 Euro ein Brunnen auf dem Grundriss der Alten Synagoge an die Nazi-Zerstörung erinnern soll, sind Mauerreste des Kellers des Gebetshauses ausgegraben worden. Welche Form des Gedenkens ist angemessen? Wer in Freiburg soll darüber entscheiden? Wer finanziert?
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Umplanung könnte eine Million Euro kosten
Wie geht die Stadt mit den Resten der Synagoge um? Die überraschenden Funde am sensiblen Ort könnten zum Politikum werden. Involviert sind Baubürgermeister, Garten- und Tiefbauamt sowie die Israelitische Gemeinde. …
Alles vom 11.10.2016 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/umplanung-koennte-eine-million-euro-kosten–128503722.html
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http://www.badische-zeitung.de/meinung/kolumnen/freiburger-muenstereck/reste-der-alten-synagoge-angemessenes-gedenken
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synagoge-uni-fr161013   Reste der Synagoge am Uniplatz 13.10.2016
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Mauerreste unter einer Glasplatte?
Bei allem Respekt, es sind nur noch wenige Steine übrig und selbst mit viel Vorstellungskraft ist kaum noch was zu erkennen. Deshalb alles in Frage zu stellen und für viel Geld umzuplanen wäre schade. Ein Runder Tisch und vielleicht findet sich ein Kompromiss der keine zusätzlichen Unsummen verschlingt und trotzdem würdevoll ist. Die Idee mit der Glasplatte finde ich gut, mit etwas Beleuchtung integriert und der Brunnen passt vielleicht auch noch hin. Die Verantwortlichen jetzt so zu kritisieren ist nicht angemessen, immerhin wurde da als Erinnerung ein Brunnen für 700.000 Euro geplant.
12.10.2016, Mirko Bregenhorn
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Steine ins Museum?
“Völker können Wunder vollbringen, wenn sie für einen guten Zweck zusammenarbeiten.” (Anwar Al-Sadat, 15.1.1971 bei Vollendung des großen Assuan-Staudamms, nach zuvor geglückter Verlegung der beiden Tempel von Abu Simbel sowie weiteren Reliquien 1968 Hiervon ableitend könnte “Plan C” wie folgt aussehen:
– Vermessung der freigelegten Reliquien, Erschließung deren Räumlichkeiten
– Hebung und Abtragung derselben
– Wiederanordnung derselben in einem würdigen Freiburger Museum, ggf. in einem sep. Raum oder Anbau dafür
– Mahnmaliger Hinweis darauf am Synagogenplatz (z.B. Denkmaltafel).
– Finanzierung des Ganzen, wie schon bei anderen Projekten dieser Art, aus der Bundeskasse.- Trägerschaft der Reliquien durch eine existierende oder auch neu zu gründende Stiftung
12.10.2016, Ammar Ulabi

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Jüdische Gemeinde will Synagogenreste komplett erhalten – Stadt baut trotzdem
Platz der Alten Synagoge: Das Mahnmal sollte klug ergänzt werden
Bei keinem anderen Thema steht die deutsche Gesellschaft so sehr in der Verantwortung wie beim Umgang mit dem Holocaust – er muss angemessen, würdevoll sein. … Das geplante Wasserbecken auf dem Grundriss der Synagoge ist ein starkes Zeichen des Gedenkens. Es wurde mit breitem Konsens, unter Einbeziehung der jüdischen Gemeinde, entwickelt. Wasser hat große symbolische Kraft: Das beweist die gelungene Gedenkstätte für die Opfer des 11. September in Manhattan. Eindrucksvoll kann auch das Mahnmal in Freiburg werden. …. Alles vom 28.10.2016
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/platz-der-alten-synagoge-das-mahnmal-sollte-klug-ergaenzt-werden–129160825.html

Junge Freiburger Juden …
Nach dem Fund von Synagogenresten in Freiburg hat die Israelitische Gemeinde ihr Votum abgegeben: Sie ist einstimmig für den Erhalt an Ort und Stelle. So fiele der geplante Gedenkbrunnen ins Wasser. Doch der wird gebaut. “Wir werden trotzdem so verfahren wie vorgeschlagen”, sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon. …
Salomon und Haag sind überzeugt, dass das (ehrwürdige Gedenken) mit dem Brunnen erfolgt. Zudem meldete sich Ursula Amitai, die als Vize-Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde 2004 sagte, diese habe kein Interesse an etwaigen baulichen Funden. Eine Synagoge sei kein Sakralbau, sondern ein Versammlungsort. “Ich teile Ihnen dies auch auf Drängen vieler junger Freiburger Juden mit”, wird Amitai zitiert. …. Alles vom 28.10.2016 auf
http://www.badische-zeitung.de/juedische-gemeinde-will-synagogenreste-komplett-erhalten-stadt-baut-trotzdem

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Etwas vom Wasserbecken abzwacken für die Steine
Selbst Michel Kuflik, der Nachfahre einer jüdischen Freiburger Familie, der neulich hier war, sagte: Das kann jeder nur für sich selbst entscheiden, ob die Steine etwas Heiliges sind. Aber diese Steine sind das Letzte, was von der Zeit vor dem Nazi-Terror noch übrig ist – das ist ihr ideeller Wert. Sie sind die Verbindung von heute zu dem, was früher da war, und das ist das Entscheidende. Warum zwacken wir nicht ein Stück des Beckens ab und lassen dort die Mauern stehen? Die Synagoge ist ja 1938 zerstört worden. Dann symbolisiert das Unvollkommene des Beckens diese Verletzung. Oder: Warum geht es in Städten wie Frankfurt, dass Reste unter Glas präsentiert werden? …. Alles von Marlis Meckel vom 5.11.206 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/marlis-meckel-zur-aufregung-um-die-mauerreste-der-zerstoerten-synagoge
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Marlis Meckel ist Initiatorin der Freiburger “Stolpersteine”, mit denen an das Schicksal aller Freiburger Opfer des Naziterrors erinnert wird. Meckel, 74, ist Psychotherapeutin und lebt mit ihrem Mann, dem Publizisten Andreas Meckel, in der Wiehre.

Video zum Ausgraben der Steine der Sytagoge Uni-Platz Anfang 11/2016
Man muss es gesehen haben, um es zu glauben:
http://www.facebook.com/Freiburgkanal/?fref=ts

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