Alltagsbegleitung Kurs Stegen

Qualifizierungskurs „Alltagsbegleitung“ in Stegen gestartet. Klara M. ist 86 Jahre alt und lebt noch selbständig in ihrer Drei-Zimmerwohnung. Für ihr Alter ist sie relativ rüstig. Der Alltag gestaltet sich für sie aber zunehmend schwieriger. Die Hausarbeit geht ihr nicht mehr so gut von der Hand, da sie gehbehindert ist, fällt ihr das Einkaufen schwer und sie geht kaum noch aus dem Haus.

Klara M. ist kein Einzelfall. Pflegedienste und Ärzte signalisieren immer wieder, dass ältere Menschen, die alleine leben, nicht optimal versorgt sind. Zwar ist die medizinische Versorgung über Pflegedienste gewährleistet, doch die ganz normale Alltagsbewältigung ist für viele ältere Menschen sehr mühsam und kaum noch zu bewältigen. Diese Versorgungslücke kann durch Alltagsbegleiter oder –begleiterinnen geschlossen werden. Deshalb organisierte „Miteinander Stegen e.V.“ einen Qualifizierungskurs „Alltagsbegleitung“, der in der vergangenen Woche in Stegen startete. Er umfasst 28 Unterrichtsstunden und läuft bis November dieses Jahres.
Geleitet wird der Kurs von der Oecotrophologin und Hauswirtschaftsmeisterin Martina Feulner und der Erwachsenenbildnerin Regina Kraus. Auf dem Lehrplan stehen Themen wie Ernährung im Alter, Haushalten in einem fremden Haushalt, Psychologie des Alters und Krankheiten im Alter. Alltagsbegleiter sollen stützend da sein und mit anpacken, aber gleichzeitig die noch vorhandenen Kompetenzen der Senioren erhalten und fördern. Bedarf für Alltagsbegleiter ist auf jeden Fall vorhanden, weiß Astrid Röckelein, Leiterin des Netzwerkbüro von „Miteinander Stegen e.V.“, die bei ihr eingehenden Anfragen machen das sehr deutlich. Deshalb freut sie sich, dass sich in diesem Kurs eine hochmotivierte Gruppe von zwanzig Teilnehmern aus dem gesamten Dreisamtal gefunden hat, die sich mit Elan auf ihren neuen Arbeitsbereich vorbereitet. Auch für Klara M. war das eine gute Lösung. Auf Anraten ihrer Kinder beschloss sie, fünf Stunden die Woche eine Alltagsbegleiterin bei sich zu beschäftigen. Diese Alltagsbegleiterin nimmt ihr das Putzen ab, geht mit ihr einkaufen, unternimmt kleinere Spaziergänge und begleitet sie einmal die Woche zur Seniorengymnastik. So kommt sie wieder unter Leute und blühte richtiggehend auf.
31.7.2013, Dagmar Engesser

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