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ab
Juli 2009

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Tele-Blick von Urberg im Hotzenwald nach Süden zu den Alpen am 21.12.2007
Tele-Blick von Urberg im Hotzenwald nach Süden zu den Alpen am 21.12.2007
Dampfwolke des AKW Leibstadt/CH - schööööööön, aber nur die Wolke


Sonnenblume am 20.8.2009 - Radioaktiv

 "Sie liebt mich - sie liebt mich nicht"
Dieses Spiel
aus den Kindheitstagen
macht aus dem
Symbol der erneuerbaren Energien
unversehens ein
Radioaktiv-Warnzeichen

- liegt beides denn doch so nahe beieinander?

Sonnenblume am 20.8.2009

  




Atomülllager in Baden-Württemberg und der Schweiz - Unterschiede?

Offener Brief die Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Tanja Gönner, Stuttgart

Sehr geehrte Frau Umweltministerin Gönner,
genau wie viele andere Umweltgruppen in Baden-Württemberg und der Schweiz formulieren wir gerade unsere Einsprüche gegen das geplante atomares Endlager der Schweiz in Grenznähe am Hochrhein. Dies soll in einer sehr dünnen Schicht Opalinuston realisiert werden. In diesem Zusammenhang gibt es für die NWA in Basel und für den BUND am Südlichen Oberrhein noch einige ungeklärte Fragen und wir hoffen, Sie können zur Klärung dieser Fragen beitragen.
In Deutschland läuft zur Zeit ein intensive Debatte zum Thema Atommüll, denn es zeigt sich immer deutlicher, dass aus geologischen Gründen der Standort Gorleben nicht geeignet ist, die gefährlichsten Gifte der Menschheit über eine Million Jahre sicher einzuschließen. Immer wieder wird jetzt von Fachleuten auch der Opalinuston in Baden-Württemberg und Bayern (den beiden Bundesländern in denen die meisten AKW stehen) als mögliches Endlagergestein ins Gespräch gebracht. Doch in ähnlich lautenden Erklärungen betonen Sie und Ihr bayrischer Amtskollege Söder immer wieder, dass Bayern und Baden-Württemberg auf keinen Fall als Endlagerstandorte in Frage kämen. In einer Presserklärung Ihres Ministeriums vom 18.09.2009 hieß es: "Neben Salz eignen sich nach Expertenmeinung auch Opalinusgesteinsvorkommen zur Einlagerung hochradioaktiven Materials. Zwar komme das Gestein auch in den südlichen Teilen des Landes vor. Nach einer Bewertung des Landesamtes für Geologie seien jedoch die Bedingungen in Baden-Württemberg gegenüber anderen Tonvorkommen ungünstig. So werde von den Experten des Landesamtes die geringe Mächtigkeit/Dicke des Gesteins sowie die die Tonschichten umgebenden Grundwasserleiter als Hindernis angesehen. "Sollte sich Gorleben im weiteren Erkundungsverfahren als nicht geeignet herausstellen, ist ein neuer Suchlauf notwendig. Dann könnten neben anderen Standorten im Salz auch solche im Tongestein in Betracht kommen. Baden-Württemberg käme dabei wegen der bereits bekannten kritischen Voraussetzungen nicht ernsthaft in Betracht", stellt Gönner klar." Einer ihrer Amtsvorgänger, Herr Minister Müller wurde noch deutlicher: "Die in Baden-Württemberg vorkommenden Ton- und Tonmergelformationen haben jedoch im Vergleich zu den norddeutschen Lagerstätten nur eine
geringe Mächtigkeit. Die Dicke der gesteinskundlich geeigneten Tonschichten ist mit bis zu 100 Metern im Vergleich zu den Tonschichten in Norddeutschland mit Mächtigkeiten von bis zu ca. 1000 Metern gering. "Die in Baden-Württemberg vorkommenden Tone und Tonsteine sind nach Meinung von Fachleuten zur Lagerung von Wärme entwickelnden radioaktiven Abfällen nicht geeignet", erklärte Minister Müller." Bei diesen Aussagen setzen jetzt unsere Fragen bezüglich unserer Einsprüche gegen ein atomares Endlager in der Schweiz an. Laut Minister Müller ist der Opalinuston in Süddeutschland ca. 100 Meter dünn, in der Schweiz, in Benken liegt die Mächtigkeit des Opalinustons bei 113 Metern. Die Atomlobby der Schweiz ist jetzt dabei zu begründen, warum ein 113 Meter dünne Schicht Opalinuston geeignet ist, Atommüll aufzunehmen; die Atomlobby in Bayern und Baden-Württemberg argumentiert, dass eine vergleichbare Schicht in Deutschland absolut ungeeignet ist Atommüll
aufzunehmen. Sie verstehen, dass diese unterschiedlichen Argumentationen ein wenig verwirrend wirken.
Wenn Tone mit einer geringen Mächtigkeit geeignet sind, Atommüll zu lagern, dann müssten doch auch die Tone in Bayern und Baden-Württemberg für ein Endlager in Frage kommen?
Wenn dünne Tonschichten tatsächlich absolut ungeeignet sind, dann müssten Bayern und Baden-Württemberg doch mit Vehemenz gegen die Atommüllpläne der Schweiz vorgehen?
Gibt es einen geologischen oder einen politischen Unterschied zwischen dem Opalinuston in der Schweiz und dem Opalinuston in Süddeutschland?
Für eine zeitnahe Beantwortung dieser Fragen wären wir dankbar, damit wir unsere Einsprüche bald formulieren können. Mit freundlichen Grüßen
Beat Jans, Co-Präsident NWA, Nationalrat
Axel Mayer, Geschäftsführer BUND
11.1.2010

 

Verursacherprinzip: Wer Atomstrom will, der soll selbst die vollen Kosten tragen

Radioaktive Verstrahlung ist "schwerstes kriminelles Unrecht"
Christdemokraten fordern strikte Anwendung des Verursacherprinzips


Berlin / Gorleben / Mainz, 8. November 2010 - Für den Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK), CDU/CSU - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie ist der "Energiemix" aus politisch motiviertem Atomlobbyismus und radioaktiver Verstrahlung von Mensch und Umwelt "schwerstes kriminelles Unrecht". Dies sei das Einfallstor für die "atomaren Besatzungsmächte EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall", mit unseren Lebens- und Zukunfts-Chancen russisches Roulett spielen.

Petra Pauly, CDAK-Pressesprecherin: "Politische Spitzen, die seit Wochen davor kneifen, im Wendland Flagge zu zeigen und den zahllosen Umweltschützern und Polizisten die Logik der eigenen Politik zu erklären, haben nicht nur Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Wir als Atomkraftgegner in der Union wollen die Steuerzahler um sehr hohe Beträge entlasten, indem wir nukleare Schmarotzer dauerhaft kalt stellen. Das funktioniert durch die strikte Anwendung des Verursacherprinzips. Das heißt, wer partout Atomstrom will, der soll auch selbst die vollen Kosten tragen. Das ist für Steuerzahler nur billig und recht".
9.11.2010, CDAK

 

E.ON finanziert Leuchtpol-Projekt von ANU - Greenwash des Atomkonzerns

Mit dem Leuchtpol-Projekt verschafft die ANU dem Atom- und Kohlekonzern E.ON ein gutes Image. Die E.ON Atom- und Kohlekraftwerke bedrohen Mensch, Natur, Umwelt und Klima. Die ANU (Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung) versteht sich als Dach- und Fachverband der Umweltzentren, Initiativen, AnbieterInnen, FreiberuflerInnen, Selbständigen und weiteren Einzelpersonen, die in der außerschulischen Umweltbildung tätig sind. Der ANU-Bundesvorstand hat einen Sponsoringvertrag für die Durchführung eines bundesweiten Fortbildungsprojektes "Leuchtpol" für 4.000 ErzieherInnen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kindergärten mit dem Schwerpunkt Energie und Umwelt abgeschlossen. Mit einer Summe von 27 Mio. Euro ist Leuchtpol das größte Sponsoringprojekt dieser Art.Seit September 2009 ist Leuchtpol bundesweit aktiv, acht Regionalbüros
führen die Fortbildungen vor Ort durch. Das Projekt läuft über vier Jahre und wird durch die E.ON-AG finanziert.
Die ANU pocht auf: Pädagogische Unabhängigkeit, ein Werbe- und Marketingverbot für E.ON und Wahrung der politischen Unabhängigkeit. Ein Beitrag zum Greenwash für den Atom- und Kohlekonzern E.ON ist das Projekt Leuchtpol auf jeden Fall. Das zeigt sich auch deutlich an der E.ON Pressearbeit http://www.eon.com/de/search.do;jsessionid=7A6B3F269FFE0A8F45E6F4FEC201F4F9.2 und der Berichterstattung über das Projekt in den Medien.

Wie empört wäre die Umweltbewegung, wenn die Atomparteien FDP, CDU und CSU sich offiziell ein "Projekt" mit 27 Mio. Euro von E.ON sponsern lassen würden?
Wie still ist die Umweltbewegung, wenn sich ein Umweltbildungsverband von E.ON mit 27 Mio. Euro sponsern lässt?
Es ist erfreulich, dass der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sich schon frühzeitig sehr kritisch zu Leuchtpol geäußert hat: E.ON und Atomkraft: Die Nutzung der Atomenergie durch den Atomkonzern E.ON ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Die Macht und der Einfluss des Atomkonzerns E.ON auf die Politik ist undemokratisch. Der heute produzierte Atommüll muss für eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde. Der Atommüll, der im Moment nach Gorleben transportiert wird, stammt auch aus E.ON Atomkraftwerken. Die 27 Millionen Euro für Leuchtpol entsprechen in etwa dem Zusatzgewinn, den E.ON innerhalb von 27 Tagen für ein einziges gefahrzeitverlängertes 1.000-Megawatt-AKW erzielt. Dazu kommt, dass E.ON nach WWF-Angaben indirekt die Klimawandelleugner in den USA unterstützt. Das Leuchtpol-Projekt wendet sich insbesondere an Kindergartenkinder. Kindergartenkinder in der Nähe von Atomanlagen sind von der Strahlung der AKW besonders betroffen. Aus einer Studie, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Mit dem Leuchtpol-Projekt versucht E.ON erfolgreich indirekten
Einfluss auf die Umweltbildung und Umweltbewegung zu nehmen und sich ein gutes Image zu verschaffen. Da nützt auch schöne, engagierte und kritische Leuchtpol-Arbeit von Umweltpädagogen wenig.
Gut, dass zumindest ein kleiner Teil der ANU (Landesverband Baden-Württemberg) der massiven Versuchung des Geldes widerstanden hat und sich nicht an Leuchtpol beteiligt. Im Süden haben die Atomkonzerne EDF und EnBW die industriegesteuerte Umweltorganisation "Au fil du rhin - Am Rhein
entlang" gegründet. Auch bei "Au fil du rhin" geht es um Greenwash für Atomkonzerne und um den Versuch die Umweltbewegung mit Geld zu spalten. Doch die Umweltverbände am Oberrhein haben der Versuchung des großen Geldes (bisher) widerstanden. Info auf
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/fessenheim-gruen-schminken.html

Was wird die ANU machen, wenn nach vier Jahren das Leuchtpol-Projekt ausläuft? Jetzt werden viele bezahlte Stellen und Abhängigkeiten geschaffen. Schafft es die ANU danach aus der selbst geschaffenen Abhängigkeit vom Atomgeld auszubrechen? Und hat die ANU überlegt, dass beim nächsten schweren Atomunfall in einem E.ON Atomkraftwerk ein radioaktiver Schatten auf die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung fallen wird?
8.11.2010, Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Ulrike Treidel, Vorstand

 

CDAK und Jörg Zwosta: Laufzeitverlängerung - Argumente falsch

Für den Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK), CDU/CSU - Mitglieder für die
Überwindung der Kernenergie sind Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke Ausdruck politischer Idiotie. Damit werde den atomaren "Besatzungsmächten EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall" gestattet, mit unseren Lebens- und Zukunfts-Chancen russisches Roulett spielen. Petra Pauly, CDAK-Pressesprecherin: "So wird die körperliche Unversehrtheit von Menschen (Artikel 2 Grundgesetz) auf dem Altar der Profitinteressen einer verschwindend kleinen Minderheit von Betreibern nuklearer Anlagen
geopfert. Wir als Atomkraftgegner in der Union wollen die Steuerzahler um sehr hohe Beträge entlasten, indem wir nukleare Schmarotzer dauerhaft kalt stellen. Das funktioniert durch die strikte Anwendung des Verursacherprinzips. Das heißt, wer partout Atomstrom will, der soll auch die vollen Kosten tragen. Die vom langjährigen Bürgermeister der Kur- und Bäderstadt Baden-Baden Jörg Zwosta (CDU) geführte Mittelbadische Energiegenossenschaft MEG-Mittelbaden hat kaufmännisch gerechnet 5 Euro pro Kilowattstunde ermittelt."
28.10.2010,  CDAK




Jörg Zwosta (CDU) widerlegt die Argumente der Atomlobby

Wer die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert, hat weder aus der Katastrophe von Tschernobyl noch aus dem Desaster des Grundwassereinbruchs von Asse etwas gelernt. Die Atomlobby ist mit Feuereifer dabei, mit faulen und verlogenen Argumenten die Öffentlichkeit in die Irre zu führen, um ihrem Ziel einer Verlängerung der Laufzeiten immer näher zu kommen. Das ist ja auch zu verständlich, denn jeder Tag Laufzeit bringt den Energiekonzernen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall pro Atommeiler einen Gewinn von einer Million €, ein riesen Geschäft, das sich die vier nicht vermasseln lassen wollen getreu dem Motto: Der Strom fürs Ausland, der Gewinn für die Aktionäre und der Dreck, die jahrtausende lange Strahlung für die eigenen Bürger! Doch werfen wir einen Blick auf die Argumente der Atomlobby, die auch die Koalitionspolitiker vertreten:

Atomkraft ist eine Brückentechnologie bis zur Umstellung auf die erneuerbaren Energieträger.
Falsch: Längere Laufzeiten bringen mehr strahlenden Atommüll und blockieren die Entwicklung der erneuerbaren Energien

Atomkraft sorgt für preiswerten Strom.
Falsch: In Baden-Württemberg sind trotz eines hohen Anteils an Atomstrom die Strompreise mit am höchsten und steigen weiter! Und im Übrigen: Die kW-Stunde Strom würde ohne Subventionen 3,00 € kosten. Kommt die Versicherung für Atomunfälle, für die Steuerzahler aufkommen müssen, noch hinzu, sind es bereits 5,00 € pro kW-Stunde, die eine Kilowattstunde kaufmännisch gerechnet kosten würde, wenn keine Subventionen von staatlicher Seite fließen würde.
 

Für die Beseitigung des strahlenden Atommülls gibt es bereits Lösungen.
Falsch: Weltweit gibt es kein einziges Endlager für den über 200.000 Jahre lang strahlenden Atommüll. Und im Übrigen: Wer soll denn diese Kosten bezahlen?
 

Atomkraftwerke können gefahrlos betrieben werden.
Falsch: die Unfallhäufungen bei den Atomkraftwerken, bedingt durch ihre langen Betriebszeiten, sind überall bekannt. Die Entsorgungsprobleme in den bisherigen Salzstöckern Asse und Gorleben sind überall sichtbar und stellen ein großes Gefahrenpotential dar, für dessen Beseitigung der Steuerzahler wiederum einspringen muss.
 

Uran ist für die Erzeugung von Atomstrom unbegrenzt vorhanden.
Falsch: Die Reichweite von abbaubarem Uran liegt bei heutigem Verbrauch bei höchstens 20 Jahren, danach geht nichts mehr.
 

Atomkraft ist CO2 – frei und deshalb klimaschonend.
Falsch: CO2 – frei ist nur der Vorgang der Stromerzeugung. Die dabei entstehende Wärme wird in Flüsse geleitet oder in die Atmosphäre geblasen, also verschwendet. Mit nur 2% Anteil am weltweiten Energieverbrauch ist die Atomkraft für den Klimaschutz unbedeutend. Außerdem wird für die Gewinnung von Uran, die Beseitigung der alten Atomkraftwerke und den Transport der Castorbehälter sehr viel Energie aufgewendet, die die Klimabilanz weiter verschlechtert.
 

Ohne Atomkraft gehen die Lichter aus.
Falsch: Dies ist ein besonders beliebtes Argument der Atomlobby, weil es die Angst schürt. In Wirklichkeit produzieren die vier großen Stromerzeuger EON, EnBW, RWE und Vattenfall seit 2002 mehr Strom, als wir in Deutschland verbrauchen – und dies in diesem Jahr trotz dreier stillgelegter Atomkraftwerke. Mit anderen Worten: Die Überproduktion entspricht der Leistung von rund acht Atomkraftwerken, die abgeschaltet werden könnten. Das wird aber verhindert, weil pro Tag rund eine Million Euro durch die Betreiber pro Atomkraftwerk erzielt werden kann. Das ist im Grund eine Gelddruckmaschine, die von uns Bürgern auch noch bezahlt werden muss.

Lasst uns doch die Gewinne der Atomkraftwerke durch eine Steuer auf die Brennelemente abschöpfen und damit die Technik der erneuerbaren Energien fördern.
Falsch: Erstens behindern die Atomkraftwerke die weitere Entwicklung der Nutzung von erneuerbaren Energien, zweitens werden mit jedem Tag der verlängerten Laufzeit immer mehr strahlende Abfälle ohne gesicherte Entsorgung erzeugt und drittens werden die Energieversorger gnadenlos die Strompreise zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger erhöhen, um die durch die Steuer entstehende Schmälerung ihrer Erträge auszugleichen und ihre Gewinne zu sichern.

Fazit:
Die Zukunft gehört allein den Erneuerbaren Energieträgern wie Sonne, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Geothermie und Meereswellenenergie. Diese Energieträger sind unendlich verfügbar, sauber, sicher und auch noch zum großen Teil in der eigenen Region vorhanden. Mit den erneuerbaren Energieträgern, die aus der eigenen Region stammen, werden Arbeitsplätze geschaffen. Kapital muss nicht ins Ausland abfließen, sondern bleibt hier und stärkt die Kaufkraft. Das ist regionale Wertschöpfung. Atomkraftwerke produzieren überschüssigen Strom und sind damit überflüssig. Für ein modernes Stromnetz, das auf den erneuerbaren Energieträgern basiert, sind die Atomkraftwerke viel zu unflexibel und blockieren dadurch eine von Nachhaltigkeit und Ökologie geprägte Energieversorgung. Eine Energieversorgung mit den erneuerbaren Energieträgern zu 100% bis zum Jahr 2030 ist machbar, das haben zahlreiche Gutachten gerade in der jüngsten Zeit immer wieder belegt. Lassen wir uns also nicht irre machen. Den vier großen Energieversorgern geht es ums Geschäft – ohne Rücksicht auf Sicherheit und Klimaschutz. Uns geht es um die Zukunft unserer Kinder und Enkel und um die Lebensqualität in unserer Region. Deshalb arbeiten wir für die Energiewende.

Der Autor Jörg Zwosta war 29 Jahre Erster Bürgermeister, davon zuletzt 24 Jahre in der Kur – und Bäderstadt Baden-Baden. Ruhestand nach dem Ausscheiden aus dem Amt ist nicht seine Sache gewesen. So gründete er gemeinsam mit 11 Partnern die Mittelbadische Energiegenossenschaft eG (MEG), um seine Vorstellungen über den Klimaschutz, CO2 – Ersparnis und Regionale Wertschöpfung umsetzen zu können. Ein Unternehmen mit Bürgern für Bürger, das ist die MEG, die jetzt schon mehr als 70 Mitglieder hat und über ein Eigenkapital von 193.000,00 € verfügt. Die MEG ist jetzt im zweiten Jahr unternehmerisch tätig und betreibt BHKW-Anlagen in der Heizzentrale des SWR, in der Klinik Dr. Dengler und eine PV-Anlage.
28.10.2010, mehr auf http://www.meg-mittelbaden.de/ 

 

Getrickste Fessenheim-Grenzwerte und die Gefahr einer Katastrophe

Die Versprödung der Reaktordruckgefäße - Die Bundesregierung hat beschlossen, die Laufzeit vom Atomkraftwerken zu verlängern. Michael Zäh sprach darüber mit Axel Mayer, dem BUND-Geschäftsführer der Region Südlicher Oberrhein, der als ausgewiesener Spezialist der Materie gilt und schon seit 1974 im regionalen, grenüberschreitenden Natur- und Umweltschutz aktiv ist.

Zeitung am Samstag: Es gab erst Ende August im nahen Fessenheim einen Störfall, bei dem eine radioaktive Wolke austrat. Was ist genau geschehen?
Axel Mayer: Viele Menschen glauben, ein Atomkraftwerk sei eine abgeschlossene Sache und da würde nur bei einem Unfall Radioaktivität austreten. Jetzt haben wir von der französischen Behörde erfahren, dass es in Fessenheim einen großen Tank gibt, in dem radioaktive Gase gesammelt werden, bis sie nicht mehr ganz so stark strahlen. Und die dann kontinuierlich und dauerhaft über den Schornstein abgegeben werden. Und aus diesem Tank sind jetzt 50 Kubikmeter radioaktive Gase vorzeitig entwichen.
ZaS: Wie ist diese Menge denn zu bewerten?
Mayer: Diese 50 Kubikmeter sagen erst mal überhaupt nichts. Das kann ganz viel Luft sein, das kann ganz viel Radioaktivität sein. Diese Angabe sagt eigentlich nichts aus, außer dass offensichtlich ganz viele Messgeräte versagt haben, die sich im Schornstein befinden und die die Zusammensetzung der Gase hätten messen sollen.
ZaS: Aber das Regierungspräsidium Freiburg hat dann beruhigt, dass alles weit unter dem Grenzwert gelegen haben soll. Woher weiß man das denn?
Mayer: Man weiß es gar nicht. Nicht eine Kontrollbehörde, sondern die Betreiber des Atomkraftswerks haben eine entsprechende Meldung ans Regierungspräsidium geschickt. Das ist ungefähr so, wie wenn ich den TÜV abschaffe und die Autofahrer selber Aussagen treffen sollen über die Abgaswerte ihrer Autos.
Zas: Ist nicht schon bedenklich, dass auch im laufenden Betrieb in Fessenheim regelmäßig radioaktive Gase abgegeben werden? Mayer: Dafür gibt es dort diesen Schornstein, über den auch im Normalbetrieb ständig Radioaktivität an die Umwelt abgegeben wird. Außerdem hat Fessenheim keine Kühltürme und erhitzt den Rhein, an den ebenfalls ständig Radioaktivität abgegeben wird. Wir wissen, dass es in der Nähe von Kernkraftwerken eine erhöhte Krebshäufigkeit bei Kindern gibt.
ZaS: Obwohl es doch heißt, dass die Grenzwerte weit unterschritten seien.  Und solche Grenzwerte nicht realistisch?
Mayer: Das ist ungefähr so, als wenn man den Grenzwert für Rasen innerorts auf 300 Stundenkilometer festsetzen würde. Da fällt es einem als Autofahrer dann schwer, diesen zu übersteigen.
ZaS: Wie kann das sein?
Mayer: Diese Grenzwerte stammen noch aus der umweltpolitischen Steinzeit, nämlich den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Und in diese Grenzwerte hat man im Prinzip schon Störfälle mit einbezogen, also so, dass es selbst noch innerhalb der Grenzwerte läge, wenn bei einem Störfall größere Mengen an Radioaktivität austreten.
ZaS: Leben wir also hier in der Gegend gefährlich?
Mayer: Da es in ganz Europa relativ viele Atomanlagen gibt, hat man an vielen Orten ein Risiko. Man muss allerdings dazu sagen, dass Freiburg in der Hauptwindrichtung von Fessenheim liegt. Der Wind kommt aus der Burgundischen Pforte und weht daher meistens Richtung Freiburg.
ZaS: Nun hat die Bundesregierung gerade die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen. Wie bewerten Sie das?
Mayer: Wir halten das für einen skandalösen Vorgang. Nach Ansicht des BUND wird die Gefahrzeit für Atomkraftwerke verlängert. Das bedeutet mehr Radioaktivität im Normalbetrieb, mehr Atommüll, mehr Kinderkrebs. Und das Hauptproblem, das wir sehen, ist tatsächlich die Gefahr der Versprödung der Reaktordruckgefäße.
ZaS: Was versteht man darunter?
Mayer: Man wird sicher die Atomkraftwerke für viel Geld nachrüsten. Aber der Kernbereich, das Reaktordruckgefäß, wird immer älter, das versprödet und ist so stark verstrahlt, dass man das nicht austauschen kann. Und wenn es dort irgendwann zu einem Unfall kommt, dann ist das eine riesige Katastrophe. Das würde beispielsweise das Ende einer Region bedeuten. Da müssten dann alle weg, da könnte keiner mehr leben.
ZaS: Die Kernkraftwerke sind also gar nicht für eine noch längere Laufzeit ausgelegt?
Mayer: Durch die Laufzeitverlängerung und das hohe Alter der Atomkraftwerke erhöht sich deutlich die Gefahr schwerer atomarer Unfälle.
ZaS: Es ist also eine Lüge, wenn von der Bundesregierung behauptet wird, deutsche Atomkraftwerke gehören zu den sichersten der Welt?
Mayer: Das hat die russische Regierung ihren Bürgern vor Tschernobyl auch erzählt. In Wahrheit haben wir massive Probleme mit den alten Atomkraftwerken in Deutschland. Ein Unfall kann überall auftreten.
ZaS: Die Bundesregierung vertritt die Position, dass die Laufzeitverlängerung doch nur als „Brücke" diene, bis regenerative Energie ausgereifter ist. Was halten Sie davon?
Mayer: Wir haben doch jetzt schon die Situation, dass an windigen Tagen die Windräder abgestellt werden müssen, weil zuviel Strom im Netz ist und man die Atomkraftwerke nicht so schnell hoch- und runterfahren kann. Die längere Nutzung der Atomkraftwerke führt außerdem zu einer Behinderung des Ausbau alternativer Energien. Und dies muss man vor dem Hintergrund sehen, dass wir auf eine Energiekrise zusteuern. Denn die Grenze der Erdölförderung ist erreicht, der Höhepunkt der Gasförderung ebenfalls, und wir haben auch relativ wenig Uran. Deshalb muss der Bereich der alternativen Energien schnellstmöglich ausgebaut werden. Und da hemmt uns die Entscheidung der Bundesregierung erheblich. Das ist auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehr schade, weil im Bereich der regenerativen Energien viel mehr Menschen Arbeit finden, als in Atomkraftwerken.
ZaS: Hat nicht Deutschland auf dem Sektor der erneuerbaren Energien die Nase vorne und könnte diesen Vorteil auch für den Export wirtschaftlich nutzen?
Mayer: Der Markt ist einfach zukunftsfähig. Wir können sowohl Windräder wie auch Solaranlagen weltweit verkaufen. Wir waren hier bisher federführend und es ist jetzt auch ein Problem für den Export, wenn unser heimischer Markt gebremst wird und sich nicht weiterentwickelt.
ZaS: Ist denn die Behauptung zutreffend, dass man noch eine Weile an den Atomkraftwerken festhalten müsse, weil sonst in Deutschland die Lichter ausgingen?
Mayer: Das hat Filbinger schon damals erzählt, dass die Lichter ausgehen würden, wenn Wyhl nicht gebaut würde. Das war damals eine Lüge und ist es heute erst recht. Wir exportieren im Moment relativ viel Energie in unsere Nachbarländer und wir könnten die Atomkraftwerke schon jetzt abschalten, ohne eine Energielücke in Deutschland zu haben. Da wir in den letzten Jahren eine sehr dynamische Entwicklung bei den Windkraftwerken und den Solaranlagen verzeichnen konnten, könnten wir nicht nur schon jetzt auf Atomenergie, sondern in wenigen Jahren auch auf fossile Energien verzichten. Natürlich nur, wenn diese Entwicklung jetzt nicht gebremst, sondern weiter beschleunig wird.
ZaS: Rechnen Sie mit einer großen politischen und gesellschaftlichen Gegenwehr gegen die beschlossene Laufzeitverlängerung?
Mayer: Wir haben ja leider eine Regierung, die sich dem Druck der Straße nicht beugt, sondern dem Druck des Geldes. Was wir gerade erleben, ist doch, dass die Bundespolitik die Wünsche der vier großen Energiekonzerne umsetzt.
Zas: Worin können die Konzerne denn Druck ausüben?
Mayer: Es gibt Seilschaften bis in höchste Regierungskreise. Es ist massiver Lobbyismus, der da stattfindet. Das zeigt den demokratiegefährdenden Einfluss von Konzernen auf die Politik.
ZaS: Muss das nicht am Ende schon dadurch scheitern, dass die  rage der Entsorgung von Atommüll noch immer nicht gelöst ist?
Mayer: Wir brauchen auf jeden Fall ein gutes, dauerhaftes Endlager. Um die Dimension zu umreißen: Dieses Endlager muss für eine Million Jahre sicher sein. Es gibt viele Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass Gorleben durch Wassereinbrüche gefährdet ist.
ZaS: Findet man denn überhaupt ein solches Endlager?
Mayer: Wenn bei mir zuhause die Badewanne überläuft, dann beginne ich ja nicht mit dem Aufwaschen, sondern drehe erstmal den Wasserhahn zu. Und das ist in diesem Fall die Produktion von Atommüll. Nach einem geeigneten Endlager wird weltweit geforscht und wurde noch nichts gefunden. Es braucht sehr hohe Anforderungen, denn es sind die giftigsten Abfälle der Menschheit überhaupt.
ZaS: Gibt es denn etwas, das noch gefährlicher ist als das Betreiben von Atomkraftwerken?
Mayer: Ja, das gibt es. Die Gefahr, die noch größer ist als die Atomanlagen ist die militärische Nutzung der Atomkraft. Ein instabiles Land wie Pakistan hat mit deutscher Hilfe Atomkraftwerke gebaut und hat jetzt Atomwaffen. Jetzt will der französische Präsident Sakorzy an solch problematische Staaten wie Lybien Atomkraftwerke liefern. Das ist eine Gefahr für die Zukunft und den Weltfrieden, die noch größer ist als der Betrieb von Atomkraftwerken. Doch können wir anderen Ländern verbieten, was wir selber haben? Solange wir selbst Atomkraftwerke im Land betreiben, gibt es natürlich auch keine Argumente, warum Lybien das nicht dürfen soll. Auch deshalb müssen wir schnellstmöglich aus dieser Gefahrentechnologie aussteigen.

Interview von Michael Zäh mit Axel Mayer am in der Zeitung zum Samstag, 9.10.2010

 

 

Atomenergie: Verträge sind einzuhalten - Planungssicherheit

Das Kabinett hat einen neuen Entwurf des Energiekonzepts 2010 verabschiedet, der den bestehenden Atomkompromiss von 2002/2003 mit durchschnittlich 32 Jahren Laufzeit der Atomkraftwerke (AKW) aufkündigt, dazu in wesentlichen Teilen den ersten Entwurf verwässert, besonders in Bezug auf die energetische Gebäudesanierung bis 2050.

Die wichtige Frage bleibt allerdings, wie weise die Zerstörung des gesellschaftlich weitgehend akzeptierten AKW-Kompromisses ist. In Berlin zeigte sich, wie längst vernarbte Wunden aufgerissen wurden. Was wir erlebten, wird nur der Anfang einer heftigen, überflüssigen Auseinandersetzung sein, die sicher auch in die Landtagswahl im März 2011 reichen wird. Unvergessen ist die heftige Debatte um die Ostverträge in den 70er Jahren, die von der CDU/CSU bekämpft und nur mit der knappen Mehrheit der sozialliberalen Koalition unter Brandt/Scheel verabschiedet wurden. Zur nächsten Bundestagswahl überraschte der CSU-Vorsitzende und bayrische Ministerpräsident Franz-Josef Strauss mit seinem Versprechen: "Pacta sunt servanda", Verträge sind einzuhalten; trotz seines Widerstandes war er bereit, die Vereinbarungen der Regierung zu honorieren. Der AKW-Kompromiss war kein Vertrag zwischen Staaten, sondern eine Vereinbarung unserer Regierung mit den führenden Stromversorgern. Sie wurde von beiden Seiten einvernehmlich bindend getroffen. Die Regierung verzichtete als Teil des Kompromisses auf die Forderung nach schneller Abschaltung sowie erhebliche Zusatzsteuern aus den vielen Milliardengewinnen der AKW-Betreiber.

Die zunehmende Einspeisung regenerativer Energien in den vergangenen Jahren führte zu geringerer Einspeisung von Atomstrom ins Netz, er wurde nicht mehr gebraucht. Unsere Import-Export-Bilanz wurde positiv: Seit 2003 exportieren wir netto eine zunehmende Menge elektrischer Energie, 2009 rund 15 Terawattstunden. Daher käme die allmähliche Abschaltung der AKW bis 2022, wie es vorgesehen war, gerade recht, da die fehlenden Energiemengen durch die rasch ansteigenden regenerativen Energien kompensiert werden könnten.

Als Brückentechnologie, um die wachsende Menge der fluktuierenden regenerativen Energien abzupuffern, ist die Kernkraft ungeeignet. Die Reaktoren lassen sich nur im oberen Leistungsbereich regeln und werden aus betriebstechnischen Gründen zur Vermeidung von Materialermüdung durch Leistungsschwankungen am besten mit konstanter Leistung gefahren. Brückentechnologie in die regenerative Zukunft sind rasch regelbare Gaskraftwerke, die mit Kraft-Wärme-Kopplung Effizienzen von bis zu 80 Prozent erreichen und mit Biogas CO2-neutral arbeiten. Viele Ausbaupläne dieser energetisch interessanten Technologie – auch von Stadtwerken – werden durch die Kündigung des Atomkompromisses gefährdet. Der im Überfluss bereitstehende Atomstrom macht solche Investitionen unwirtschaftlich. Dazu wird der politische Druck der Kernkraftbetreiber für eine Begrenzung der Einspeisungsmenge an regenerativem Strom größer und für den Bundesetat attraktiver, da ja abnehmende Mengen Atomstrom in Zukunft geringere Steuereinnahmen bedeuten werden. Ein weiteres wichtiges Argument gegen die geplante Aufkündigung der AKW-Vereinbarung ist die Zerstörung der bis heute gültigen Planbarkeit: Nach der AKW-Vereinbarung konnten alle Marktteilnehmer gut prognostizieren, wie sich der Strommarkt entwickeln wird, und entsprechende Investitionsentscheidungen treffen. Das Nichteinhalten dieser Vereinbarung kann dazu führen, dass nach einem Regierungswechsel, der 2013 anstehen könnte, die längeren Atomlaufzeiten wieder gekürzt werden. Großbritannien erlebte eine derartige Situation in den 50er und 60er Jahren: Sozialistische Regierungen verstaatlichten die Grundindustrie, konservative privatisierten sie – desaströs für die Wirtschaft. Unsere konservativen Parteien werden die Ruhe an der Atomfront zerstören, um sie durch unsichere Jojo-Verhältnisse in der so wichtigen Frage unserer Energieversorgung zu ersetzen. Nach der jüngsten Bundestagswahl wurde eine Koalition der CDU/CSU mit den Grünen nach der nächsten Wahl diskutiert. Die wirtschaftlich wie energietechnisch unnötige Aufkündigung des Atomkompromisses, der noch von der Großen Koalition akzeptiert wurde, wird eine derartige Option dauerhaft zerstören. Schade um die politische Landschaft Deutschlands!
Eicke R. Weber. 2.10.2010, Gastbeitrag in der www.badische-zeitung.de
Der Autor ist Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg

 

EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider kritisiert Atompolitik scharf

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die geplante Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke scharf kritisiert. "Atomkraftwerke einfach nur weiterlaufen zu lassen, ist ethisch nicht verantwortbar", sagte der rheinische Präses der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). Die Endlagerfrage sei ungelöst und werde auch nie zu lösen sein, da es um Zeiträume von Jahrmillionen gehe. Schneider warnte vor den Risiken menschlicher Fehler bei der Atomkraft. "Man betrachte sich nur, was beim Lager Asse alles schief
gelaufen ist", sagte er und fügte hinzu: "Und jetzt droht das abzusaufen."
17.9.2010

 

Laufzeitverlängerung richtet sich gegen freiheitliche Grundordnung der BRD

Der BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU-Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie erteilt allen Plänen die Laufzeit von Atomkraftwerken zu verlängern, eine klare Absage. Die Atomkraftgegner in der Union verurteilen diese Absicht, weil sie die Opfer der Atomindustrie und die sauber arbeitende Konkurrenz rechtlos stellt, wirtschaftlich schädigt und sich so gegen die freiheitliche Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland richtet. Entspre-chende Initiativen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) seien blanker Lobbyismus für eine schmutzige Einzelbranche, der als Amtsmißbrauch gelte. Atomenergie ist ein ökonomisches Fiasko. Belege:
A. Der französische Staatskonzern EdF, dem alle französischen Atomkraftwerke gehören, ist extrem verschuldet. Eigenmitteln von lediglich 12 Milliarden Euro stehen Schulden von rd. 45 Milliarden Euro gegenüber.
B. Nach der Privatisierung der britischen Energiewirtschaft wurde die Betreiberfirma der britischen AKW  "British Energy" zahlungsunfähig und konnte nur durch staatliche Gelder am Leben gehalten werden.

Betriebswirtschaftlich rechneten sich Atomkraftwerke ohnehin nicht, außer wenn sie mit aller Gewalt und öffentlichen Geldern künstlich am Leben gehalten werden. In Deutschland wurden ca. 20 Mrd. Euro an staatlichen Subventionen für die Entwicklung und den Bau der Atomanlagen ausgegeben. Weitere versteckte Subventionierung sind bis heute:
1. Betreiber von Atomkraftwerken haben gegenüber Gewerbetreibenden, Dienstleistern und Privatpersonen in Deutschland das Privileg, daß sie keine risikogerechte Haftpflichtversicherung abschließen müssen.
2. Die deutschen Atomkonzerne weisen steuerfreie Rückstellungen für die Entsorgung in Höhe von über 35 Milliarden Euro in ihren Bilanzen aus.
3. Im Gegensatz zu Mineralöl und Erdgas wird der Einsatz von Uran in der Stromerzeugung nicht besteuert.
Menschen, denen die Zukunft Deutschlands am Herzen liegt, sollten sich vehement gegen alle Versuche von nuklearen Geisterfahrern wehren, unser Vaterland an die Wand fahren.
CDAK, 4.9.2010

 

Atommüll-Fässchen beim Bertoldsbrunnen am 4.11.2010

Kommen Sie am Samstag, den 4. September zwischen 10 und 13 Uhr zum Bertoldsbrunnen und bringen Sie leere Konservendosen mit. An unserem Infostand werden sie in "Atommüll-Fässchen" verwandelt und mit persönlichen Nachrichten an Politiker und Atomlobbyisten versehen. Wir wollen einen ordentlichen Müllhaufen sammeln, den wir mit nach Berlin nehmen.

Atommüllfässer ins Regierungsviertel nach Berlin: Die Groß-Demonstration in Berlin rückt näher, und wir wollen noch einmal alle Kräfte bündeln, um die FreiburgerInnen zu mobilisieren, mit uns am 17. September mit dem Sonderzug in die Hauptstadt zu fahren. Am 18. September werden zehntausende Bürgerinnen und Bürger der  Regierung symbolisch den Atommüll vor die Tür kippen, der mit jedem Tag der laufenden AKWs mehr wird. Es gibt keine sichere Lösung für die Endlagerung des strahlenden Abfalls! Infos zum Sonderzug gibt es hier:
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/anti-atom-demo/sonderzuege/sonderzug-sued.html
3.9.2010, Elke Brandes für die Anti Atom Gruppe Freiburg
www.antiatomfreiburg.de

 

Nachrüstung der AKW wegen Fachleutemangel gar nicht möglich

In der BZ wird der Stand der Diskussion über die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke gut wiedergegeben. In der Öffentlichkeit wird die Diskussion mit den bekannten, inzwischen ideologisch eingeengten Argumenten geführt. Pro Verlängerung: Der Staat erhofft mehr Einnahmen. Kontra Verlängerung: Verzögerung des Ausbaus alternativer Energiegewinnung und fehlendes Endlager. Für mich als Bürger, der in einem Land mit vier Atommeilern lebt, fehlt völlig die Diskussion um die zu erwartende Sicherheit des Weiterbetriebs und die Festlegung der Verantwortlichkeiten.

Vor wenigen Wochen hörte ich zufällig(!) ein Interview mit dem Ingenieur, der für Vattenfall die AKW gebaut hat. Seine Aussagen haben mich sehr verunsichert: AKW seien, wie alle technischen Geräte, für eine bestimmte Dauer ausgelegt, in der Regel für 40 Jahre. Eine "Nachrüstung" zur Erhöhung der Laufzeiten sei technisch nicht möglich und vor allem gebe es bei den betreibenden Firmen keine Fachleute mehr, denn keine Industrie halte Fachleute vor für einen Produktionszweig, der keine Zukunft habe, und bilde auch keine mehr aus; das Know How sei schlicht verloren gegangen, weshalb er eine Laufzeitverlängerung für unverantwortlich hielt.
BZ-Leserbrief von Prof. Dr. Heidwolf Arnold, Freiburg vom 25.8.2010



Fessenheim: Elsässischer Regionalpräsident denkt über Verzicht nach

Notfalls ohne Fessenheim?
Der neue Regionalpräsident Richert möchte langfristig auf Atomkraft verzichten. Bei seinem Antrittsbesuch beim Regierungspräsidenten Julian Würtenberger in Freiburg sagte der elsässische Regionalpräsident und frühere Chef des Département du Bas-Rhin (Nordelsass), Philippe Richert (57), das Elsass werde sich energiepolitisch auf eine Zeit ohne das älteste französische Atomkraftwerk Fessenheim am Rhein südwestlich von Freiburg einstellen müssen. Richert war am 26. März zum neuen Regionalpräsidenten gewählt worden. Damit hat zum ersten Mal ein Politiker aus Frankreich über das mögliche Ende des in Südbaden von Gemeinden, Verbänden und Bürgerinitiativen sowie der Schweiz bekämpften Atommeilers spekuliert. Die Freiburger CDU etwa plädiert seit längerer Zeit für das Aus von Fessenheim, in einem Interessenverband mit Namen TRAS wollen zahlreiche Gemeinden dem AKW juristisch zu Leibe rücken. Für die schnelle Abschaltung sprach sich Richert indes nicht aus. Der Regionalpräsident betonte, das Elsass könne noch nicht auf den Einsatz von Atomkraft zur Energieversorgung verzichten. Aber er wolle in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren eine Energieversorgungssystem ohne Atomkraft aufbauen, versprach Philippe Richert, der Mitglied der Regierungspartei UMP ist. Er betonte, dass er keine neuen Kraftwerke wolle. An diesem Ziel müsse auf beiden Seiten des Oberrheins gearbeitet werden. Zur Zeit läuft eine Revision des Atommeilers, der südlich von Freiburg direkt am Rhein steht.
Heinz Siebold, 2.8.2010, StZ, über BUND

 

Der große Bluff: Zur geplanten Laufzeitverlängerung der AKWs

Der Film des Frontal 21-Teams, der am 13.7.2010 gesendet wurde, zeigt den Unsinn und die moralische Verwerflichkeit einer evtl. Laufzeitverlängerung von AKWs eindringlich und in allen Facetten
auf. Der Film ist im Netz ein Jahr verfügbar.
Film:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1090144/Frontal21-Dokumentation:-Der-große-Bluff

Internet-Seite mit Film + Interview-Modul:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/20/0,1872,8078996,00.html

20.7.2010


 

Atomdemo Stuttgart 24.Juli: Atomausstieg sofort - regenerative Energiewende jetzt

14 Uhr: Kundgebungsbeginn am Kernerplatz in Stuttgart
Stilllegung der Atomkraftwerke in Neckarwestheim sowie aller anderen Atomanlagen!

Statt endlich abzuschalten will die Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke noch einmal verlängern. Seit nunmehr 10 Jahren geht es darum, wann und ob die Atomkraftwerke endlich stillgelegt werden, der Atomausstieg auch tatsächlich kommt. Uns reicht es! Atomkraft ist keine notwendige Brückentechnologie, wie es uns die Bundes- und gerade auch die Landesregierung weismachen will. Die Energiewende ist technisch längst möglich. Sie muss jedoch gegen die vier Energiekonzerne RWE, EON, Vattenfall und EnBW durchgesetzt werden. Diese wollen ihre Atomkraftwerke noch jahre- und jahrzehntelang weiter betreiben und einen täglichen Gewinn von einer Million Euro pro abgeschriebenem Atomkraftwerk kassieren. Die Kosten für die Endlagerung des strahlenden Mülls zahlen hingegen die heutigen und alle zukünftigen Generationen. Wir wollen die regenerative Energiewende jetzt: Der Weiterbetrieb von Neckarwestheim und allen anderen Atomkraftwerken verhindert eine rasche
Energiewende. Die Atomkraftwerke, ja alle fossilen Großkraftwerke haben einen unzureichenden Wirkungsgrad und sind eine umweltverschmutzende Risikotechnologie. Statt Abhängigkeit und Konzernmacht wollen wir Entwicklung, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Keine faulen Kompromisse -
Energiewende jetzt! mehr Informationen www.endlich-abschalten.de/home.html 
6.7.2010


Fessenheim: Aufsichtsbehörde will Bedenken mit der Statistik zerstreuen

Das Kernkraftwerk Fessenheim im Elsass, rund 20 Kilometer von Freiburg entfernt, sei sicherer als zuvor. Das behauptet die französische Atomaufsichtsbehörde Autorité de sûreté nucléaire (ASN). Die ASN bemüht dafür die Störfallbilanz, nach der es 2008 noch acht Störfälle gegeben habe, 2009 jedoch nur noch zwei. Damit liege Fessenheim nun "im Mittelfeld der französischen Atomkraftwerke", erklärte der Chef der Straßburger ASN, Pascal Lignères. Seine Abteilung ist zuständig für die Atomkraftwerke Fessenheim und Cattenom im lothringischen Département Moselle.Die ASN führt derzeit in Fessenheim die alle zehn Jahre übliche Großinspektion durch, nach der über eine Verlängerung der Laufzeit
entschieden wird. Das Atomkraftwerk direkt am Rhein wird vom staatlichen Energiekonzern Electricité de France (EDF) betrieben. Deren Generaldirektor Henri Proglio hatte bereits vor Beginn der Inspektion
behauptet, Fessenheim sei so gut und sicher, dass es noch über 40 Jahre hinaus Strom produzieren könne. Ob die Inspektion abgeschlossen ist und wann der Bericht erscheint, ist aufgrund dereingeschränkten Transparenz der ANS-Behörde nicht in Erfahrung zu bringen.
Die zwei Dampfreaktoren in Fessenheim mit einer Leistung von je 880 Megawatt wurden am 1. Januar und am 1. April 1978 in Betrieb genommen, die Betriebsdauer war bei Baubeginn mit 30 Jahren projektiert worden. Fessenheim ist in der Region das einzige Kernkraftwerk, ein geplantes KKW in Wyhl, nördlich des Kaiserstuhls, wurde nach jahrelangen Protesten der Bevölkerung nicht gebaut. Längs des Oberrheins hat sich parteiübergreifend der Widerstand auch gegen den Reaktor in Fessenheim gehalten, im trinationalen Atomschutzverband (TRAS) sind 40 Verbände, aber auch 73 Kommunen und neun kirchliche Einrichtungen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz vertreten.

Der Atomschutzverband will das Kernkraftwerk Fessenheim mit juristischen Mitteln stilllegen. Politisch setzen sich auch CDU-Parteigliederungen oder CDU-Gemeinderatsfraktionen für die Stilllegung von Fessenheim ein. Auch der Nachfolger von Gundolf Fleischer als Landtagskandidat, der CDU-Kreisvorsitzende Patrick Rapp, hat sich mehrfach kritisch zu Fessenheim geäußert. Als "abweichende Meinungen" tut Atomkraftbefürworter Stefan Mappus diese Kritik ab. Die Bekanntgabe von weniger Störfällen hält der Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in Südbaden, Axel Mayer, (Einschub: Ich bin nicht der Vorsitzende sondern der Geschäftsführer... Gruß Axel) für einen Versuch, dem alten Reaktor, "ein grünes Mäntelchen umzuhängen". Es sei bekannt, dass es ein neues
"Krisenkommunikationskozept" des Betreibers gebe, der auch Atomstrom an die EnBW liefert. Es solle den Eindruck erwecken, dass alles für die Sicherheit getan werde. "Das Hauptproblem ist und bleibt der alte Reaktor, die bekannte Ermüdung des Materials und die damit verbundenen Risiken", betont Mayer. Bereits vor Jahren wurden an einem Reaktorgefäß Haarrisse festgestellt. Der Reaktor selbst kann im Gegensatz zu Deckel und Dampferzeugern nicht ausgewechselt werden. "Wir haben hier Anschauungsunterricht, was bei einer Laufzeitverlängerung passiert", bringt Mayer den Fall Fessenheim mit der aktuellen Debatte in Deutschland in Verbindung. Als weiteres Risiko gilt die fehlende Erdbebensicherheit von Fessenheim im tektonisch aktiven Oberrheingraben.
Von Heinz Siebold, Stuttgarter Zeitung, 06.07.2010 - über BUND Freiburg

 

Gegen den Neubau eines AKW in Solothurn abstimmen

Der Stromkonzern Alpiq und der Kanton Solothurn konkretisieren die Pläne für das neue AKW Gösgen
II - und das, obwohl noch nicht entschieden ist, ob es überhaupt neue AKW in der Schweiz geben
wird. Entschieden wird dies erst mit der Referendumsabstimmung im Jahr 2013.
Trotzdem liegt im Kanton Solothurn bereits jetzt die Richtplananpassung für das neue AKW Gösgen II
auf. Engagieren Sie sich schon jetzt gegen ein neues AKW! Bis am 7. Juli 2010 haben alle Betroffenen, ob SchweizerIn oder AusländerIn, oder noch nicht volljährig, oder auch jenseits der Schweizer Grenze wohnhaft das Recht, eine Einwendung zu den vorgeschlagenen Anpassungen des Richtplans für Gösgen II abzugeben. Nehmen Sie Ihre Chance wahr und teilen Sie den Solothurner Behörden mit, dass Sie gegen den Neubau eines AKW in Solothurn sind! Die Allianz "Nein zu neuen AKW" stellt ein fertig ausgefülltes Einwendungsformular zur Verfügung. Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit und schicken Sie es an das Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn. Jede Einwendung setzt ein Zeichen für eine Zukunft ohne Atomkraftwerke. Eingabefrist ist der 7. Juli 2010 (Poststempel). Ihre Stimme zählt!
Einwendungsformular unter:
www.nein-zu-neuen-akw.ch/de/handeln/aktiv-werden/gosgen-ii-ihre-einwendung-5-minuten/
2.7.2010, Bernhard Piller

Schweizerische Energie-Stiftung SES
c/o Linda Rosenkranz und Bernhard Piller, Sihlquai 67, CH-8005 Zürich, Tel 044 / 271 54 64
Spendenkonto 80 - 3230 - 3
www.energiestiftung.ch

 

Protest gegen Atomkraft: Die Bewegung ist in Bewegung

Berlin - Der Sonderzug von Basel über Karlsruhe zum Atomkraftstandort Biblis ist seit Tagen ausgebucht. Ein zweiter von Berlin-Ost nach Elmshorn ebenfalls. Vier Sonderzüge, dazu Hunderte von Bussen bringen heute Menschen aus ganz Deutschland zu gemeinsamen Protesten - gegen die Atomenergie, gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergienutzung, gegen Zwischenlager, die faktisch Endlager sind, gegen Atommülltransporte und für das Gedenken daran, dass morgen vor 24 Jahren das Atomkraftwerk in Tschernobyl die bisher größte Katastrophe der Energietechnik ausgelöst hat. Die Veranstalter zeigen sich mutig - überraschend mutig, wenn man bedenkt, dass es Großdemonstrationen dieser Art seit langem nicht mehr gegeben hat. Aktivisten aus dem Südwesten fühlen sich stark genug, das Atomkraftwerk Biblis zu umzingeln. In Ahaus im Münsterland soll eine Großdemonstration zum Zwischenlager zustande kommen. Und die Norddeutschen wollen gar auf den 120 Kilometern zwischen den AKW Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette schließen. Der Grünen-Parteichef Cem Özdemir sieht in der Aktion ein "historisches Signal" gegen die Atompolitik der Bundesregierung.

Jochen Stay von der Hamburger Initiative Ausgestrahlt zeigte sich am vergangenen Donnerstag optimistisch, dass die Menschenkette gelingen werde. 24.000 Leute würden schon zusammenkommen, meinte er, so dass alle fünf Meter jemand stehen werde. Die Lücken sollen spontane Mitstreiter füllen. Stays Gruppe ist eine aus einem bunten Kreis von Unterstützern, die sich im Januar 2010 zusammengefunden haben. Umweltgruppen sind dabei, Globalisierungsgegner wie Attac, aber auch Gewerkschaften, Grüne und SPD. Stay hat kein Problem mit der Kritik, das Bündnis sei ziemlich weit gespannt und nicht jeder darin sei jedem grün. Ihm kommt es darauf an, dass die Bereitschaft, sich zu einer Aktion zusammenzutun, "eine neue Dimension" erreicht habe, und zwar über organisierte Gruppen hinaus. Schon länger werben er und seine Mitstreiter für die Aktion, sprechen Menschen auf der Straße und in Kneipen an. Was der 44-Jährige dort beobachtet hat, war auch ihm neu. "Oft sind ja Leute auf der Straße nicht an politischen Themen interessiert." Sie wehren ab. Doch jetzt ist das anders. "Wir rennen offene Türen ein. Es ist eine Situation, wie wir sie bis jetzt nicht kennen." Stays Erklärung: "Zum ersten Mal seit 2000 steht in der Politik eine grundlegende Entscheidung bevor." Der Atomkonsens von 2000, ausgehandelt von der rot-grünen Bundesregierung, wird infrage gestellt.


Das neue Protestgefühl und das Internet
Aber der Protest funktioniert anders als zur Zeit der großen Antiatomkraftdemonstrationen in den siebziger und achtziger Jahren. Stay nimmt für sich in Anspruch, dass seine "relativ kleine" Organisation das neue Protestgefühl genau analysiert habe und sich darauf einstelle. "Heute gibt es viel weniger Leute, die feste Bindungen eingehen" - zum Beispiel zu einem Verein oder einer Partei. "Da kommt das Internet ins Spiel: Das gibt uns viel mehr Möglichkeiten, Einzelne zu aktivieren." Stay verweist auf Demonstrationen in den vergangenen Monaten gegen Atomkraft in Ravensburg, Mühlacker und acht weiteren Orten in Baden-Württemberg, die einzig durch Aufrufe im Internet zustande gekommen seien. 2000 Teilnehmer hat er in Ravensburg gezählt. Seine Tochter, 14 Jahre alt, habe in dem Forum SchülerVZ eine neue Gruppe angelegt und dort zu der heutigen Menschenkette aufgerufen. Binnen einer Woche habe diese Gruppe tausend Mitglieder gehabt. Die Ausgestrahlt-Leute haben eine Datenbank mit Adressen von aktionswilligen Menschen angelegt. Binnen zwei Jahren stieg die Zahl der Einträge von 4000 auf 31.000. Thorben Becker bestätigt das. Er erinnert daran, dass im letzten September 50.000 in Berlin gegen Atomkraft demonstriert haben. "Seit gut einem Jahr erleben wir, dass Aktionen größer werden, als sie geplant sind", sagt der 38-Jährige, der beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) für Klimapolitik und Energie zuständig ist.

Sein Mitstreiter Axel Mayer, Jahrgang 1955 und BUND-Geschäftsführer in Freiburg, kann auf 35 Jahre in der Anti-AKW-Bewegung zurückblicken. Aber er schaut lieber nach vorne. "Es gibt Debatten zwischen Jung und Alt", sagt er. "Aber keine Gegensätze. Die Jungen haben keine Lust mehr auf abendliche Sitzungen, wo organisiert wird." Vieles laufe über das Internet. Mayer sieht, ganz ohne Euphorie, die Protestbewegung gegen die Atomkraft in einem Aufwärtstrend. "Es gibt ein ständiges Auf und Ab." Nach dem rot-grünen Atomkonsens sei der Protest abgeflaut. Jetzt zeige sich, dass dieser Konsens "handwerklich sehr schlecht gemacht" sei. Nun gehe es wieder nach oben.

Auch die Wissenschaft beobachtet einen Wechsel
Und nicht nur bei Rot und Grün. Damals in Wyhl seien viele Konservative dabei gewesen - "die wirklichen Konservativen, die Bewahrer". Das sei ein regionales Phänomen gewesen. "Heute ist es ein bundesweites Phänomen." Seine Sorge: der Ausstiegsbeschluss habe die Gesellschaft befriedet. Die momentane Politik "kann zu einer Entfriedung führen". Denn eines ist sicher, meint der Sozialwissenschaftler Dieter Rucht: "Die Mehrheit der Bevölkerung will die Atomenergie nicht oder ist für den Ausstieg." Umfragen bestätigten das immer wieder, auch wenn die Art der Fragestellung die Gewichte verschieben könne. Rucht, 64, forscht am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin über "Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa". Noch will er kein neues Aufkeimen einer Antiatomkraftbewegung diagnostizieren, dazu fehlen ihm gesicherte Aussagen über die Motive der Bewegten. Doch noch sind auch die Aussagen der Politik ambivalent zwischen einem Bekenntnis zum Ausstiegsbeschluss und dem lauten Nachdenken über längere Laufzeiten für AKW. Mit dem Schwinden dieser Ambivalenz kann die Bereitschaft in der Bevölkerung wachsen, sich einer Protestbewegung anzuschließen. Allerdings bei den Jungen nicht mit "Verein, zweitem Kassenführer und Tagesordnung". Offene Formen treffen deren Lebensgefühl eher. Auch der Wissenschaftler hat eine "stark fluktuierende" und damit unkalkulierbare Bereitschaft beobachtet, sich mobilisieren zu lassen. Die Wissenschaft spricht von "situativem Engagement". Ob eine Mobilisierung zustande komme, hänge von vielem ab: sie brauche einen Rohstoff namens "manifeste Unzufriedenheit". Sie brauche das Gefühl, Teil einer Strömung zu sein. Sie brauche Vernetzung und das Gefühl, einen guten Zeitpunkt erreicht zu haben, ein "Gelegenheitsfenster". Und ohne direkten Bezug zum heutigen Tag ergänzt er: "Das kann in die Hose gehen. Aber die Mobilisierung kann auch unerwartet hoch sein."
Rainer Klüting, 24.04.2010, Stuttgarter Zeitung


 

CDAK gegen weitere Privilegien für die Atomindustrie

Der Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK/Mainz) hat den Forderungen des Ex-Vorsitzenden der CSU und Staatsministers a.D. Erwin Huber nach weiteren Privilegien für die Atomindustrie energisch widersprochen. Der Vorstoß Hubers, der in direkter Verbindung mit den größten Wählerstimmenverlusten für die Christlich-Soziale Union in Bayern steht, sei höchst verantwortungslos, weil Huber verlange, trotz des hohen Gefährdungspotentials und der aus naturgesetzlich zwingenden Gründen unlösbaren Entsorgung nuklearer Abfälle immer höhere Atommüllhalden zu produzieren und das Verursacherprinzip zu Lasten von Kindern und nachfolgenden Generationen außer Kraft zu setzen. Erwin Huber blende dabei völlig aus, daß es rund 50 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten kommerziell genutzten deutschen Reaktors weder in Deutschland noch anderswo ein Endlager für die beim Betrieb von Atomkraftwerken anfallenden hochradioaktiven Abfälle gibt und der sogenannte "Entsorgungsnachweis" nur noch auf dem Papier existiere. Die Atomkraftgegner aus der Union wollen aus christlicher Verantwortung diese Art von nuklearer Geisterfahrt beenden. Der Betrieb von Atomkraftwerken sei volkswirtschaftliche Idiotie. Deren Weiterbetrieb bedeute mit unseren Lebens- und Zukunfts-Chancen russisches Roulett zu spielen. Dies wäre menschenverachtend und gottlos. Die körperliche Unversehrtheit von Menschen dürfe nicht auf dem Altar der Profitinteressen einer verschwindend kleinen Minderheit von Betreibern nuklearer Anlagen geopfert werden.
Die Christlichen Demokraten gegen Atomkraft (CDAK) wurden nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gegründet. Sitz der Organisation ist Mainz. Zu ihnen gehören Abgeordnete und ehemalige Minister, Lehrer und Journalisten sowie hauptamtliche Mitarbeiter aus dem Bereich von Gewerkschaft, Politik und Kirche. Ebenso sind Naturwissenschaftler und Landwirte, Rechtsanwälte und Richter, ja sogar Kriminal- und Polizeibeamte vertreten. Sie haben sich unter dem Motto "Unsere Kinder sollen lachen und nicht strahlen" zusammengefunden und sind allesamt in CDU, CSU und deren Vereinigungen organisiert.
17.4.2010, CDAK

 

Atomkonzerne und die Atomparteien FDP und CDU regieren das Land

Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ist eine Gefahrzeitverlängerung und ein gezielter und lange geplanter Betrug von Atomkonzernen und Atomparteien. "Die deutschen Kernkraftwerke sollen nach Plänen der schwarz-gelben Koalition bis zu 60 Jahre lang laufen dürfen. Die beteiligten Ministerien hätten sich darauf geeinigt, auch eine Verlängerung der Laufzeiten um 28 Jahre förmlich prüfen zu lassen" berichtete die die Süddeutsche Zeitung am 26.3.2010. Der Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in Ländern, in denen die Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden. Die Atomindustrie und ihre Lobbyisten in den Parlamenten wollen die alten Atomkraftwerke länger laufen lassen und damit gut verdienen. Langfristig sollen sehr wahrscheinlich auch neue AKW gebaut werden. Teure Werbeagenturen sorgen erfolgreich dafür, dass nur über "Randaspekte" dieser Verlängerung der Laufzeit für Atomkraftwerke in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Die beiden wichtigsten Aspekte dieser Debatte, die mit der AKW-Laufzeitverlängerung verbundene zunehmende Gefahr katastrophaler Unfälle und die mit langen Laufzeiten verbundenen satten Gewinne der Energiekonzerne, fallen in dieser Debatte und der Medienberichterstattung zumeist unter den Tisch und dies hat seine Gründe.  Infos  http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/laufzeitverlaengerung-akw-kkw-atomkraftwerk.html
Bei der Debatte um die AKW-Gefahren, um Kinderkrebs und Laufzeitverlängerung verwundert immer wieder die Vehemenz mit der die Atomlobby, Atomkonzerne und Atomparteien für ein höheres Atomrisiko streiten. Warum werden die Gefahren nicht gesehen? Die Antwort ist einfach. "Its the economy stupid" Es geht ums Geld, um sehr viel Geld. Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken bringt uns allen viele Risiken, den Atomkonzernen und vermutlich auch den Lobbyisten aber viel Geld: 
Die Heinrich Böll Stiftung hat die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby sind:
"Für die älteren - und in den nächsten Jahren zur Stillegung anstehenden - Atomkraftwerke ergeben sich "Zusatz"erträge von durchschnittlich 200 bis 300 Mio. Euro jährlich, für die neueren Anlagen summieren sich die jährlichen Zusatzerträge auf 300 bis 400 Mio Euro. Über alle (aktuell noch betriebenen) Atomkraftwerke und alle Betreiber summieren sich diese Zusatzerträge für jeweils ein Jahr Laufzeitverlängerungen auf ein Gesamtvolumen von 4,6 bis 6,2 Mrd Euro.
26.3.2010, Bund Südlicher Oberrhein

 

Wind- und Solaranlage muß voll haftpflichtversichert sein - Atomkraft auch

Das Schadens- und Bedrohungspotential von Atomkraftwerken läßt sich nur noch mit Gewalt kaschieren, denn unter den Bedingungen des freien Marktes wäre das Kapitel Atomwirtschaft längst beerdigt. Vergessen Sie es bitte niemals und weisen Sie bitte immer immer wieder darauf hin, daß laut Prognos-Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bei einem Atomunfall Schäden bis zu 5500 Milliarden Euro zu erwarten sind. Die Deckungsvorsorge für ein Atomkraftwerk liege aber nur bei skandalös niedrigen 2,5 Milliarden. Haftpflichtversichert ist ein Atomkraftwerk sogar nur mit 0,5 Milliarden Euro. Was beweist uns das? Die Atomwirtschaft steht für eine "Energiepolitik mit Krücken" und ihr Geschäftsmodell ist offensichtlich auf Betrug und verantwortungslose massive Schädigung von Volkswirtschaften und kommenden Generationen ausgelegt. Die Berechnungen für das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) beweisen uns folgendes: Die Atomenergie ist eine verdammte "Krücken-Technologie" ohne Zukunft. Eine Krücken-Technologie, die ohne massive milliardenschwere
staatliche Subvention und Protektion am freien Markt nicht lebensfähig wäre. Wenn jede Windenergie- und Solaranlage voll haftpflichtversichert sein muß, dann muß das erst recht für risikoreiche Atomkraftwerke gelten. Niemand versteht, warum es nur eine symbolische Atomhaftpflichtversicherung gibt, die weniger als 0,1 Prozent der bei einem Super-GAU erwarteten Schäden deckt. Folgende Information für Ignoranten und Zweifler: Die auf Kosten der Steuerzahler erstellte Grundsatzstudie hat den Titel "Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung".

20.3.2010, Ulla Veith, Vorstandssekretariat
CDAK-Grußwort zur Frühjahrskonferenz der Anti-Atom-Bewegung 19.-21. März in Ahaus, Dorothee-
Sölle-Haus, Gastgeber Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus e. V."


Die Atomlüge: Exzellente NDR-Dokumentation via Internet anschauen

Es ist interessant zu sehen, wie sich die "Argumente" der Gegenseite in Luft auflösen, und wie peinlich wortkarg Verantwortliche reagieren, wenn sie die einfachsten Fragen zum Notfallschutz nicht beantworten können, weil schlicht keine praktikablen Pläne existieren. Das was Ihr da in Schulen und
Kindergärten um Krümmel hört, hat eine befreundete Journalistin mal für Fessenheim getestet - die Ergebnisse sind identisch. Die Doku eignet sich übrigens auch, um Menschen zu überzeugen, die sich in das Thema Atomkraft noch nicht so tief eingearbeitet haben. Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand begreift jeder, die Ungereimtheiten.

http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/videos/atomluege114.html

Hier zwei Kommentare aus dem NDR-Blog:
Enis K.: Brillant. Eine der besten Sendungen die ich in den letzten 15 Jahren zu diesem Thema gesehen habe. Mit wenigen Fragen und Aussagen kompetenter Kritiker wird hier die Verantwortungslosigkeit (Peter Kartsch, öffentliche Stellen, Betreiber), Ahnungslosigkeit (Kindergärtnerin), Verharmlosung (Kraftwerksmitarbeiter) und Verdrängung (Schuldirektor), schonungslos aufgedeckt bzw. auf den Punkt gebracht. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man lachen, wenn eine "gut ausgebildete Erzieherin" unsere Kinder "unter dem Tisch" vor Strahlung schützen will. Das erinnert fatal an die Ratschläge der Atombombentests der ersten Stunde.

Stefan R., Hamburg: Vielen Dank für den gut recherchierten und investigativen Bericht über die Atomindustrie und die haarstäubende Verantwortungslosigkeit, die mit dem Betrieb der Atomanlagen, vor allem der sehr alten, einhergeht. Er hat mich wieder einmal in meiner massiven Ablehnung dieser Technik bestärkt, zumal sie nicht zuende gedacht ist. Ein Produktionsprozess, bei dem die Frage der Entsorgung - und somit der letzte Schritt in der Produktionskette - seit Jahrzehnten ungelöst ist, hätte niemals in Betrieb gehen dürfen. Selbst wenn es ein geologisch sicheres Endlager gäbe - hat irgendjemand schon mal ausgerechnet, was die sichere Bewachung dieses Lagers für die nächsten 250.000 Jahre kostet und was diese Kosten auf den Preis einer atomar erzeugten Kilowattstunde anteilig aufgeschlagen bedeuten würde? Natürlich hat das niemand, weil kein Mensch sagen kann, wie unsere Erde, geschweige denn ein solches Lager nach der langen Zeit aussehen würde. In der ZDF-Sendung "Frontal 21" hat man dazu kürzlich den anschaulichen Vergleich aufgestellt: Wenn die Babylonier in der Blüte ihrer Kultur bereits über die Atomkraft verfügt hätten, dann läge ihr Endlager heute in einer der größten Krisenregionen der Erde - im Irak. Und das ist jetzt gerade einmal 4.000 Jahre her. Schade ist nur, dass kritische Sendungen dieser Art niemals zur Hauptsendezeit und dann nach Möglichkeit bundesweit ausgestrahlt werden. Wer weiß, ob ein solcher Bericht im Vorfeld der letzten Bundestagswahl nicht das Bewusstsein des Wahlvolks ein wenig geschärft hätte und ob nicht viele Menschen dann den Plänen vom Ausstieg aus dem Atomausstieg eine Absage erteilt hätten. Vielleicht sähe unsere politische Landschaft dann heute anders aus.
27.2.2010, http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/videos/atomluege114.html

 

Frankreich testete Auswirkungen von Atombomben an Menschen

Eine Demokratie verheimlicht 50 Jahre
Wie ist es möglich, dass es in einer Demokratie 50 Jahre braucht, bis solche Verbrechen (in verharmloster Form) zugegeben werden? Jetzt, wo viele Opfer an Krebs gestorben sind wird eine lächerlich geringe Summe an "Entschädigung" gezahlt. Die Frage nach einer Bestrafung der Verbrecher wird überhaupt nicht gestellt. Auch der Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in Ländern, in denen die Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden... "Die Gerechtigkeit (und das Recht) sind wie ein Spinnennetz - die Kleinen hält es fest - die Großen zerreißen es einfach" Nach einem alten lateinischen Zitat
Axel Mayer

Soldaten dienten als Versuchskaninchen
http://www.badische-zeitung.de/soldaten-dienten-als-versuchskaninchen--27100702.html

"Vertraulich - Verteidigung", steht auf dem Dossier über Frankreichs erste Atombombenversuche in der algerischen Sahara. Seit Dienstag ist es mit der Vertraulichkeit vorbei. Die Zeitung Le Parisien hat Auszüge aus dem Bericht veröffentlicht, die schaudern lassen. Schon bisher hatte sich Frankreichs Armee den Vorwurf gefallen lassen müssen, bei Kernwaffentests in den sechziger Jahren erschreckend sorglos agiert zu haben. Im Licht des 260 Seiten starken Dossiers erscheint ihr Vorgehen nun skrupellos, ja fast kriminell, wie es Patrice Bouveret formuliert hat, der Vorsitzende des Observatoriums für Rüstung. Bei den 17 erst oberirdischen und dann unterirdischen Atombombentests in der algerischen Wüste hat der französische Generalstab die ihm anvertrauten Soldaten demnach nicht nur fahrlässig radioaktiver Bestrahlung ausgesetzt. Vielmehr schickten die Befehlshaber Rekruten kurz nach dem Zünden einer Bombe an den Explosionsort, um "die körperlichen und seelischen Auswirkungen der Atomwaffe auf den Menschen zu erkunden". Der Argwohn vieler Veteranen, dem nach der Atombombe strebenden Vaterland unwissentlich als Versuchskaninchen gedient zu haben, hat sich damit 50 Jahre nach dem ersten französischen Kernwaffentest zur Gewissheit verdichtet. "Wir Menschen zählten damals nichts", meint Lucien Parfait, einer von 4800 Angehörigen des "Verbands der Veteranen der Nuklearversuche" (Aven). 35 Prozent der Mitglieder sind an Krebs erkrankt, 55 Prozent an anderen, der Verstrahlung zugeschriebenen Krankheiten. Schwerpunkt des 1998 erstellten Berichts ist der vierte und letzte oberirdische Atomtest vom 25. April 1961. Der Versuch unter dem Code-Namen "Gerboise verte" (Grüne Wüstenspringmaus) sollte unter anderem Aufschluss bringen, wie ein mit Atomwaffen angegriffenes Gelände zurückerobert werden kann. "Zwanzig Minuten nach der Explosion stiegen die Männer aus ihren Schutzräumen und betrachteten furchtsam den Atompilz", heißt es in dem Dossier. Weitere 40 Minuten später habe sich eine Patrouille dem Explosionsort bis auf 275 Meter genähert, unter den Füßen verbrannter Sand. Die Schlussfolgerungen aus dem Experiment sind festgehalten: Um den Soldaten "körperlich und moralisch zu einem modernen Kämpfer auszubilden", empfiehlt sich demnach, die Beweglichkeit einengende Gasmasken durch Staubmasken zu ersetzen.
Frankreich Verteidigungsminister Hervé Morin versicherte, von dem Bericht nichts gewusst zu haben. Der Minister erinnert daran, dass das Parlament auf seine Initiative hin im Dezember ein Gesetz verabschiedet hat, dass den Opfern der Atomversuche Entschädigung zuspricht. Zehn Millionen Euro wurden bereitgestellt, eine Summe, die bei Bedarf erhöht werden soll. Noch 2001 hatte die Pariser Regierung bestritten, dass bei den 210 Atomtests zwischen 1960 und 1996 in der Sahara und im Pazifik irgendein Mensch zu Schaden gekommen sei.
Autor: Axel Veiel

Association des Vétérans des Essais Nucléaires Français et leurs familles (AVEN)
Vereinigung der Veteranen der Französischen Atomversuche und ihrer Familien (AVEN)

Le 9 Juin 2001, à la suite de l'appel lancé en mars 2001 , par Bruno Barrillot (CDRPC) et Michel Verger, Vétéran des essais nucléaires au Sahara, un groupe de personnes créent l'Association des Vétérans des Essais Nucléaires Français et leurs familles (AVEN), déclarée à la Préfecture du Rhône. Les Vétérans, malades ou non malades, sont les personnels civils ou militaires qui ont participé aux programmes d'essais nucléaires Français sur les sites du Sahara et de Polynésie française depuis le 13 février 1960 jusqu'au 27 janvier 1996. Les conjoints et les familles (descendants, soeurs, frères) de Vétérans, décédés ou non, peuvent adhérer à l'AVEN.  Les "amis" des Vétérans - qui peuvent être des personnes physiques ou des personnes morales - sont les personnes ou associations désireuses de soutenir les objectifs de l'AVEN

http://www.aven.org/

 

Deutsch-Schweizer Atommüllrätsel: Finden Sie den Unterschied

Drei CDU-Politiker aus Baden-Württemberg äußern sich zum Thema Atommülllagerung im Opalinuston. Der Opalinuston in Baden-Württemberg ist ca. 100 Meter dünn, der Opalinuston in Benken in der Schweiz ist 112,34 Meter dünn. Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. So ähnlich muss es bei der Asse auch angefangen haben...

Ministerpräsident Oettinger in der Badischen Zeitung vom 15.Januar 2010
Der Kommissar-Anwärter macht kein Geheimnis daraus, dass er eine grenzübergreifende Lösung bevorzugen würde. Die wird in Baden-Württemberg bereits angedacht. Auf Schweizerischer Seite haben
Geologen in Benken nahe Schaffhausen eine mehr als hundert Meter dicke Schicht Opalinuston gefunden. Das Gestein gilt als geeignet, Atommüll für unbegrenzte Zeit aufzunehmen. Im kleinen Kreis ließ Oettinger anklingen, dass er erwartet, dass der Widerstand in der Schweiz geringer und die Genehmigung dort leichter zu erlangen ist. Baden-Württemberg sondiere, ob man das Lager mit nutzen könne." mehr auf
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/ausland/gute-noten-nach-dem-energietest

Umweltministerin Gönner am 18.09.2009 In Baden-Württemberg ungünstige Bedingungen für Endlagerstandort
"Umweltministerin Gönner warf in der aktuellen Diskussion zur Frage eines atomaren Endlagers Bundesumweltminister Gabriel verantwortungslose Untätigkeit vor. (...) Neben Salz eignen sich nach Expertenmeinung auch Opalinusgesteinsvorkommen zur Einlagerung hochradioaktiven Materials.
Zwar komme das Gestein auch in den südlichen Teilen des Landes vor. Nach einer Bewertung des Landesamtes für Geologie seien jedoch die Bedingungen in Baden-Württemberg gegenüber anderen Tonvorkommen ungünstig. So werde von den Experten des Landesamtes die geringe Mächtigkeit/Dicke des Gesteins sowie die die Tonschichten umgebenden Grundwasserleiter als Hindernis angesehen. (...) Baden-Württemberg käme dabei wegen der bereits bekannten kritischen Voraussetzungen nicht ernsthaft in Betracht", stellt Gönner klar."
Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg

Der ehemalige Umweltminister Müller am 24.1.2002
In einer Presseerklärung schrieb das Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg am 24.1.2002, der Opalinuston in Baden-Württemberg sei für Atommüll nicht geeignet. Noch deutlicher wurde der Minister in einer Presserklärung am 05. Oktober 2000: "Die in Baden-Württemberg vorkommenden Ton- und Tonmergelformationen haben jedoch im Vergleich zu den norddeutschen Lagerstätten nur eine geringe Mächtigkeit. Die Dicke der gesteinskundlich geeigneten Tonschichten ist mit bis zu 100 Metern im Vergleich zu den Tonschichten in Norddeutschland mit Mächtigkeiten von bis zu ca. 1000 Metern gering. "Die in Baden-Württemberg vorkommenden Tone und Tonsteine sind nach
Meinung von Fachleuten zur Lagerung von Wärme entwickelnden radioaktiven Abfällen nicht geeignet", erklärte Minister Müller."
18.1.2010, Axel Mayer / BUND Geschäftsführer,
mehr auf http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/deutsch-schweizer-atommuellraetsel.html

 

Umstrittenes Atomklo am Hochrhein: Benken bei Schaffhausen

Die Suche der Eidgenossen nach einem Endlager für Atommüll gilt in Europa als vorbildlich. Dabei ist es mit der Transparenz längst nicht so weit her. Und mit der Akzeptanz auch nicht.

Die Schweizer Suche nach einem Atommüll-Endlager gilt als besonders transparent. Immerhin tourte die Regierung durch die betroffenen Regionen und organisierte Veranstaltungen. Auch der verflossene deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel wurde nie müde zu betonen, dass die Deutschen von so einem "breit abgestützten Entscheidungsprozess" nur träumen könnten. Doch taugen die peniblen Eidgenossen in Sachen Endlagersuche tatsächlich als Vorbild? Jean-Jacques Fasnacht von der Anti-Atom-Bürgerinitiative Klar! Schweiz ist sich weniger sicher. Er hält das 2008 eingeleitete Sachplanverfahren, mit dem sechs mögliche Standorte überprüft werden sollen, für Verschleierungstaktik: Die Entscheidung sei bereits gefallen, alles laufe auf Benken hinaus - eine Variante, die den meisten Atomkraftgegnern gar nicht gefällt. Seit 30 Jahren sucht die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) nach einem Endlagerstandort. In Benken nahe Schaffhausen hat sie eine 125 Meter dicke Schicht Opalinuston gefunden. Genau diese Umgebung hält sie für die geeignetste, um die strahlenden Hinterlassenschaften der Schweizer Atomindustrie für Jahrtausende einzuschließen.
Der Protest vor Ort blieb bislang überschaubar, doch hofft Fasnacht, dass sich die Bürger in der von der atomfreundlichen Schweizerischen Volkspartei dominierten Nordschweiz rühren, wenn nach und nach die soziökonomischen Folgen eines Endlagers deutlicher werden. "Wir wollen Akzeptanz", sagt Fasnacht. Dazu aber müsse man die Bevölkerung in den betroffenen Regionen per Referendum über das Projekt abstimmen lassen. Doch diese Möglichkeit gibt es nicht mehr, seit der Schweizer Bundesrat 2005 mit bürgerlicher Mehrheit ein neues Kernenergiegesetz verabschiedete. Seitdem sind Volksabstimmungen zu Fragen der Atomenergie nicht mehr in den direkt betroffenen Kantonen, sondern nur noch landesweit möglich - was die Erfolgschancen der Atomkraftgegner empfindlich geschmälert hat. Parallel dazu gab der Bundesrat grünes Licht für ein "ergebnisoffenes", dreistufiges Auswahlverfahren mit umfangreicher Beteiligung der Öffentlichkeit. Ausgehend von den sechs von der Nagra bereits untersuchten Endlagerstandorten, soll spätestens bis 2018 der sicherste Platz für je ein Endlager für schwach- und mittelaktiven sowie hochaktiven Müll oder alternativ ein Kombilager bestimmt werden. Darüber könnte die Schweizer Bevölkerung dann in einem landesweiten Referendum abstimmen. 2030 bis 2040 soll das Endlager in Betrieb gehen.
Gestritten wird aber nicht nur über das Verfahren, sondern auch über die Kriterien. Denn ob Opalinuston als Wirtsgestein für hochaktive Atomabfälle überhaupt geeignet ist, darüber sind sich Atomkraftgegner und -befürworter keineswegs einig. Axel Mayer, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz in Freiburg, warnt vor den Folgen eines "Atomklos am Hochrhein" für das Einzugsgebiet. Ursprünglich hatten die Schweizer die Granitformationen der Alpen als Endlagerstätte angepeilt. Laut Mayer kamen diese aber nicht in Frage, weil sie geologisch noch aktiv sind. Deshalb habe die Genossenschaft auf Opalinuston umgeschwenkt. "Aus dem geplanten Endlager im Granit wurde über Nacht die Endlagervariante Sediment." Die Tonschichten seien jedoch zu dünn, lägen nicht tief genug - und in einer Erdbebenregion. Der Geologe Paul Bossart, Direktor des mit der Nagra verbandelten Felslabors Mont Terri, schwärmt dagegen von der sehr geringen Wasserdurchlässigkeit und der "Selbstabdichtungsfähigkeit" des Opalinustons. Dass die Formation in Benken in gerade mal 400 bis 600 Metern Tiefe liegt, ist für Bossart kein Problem bei der Realisierung eines Atomendlagers. Dabei denkt der Wissenschaftler schon an die nächste Eiszeit. "Der Ton liegt tief genug, dass er von einem Gletscher nicht ausgehobelt werden kann."
24.11.2009
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/atommuell-benken.html
www.taz.de, Georg Betscheid

 


Vive la place Rapp libre - Demo in Colmar

Colmar - Vive la Place Rapp libre! Colmar - Vive la Place Rapp libre!

Kommt zur Kundgebung
SAMSTAG, DEN 7. NOVEMBER um 15 Uhr
Place Rapp, Colmar (in der Nähe von der Präfektur). - Für die Stilllegung des AKW Fessenheim,

Symbolische Protest-Aktion gegen das undemokratische Verbot einer Demonstration für die Stilllegung Fessenheim im Stadtzentrum (Place Rapp) am 3. Oktober 2009. Um eine Übersicht über das Polizeiaufgebot und den gegen diese Kundgebung geübter Druck zu erhalten, sind hier aufschlussreiche Berichte von Demonstraten zu lesen:
http://www.fermons-fessenheim.org/spip.php?rubrique55

Bitte Kreide mitbringen, um den Platz Rapp zu einem riesigen Symbol des freien Ausdrucks zu machen (wie auf dem Bild unten)! Fessenheim-Transparente und Plakate für einen freien Platz Rapp sind willkommen. Nach der Aktion wird der Demonstrationszug vor dem Colmarer Rathhaus gehen.
3.11.2009, Koordination :
Rémi VERDET, remi.verdet@sortirdunucleaire.fr , Tel + 33 6 16 36 71 89
Jocelyn PEYRET, jocelyn.peyret@sortirdunucleaire.fr , Tel + 33 3 89 41 80 95 - + 33 6 20 36 57 17 ... und charlotte.mijeon@sortirdunucleaire.fr  für Informationen auf Deutsch

 

Leukämietod in der Elbmarsch

Anfang der 90er Jahre wurden die ersten Leukämieerkrankungen rund um Geesthacht registriert, in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerkes Krümmel und der staatlichen Atomanlage GKSS. Bei der Suche nach den Ursachen dieser mittlerweilen weltweit höchsten Leukämiedichte wurden immer wieder Mikrokügelchen mit hochradioaktiven Substanzen gefunden. Woher stammt dieser kugelförmige hochangereicherte Kernbrennstoff, der zur Stromerzeugung nicht gebraucht wird, sehr wohl aber für Atombomben. Die einzige Anlage, die mit diesem bombenfähigen Nuklear-Material “experimentieren” könnte ist die GKSS. Tatsächlich gab es einige Jahre vor den ersten Erkrankungen einen Zwischenfall in der Region: Am 12. September 1986 wurde im Atomkraftwerk Krümmel eine alarmierend hohe Radioaktivität gemessen. Jahrelang forschen Wissenschaftler im Auftrag der Landesregierungen Niedersachsen und Schleswig-Holstein nach den Gründen für die Leukämie-Serie. Sie fühlten sich bei ihrer Suche nach möglichen Ursachen behindert und kamen zu dem Schluß, daß nur ein vertuschter Unfall mit Freisetzung von Radioaktivität die Ursache für diese mysteriöse Häufung von Kinderleukämie sein könne. Ihnen wurde aber nicht geglaubt und einige von ihnen legten im November 2004 aus Protest ihre Arbeit nieder. Die Akte „Kinderleukämie an der Oberelbe wurde kurz darauf geschlossen. Barbara Dickmann und Angelica Fell zeichnen die Ereignisse in der Elbmarsch nach, untersuchen die vielen Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten bei den Untersuchungen und fragen, ob die Akte Elbmarsch nicht doch noch einmal geöffnet werden muss. “Und keiner weiß warum, Leukämietod in der Elbmarsch”.
Im September 2009 war es 23 Jahre her, daß etwas in den Geesthachter Atomanlagen an der Elbe passiert ist. Dort stehen der Atommeiler Krümmel und das Atomforschungszentrum GKSS. Dort, in der Elbmarsch (Niedersachsen) und gegenüber auf der Geestseite (Schleswig-Holstein) gibt es das weltweit
größte Leukämiecluster bei Kindern und Jugendlichen. Im Klartext: nirgendwo auf der Welt gibt es eine so hohe Zahl an Leukämie-Erkrankungen. Seit 1990 bis heute erkranken dort Menschen an Blutkrebs und sterben. Das ist die eine entsetzliche Tatsache. Die andere Tatsache ist, daß im Boden gefährliche Kügelchen gefunden wurden. Kügelchen, die strahlen! Kügelchen, die z.B. eingeatmet, das Blut von Menschen verstrahlen können. Kügelchen, die durch ihre Strahlung zu einer Veränderung des Erbguts führen können. Kügelchen, die auf Anweisung von oben kein einziges deutsches Labor untersuchen wollte. Kügelchen, die zu Falschaussagen von Staatsanwälten führten. Kügelchen, die bisher Politiker veranlaßten, zu verharmlosen und falsche Fährten zu möglichen Ursachen der Erkrankungen zu legen. Kügelchen, die von unaufrichtigen Wissenschaftlern entweder weggeredet oder als harmlos zerredet wurden. Kügelchen, die krank machen und den Tod bringen können!

Kiel / Hamburg / Mainz / Berlin, 31. Oktober 2009 - Der erneute penetrante Versuch der gescheiterten Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein Heide Simonis (SPD) sich mit dem Spruch "Ich glaube, Männer hassen uns" ins Rampenlicht zu katapultieren, um Legenden und Nebelkerzen um die Gründe ihrer Abwahl zu streuen, veranlassen den BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK) - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie zu dieser radikal kurzen und prägnanten Stellungnahme: "Heide Simonis (SPD) Abwahl war nach unserem Informationsstand eine Erlösung für viele. Heide Simonis hatte augenscheinlich als Ministerpräsidentin ein handfestes Problem: Kinderleichen" Beleg:
http://www.videogold.de/und-keiner-weiss-warum-leukaemietod-in-der-elbmarsch/
31.10.2009, CDAK

 

Terror-Gefahr und Pannenserien in AKWs disqualifizieren deren Betreiber

Minister a.D. Dr. Sebastian Pflugbeil offenbart im öffentlich-rechtlicher Fernsehsender Phoenix Verwundbarkeit durch Terroranschläge. Terror-Gefahr plus schier endlose Pannenserien in deutschen Atomkraftwerken veranlassen den BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU - Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie zu dieser grundlegenden Stellungnahme:

Die schier endlosen Pannenserien in deutschen Atomkraftwerken und deren extreme Verwundbarkeit durch Terroranschläge sind ein unzumutbares Risiko und disqualifizieren deren Betreiber, deren Zuverlässigkeit nach dem Atomgesetz (AtG) nicht mehr gegeben scheint. Der Fachexperte Minister a.D. Dr. Sebastian Pflugbeil hat heute morgen im gemeinsam von ARD und ZDF betriebenen öffentlich-rechtlicher Fernsehsender Phoenix offenbart, daß Atomkraftwerke phantastische Terrorziele sind. Terroristen könnten Atomkraftwerke "mit relativ hemdsärmeligen Mitteln in die Luft jagen", sagte der Präsident der renommierten Gesellschaft für Strahlenschutz. (17. September 2009, 09.15 PHOENIX RUNDE, "Strahlende Zukunft - Können wir auf Atomkraft verzichten?", Moderation: Anke Plättner) "Atomkraftwerke mit diesem Konstruktionsfehler bedeuten für die in einem Umkreis in der Größe von 1000 Quadratkilometer lebenden Menschen ein unzumutbares Risiko für Leben, Gesundheit und Eigentum", so die im Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK/Mainz) organisierten atomkritischen CDU/CSU-Mitglieder. Das Atomstrom-Quartett der großen Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW behauptet, Atomstrom sicher zu produzieren. In Wahrheit handelt es sich bei der Nuklearindustrie um eine Branche, bei der trotz Privatisierung in realsozialistischer Manier immer noch der Staat haftet, falls etwas schief geht. Die Befürworter der Kernenergie und damit eines Endlagers Gorleben behaupten auch, der Kernkraftstrom sei preiswerter im Vergleich zu anderen, insbesondere erneuerbaren Energien. Rein betriebswirtschaftlich trifft dies sicherlich zu. Da die Kernkraftwerke inzwischen wohl größtenteils abgeschrieben sein dürften, rechnet sich dies betriebswirtschaftlich sogar sehr gut. Bei der lediglich betriebswirtschaftlichen Rentabilitätsberechnung des Kernkraftstroms fehlen indes mehrere entscheidende Kostenblöcke, die als "betriebs-externe Kosten" für die Gesamtheit der deutschen Volkswirtschaft anfallen. Atomstrom kostet Deutschland 2 Euro pro Kilowattstunde Diese externen Kostenfaktoren bei der Erzeugung von Kernkraftstrom hat, übrigens schon unter der Regierung von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, das damalige Bundeswirtschaftsministerium 1992 durch die renommierte Baseler PROGNOS AG berechnen lassen. Diese Studie der PROGNOS AG trägt den Titel: "Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung." Aus ihr geht hervor, daß bei Berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom schon damals circa 4 DM betragen hat. Das entspricht heute zirka zwei Euro.

Kernkraftstrom volkswirtschaftlich deutlich teurer als erneuerbare Energien
Die günstigen Produktionskosten für Ökostrom betragen bei Windkraftstrom 0,06 Euro pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis für solaren Ökostrom beträgt inklusive 19 % Mehrwertsteuer aktuell 0,68 Euro. Wenn aber, volkswirtschaftlich gesehen, der Kernkraftstrom mindestens doppelt so viel kostet wie die erneuerbaren Energien, warum, in Himmels Namen, sollen wir, das deutsche Volk uns dann diese ganze entsetzliche Umweltproblematik (Tschernobyl!) der Kernenergie weiterhin "ans Bein binden"?! Man wird vielleicht einwenden, das Kind sei schon in den Brunnen gefallen, d.h. wir haben nun einmal Kernkraftwerke. Darauf antworten wir: errare humanum, perseverare diabolicum!
Anders gesagt, und um das Bild von eben aufzunehmen: man hole das Kind doch endlich aus dem Brunnen!

Strukturwandel in Richtung dezentralen erneuerbaren Energieerzeugung erforderlich
Das wird nicht von einer Sekunde auf die andere gehen, aber es muß gelten: So viel erneuerbare Energien, wie irgend möglich, und so wenig Kernenergie, wie unumgänglich notwendig. Es gibt auch grundlastfähige erneuerbare Energien, zum Beispiel Biomasse und Geothermie... Es gibt nicht nur Wind und Sonne. Wegen der Treibhausgefahr auf Kernkraft zu setzen, hieße den Beelzebub mit dem Teufel austreiben zu wollen. In 32 Jahren, die der Atomausstieg vorsieht, müßte eine Industrienation wie Deutschland doch in der Lage sein, diesen Strukturwandel hin zur dezentralen erneuerbaren Energieerzeugung zu bewältigen. Dadurch wäre Deutschland auch weniger verwundbar durch Terrorismus, der Bundeswehreinsätze in anderen Kontinenten provoziere. Jeder lange Weg beginnt nun einmal mit dem ersten Schritt, sprich mit dem ersten Kernkraftwerk, das abgeschaltet wird. Das würde ein Endlager, wo auch immer, zwar nicht überflüssig machen, aber das Entsorgungsproblem nicht unnötig noch mehr vergrößern und verschlimmern. Schadensbegrenzung ist angesagt.
22.9.2009, CDAK-Bundesvorstand Ulla Veith, Vorstandssekretariat

 

Sicherheit der Atomkraftwerke ist zentrale Lebenslüge deutscher Atompolitik

Umweltministerin Tanja Gönner, CDU, Stuttgart, setzte sich jüngst wiederholt für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland ein. Sie übersieht dabei, dass Laufzeitverlängerungen Gefahrzeitverlängerungen bedeuten. Der sogenannte Atomkonsens von 2000 untersagte den Atomkraftwerksneubau und begrenzte die Reststrommengen für bestehende Reaktoren. Die Gründe: Die Risiken sind untragbar groß. Katastrophen sind jederzeit möglich, und das Atommüllproblem ist ungelöst. Der Atomkonsens wurde von den Atomstromkonzernen unterschrieben und erlangte Gesetzeskraft. Trotz der viel zu großen Reststrommengen, weiteren riesigen staatlichen Subventionen an die Atomkonzerne (weithin steuerfreie Rückstellungen, hochgradige Haftungsbefreiung bei Unfällen, steuerfreie Kernbrennstoffe sowie politisch ungestörter Atomkraftbetrieb) kündigten die Atomstromkonzerne 2006 in ihrer Gier nach noch mehr Gewinn an, viel längere Laufzeiten zu wollen. Gönner setzt bei ihrer Unterstützung der Atomkonzerne eine alte Pro-Atomkraft-Lebenslüge der CDU-Landesregierung fort: Man könne auf Atomkraft nicht verzichten, weil alternative Energien noch nicht weit genug seien. Das ist dummdreist, weil es beide Effizienz-Säulen des Atomausstiegs unterschlägt: den schnellen Ausbau der Kraftwärmekopplung und die stark vernachlässigte Stromeinsparung. Beide benötigen keine Energie, sondern sparen sie. Landesnaturschutzverband und Naturschutzbund ließen Ministerpräsident Oettinger auf dessen Wunsch von unabhängigen Experten am Beispiel Neckerwestheim öffentlich vorrechnen, wie das geht. Untersuchungen des Umweltbundesamtes in 2008 bestätigten es bundesweit. Die angebliche Sicherheit der Atomkraftwerke ist die zentrale Lebenslüge deutscher Atompolitik. Gönner muss stilllegen, unverzüglich, wenn das Land Baden-Württemberg ihr etwas wert ist. Äußerst tragisch: Die Auswirkungen eines schweren Atomkraftunfalls könnten hierzulande viel schlimmer sein als die der Atomkraft-Katastrophe von Tschernobyl. Leben, Heimat und Existenz der Baden-Württemberger werden mit Atomkraft ständig aufs Spiel gesetzt. Das unterstreicht auch die neue Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz zu den Sicherheitsrisiken.
Bundesforschungsministerin Schavan hatte sich kürzlich mit ihren "Endlagerfähigkeiten" blamiert, als sie offiziell, aber um so falscher hinausposaunte, der Salzstock in Gorleben sei als Endlager für hochradioaktiven Atommüll geeignet, niemand habe das glaubhaft in Frage gestellt. Das Gegenteil ist der Fall, wie man seit dem offiziellen Gorleben-Hearing 1979 und aus späteren Untersuchungen weiß. Die angebliche Eignungshöffigkeit des Salzstocks in Gorleben für hochradioaktiven Atommüll, ohne die alle Atomkraftwerke längst nach Atomgesetz stillgelegt wären, ist eine weitere zentrale Lebenslüge deutscher Pro-Atompolitiker.
BZ-Leserbrief vom 12.9.2009 von Dr. Georg Löser, Gundelfingen; Jürgen Wieland, Freiburg; Hans-Jörg Schwander, Freiburg

 

Schweizer Gutachten zu Fessenheim: Abschalten und nie wieder einschalten

"Dann kann es nur eine Konsequenz geben: Abschalten und nie wieder einschalten." So lautete das Fazit des Basler Chemieprofessors Andreas Zuberbühler drei Wochen vor Beginn der dritten Zehnjahresinspektion im Atomkraftwerk Fessenheim. Zuberbühler, der die Schweizer Kantone in der Schweizerisch-französischen Kommission für Atomfragen vertritt, stellte auf der Jahresversammlung des Trinationalen Atomschutzverbandes (Tras) die Schwachstellen des ältesten französischen Atomkraftwerkes dar. Eine Stilllegung des AKW hält er für die notwendige Konsequenz, sollte seine Überprüfung durch die französische Atombehörde ergeben, dass der Reaktorblock im Laufe von 30 Jahren zu spröde geworden ist. Der Zustand des Reaktordruckgefäßes und der Reaktorummantelung stehen für Zuberbühler im Zentrum, wenn die französische Atombehörde nach einer Prüfung von drei Monaten ihr Votum für einen Weiterbetrieb abgeben muss. Frankreichs Atomkraftwerke wurden zwar grundsätzlich auf eine Laufzeit von 40 Jahren geplant. De facto wird jedoch alle zehn Jahre nach einer Revision für weitere zehn Jahre eine Betriebsgenehmigung erteilt. Nach der zweiten Zehnjahresinspektion habe man damals, wie Zuberbühler erläuterte, einen Temperaturanstieg des Materials festgestellt, ausgelöst durch den ständigen Neutronenbeschuss. Der Temperaturanstieg sollte durch eine andere Anordnung der Brennelemente zumindest verlangsamt werden. "Niemand weiß aber, ob die Modellrechungen von damals richtig waren." Einen Weiterbetrieb des AKW Fessenheim versucht der Tras inzwischen mit einer Klage zu stoppen. Seit Dezember 2008 liegt diese dem Verwaltungsgericht Straßburg vor. Bis es – möglicherweise erst nach Jahren – zu einem Urteil komme, sagte der Pariser Tras-Anwalt Arnaud Gossement auf der Versammlung, sei es unter Umständen sogar interessanter, wenn die Electricité den France (EdF) dem Tras auf Anordnung des zuständigen Richters Unterlagen über das Atomkraftwerk aushändigen müsse. Gossements Strategie: "Wir wollen die EdF zu etwas mehr Transparenz zwingen. Das Unternehmen kann sich nicht einfach auf Behauptungen stützen.."
Bärbel Nückles, Wattwiller, 12.9.2009

 

Bild-Zeitung: Sechs Lügen für die Atomkraft

Nach dem wiederholten Störfall im AKW Krümmel sind die hochprofitablen Reaktoren von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW unter Druck geraten – passend dazu präsentiert Deutschlands größte Boulevardzeitung am 8.7.2009 auf Seite 2 in großen Lettern „Die 7 Wahrheiten über unsere Energie“. Sechs davon sind – nunja – blanke Propandalügen:

„Weltweit werden derzeit 42 Kernkraftwerke gebaut“, lautet Bild-Wahrheit Nr. 1. „Weitere 81 sind beantragt oder geplant – auch in unseren Nachbarländern Frankreich, Polen, Schweiz und Tschechien.“ – Die wahre Wahrheit ist: Von den gut 40 weltweiten AKW-Baustellen kommen manche seit Jahrzehnten nicht voran. Andere machen vor allem Schlagzeilen dadurch, dass Sicherheitsprobleme auftreten oder die Kosten explodieren. Selbst wenn alle diese Reaktoren ans Netz gehen, werden sie die gleichzeitig aus Altersgründen stillzulegenden AKW nicht ersetzen können. Und was ist mit Polen? Tatsächlich sieht das Regierungsprogramm „Die Energiepolitik Polens bis 2025“ einen Reaktorneubau vor. Nach einem Standort wird gesucht, unter anderem in unmittelbarer Nähe zum uckermärkischen Nationalpark Unteres Odertal. Doch weil 80 Prozent der Polen gegen Atomstrom sind, erwägt die Regierung, sich lieber an einem neuen Reaktor in Litauen zu beteiligen.

Bild-Wahrheit Nr. 2: „Unsere Stromversorgung bricht ohne Atomkraft zusammen!“
– Das hat man besonders gut im vergangenen Jahr beobachten können: Obwohl sieben Atomkraftwerke längere Zeit stillstanden, exportierten Deutschlands Stromkonzerne 22,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das ist etwa so viel, wie vier mittlere AKW im Jahr produzieren.

„Experten sagen voraus, dass sich der weltweite Strombedarf bis 2030 verdoppeln wird“, lautet Bild-Wahrheit Nr. 3. „Ohne Atomkraft ist die gigantische Energienachfrage nicht zu stillen.“
– Auch das ist Quatsch. Um den wachsenden Energiehunger weltweit mit AKW decken zu können, müssten Tausende neue Reaktoren gebaut werden – auch in vielen Ländern, die heute noch nicht über AKW verfügen. Das aber würde nicht nur die Gefahr eines katastrophalen Störfalls und der unkontrollierten Weiterverbreitung von Atomwaffen vervielfachen, auch der Brennstoff Uran würde in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

Bild-Wahrheit Nummer 4: „Sonne und Wind können Atomkraft nicht ersetzen. Gerade mal 11 Prozent unseres Stromes stammen aus Wind, Wasser und Sonne.“ – Die Wahrheit jenseits von Bild: Der Anteil aller erneuerbaren Energien an der deutschen Stromerzeugung lag nach den Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 2008 bei 15,1 Prozent. Vermutlich wäre er noch größer gewesen, wenn die Netze nicht ständig mit Atomstrom blockiert wären: Bläst beispielsweise im Norden der Wind kräftig, müssen dort die Windräder abgeschaltet werden, weil die Stromnetze das Mehr an grüner Energie nicht fassen können.

„Atomstrom gehört zu den günstigsten Energiearten“, heißt es bei Bild als Wahrheit Nr. 5. „Die Herstellung einer Kilowattstunde kostet 2 Cent, bei Braunkohle sind es 5 Cent, bei Solarstrom 40 Cent.“ – Das mag stimmen, aber über niedrige Erzeugungskosten freuen sich vor allem die Konzerne. Beim Endkunden kommt davon wenig an. Und die Windkraft, die Bild geflissen verschweigt, ist mit rund neun Cent Erzeugungskosten bereits fast konkurrenzfähig.

„Der Ausstieg gefährdet den Standort Deutschland“, lautet Bild-Wahrheit Nr. 6. „Für energieintensive Branchen wie Auto, Stahl und Maschinenbau ist eine sichere und bezahlbare Stromversorgung von großer Bedeutung.“
– Wie „sicher“ die Stromversorgung aus den pannenanfälligen deutschen AKW ist, hat der Fall Krümmel gerade wieder gezeigt. In großen Teilen von Hamburg brach die Strom- und Wasserversorgung zeitweise zusammen. Was Bild verschweigt: Der größte Jobmotor des vergangenen Jahrzehnts waren die erneuerbaren Energien. Seit 1998 nahm die Zahl der Arbeitsplätze in dieser Branche um 332 Prozent zu (auf 285.000 im Jahr 2008). In der AKW-Branche sank sie um 21 Prozent (auf 30.000). Und auch die viel gelobte Autoindustrie stagnierte bei einem Plus von fünf Prozent (745.000 Jobs 2008). 2020 werden die Ökoindustrien, so eine Prognose der Roland-Berger-Unternehmensberatung, satte 14 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften – doppelt so viel wie heute.

Einzig der Wahrheit Nr. 7 können wir zustimmen: „Das Problem Atomabfall ist ungelöst“, so Bild endlich einmal zutreffend. „Es gibt nach wie vor kein Endlager für den hoch radioaktiven Atomabfall (pro Jahr 400 Tonnen) in Deutschland.“

www.greenpeace-magazin.de, Sept/Okt 2009, S. 8
www.klima-luegendetektor.de/



 

Schütze dein Atomkraftwerk: Spiel "Atom-Alarm" vom BUND jetzt online
  Schnelles Reaktionsvermögen, geschicktes Handeln und ein klarer Kopf sind gefragt, wenn es gilt, Gefahren aller Art vom Atomkraftwerk abzuwenden. Klingt spannend? Ist es auch – feuchte Hände und Herzklopfen garantiert. Der Spieler soll für den sicheren Betrieb des Atommeilers sorgen, und zwar eine Million Jahre lang. Das Zählwerk läuft allerdings rückwärts. Ehe man sich versieht, sind schon wieder 20 Jahre vergangen und das Kraftwerk wird immer störanfälliger. Gefährlicher Atommüll muss entsorgt und bedrohliche Temperaturschwankungen im Griff behalten werden. Plötzlich wackelt der Boden – ein Erdbeben. Nun heißt es Risse kitten. Erfolgt dann aus heiterem Himmel auch noch ein terroristischer Flugzeugangriff. Doch wie geschickt man sich auch anstellt, es gibt nichts zu gewinnen außer der Erkenntnis, dass eine so riskante Technologie unkontrollierbar ist. Nicht umsonst hat der BUND sein Online-Spiel „Atom-Alarm“ im Vorfeld der Bundestagswahl veröffentlicht – um zu zeigen, was es heißt, wenn wir nicht gegen Atomkraft stimmen.
18.8.2009

Konflikt zwischen Atomlobbyisten und Atomkraftgegnern im Internet

Hallo, unser alter Konflikt mit den Atomlobbyisten wurde jetzt von DPA noch einmal aufgegriffen und diese erneute Debatte findet sich an vielen Stellen im Netz (von der FR bis zur Financial Times)
http://news.google.de/news?um=1&ned=de&hl=de&q=wilipedia+akw+bund&cf=all&scoring=d
Unsere Kritik im letzten Jahr hat zu kleinen, positiven Veränderungen bei einigen ersten Atom-Seiten von Wikipedia geführt. Die Informationen und Links sind jetzt teilweise ein wenig ausgewogener und objektiver. Dennoch gibt es immer noch einige sehr einseitige Pro-Atom Seiten. Gerade viele Atomseiten zu bayrischen und schweizer AKW sind noch sehr einseitig und unausgewogen.
21.7.2009, BUND Freiburg, mehr auf
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/wikipedia-akw-kkw-atomkraftwerk-kernkraftwerk.html


Atomkampf im Netz: Lobbyisten contra Umweltgruppen - Wikipedia
Berlin. Es ist eine Frage des Glaubens. Glaubt man der Atomindustrie, dann sind Kernkraftwerke Klimaschützer. Glaubt man den Umweltaktivisten, dann gehören sie abgeschaltet. Abseits der hitzigen politischen Debatte nach dem Störfall im Atommeiler Krümmel gilt es, auch die Öffentlichkeit für seine Sichtweise zu gewinnen - im Fokus steht dabei auch die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia. Laut der Organisation LobbyControl sind PR-Agenturen und Tarnorganisationen damit beschäftigt, Einträge zum Beispiel bei Wikipedia zu ändern. Aber nicht nur hier werden die jeweiligen Sichtweisen platziert. Besonders aktiv sei in diesen Tagen das Pro-Atom-Netzwerk "Bürger für Technik" - einige Mitglieder fielen vor allem mit Leserbrief-Offensiven zum Thema Kernkraft auf. "Wikipedia-Manipulation gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben großer PR-Agenturen", sagt auch Axel Mayer, Geschäftsführer der BUND-Regionalstelle in Freiburg. Es ist einfach, den Korrigierer von Einträgen ausfindig zu machen. Die IP-Adresse des Computers, die bei einer geänderten Version angegeben ist, wird bei www.coolwhois.com eingegeben und dort wird der Standort des Computers ausgespuckt. Unter der IP-Adresse 213.183.13.20 fügte etwa am 3. März 2006 jemand von einem Münchener CSU-Rechner ein Kapitel "Misserfolge und Kritik" in den Eintrag zum früheren Bundespräsidenten Johannes Rau (SPD) ein. Häufig werden solche Manipulationen aber rasch von engagierten Wikipedia-Nutzern wieder rückgängig gemacht - zumindest, wenn sie gegen das unparteiische Selbstverständnis der Enzyklopädie verstoßen.
Beim Thema Atom tauchte in der Vergangenheit beim Eintrag zum AKW Biblis wiederholt die IP-Adresse 153.100.131.14 auf: Der Computer steht laut "coolwhois.com" bei Biblis-Betreiber RWE - geändert wurden etwa Angaben zu Störfällen. Auf den Seiten von deutschen Atommeilern seien nur selten Infos über Radioaktivitäts-Abgaben im Normalbetrieb oder zu Krebserkrankungen, kritisiert Mayer. Allein beim Eintrag zum Pannenreaktor Krümmel gab es seit der Reaktorabschaltung am 4. Juli mehr als 120 Änderungen - die meisten waren aber nicht tendenziös.
"Der professionelle Einsatz zum Ändern kritischer Einträge und zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung geschieht häufiger als man denkt", meint LobbyControl-Vorstand Ulrich Müller. Oft träten nicht Konzerne selbst, sondern Agenturen oder scheinbar interessierte Privatpersonen als Korrektoren auf den Plan. Müller verweist auf Fachgruppen der Kerntechnischen Gesellschaft. Dort heißt es in einem Protokoll: "Zahlreiche Mitglieder der Fachgruppe engagieren sich auch als Autoren bzw. Korrektoren bei www.wikipedia.de". Besonders das damit verbundene Netzwerk "Bürger für Technik" versuche über Leserbriefe in Zeitungen und durch das Ändern von Internet-Einträgen eine atomfreundliche Haltung zu befördern, sagt Müller.
Das Deutsche Atomforum weist jegliche Verbindung zu PR-Agenturen zurück. "Wir haben niemanden damit beauftragt, entsprechende Einträge zu ändern", sagt Geschäftsführer Dieter Marx. Er verweist darauf, dass zu einseitige Wikipedia-Einträge ruckzuck wieder korrigiert würden. "Das sind alles Einzelpersonen, die da mitdiskutieren." Die Bürger für Technik seien aktiv, ohne dass man da irgendetwas steuere. In der Kerntechnischen Gesellschaft seien 2500 Mitglieder, auf die man nicht alle Einfluss nehmen könnte. "Wir sehen das auch zum Teil kritisch, weil sie manchmal über das Ziel hinausschießen."
BUND-Aktivist Mayer kämpft seit Jahren gegen die Veränderung von Seiten zur Kernenergie bei Wikipedia und das Löschen kritischer Verweise. "Einige Wikipedia-Seiten sind zwar ausgewogener geworden, Links zu den Seiten von Atomkraftgegnern werden nicht mehr sofort gelöscht", sagt er. "Wir haben aber das generelle Problem der Waffenungleichheit", klagt er. "Unsere Anmerkungen und Links wurden in der Vergangenheit zum Teil nach 15 Minuten gelöscht."
Für unausgewogen hält Mayer unter anderem die Seiten der bayerischen Kernkraftwerke Isar in der Nähe von Landshut und Gundremmingen. Vergangenes Jahr war Mayer aber auch selbst ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil der BUND Freiburg als Gegenwehr so penetrant kritische Links bei Wikipedia-Einträgen zur Atomkraft setzte, dass diese Links auf einer Spamliste landeten. (dpa)
21.7.2009, Frankfurter Rundschau, www.FR-online.de

 

Vattenfall ist überall: Billiger Atomstrom ist ein Ammenmärchen

Die Atomenergie steht ungerechtfertigt im Ruf günstigen Strom zu produzieren. In Wahrheit handelt es sich um eine Branche, bei der trotz Privatisierung in realsozialistischer Manier immer noch der Staat haftet, falls etwas schief geht. Die Befürworter der Kernenergie und damit eines Endlagers Gorleben behaupten oft, der Kernkraftstrom sei preiswerter im Vergleich zu anderen, insbesondere erneuerbaren Energien. Betriebswirtschaftlich trifft dies sicherlich zu. Da die Kernkraftwerke inzwischen wohl größtenteils abgeschrieben sein dürften, rechnet sich dies betriebswirtschaftlich sogar sehr gut. Bei der lediglich betriebswirtschaftlichen Rentabilitätsberechnung des Kernkraftstroms fehlen indes mehrere entscheidende Kostenblöcke, die als betriebs-externe Kosten für die Gesamtheit der deutschen Volkswirtschaft anfallen.

2 Euro pro Kilowattstunde einschließlich der externen Kosten

Diese externen Kostenfaktoren bei der Erzeugung von Kernkraftstrom hat, übrigens schon unter der Regierung von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, das damalige Bundeswirtschaftsministerium 1992 durch die renommierte Baseler PROGNOS AG berechnen lassen. Diese Studie der PROGNOS AG trägt den Titel: "Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung." Aus ihr geht hervor, daß bei Berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom schon damals circa 4 DM betragen hat. Das entspricht heute zirka zwei Euro.

Kernkraftstrom volkswirtschaftlich deutlich teurer als erneuerbare Energien
Die günstigen Produktionskosten für Ökostrom betragen bei Windkraftstrom 0,06 Euro pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis für solaren Ökostrom beträgt inklusive 19 % Mehrwertsteuer aktuell 0,68 Euro. Wenn aber, volkswirtschaftlich gesehen, der Kernkraftstrom mindestens doppelt so viel
kostet wie die erneuerbaren Energien, warum, in Himmels Namen, sollen wir, das deutsche Volk uns dann diese ganze entsetzliche Umweltproblematik (Tschernobyl!) der Kernenergie weiterhin "ans Bein binden"?! Man wird vielleicht einwenden, das Kind sei schon in den Brunnen gefallen, d.h. wir haben nun einmal Kernkraftwerke. Darauf antworten wir: errare humanum, perseverare diabolicum! Anders gesagt, und um das Bild von eben aufzunehmen: man hole das Kind doch endlich aus dem Brunnen!

Strukturwandel in Richtung dezentralen erneuerbaren Energieerzeugung erforderlich

Das wird nicht von einer Sekunde auf die andere gehen, aber es muß gelten: So viel erneuerbare Energien, wie irgend möglich, und so wenig Kernenergie, wie unumgänglich notwendig. Es gibt auch grundlastfähige erneuerbare Energien, zum Beispiel Biomasse und Geothermie... Es gibt nicht nur Wind
und Sonne. Wegen der Treibhausgefahr auf Kernkraft zu setzen, hieße den Beelzebub mit dem Teufel austreiben zu wollen. In 32 Jahren, die der Atomausstieg vorsieht, müßte eine Industrienation wie Deutschland doch in der Lage sein, diesen Strukturwandel hin zur dezentralen erneuerbaren Energieerzeugung zu bewältigen. Dadurch wäre Deutschland auch weniger verwundbar durch den
Terrorismus.  Jeder lange Weg beginnt nun einmal mit dem ersten Schritt, sprich mit dem
ersten Kernkraftwerk, das abgeschaltet wird. Das würde ein Endlager, wo auch immer, zwar nicht überflüssig machen, aber das Entsorgungsproblem nicht unnötig noch mehr vergrößern und verschlimmern. Schadensbegrenzung ist angesagt.

8.7.2009, CDAK - Christliche Demokraten gegen Atomkraft


 

Hiroshima, Nagasaki und die Atomkraft: strahlende Folgen

Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake, Hannover, Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.
Trägerin des Nuclear-Free Future Lifetime Achievement Award
Dienstag, 7. Juli 2009 19:15 - 21:45 Uhr
Universität Freiburg i.Br., Stadtmitte, Platz der Universität, KG 1, Hörsaal 1098


Sondertermin und Gemeinschaftsveranstaltung des Samstags-Forums Regio Freiburg im Vorfeld der 64. Jahrestage der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August und im Gedenken auch an weitere Strahlenopfer-Kollektive u.a durch Atomwaffentests, Röntgen und Atomenergie

Strahlende Folgen: Die Atombomben-Opfer von Hiroshima und Nagasaki und die Atomkraft vom Uranbergbau über Harrisburg, Tschernobyl bis zu Atomarbeitern und Kinderkrebs

Kurzfassung
Professorin Schmitz-Feuerhake stellt neuere Erkenntnisse vor zu den Strahlenopfern der Atombomben­explosionen von Hiroshima und Nagasaki. Der Vortrag verdeutlicht die große Bedeutung dieser Atom­bombenexplosionen für die weltweite gravierende offizielle Unterschätzung des Strahlenrisikos. Die Referentin geht auch ein auf weitere Strahlenopfer-Kollektive, so Uranbergleute, Atomarbeiter, Röntgen-Bestrahlte, Kinder im Umkreis von Atomanlagen und nicht zuletzt auf diejenigen infolge der Atomkraft-Katastrophen von Harrisburg, 1979, und Tschernobyl 1986. Diese Veranstaltung schließt an die Mahn-Veranstaltung in der Universität Freiburg vom 26.11.2008 an mit Professor Hideto Sotobayashi, Berlin, Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima.


Zur Person Professorin Dr.rer.nat. Inge Schmitz-Feuerhake

Professorin Dr. Inge Schmitz-Feuerhake studierte Physik und Mathematik in Hannover und Würzburg, war von 1960-66 Wissenschaftliche Assistentin im Institut für Angewandte Physik an der Technischen Hochschule Hannover und promovierte 1966 zum Dr. rer.nat. mit einer Arbeit zur Dosimetrie des radioaktiven Fallout von Atombomben. 1966-1973 forschte sie im Institut für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover zu Dosimetrie und zum diagnostischen Einsatz von radioaktiven Strahlern. Seit 1973 bis zur Pensionierung in 2000 hatte sie eine Professur für Experimentelle Physik an der Universität Bremen inne und forschte und lehrte zu Dosimetrie, Strahlenschutz sowie zu gesundheitlichen Wirkungen radioaktiver Strahler. Ihre wissenschaftliche Arbeit, die sie seitdem intensiv weiterführt, reicht weit über die Universität hinaus:
Seit 1989 ist sie Vorsitzende des Otto Hug Strahleninstituts e.V., 1990 Mitgründerin und seitdem im Vorstand der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V., sie ist Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Umweltstiftung und des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Sektion von IPPNW/Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in Sozialer Verantwortung e.V. sowie seit 2003 Vorsitzende des European Committee on Radiation Risk ECRR, einer wissenschaftlichen Kritikergruppe. 2003 erhielt sie den Nuclear-Free Future Lifetime Achievement Award. Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, oft gemeinsam mit anderen Professoren und mit ihren wissenschaftlichen MitarbeiterInnen gingen und gehen aus Ihrer Arbeit hervor, so Berichte des Otto Hug Strahleninstituts, die beiden großen Berichte des ECRR erstens 2003 zum Strahlenrisiko an das Europäische Parlament und zweitens 2006 zu den Tschernobyl-Folgen. Ihre ungewöhnliche Spanne reicht von der wissenschaftlichen Unterstützung von Bürgerinitiativen gegen Kinder-Leukämie bei Atomanlagen und z.B. 1986 für die Strahlenkommission des BUND (Friends of the Earth Germany) bis hin zu Veröffentlichungen in angesehenen Fachzeitschriften wie Radiation Protection Dosimetry, Environmental Health Perspectives, International Journal of Radiation Biology und Health Physics.
Gegen den Widerstand in ihrer Fakultät setzte Schmitz-Feuerhake die Einrichtung eines zytogenetischen Labors in ihrer Arbeitsgruppe durch, um mit der "biologischen Dosimetrie" den direkten Nachweis auch kleiner Strahlendosen führen zu können: Hierbei werden strahlenspezifische Chromosomenstörungen in weißen Blutkörperchen unter dem Mikroskop ausgezählt. Die mit ihrer sehr aktiven Beteiligung nun bald 20-jährige Suche nach den Ursachen für die Leukämiehäufungen bei Kindern in der Umgebung der Atomenergie- und Atomforschungsanlagen bei Geesthacht/Elbe und anderen Strahlenanwendungen sowie ihre frühes, ständiges und nachdrückliches wissenschaftlich begründetes Eintreten für die Höherstufung des Strahlenrisikos um ein Mehrfaches brachten ihr aus dem Strahlenanwender- und offiziellen Strahlenschutz­bereich wie auch aus manchen Regierungskreisen und Strahlenschutz-Behörden viel Kritik und auch massive Anfeindungen ein. Diese durchstand sie mit menschlicher Größe, aber auch gestützt durch weitere unabhängige StrahlenforscherInnen in Deutschland, Europa und anderen Kontinenten.
Ihre Arbeit berührt tief die Interessen von sehr mächtigen Lobbies im Nuklearbereich, von der Medizin bis zum zivilen und militärischen Atomenergiekomplex. Symptomatisch: Der Antrag des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz BBU e.V. Anfang der 1980er, Prof. Schmitz-Feuerhake in die offizielle deutsche Strahlenschutzkommission zu berufen, wurde vom Bundesinnenministerium abgelehnt, weil Schmitz Feuerhake nicht von der unverzichtbaren Notwendigkeit der Atomenergienutzung überzeugt sei. Die Zeit aber arbeitete und arbeitet für Ihre Erkenntnisse, aber es dauert z.T. Jahrzehnte, viel zu langsam für die weiteren Strahlenopfer.
Intensiv hat sich Schmitz-Feuerhake nicht nur u.a. mit Kinderleukämie, mit der Strahlenbelastung von Flugpersonal, mit dem Brustkrebsrisiko durch Mammographie, also Röntgen befasst, sondern immer wieder mit der viel zu niedrigen offiziellen Einschätzung des Strahlenrisikos allgemein (siehe auch ECRR 2003). Hierbei kam sie mit anderen unabhängigen Strahlenforschern zu Ergebnissen, die zeigen, dass die weltwei­ten Strahlenschutzstandards aus mittlerweile bekannten Gründen auf Fehleinschätzungen insbesondere bei Analysen zu den japanischen Atombombenopfern beruhen. Die Nuklear-Lobby in Wirtschaft und Medizin­technik versucht aber, aufgrund wirtschaftlicher Interessen sich weiterhin große Freiräume zur Belastung von Mensch und Natur zu reservieren, mit Schadfolgen, die man mit den offiziellen Grenzwerten und Theorien nicht erklären kann. In diesem Spannungsfeld ein Leben lang <aufrecht> zu arbeiten, verdient höchsten Respekt.
6.7.2009 , ecotrinova


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